Note | Autopoiesis

siehe auch:

englisch:autopoiesisfranzösischautopoïèserussisch:aутопоэзис

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1985»Autopoietische Maschinen sind homöostatische Maschinen. Darin besteht allerdings nicht ihre Besonderheit, diese liegt vielmehr in den grundlegenderen Variablen, die sie konstant halten. Eine autopoietische Maschine ist eine Maschine, die als ein Netzwerk von Prozessen der Produktion (Transformation und Destruktion) von Bestandteilen organisiert (als Einheit definiert) ist, das die Bestandteile erzeugt, welche 1. aufgrund ihrer Interaktionen und Transformationen kontinuierlich eben dieses Netzwerk an Prozessen (Relationen), das sie erzeugte, neu generieren und verwirklichen, und die 2. dieses Netzwerk (die Maschine) als eine konkrete Einheit in dem Raum, in dem dieses Bestandteile existieren, konstituieren, indem sie den topologischen Bereich seiner Verwirklichung als Netzwerk bestimmen. Daraus folgt, daß eine autopoietische Maschine durch ihr Operieren fortwährend ihre eigene Organisation erzeugt, und zwar als ein System der Produktion ihrer eigenen Bestandteile, und daß diese Bestandteile hierbei in einem endlosen Umsetzungsprozess unter Bedingungen fortwährender Umwelteinwirkungen bzw. der Kompensation solcher Einwirkungen verbraucht werden. Eine autopoietische Maschine ist daher ein homöostatisches (oder besser, ein relationsstatisches) System, das seine eigene Organisation (d.h. das sie definierende relationale Netzwerk) als die grundlegende Variable konstant hält. Dies muss klar gesehen werden. Jede Einheit hat eine Organisation, die durch statische oder dynamische Relationen zwischen ihren Elementen und Prozessen oder beiden bestimmt werden kann. Unter diesen möglichen Fällen sind autopoietische Maschinen Einheiten, deren Organisation durch ein besonderes Netzwerk von Prozessen (Relationen) der Produktion von Bestandteilen definiert wird, also durch das autopoietische Netzwerk, nicht durch die Bestandteile oder etwa deren statische Relationen untereinander. Da die Relationen der Produktion von Bestandteilen jedoch nur als Prozesse auftreten, verflüchtigen sich die Relationen der Produktion, sobald die Prozesse aufhören. Damit also eine Maschine eine autopoietische Maschine sein kann, müssen die sie definierenden Relationen der Produktion ständig, durch eben die Bestandteile, die sie erzeugen neu generiert werden. Außerdem ist das Netzwerk der Prozesse, das eine autopoietische Maschine konstituiert, ein einheitliches System in dem Raum der Bestandteile, die es erzeugt und die ihrerseits das Netzwerk durch ihre Interaktionen produzieren. Das autopoeietische Netzwerk der Prozesse unterscheidet somit autopoietische Maschinen von jeder anderen Art von Einheit.«
Humberto R. Maturana/F.J. Varela: »Autopoietische Systeme: Eine Bestimmung der lebendigen Organisation«, in: Humberto R. Maturana: Erkennen: Die Organisation und Verkörperung von Wirklichkeit. Ausgewählte Arbeiten zur biologischen Epistemologie, autorisierte deutsche Fassung von Wilhelm Köck, Braunschweig/Wiesbaden: Friedrich Vieweg & Sohn 2. Aufl. 1985, S. 170–235, hier: S. 184 f.

Literatur

2017Ju. V. Samin: »Avtopoėzis kak sovremennaja praktika teatral'noj režissury«, in: Čelovek.ru 12(2017), S. 109—114.
2011E.N. Ivachnenko:»Autopoejzis ėpistemičeskich ob„ektov v sovremennych obščestvach znanija«, in: Čelovek.ru 7(2011), S. 229—254.
2011S[ergej] A. Smirnov: Avtopoėzis celoveka. Filosofskie očerki po antropologii sticha. Novosibirsk: ofset 2011.


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