Fragebogen Archive – ZfL BLOG https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/tag/fragebogen/ Blog des Leibniz-Zentrums für Literatur- und Kulturforschung, Berlin Tue, 04 Mar 2025 14:09:48 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.8.3 https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/wp-content/uploads/2019/01/cropped-ZfL_Bildmarke_RGB_rot-32x32.png Fragebogen Archive – ZfL BLOG https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/tag/fragebogen/ 32 32 DER FRAGEBOGEN: Wir fragen, Anja Keith antwortet https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/2020/08/04/der-fragebogen-wir-fragen-anja-keith-antwortet/ Tue, 04 Aug 2020 13:47:41 +0000 https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/?p=1530 Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL BLOG entworfen. Hier antwortet jetzt Anja Keith, die seit dem Frühjahr 2020 am ZfL an der von Detlev Schöttker geleiteten Weiterlesen

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Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL BLOG entworfen. Hier antwortet jetzt Anja Keith, die seit dem Frühjahr 2020 am ZfL an der von Detlev Schöttker geleiteten »Kommentierten Auswahl-Edition des Briefwechsels zwischen Ernst und Gretha Jünger (1922–1960)« arbeitet.

Meine erste Hausarbeit während des Studiums handelte von …

Elisabeth von Nassau-Saarbrücken, die aufgrund ihrer Übertragungen französischer Heldenepen („chansons de geste“) in frühneuhochdeutsche Prosa nicht nur als Avantgardistin des deutschen Romans, sondern auch als Mittlerin zwischen beiden Kulturen gilt.

Das Schreiben der Dissertation war für mich …

in erster Linie eine unglaubliche Erfahrung, in zweiter Linie ein schmerzhafter Spagat zwischen Arbeitswelt und Universität, weshalb sie unabgeschlossen ist.

 Mein liebstes wissenschaftliches Buch:

die Enzyklopädie.

 Von allen wissenschaftlichen Autor*innen beeindrucken mich am meisten …

die, die in der Lage sind, komplexe Sachverhalte verständlich und anschaulich darzustellen.

 Meine Lieblingsbibliothek …

ist die Exilbibliothek, die zur »Walter A. Berendsohn Forschungsstelle« an der Universität Hamburg gehört und über eine beeindruckende Sammlung von Primärtexten aus den Jahren 1933 bis 1945 verfügt.

Die Universität ist ein Ort …

des Austausches, der Auseinandersetzungen, des Aufbruchs.

Dürfte ich noch einmal von vorne beginnen, würde ich heute Folgendes studieren:

Germanistik und Architektur.

Wäre ich von allen Zwängen frei, würde ich gerne folgender Frage nachgehen:

Was kann ich tun, damit Aharon Appelfelds Werk nicht in Vergessenheit gerät?

 Meine abseitigste Veröffentlichung?

Ist unter einem Pseudonym erschienen.

 Ein*e Wissenschaftler*in benötigt vor allem …

Vertrauen in die Fragen, die sie*ihn umtreiben.

 Forschen bedeutet für mich …

nach dem Neuen suchen, tief graben – besonders in Archiven.

 Mein Motto?

Veritas vincit. (Clan Keith)

 

 

VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Der Fragebogen: Wir fragen, Anja Keith antwortet, in: ZfL BLOG, 4.8.2020, [https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/2020/08/04/der-fragebogen-wir-fragen-anja-keith-antwortet/].
DOI: https://doi.org/10.13151/zfl-blog/20200804-01

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DER FRAGEBOGEN. Wir fragen, Barbara Picht antwortet https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/2018/01/25/der-fragebogen-wir-fragen-barbara-picht-antwortet/ Thu, 25 Jan 2018 10:57:55 +0000 http://www.zflprojekte.de/zfl-blog/?p=666 Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL BLOG entworfen. Hier antwortet jetzt Barbara Picht, die seit Ende 2017 im Forschungsprojekt Theorie und Konzept einer interdisziplinären Begriffsgeschichte arbeitet. Weiterlesen

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Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL BLOG entworfen. Hier antwortet jetzt Barbara Picht, die seit Ende 2017 im Forschungsprojekt Theorie und Konzept einer interdisziplinären Begriffsgeschichte arbeitet.

Meine erste Hausarbeit während des Studiums handelte von …

Platons Höhlengleichnis. Es gab keine Vorgaben für den Studienaufbau, und da dachte ich mir, ich fang mal vorne an.

Das Schreiben der Dissertation war für mich …

neben einem Fulltime-Job als Leiterin einer Fachbuchhandlung die eigentliche Herausforderung.

Mein liebstes wissenschaftliches Buch:

… ist eines, das meine Neugierde zugleich stillt und weckt.

Von allen wissenschaftlichen Autor/inn/en beeindruckt mich am meisten …

wer weit über seine Zeit hinausgedacht hat.

Meine Lieblingsbibliothek:

… gibt es leider nicht mehr. Es war die Germanistische Bibliothek der FU Berlin, über Jahrzehnte mit kulturwissenschaftlichem Anspruch aufgebaut von Christian Büttrich (einem Lämmert-Schüler). Sie ist erst kaputtgespart, dann in die heutige Philologische Bibliothek integriert worden und somit verschwunden.

Die Universität ist ein Ort …

den es in seinen oft wunderbaren Möglichkeiten des Forschens, Lehrens und universitätsspezifischen Lernens zu erhalten, in seinen Arbeitsbedingungen unbedingt zu verbessern und vor so manchen Fehlentwicklungen zu schützen gilt.

Dürfte ich noch einmal von vorne beginnen, würde ich heute Folgendes studieren:

Philosophie und Geschichte – immer wieder. Dürfte ich weiterstudieren: Kunstgeschichte und Biologie.

Wäre ich von allen Zwängen frei, würde ich gerne folgender Frage nachgehen:

Einem ganzen Sack voll Fragen: ich würde weiterstudieren.

Meine abseitigste Veröffentlichung?

… liegt noch vor mir. Da bin ich selbst mal gespannt.

Ein Wissenschaftler benötigt vor allem …

wissenschaftlichen Eros, Mut und gute Strategien für den Umgang mit Belohnungsaufschub.

Forschen bedeutet für mich …

Herausfindenwollen, Wissenwollen, Verstehenwollen. Sich durchwühlen. In Frage stellen. Sich ein eigenes Bild machen.

Mein Motto?

»Mache den Raum deiner Hütte weit, und breite aus die Teppiche deiner Wohnung; spare nicht! Dehne deine Seile lang und stecke deine Nägel fest! Denn du wirst ausbrechen zur Rechten und zur Linken« – aber das ist kein Motto.

 

 

VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Der Fragebogen. Wir fragen, Barbara Picht antwortet, in: ZfL BLOG, 25.1.2018, [https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/2018/01/25/der-fragebogen-wir-fragen-barbara-picht-antwortet/].
DOI: https://doi.org/10.13151/zfl-blog/20180125-01

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DER FRAGEBOGEN: Wir fragen, Claude Haas antwortet https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/2017/11/27/der-fragebogen-wir-fragen-claude-haas-antwortet/ Mon, 27 Nov 2017 08:00:19 +0000 http://www.zflprojekte.de/zfl-blog/?p=578 Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL-Blog entworfen. Hier antwortet jetzt Claude Haas, der seit Anfang 2017 das Forschungsprojekt Theoriebildung im Medium von Wissenschaftskritik leitet. Meine erste Weiterlesen

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Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL-Blog entworfen. Hier antwortet jetzt Claude Haas, der seit Anfang 2017 das Forschungsprojekt Theoriebildung im Medium von Wissenschaftskritik leitet.

Meine erste Hausarbeit während des Studiums handelte von …

»Schillers Kabale und Liebe als gesellschaftskritisches Werk«. Es ging furchtbar schief.

Das Schreiben der Dissertation war für mich …

eine Mischung aus Selbstüberwindung und Mutprobe, wie jedes spätere Schreiben auch.

Mein liebstes wissenschaftliches Buch:

Die Philologie hat viele fulminante Aufsätze und Buchkapitel hervorgebracht, aber kaum fulminante Bücher.

Von allen wissenschaftlichen Autor/inn/en beeindruckt mich am meisten …

Leo Spitzer.

Meine Lieblingsbibliothek:

die Bibliothek des ZfL, nicht wegen ihrer Bestände, sondern wegen der weltbesten Bibliothekarinnen.

Die Universität ist ein Ort …

an dem die Einheit von Forschung und Lehre hoffentlich überlebt.

Dürfte ich noch einmal von vorne beginnen, würde ich heute Folgendes studieren:

Germanistik und Romanistik, genau wie damals.

Wäre ich von allen Zwängen frei, würde ich gerne folgender Frage nachgehen:

Ich kann fast ausschließlich den Fragen nachgehen, denen ich nachgehen will.

Meine abseitigste Veröffentlichung?

Das kann nicht ich beurteilen, am besten natürlich alle.

Ein Wissenschaftler benötigt vor allem …

Geduld. Und mehr noch: Ungeduld.

Forschen bedeutet für mich …

zu erleben, wie die Dinge ihre Selbstverständlichkeit verlieren. So hat Hans Blumenberg das Denken definiert, und Forschen ist ja eine Art disziplingewordenes Denken.

Mein Motto?

Motti sind was für Spießer.

 

 

VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Der Fragebogen: Wir fragen, Claude Haas antwortet, in: ZfL BLOG, 27.11.2017, [https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/2017/11/27/der-fragebogen-wir-fragen-claude-haas-antwortet/].
DOI: https://doi.org/10.13151/zfl-blog/20171127-01

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DER FRAGEBOGEN: Wir fragen, Patrick Hohlweck antwortet https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/2017/05/31/der-fragebogen-wir-fragen-patrick-hohlweck-antwortet/ Wed, 31 May 2017 15:45:23 +0000 http://www.zflprojekte.de/zfl-blog/?p=428 Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL BLOG entworfen. Hier antwortet jetzt Patrick Hohlweck, der seit Beginn dieses Jahres als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt Lebenslehre – Lebensweisheit Weiterlesen

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Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL BLOG entworfen. Hier antwortet jetzt Patrick Hohlweck, der seit Beginn dieses Jahres als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt Lebenslehre – Lebensweisheit – Lebenskunst beschäftigt ist.

Meine erste Hausarbeit während des Studiums handelte von …

Gerhart Hauptmanns Biberpelz.

Das Schreiben der Dissertation war für mich …

ein bisschen so, wie ich mir Bergsteigen vorstelle: Anfangs eine Aufgabe, die kaum zu bewältigen scheint; im Laufe des Aufstiegs die ständige Herausforderung, nicht schon Station zu machen und gleichzeitig nicht zu lange auf den zurückgelegten Weg zu schauen, um Schwindel zu vermeiden. Je dünner die Luft wird, desto häufiger entscheidet man sich für die direktere und gegen die malerische Route; schließlich ist man froh, lebend angekommen zu sein, auch wenn man kleinere Erfrierungen davongetragen hat.

Mein liebstes wissenschaftliches Buch:

Carlo Ginzburgs Der Käse und die Würmer. Die Welt eines Müllers um 1600. An dem Buch, der Biographie eines Lesers, gefällt mir erstens sein Einsatz; zweitens seine präzise Entwicklung und drittens seine intellektuelle Großzügigkeit.

Von allen wissenschaftlichen Autor/inn/en beeindruckt mich am meisten …

Aus jeweils ganz unterschiedlichen Gründen: Peter Szondi, Avital Ronell, Gerhard Neumann, Nuriye Gülmen.

Meine Lieblingsbibliothek:

Ich habe zwei: Zum einen die Bibliothek des Instituts für deutsche Sprache und Literatur I in Köln, die so gut ausgestattet ist, dass »das Buch, das man sucht« wirklich »in der Regel das Buch daneben« ist. Zum anderen die Bibliothek des ZfL, die dank ihrer MitarbeiterInnen unerschöpflich ist.

Die Universität ist ein Ort …

der in jenen Bereichen und Momenten seine Anregungskraft und auch seine Schönheit entfaltet, in denen er nicht von Wettbewerbsstrukturen und Verwertungsinteressen bestimmt ist.

Dürfte ich noch einmal von vorne beginnen, würde ich heute Folgendes studieren:

Das Gleiche, vielleicht allerdings mit Romanistik im Nebenfach. 

Wäre ich von allen Zwängen frei, würde ich gerne folgender Frage nachgehen:

Ich bin in der glücklichen Lage, sehr weitgehend darüber bestimmen zu können, womit ich mich beschäftige.

Meine abseitigste Veröffentlichung?

Ein Aufsatz über die Geschichte der Fußballtaktik.

Ein Wissenschaftler benötigt vor allem …

Neugierde, Selbstvertrauen und Widerstandsfähigkeit.

Forschen bedeutet für mich …

einen Wust an Annahmen, Intuitionen und Ideen nach und nach zu sortieren, zu prüfen und dabei rigoros auszumisten.

Mein Motto?

Ich habe leider keines, tut mir leid!

 

 

VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Der Fragebogen: Wir fragen, Patrick Hohlweck antwortet, in: ZfL BLOG, 31.5.2017, [https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/2017/05/31/der-fragebogen-wir-fragen-patrick-hohlweck-antwortet/].
DOI: https://doi.org/10.13151/zfl-blog/20170531-01

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DER FRAGEBOGEN: Wir fragen, Karine Winkelvoss antwortet https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/2017/03/13/der-fragebogen-wir-fragen-karine-winkelvoss-antwortet/ Mon, 13 Mar 2017 13:33:37 +0000 http://www.zflprojekte.de/zfl-blog/?p=336 Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL BLOG entworfen. Hier antwortet jetzt Karine Winkelvoss, französische Germanistin aus Rouen, die seit 2015 mit einem Forschungsstipendium der Alexander von Weiterlesen

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Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL BLOG entworfen. Hier antwortet jetzt Karine Winkelvoss, französische Germanistin aus Rouen, die seit 2015 mit einem Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung für erfahrene Wissenschaftler zu Gast am ZfL ist.

Meine erste Hausarbeit während des Studiums handelte von …

Ich komme aus Frankreich, da war die Leitgattung im Studium nicht die Hausarbeit, sondern die Klausur – an die einzelnen Themen kann ich mich nicht erinnern, dafür aber an das Gefühl, dass die wenigen Zeilen, mit denen man bis zu sieben Stunden eingeschlossen war, hinterher immer besonders intakt dastanden.

 Das Schreiben der Dissertation war für mich …

das Beste an der Dissertation.

 Mein liebstes wissenschaftliches Buch:

Georges Didi-Huberman, Fra Angelico, dissemblance et figuration. In diesem Buch, auf das ich ganz am Anfang des Studiums gestoßen bin, wird durch eine kleine Verschiebung des Blicks etwas bisher Ungesehenes sichtbar gemacht und eröffnet plötzlich eine ganz andere Dimension – wobei dieses Ungesehene nicht irgendetwas Verstecktes ist, sondern gerade das, was man eigentlich die ganze Zeit schon hätte sehen müssen.

Von allen wissenschaftlichen Autor/inn/en beeindruckt mich am meisten …

Passend zur vorhergehenden Frage: Georges Didi-Huberman, wegen seiner Art, den präzisen, gleichsam unmittelbaren Blick auf Bilder und Texte mit historischer, anthropologischer, politischer Reflexion zu verbinden, ohne jemals das eine an das andere zu verraten.

Meine Lieblingsbibliothek:

Die Bibliothek des ZfL liebe ich sehr: dort habe ich schon viel gefunden, noch bevor ich es suchte.

Die Universität ist ein Ort …

der Freiheit und der Vielfalt, den man auf keinen Fall mit einem Unternehmen verwechseln sollte.

Dürfte ich noch einmal von vorne beginnen, würde ich heute Folgendes studieren:

Literatur, noch einmal ganz von vorne!

Wäre ich von allen Zwängen frei, würde ich gerne folgender Frage nachgehen:

Im Moment bin ich tatsächlich, dank des Forschungsstipendiums der Humboldt-Stiftung, quasi von allen Zwängen frei – und gehe also der Frage nach, wie literarische Formen mit bestimmten Affektkulturen zusammenhängen bzw. in Konflikt geraten – exemplarisch bei W. G. Sebald das Stilideal der leidenschaftslosen Rede mit einer Ethik der Mitleidenschaft.

Meine abseitigste Veröffentlichung?

Vielleicht die letzte – über W. G. Sebalds Ornithologie –, die aber natürlich nur scheinbar abseitig ist! Abseitigkeit ist ja sehr relativ – für mich als Leserin sind jedenfalls die entscheidenden Impulse meistens von ganz unvorhergesehener Seite gekommen.

Ein Wissenschaftler benötigt vor allem …

natürlich Neugierde und Intuition, Leidenschaft und Präzision, kritischen Geist und Imagination, Geduld und Ungeduld. Um sich das alles leisten zu können, benötigt der Wissenschaftler allerdings auch Planungssicherheit und materielle Unabhängigkeit.

 Forschen bedeutet für mich …

Zusammenhängen auf die Spur zu kommen, die uns nicht bewusst sind und uns dennoch prägen; zu verfolgen, wie neue Fragen entstehen und Gedanken sich verschieben; immer wieder bereit zu sein, sich selbst bei undurchdachten Vorannahmen und Gemeinplätzen zu ertappen.

Mein Motto?

Die meisten Probleme entstehen bei ihrer Lösung (Leonardo da Vinci).

 

 

VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Der Fragebogen: Wir fragen, Karine Winkelvoss antwortet, in: ZfL BLOG, 13.3.2017, [https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/2017/03/13/der-fragebogen-wir-fragen-karine-winkelvoss-antwortet/].
DOI: https://doi.org/10.13151/zfl-blog/20170313-01

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DER FRAGEBOGEN: Wir fragen, Stefan Willer antwortet https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/2017/02/09/wir-fragen-stefan-willer-antwortet/ Thu, 09 Feb 2017 09:05:56 +0000 http://www.zflprojekte.de/zfl-blog/?p=189 Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL-Blog entworfen. Hier antwortet jetzt Stefan Willer, einer der beiden Vizedirektoren des ZfL und Professor für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Weiterlesen

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Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL-Blog entworfen. Hier antwortet jetzt Stefan Willer, einer der beiden Vizedirektoren des ZfL und Professor für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Meine erste Hausarbeit während des Studiums handelte von …

… den Gedichten in Joseph von Eichendorffs Roman »Ahnung und Gegenwart«.

Das Schreiben der Dissertation war für mich …

… lange Zeit ein Auf und Ab aus Selbstzweifeln und Selbstvertrauen; zum Ende hin das merkwürdig schöne Gefühl, den selbst ausgelegten Spuren nur noch bis zum Ende folgen zu müssen.

Mein liebstes wissenschaftliches Buch:

»Roland Barthes par Roland Barthes«: Anverwandlung des Genres ›Einführung‹ auf die eigene wissenschaftliche Person, zugleich parodistisch und entwaffnend narzisstisch.

Von allen wissenschaftlichen Autor/inn/en beeindruckt mich am meisten …

Sigmund Freud: Mut ins Offene zu denken; Gewinnung immer neuer Möglichkeiten; luzide, aufrichtige Prosa.

Meine Lieblingsbibliothek:

Die Bibliothek des Deutschen Seminars in Göttingen Anfang der 1990er Jahre (während meines dortigen Germanistikstudiums).

Die Universität ist ein Ort …

… an dem sich Forschung und Lehre optimalerweise zum gegenseitigen Besten herausfordern.

Dürfte ich noch einmal von vorne beginnen, würde ich heute Folgendes studieren:

Evangelische Theologie (denke ich oft; letztlich aber wohl doch das Gleiche nochmal).

Wäre ich von allen Zwängen frei, würde ich gerne folgender Frage nachgehen:

Parallelen von Unparallelisierbarem (anhand von Beispielen, die ich noch für mich behalte).

Meine abseitigste Veröffentlichung?

Keine ist abseitig; sie kommen alle aus demselben Kopf und sind durch dieselben Hände gegangen.

Ein Wissenschaftler benötigt vor allem …

Leidenschaftliches Durchhaltevermögen.

Forschen bedeutet für mich …

Versenkung ins Material, Abkehr von der Betriebsamkeit, Offline-Sein.

Mein Motto?

Was aber ist deine Pflicht? Die Forderung des Tages. (Es ergeben sich Widersprüche zur vorigen Antwort.)

 

 

VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Der Fragebogen: Wir fragen, Stefan Willer antwortet, in: ZfL BLOG, 09.02.017, [https://www.zflprojekte.de/zfl-blog/2017/02/09/wir-fragen-stefan-willer-antwortet/].
DOI: https://doi.org/10.13151/zfl-blog/20170209-01

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