SynergieWissen | Blog

Doku: Book-release: Synergie. Kultur- und Wissensgeschichte einer Denkfigur

ZfL Berlin, 29. Juni 2016

Im Gespräch mit den Herausgebern Tatjana Petzer und Stefan Steiner stellten die Autoren Christina Vagt, Igor Polianski und Georg Töpfer Ausschnitte aus ihren Beiträgen vor und stießen im Anschluss gemeinsam mit den Zuhörern bei einem Glas Synergy Wein auf die Neuerscheinung an.

2016/07/19 15:12 · puchta

Synergie und Anthropologie. Interview mit Sergej Choružij

Die klassische Anthropologie, so der russische Physiker und Religionsphilosoph Sergej Choružij, hat Leerstellen. Dazu zählt die energetische Natur des Menschen, die in der ostkirchlichen Tradition eine besondere Rolle in Theologie wie mystisch-asketischer Erfahrung spielt. Von dieser Tradition inspiriert, begründete Choružij eine philosophische Anthropologie. Das Gespräch mit ihm über die synergetisch-transformative Perspektive dieser Anthropologie im Besonderen und die im Forum geführte Synergie-Diskussion im Allgemeinen führte Anar Imanov in russischer Sprache.

http://www.zflprojekte.de/synergie/doku.php?id=features:anthropologie:interview_choruzij

2016/06/20 12:28 · puchta

Synergietalks14 »Wurmloch« und »Dunkle Energie«. Fiktive Entitäten und ihr exploratives Potential für die Theoretische Physik

27.4.2016, 16-18 Uhr, ZfL Berlin

Welcher diskursiver Praktiken bedienen sich Theoretische Physik und Astrophysik, um die Beschaffenheit von »Wurmlöchern« und »Dunkler Energie« zu konzeptionalisieren? Diese werden als »fiktive Entitäten« bzw. »diskursive Leerstellen« verstanden, denen die Funktion zukommt, zukünftige Forschungsfelder zu organisieren. Fokussiert wird zum einen die Zusammenarbeit zwischen Carl Sagan, Autor des Romans Contact (1988) und Kip Thorne, ehemaliger Inhaber der Feynman Professur für theoretische Physik am California Institute of Technology sowie Autor wegweisender Schriften zur Allgemeinen Relativitätstheorie, die sich auch mit »Wormholes« und Zeitreisen beschäftigen. Zum anderen wird die Arbeit der Nobelpreisträger für Physik Saul Perlmutter und Adam G. Riess zur Konzeptualisierung einer weiteren fiktiven Entität, »Dark Energy«, betrachtet.

Vortrag und Gespräch mit Dr. Aura Heydenreich (FAU Erlangen-Nürnberg), Literaturwissenschaftlerin und Mitbegründerin von ELINAS, dem Erlangener Forschungszentrum für Literatur- und Naturwissenschaft

Treffpunkt: 16-18 Uhr am ZfL Berlin, Schützenstrasse 18, 3. Etage, Seminarraum 303. Diskussionsvorlage auf Anfrage.

Kontakt: synergie@zfl-berlin.org


2016/05/25 14:19 · puchta

Synergietalks13 Deleuzes Falte Begriff, Textur, Perzeption

Mittwoch 03.02.16, 16-18 Uhr, ZfL Berlin


In Faltungen und Ausfaltungen sah Deleuze den grundlegenden Wesenszug der barocken Architektur und des monadologischen Denkens von Leibniz. Andreas Keller (ZfL) führt zunächst ein in die Prämissen und die diskursive Funktion des Begriffs der Falte. Er folgt dieser Denkfigur der Beweglichkeit anhand von Beispielen gefalteter Materie und Texturen bzw. der Falten in der Seele und des Geistes, die sich im Prozess der Perzeption bilden. Daran anschließend geht Tatjana Petzer (ZfL) dem Hinweis auf einen »islamischen Barock« nach. Deleuze machte einen solchen im Faltensystem marokkanischer Frauengewänder aus, wie es um 1900 von Gaëtan Gatian de Clérambault fotografisch dokumentiert wurde und nicht zuletzt dessen medizinischen Blick beeinflusste. Dieser Fall eröffnet dann die Diskussion über die Aktualität von Deleuzes Falte.

Treffpunkt: 16-18 Uhr am ZfL Berlin, Schützenstrasse 18, 3. Etage, Seminarraum 303. Diskussionsvorlage auf Anfrage.

Kontakt: synergie@zfl-berlin.org


2016/02/29 12:16 · synergieprojekt

Buchankündigung »Synergie. Kultur- und Wissensgeschichte einer Denkfigur«

In Kürze erscheint der Band »Synergie. Kultur- und Wissensgeschichte einer Denkfigur«, hg. von Tatjana Petzer und Stephan Steiner. München: Wilhelm Fink Verlag.

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Synergie ist ein Schlüsselbegriff in Wissenschaft und Gesellschaft. Wie wird er historisch und gegenwärtig verwendet? Was zeichnet ihn als produktives Paradigma in interdisziplinären Forschungs- und Praxisfeldern aus?
Als Modell einer holistischen Beschreibung der Wirklichkeit macht die synergetische Perspektive die aristotelische Einsicht fruchtbar, dass das Ganze mehr ist als bloß die Summe seiner Teile. Allgemeine Theorien des Zusammenwirkens (synérgeia) nehmen hier ihren Ausgangspunkt.
Mit Blick auf kooperative Interaktionen und dynamische Strukturbildungen in Natur, Kunst und Gesellschaft untersuchen die Beiträge philosophie-, wissenschafts- und kulturgeschichtliche Konstellationen, in denen Synergie-Konzepte besondere Konjunktur haben, und fragen nach dem Zukunftspotenzial dieser transdisziplinären Denkfigur.

Mit Beiträgen von Lisa Borland, Peter Corning, Susanne von Falkenhausen, Gabriele Fois-Kaschel, Dietmar Hansch und Hermann Haken, Marie-Luise Heuser, Georgi Kapriev, Helena Knyazeva, Joachim Krausse, Vanessa Lux, Klaus Mainzer, Tatjana Petzer, Igor Polianski, Stephan Steiner, Dieter Thomä, Georg Toepfer, Christina Vagt.





2015/12/14 17:14 · synergieprojekt

Synergietalks12: Synergie und Sympathie. Sozialphilosophische Überlegungen, 28.05.2014, 16 Uhr, ZfL Berlin

Gespräch mit dem Philosophen Dieter Thomä, Professor an der School of Humanities and Social Sciences der Universität St. Gallen

Dieter Thomä erkundet in Auseinandersetzung mit Klassikern wie Adam Smith, Jean-Jacques Rousseau und Sigmund Freud die Potentiale und Wirkungsgeschichte des Synergiebegriffs als einer zu Unrecht vernachlässigten Option sozialtheoretischen Denkens. Synergie und Sympathie werden als sozialphilosophische Grundbegriffe entwickelt, die für verschiedene Formen der Vergesellschaftung stehen: Neben Mitleiden und Mitfühlen treten Zusammenhandeln und Zusammenwirken. Dieses begriffliche Doppel wird im Rückgang auf einen der wichtigsten Theoretiker der Sympathie erkundet, der zugleich auch Theoretiker der Synergie ist: Adam Smith. Bei Smith ergibt sich eine Leerstelle beim politischen Kollektiv, die mit Hilfe von Jean-Jacques Rousseau geschlossen werden kann. Es zeigt sich, dass die sozialphilosophische Erörterung von Synergie und Sympathie starke gendertheoretische Implikationen hat, weshalb am Ende ein Blick auf Sigmund Freud und die Psychoanalyse lohnend erscheint.

Diskussionsgrundlage auf Anfrage.

Treffpunkt: 16-18 Uhr, ZfL Berlin, Schützenstrasse 18, 4. Etage, Seminarraum 403. Kontakt: synergie@zfl-berlin.org

2014/06/12 00:13 · synergieprojekt

Synergietalks11: The Vibratory Cultures of Modern Art | Friday, 23rd May 2014, 11-13, ZfL Berlin

Talk with Linda Dalrymple Henderson (The University of Texas at Austin, currently fellow at the American Academy in Berlin) and discussion of her book project on The Energies of Modernism

Histories of modern art have generally been written by scholars far removed from the context of the early twentieth century and for whom the term “science” has invariably signified Einstein and Relativity Theory. Yet, with the popularization of Einstein and his theories occurring only after the 1919 eclipse expedition, the key figures of modern art—from Cubists to the pioneers of abstraction Kandinsky, Mondrian, and Malevich—operated in a milieu quite different from that of the 1920s onward. The ether of space, for example, dismissed by Einstein as irrelevant, was basically lost to cultural history during most of the last century. Yet, as Charles Gibson’s 1909 statement documents, the ether was still at the center of the popular understanding of the nature of reality in this period. In addition to a conception of space as filled with vibrating ether, matter had been reconceived in the wake of the discovery of X-rays, the electron, and radioactivity in the 1890s and was now often discussed as dissolving into the ether or being formed from it, as in Lord Kelvin’s “vortex atom.” How can we comprehend the works of modern artists and their theories without a better grasp of the popular understanding of science and the nature of space and matter in the first decades of the century? Linda Henderson’s current book project, “The Energies of Modernism: Art, Science, and Occultism in the Early 20th Century,” seeks to remedy this situation, focusing on the “meta-reality” beyond human vision that stimulated the imaginations of artists in the early 20th century—from higher, unseen dimensions of space (“the fourth dimension”) to the long-forgotten ether.

venue: ZfL Berlin, Schützenstrasse 18, 3. Etage, seminar room 303

contact: synergie@zfl-berlin.org, voehringer@zfl-berlin.org

2014/06/12 00:10 · synergieprojekt

Synergietalks10: Synergie, Kooperation und Emergenz: Zauberworte zur Erklaerung eines Ganzen aus seinen Teilen

Diskussion mit Georg Toepfer am 12.02.14, 16-18 Uhr, ZfL Berlin

Welche Stellung hat der Synergiebegriff in naturwissenschaftlichen, insbesondere biologischen Erklaerungen? Der langen Geschichte des Konzepts entsprechend reichen die betrachteten Anwendungsfaelle von der Antike bis in die Gegenwart. Die epistemische Rolle des Synergiebegriffs wird dabei im Kontext verwandter Begriffe betrachtet, die ebenfalls holistische Relationen bezeichnen, etwa des Emergenzbegriffs, mit dem aber, umgekehrt als im Fall von ›Synergie‹, vom Ganzen zu den Teilen geblickt wird. Ein besonderer Fokus des Gesprächs wird auf der Frage liegen, wie es diesen Brueckenbegriffen gelingt, eine analytische und eine synthetische Perspektive in der Betrachtung von ganzheitlichen Systemen miteinander zu verbinden.

2014/05/21 14:18 · synergieprojekt

Synergietalks09: Synergien zwischen moralischer Vergewisserung und wissenschaftlicher Forschung. Kants Beschluss

The starry heavens above us, and the moral law within 1969/2010 by Anselm Kiefer... Diskussion mit Magnus Schlette (Leiter des Arbeitsbereichs „Theologie und Naturwissenschaft“, FEST Heidelberg) am 22.01.2014

Ausgangspunkt bildet die Schlusspassage von Kants Kritik der praktischen Vernunft, in der sich die berühmte Formulierung findet: „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“ Die Vertrautheit des Satzes lässt leicht darüber hinweg lesen, dass Kant darin programmatisch die Notwendigkeit eines Dialogs zwischen den heterogenen Wissensformen moralischer Reflexion einerseits,naturwissenschaftlicher Forschung andererseits einfordert. Im Horizont des zeitgenössischen Ringens um ein interdisziplinäres Gespräch zwischen Naturwissenschaften und Ethik stellt sich deshalb die Frage nach Implikationen, Aktualität und Grenzen von Kants kryptischem Text.

Treffpunkt: 16-18 Uhr am ZfL Berlin, Schützenstrasse 18, 3. Etage, Seminarraum 303. Kontakt: synergie@zfl-berlin.org

2014/02/08 23:16 · synergieprojekt

Synergietalks08: Symbol & Theurgie. Die Transformationsästhetik der russischen Moderne. ZfL-Workshop am 5. Juli 2013

Auf der Suche nach einem Ausweg aus der allgemeinen Kulturkrise um 1900 wurde für den russischen Religionsphilosophen Vladimir Solov’ev das theurgische Kunstschaffen, in dem Gott und Mensch bei der kreativen Umformung der Welt synergetisch zusammenwirken, programmatisch. In seiner Nachfolge verpflichteten sich insbesondere die russischen Symbolisten der performativen Theurgielehre und strebten nach einer umfassenden Transformation und Erneuerung der Wirklichkeit mittels der Synthese von Religion, Kunst und Technik. Dass das Wort, gottgewirkt und vergöttlichend zugleich, maßgeblichen Anteil an der religiösen und kulturellen Erneuerung haben sollte, wurde auch im Postsymbolismus manifest. Der Workshop untersucht die epistemischen, anthropologischen und ästhetischen Bedingungen und Konsequenzen dieser theurgisch-transformatorischen Sprache in der russischen sowie frühsowjetischen symbolistischen, nachsymbolistischen und avantgardistischen Kunst und Literatur.

Programm:
10:00: Tatjana Petzer (ZfL/Zürich): Zur Einführung: Symbol – Theurgie – Transformation – Synergie

10:30-12:30
Aage Hansen-Löve (Wien): Dionysik und Apollinik als Medienmythen des Symbolismus
Georg Witte (FU Berlin): Transformative Theorie der poetischen Sprache von Andrej Belyj bis Osip Mandel’štam

Mittagspause

14:15-15.00
Henrieke Stahl (Trier): Bildendes Denken. Andrej Belyjs Erkenntnistheorie als theurgische Erkenntnispraxis

Kaffeepause

15.20-16.50
Jurij Murašov (Konstanz): Proletarische Theurgie und die Elektrifizierung des Wortes. Zu Andrej Platonov
Susanne Frank (HU Berlin): Transformationsästhetiken der Moderne: Symbolismus – SozRealismus (Am Beispiel der Symbolik von „Weiß“, „Schnee“ und „Eis“)


Diskussionsvorlage reader_symbol_theurgie.pdf


Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Schützenstr. 18, 10117 Berlin, 3. Et., Seminarraum 303, 10-17 Uhr

Kontakt: synergie@zfl-berlin.org

2013/05/15 13:40 · synergieprojekt

Internationales Symposium zur Geschichte und Zukunft der Synergetik

Anlässlich des 85. Geburtstags von Prof. Dr. Hermann Haken findet vom 13. bis 16. November 2012 das internationale Symposium: “Self-Organization in Complex Systems: The Past, Present, and Future of Synergetics” im Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst statt.

Die Synergetik, die von Herman Haken maßgeblich geprägt wurde, beschäftigt sich mit der Selbstorganisation komplexer dynamischer Systeme und versteht sich als eine fachübergreifende Wissenschaftsdisziplin. Synergetische Methoden und Prinzipien werden in unterschiedlichen Disziplinen angewandt: in der Chemie und Biologie, in der Medizin und Hirnforschung, in den Ingenieurswissenschaften ebenso wie in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

Das Programm des Symposiums beinhaltet, neben historischen Rückblicken, aktuelle Statusberichte und zeigt neue Anwendungsmodelle und interdisziplinäre Forschungsgebiete der Synergetik auf.

2012/11/13 12:48

Synergietalks07: Emergenz und Innovation. Dynamiken des Neuen in Natur und Kultur. Freitag, den 02.11.2012, ZfL Berlin

Emergenz steht für das sprunghafte Verhalten komplex wechselwirkender dynamischer Systeme: plötzlich bilden sich neuartige Eigenschaften heraus, zufällig entstehen neue Ordnungen. Wird diese Unvorhersagbarkeit des Emergenten durch die neuen Methoden von Systemtheorie und Systembiologie prognostizierbar? Kann das emergent Neue durch innovative Techniken simuliert und konstruiert werden? Der Workshop geht aktuellen Emergenzkonzepten und Parallelbegriffen (Synergie, Innovation, Qualitätssprung, Übersummativität) in verschiedenen disziplinären Zusammenhängen nach und beleuchtet anhand von Diskussionsbeiträgen aus kognitions-, lebens- und kulturwissenschaftlicher Perspektive deren theoretische und praktische Implikationen. Darüber hinaus wird das Neue an den Schnittstellen von Wissenschaft und Ästhetik diskutiert und gefragt, inwiefern beispielsweise komplexe technische und literarische Artefakte als „emergente Ordnungen“ beschreibbar sind.

Programm des Workshops:

10.00 Tatjana Petzer (ZfL Berlin): Zur Einführung: Qualitätssprünge

10.30 Achim Stephan (Universität Osnabrück): Spielarten der Emergenz

12.00 Mittagspause

13.30 Georg Toepfer (ZfL Berlin): Emergenz und Organismus

14.30 Kaffeepause

15.00 Jörg Richter (ZfL Berlin): Fortschritt durch Mutation

Treffpunkt: 10-16 Uhr am ZfL Berlin, Schützenstrasse 18, 3. Etage, Seminarraum 303. Kontakt: synergie@zfl-berlin.org. Eine Anmeldung ist nicht erforderlch.

2012/09/19 07:40

Synergietalks06: Synergie - eine Elementaridee an der Nahtstelle von Religion und Medizin, 04.07.2012, 16 Uhr, ZfL Berlin

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Die Anhänger des „Synergismus“ sind als Häretiker in die Geschichte der protestantischen Dogmatik der frühen Neuzeit eingegangen. Anders als Luther waren sie von der Freiheit und aktiven Mitwirkung des Menschen im Heilsprozess überzeugt. Während Luther den Sündenfall mit dem Tod des Menschen gleichsetzte, stützten sich die Synergisten auf die Metaphern der Krankheit und der Verwundung; der Mensch konnte demnach geheilt werden. Analog können in der weltlichen Heilpraxis „synergetische“ Aushandlungen gefunden werden, etwa der paritätische Kompromiss, wonach die Heilwirkung der Medikamente auf eine Kooperation zwischen ärztlicher Kunst und Heiligem Geist, körperlicher Stärkung und der Reinigung der Seele zurückzuführen sei. Dieser bahnte den Weg für eine säkulare Arzneimittellehre und führte zum Vitalismus Georg Ernst Stahls (1659-1734), der den Arzt zum „Mitarbeiter der Natur“ erhob. Aus dieser historischen Perspektive diskutiert der Medizin- und Wissenschaftshistoriker Igor Polianski (Universität Ulm) das Synergie-Konzept als Elementaridee (A. Lovejoy) zwischen Religion, Medizin und Ethik und fragt, ob und wie diese Denkfigur in der heutigen Medizin nachlebt.

Diskussionsvorlage zum downloaden.

Treffpunkt: 16-18 Uhr am ZfL Berlin, Schützenstrasse 18, 3. Etage, Seminarraum 303. Kontakt: synergie@zfl-berlin.org

2012/06/12 16:50

Vortrag von Klaus Mainzer, 30.05.2012, 20 Uhr, Jeschke van Vliet Kunstauktionen, Schützenstr. 39, 10117 Berlin-Mitte

Der Münchner Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Klaus Mainzer ist zu Gast am ZfL Berlin mit dem Vortrag „Intelligente Systeme. Von der Evolution des Gehirns zur Robotik und künstlichen Intelligenz“

»Leben als Maschine« und »künstliche Intelligenz« sind spätestens seit der Renaissance wirkungsmächtige Metaphern. Gibt es Gesetze wie in der Physik, mit denen die Evolution berechnet, erklärt und prognostiziert werden kann? Mit den neuen Methoden der Biomathematik, Biophysik und Bioinformatik zeichnet sich diese Entwicklung in der Systembiologie ab. Die Robotik orientiert sich ihrerseits zunehmend an kognitiven und intelligenten Organismen der Evolution. Auch Roboter erhalten so komplexe Körper mit technischen neuronalen Netzen als ihren »Gehirnen«, mit denen sie ihre Erfahrungen und damit ihre Art von Intelligenz entwickeln. Um die zunehmende Komplexität menschlicher Lebenswelt zu bewältigen, müssen technische Systeme adaptiver, autonomer und intelligenter werden. Die Rede ist von Cyberphysical Systems als soziotechnischen Systemen, in denen Natur, Technik und Gesellschaft zusammenwachsen. Welche Risiken und Chancen sind mit diesen komplexen Infrastrukturen des globalen Erdsystems verbunden? Wie lassen sie sich steuern, um nicht von einer »blinden« soziotechnischen Koevolution überrollt zu werden?

Prof. Dr. Klaus Mainzer ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der Academia Europaea, Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie und Wissenschaftstheorie der TU München und wissenschaftlicher Direktor der Carl von Linde-Akademie. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören: komplexe dynamische Systeme und die Selbstorganisation in Natur und Gesellschaft; Chaostheorie; die Mathematisierung und Computermodellierung von Wissenschaft und Technik; künstliches Leben/künstliche Intelligenz; Raum, Zeit, Materie; Kosmologie und Evolution.

Medienecho:

Synergietalks05: Komplexität in Theorie und Praxis, 30.05.2012, 16 Uhr, ZfL Berlin, Schützenstr. 18, Seminarraum 303

Komplexe Systeme stehen für das dynamische Gleichgewicht zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Stabilität und Instabilität. Wie beeinflusst das Wissen über integrative Wechselwirkungen, emergente Eigenschaften, Strukturbildungsprozesse und die Selbstorganisation komplexer Systeme die angewandte Forschung? Im Gespräch mit dem Wissenschaftstheoretiker Klaus Mainzer (TU München), dessen Buch Thinking in Complexity uns als Diskussionsvorlage dienen wird, erörtern wir den Umgang mit Komplexität(en). In die aktuelle Komplexitätsforschung wird die Philosophin Marie-Luise Heuser (TU Braunschweig) einführen.

Hier finden Sie die Diskussionsvorlage zum downloaden.

Kontakt: synergie@zfl-berlin.org

2012/05/09 12:25

Synergietalks04: Zusammenschlüsse. Konzepte der Symbiose in Biologie und Soziologie, 25.04.2012, 16 Uhr, ZfL Berlin

Was zeichnet Symbiosen in der Natur aus? Was bedeutet die Theorie der Symbiogenese, Anfang des 20. Jahrhunderts von Konstantin Merežkovskij begründet und von Lynn Margulis weiterentwickelt, für die Konzepte der Evolution und Organisation? Und inwieweit lassen sich Phänomene der Symbiose in der Natur auf die Gesellschaft übertragen, wie - angefangen von dem Darwin-Kritiker Pёtr Kropotkin („Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt“) und dem Lamarckisten Paul Kammerer („Genossenschaften von Lebewesen“) bis hin zu dem jüngsten Buch von Kai Ehlers über symbiotische Misch-Beziehungen in Wirtschaft und Versorgung - vielfach nahegelegt wurde? Als Diskussionseinstieg beleuchten der Biologe Ekkehard Höxtermann (Berlin) und der Medienwissenschaftler Peter Berz (ZfL) Symbiosen sowie komplexe symbiotische Beziehungen und synergetische Symbiosen in Mikro- und Makroorganismen.

Hier finden Sie die Diskussionsvorlage zum downloaden.

Treffpunkt: 16-18 Uhr am ZfL Berlin, Schützenstrasse 18, 3. Etage, Seminarraum 303. Kontakt: synergie@zfl-berlin.org

2012/04/16 13:49
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