{"id":1012,"date":"2019-01-21T10:21:17","date_gmt":"2019-01-21T08:21:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=1012"},"modified":"2025-03-03T13:35:42","modified_gmt":"2025-03-03T11:35:42","slug":"eva-axer-werner-michler-marjorie-levinson-die-neuen-formalismen-form-geschichte-gesellschaft-drei-beitraege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2019\/01\/21\/eva-axer-werner-michler-marjorie-levinson-die-neuen-formalismen-form-geschichte-gesellschaft-drei-beitraege\/","title":{"rendered":"Eva Axer, Werner Michler, Marjorie Levinson: DIE \u203aNEUEN FORMALISMEN\u2039 \u2013 FORM, GESCHICHTE, GESELLSCHAFT. Drei Beitr\u00e4ge"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><span style=\"color: #e63348;\"><em>W\u00e4hrend man in Deutschland die Debatte um eine m\u00f6gliche \u203aRephilologisierung\u2039 der Literaturwissenschaft abermals zu entz\u00fcnden sucht, ist in den USA der ebenfalls seit Ende der 1990er Jahre gef\u00fchrte Methodenstreit um die \u203aneuen Formalismen\u2039 in der Literaturtheorie bereits neuerlich entbrannt. Hier wie dort steht (nochmalig) zur Diskussion, wie Literatur als wissenschaftlicher Gegenstand konstituiert werden solle, was das \u203aKerngesch\u00e4ft\u2039 der Literaturwissenschaft sei und wie sie sich zu anderen Disziplinen ins Verh\u00e4ltnis zu setzen habe. Zwar sind die Zeiten vorbei, in denen sich eine immanent operierende, auf formale Aspekte fokussierte Lekt\u00fcrepraxis und eine historisch-kontextualisierende Herangehensweise so antagonistisch gegen\u00fcberstehen wie etwa im Fall von New Criticism und New Historicism. Gleichwohl bleibt der Stellenwert von Formfragen ein gewichtiges, vielleicht entscheidendes Moment der Debatten. Von Belang ist die aktuelle Diskussion in den USA zum einen, weil die neuen formalistischen Ans\u00e4tze eben nicht mehr nur unter Ausschlie\u00dfung historischer oder kulturwissenschaftlicher Problemstellungen verfahren; zum anderen, weil dort eine (wissenschafts\u2011)politische Dimension dieser Fragen ins Licht r\u00fcckt. In den folgenden Beitr\u00e4gen, die im Anschluss an den ZfL-Workshop <a style=\"color: #e63348;\" href=\"http:\/\/www.zfl-berlin.org\/veranstaltungen-detail\/items\/die-neuen-formalismen-form-geschichte-gesellschaft.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbDie \u203aneuen Formalismen\u2039 \u2013 Form, Geschichte, Gesellschaft\u00ab<\/a> entstanden sind, diskutieren Eva Axer, Werner Michler und Marjorie Levinson die Konjunktur des Formbegriffs und der \u203aneuen Formalismen\u2039.<\/em><\/span><!--more--><\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">Eva Axer: Formsache? Wie eine neue formalistische Literaturtheorie \u00fcber ihren Gegenstand debattiert<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die gegenw\u00e4rtige Konjunktur des Formbegriffs in den Geistes- und Kulturwissenschaften hat verschiedene Gr\u00fcnde. Form ist zwar ein seit Langem etablierter, zugleich aber erstaunlich unbestimmter Begriff. Es k\u00f6nnen daher zwei divergierende Versprechen an ihn gekn\u00fcpft werden: einerseits das Versprechen, \u00fcber die Form genuin literaturwissenschaftliche Gegenst\u00e4nde zu identifizieren, womit auch korrespondierende Methoden verst\u00e4rkt ins Zentrum der Praxis r\u00fccken; andererseits die Aussicht, \u00fcber einen weiten Formbegriff die Kompetenzen der Literaturtheorie wenn nicht auszuweiten, so doch in Beziehung zu den Modellen, Problemen und Verfahren anderer Disziplinen zu setzen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Beide Versprechen k\u00f6nnen als gegenl\u00e4ufige Reaktionen der Literaturwissenschaft auf einen gestiegenen Legitimationsdruck in einer ver\u00e4nderten Wissenschaftslandschaft interpretiert werden. Vor diesem Hintergrund geben gerade auch Neuerungen im eigenen Methodenrepertoire Ansto\u00df zu einer intensiveren Reflexion der disziplin\u00e4ren Grundlagen. Die Frage, inwiefern Literatur sich von anderen sprachlichen Ausdrucksformen unterscheidet und ob sie gar einen besonderen ontologischen Status hat, steht wohl auch darum (nicht nur in den USA) wieder auf der Tagesordnung, weil die Digital Humanities Literatur als Untersuchungsgegenstand noch einmal ganz anders konstituieren. Die damit verbundenen Chancen auf eine Neugestaltung oder Erweiterung literaturwissenschaftlicher Methoden werden zum Teil argw\u00f6hnisch betrachtet, da den Digital Humanities immer wieder Theoriefeindlichkeit unterstellt wird.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Nicht zuletzt f\u00fcrchtet man einen neuen Positivismus und eine damit m\u00f6glicherweise verbundene Ann\u00e4herung der Geisteswissenschaften an das nomothetische Wissenschaftsideal der Naturwissenschaften.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die sogenannten \u203aneuen Formalismen\u2039 in den USA reagieren nun in unterschiedlicher Weise auf den Bedeutungsverlust gro\u00dfer Literaturtheorien, der sogenannten <em>high theory<\/em>, insbesondere der Dekonstruktion. Wie Marjorie Levinson bereits 2007 feststellte, lassen sich die im Einzelnen durchaus ungleichartigen \u203aneuen Formalismen\u2039 in zwei Lager aufteilen, die das Verh\u00e4ltnis von Form und Geschichte bzw. Form und Gesellschaft je anders begreifen. Dabei spielen zum einen die Demarkationen, die der New Criticism und der New Historicism in den USA etabliert haben, eine Rolle. Zum anderen hat die Debatte eine politische Dimension, denn es stehen sich Varianten eines konservativen \u203abacklash formalism\u2039 und eines progressiven \u203aactivist formalism\u2039 gegen\u00fcber. W\u00e4hrend es beiden Str\u00f6mungen um eine Wiedergewinnung von \u203aForm\u2039 als Leitkategorie der Literaturwissenschaft geht, sucht das eine Lager formale Analysen gegen eine historische Perspektive auszuspielen, wohingegen das andere nach einer Vermittlung von Form und Geschichte, von Text und Kontext strebt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">In den letzten Jahren hat insbesondere Caroline Levines Buch <em>Forms. Whole, Rhythm, Hierarchy, Network<\/em> (2015) Aufmerksamkeit erregt. Levine versucht die widerstreitenden Positionen, die New Criticism und New Historicism hinterlassen haben, zu transzendieren, indem sie Formen zugleich als transhistorisch und als historisch situiert denkt. Formen \u203awanderten\u2039 nicht nur zwischen Kulturen, sondern auch zwischen unterschiedlichen Sph\u00e4ren, zumal zwischen der \u00e4sthetischen und der sozialen Sph\u00e4re. Daraus folge auch, dass \u00e4sthetische Formen nicht einfach \u00fcber gesellschaftliche Bedingungen und historische Kontexte erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. Auf diese Weise werden indes nicht nur einseitige historische (und auch reduktive materialistische) Erkl\u00e4rungen von Form suspendiert. Vielmehr erlaubt Levines Setzung, die den Literaturwissenschaften eigenen Kompetenzen vermittels eines weiten Formbegriffs \u203akulturtauglich\u2039 zu machen, d.h. auf soziale Formen auszuweiten. Levines Untersuchung beruht auf der Annahme, dass, wer einen lyrischen Rhythmus analysieren kann, auch Beobachtungen zur Rhythmisierung sozialer Zeit durch gesellschaftliche Ordnungen anzustellen vermag. Damit will Levine neue Denkm\u00f6glichkeiten und in letzter Instanz auch M\u00f6glichkeiten politischen Handelns er\u00f6ffnen, die nicht blo\u00df disruptive Wirkung zeitigen. Nicht nur die Abschaffung oder Zerschlagung von Formen, die soziale Ungerechtigkeit verursachen, soll denkbar werden, sondern auch deren Umgestaltung durch ein ver\u00e4ndertes Arrangement der jetzigen Formenpluralit\u00e4t, die unser gesellschaftliches Leben bestimmt.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch wie l\u00e4sst sich die Untersuchung eines Gedichts legimitieren, wenn es dr\u00e4ngendere soziale und politische Probleme gibt, denen sich eine derart erm\u00e4chtigte Literaturwissenschaft zuwenden k\u00f6nnte? Levine tr\u00e4gt so zu einer Politisierung der Debatte bei, die letztlich auch eine Beurteilung von Forschungsprojekten und -ergebnissen anhand fachfremder Kriterien zur Folge hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Im Rahmen des ZfL-Workshops <a href=\"http:\/\/www.zfl-berlin.org\/veranstaltungen-detail\/items\/die-neuen-formalismen-form-geschichte-gesellschaft.html\">\u00bbDie \u203aneuen Formalismen\u2039 \u2013 Form, Geschichte, Gesellschaft\u00ab<\/a> fand eine Diskussion mit G\u00e4sten aus dem In- und Ausland statt, die von einem <em>close reading<\/em> einschl\u00e4giger literaturtheoretischer Positionen ausging. Ausgehend vom Kapitel \u00bbLyric. The Idea of this Invention\u00ab aus Marjorie Levinsons neuem Buch <a href=\"https:\/\/global.oup.com\/academic\/product\/thinking-through-poetry-9780198810315?cc=de&amp;lang=en&amp;\"><em>Thinking Through Poetry: Field Reports on Romantic Lyric<\/em><\/a> wurde mitunter hei\u00df diskutiert, was die Bezugnahme auf andere Disziplinen (wie beispielsweise die Systembiologie und ihre Konzepte der Selbstorganisation) f\u00fcr die Literaturwissenschaft bedeutet. Handelt es sich um die Bankrotterkl\u00e4rung einer Wissenschaft, die ihre eigenen Methoden aufgibt und sich durch die Ann\u00e4herung an die \u203aharten\u2039 Naturwissenschaften einen Prestigegewinn erhofft? Oder lassen sich \u00fcber solche Anleihen neue Denkmodelle entwickeln, die eine Exploration auch genuin literaturwissenschaftlicher Probleme unterst\u00fctzen k\u00f6nnen? In historischer Perspektive kann gezeigt werden, warum es (immer wieder) Affinit\u00e4ten der Literaturwissenschaft zu bestimmten anderen Disziplinen, etwa der Biologie, gibt.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Aber im konkreten Einzelfall einer mehr oder weniger intensiven Bezugnahme auf Modelle anderer Disziplinen k\u00f6nnen letztendlich nur die argumentative Stringenz und die Evidenzeffekte des Textes beurteilt werden. Im Verlauf der Diskussion wurde deutlich, dass die solchen Denkexperimenten zugrunde liegenden methodischen Entscheidungen nicht unabh\u00e4ngig von ihren wissenschaftspolitischen Kontexten diskutiert werden k\u00f6nnen. Dies kam besonders klar zum Vorschein, da hier akademische Kulturen unterschiedlicher L\u00e4nder und Fachbereiche aufeinandertrafen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die ersten Anzeichen einer erneuten \u00f6ffentlichen Debatte \u00fcber Gegenstand und Methodenwahl der Literaturwissenschaft zeigen sich auch in Deutschland. Melanie M\u00f6ller fordert in der <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/hoch-schule\/renaissance-der-philologie-lassen-wir-die-sache-15612423.html\">Frankfurter Allgemeinen Zeitung<\/a> eine \u203aRephilologisierung\u2039<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>, um das philologische \u203aKerngesch\u00e4ft\u2039, die Arbeit am Einzeltext, zu retten, das durch die vielf\u00e4ltigen methodischen (und politisch interessierten oder gar politisch motivierten) Zugangsweisen der Kulturwissenschaften geschw\u00e4cht erscheine. Dieser Lekt\u00fcrepraxis stellt M\u00f6ller einen weiten Begriff von\u00a0<em>distant reading <\/em>entgegen, der die von den Philologien pr\u00e4supponierten formalen bzw. \u00e4sthetischen Spezifika von Literatur zugunsten thematischer Lesarten ausblende. Solche Absehung von der Form literarischer Texte sieht M\u00f6ller auch in den \u201eprek\u00e4re[n] Verh\u00e4ltnisse[n]\u201c begr\u00fcndet, die die Literaturwissenschaft (im Gegensatz zur Philologie) mit anderen Disziplinen wie der Geschichtswissenschaft, Soziologie oder Philosophie eingehe. Claudia D\u00fcrr, Andrea Geier und Berit Glanz unterstreichen in ihrer <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/hoch-schule\/geist-und-mehr\/literaturwissenschaftler-lesen-ungenau-krisengerede-15725723.html?printPagedArticle=true#void\">Antwort<\/a> auf M\u00f6ller nicht nur die Errungenschaften (und auch das politische Provokationspotential) kulturwissenschaftlicher Ans\u00e4tze, sondern verweisen zudem auf die ver\u00e4nderten Rahmenbedingungen wissenschaftlichen Arbeitens, etwa in gro\u00dfen, interdisziplin\u00e4ren Verbundprojekten. In dieser Hinsicht l\u00e4sst sich ihre Aussage, dass alle Methodenfragen politisch seien, doppelt auslegen: einerseits als (implizite oder explizite) politische Selbstpositionierung einzelner Wissenschaftler\/innen, andererseits als Hinweis auf wissenschaftspolitische Bedingungen, die nicht nur das individuelle Forschungsdesign beeinflussen. Mit Blick auf die Diskussion in den USA k\u00f6nnte man sagen, dass eine Politisierung der literaturwissenschaftlichen Methodendiskussion im Sinne einer starken Polarisierung in Deutschland nicht zu w\u00fcnschen ist. Eine Reflexion dar\u00fcber, wie hochschulpolitische Rahmenentscheidungen das literatur- und kulturwissenschaftliche Arbeiten beeinflussen, hingegen schon. Diese sind n\u00e4mlich alles andere als blo\u00dfe Formsache.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">Werner Michler: Form und\/oder Gattung<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Der Formbegriff hat gegenw\u00e4rtig eine erstaunliche Konjunktur. Es gibt keinen Grund, sie ihm zu missg\u00f6nnen; vor allem dann nicht, wenn er nicht als polemische Alternative zum zuletzt dominanten Paradigma Kultur\/Wissen aufgebaut wird. \u203aForm\u2039 ist so abstrakt und so breit, dass darin vieles Platz hat: die Kunst, das Kunstwerk, der Text, das Leben, die Dinge. Eben das k\u00f6nnte aber auch f\u00fcr ein gewisses Unbehagen sorgen. Man kann mit dem Formbegriff definitorisch immer neu beginnen und muss doch auf seine noble Vergangenheit, seine philosophische Dignit\u00e4t seit der Antike und seine dezent metaphysische Note nicht verzichten, auch wenn man ganz andere Semantiken aktualisiert, die technischen etwa oder die der \u203aLebensform\u2039.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Es ist hier nicht der Ort f\u00fcr eine Untersuchung der Begriffsensembles und Vergemeinschaftungen, in denen \u203aForm\u2039 historisch aufgetreten ist und auftritt; auch nicht f\u00fcr eine \u203abilaterale\u2039 Untersuchung der Beziehungen zwischen \u203aForm\u2039 und ihren Antonymen. Begriffsgeschichten sind ja Beziehungsgeschichten: In Brechts <em>Fl\u00fcchtlingsgespr\u00e4chen<\/em> wird vom Zusammenleben der Begriffe berichtet, dass sie \u00bbsozusagen paarweise\u00ab auftreten, und davon, \u00bbwie sie einander beschimpfen und mit dem Messer bek\u00e4mpfen und sich dann zusammen zum Abendessen setzen, als sei nichts gewesen\u00ab.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> \u00bbForm\u00ab, hei\u00dft es demgem\u00e4\u00df auch in den <em>\u00c4sthetischen Grundbegriffen<\/em>, steht zwischen Geist und Leib, Idee und Materie, sie \u00bbsteht in einer unaufhebbaren Relation zu \u203aMaterie\u2039, \u203aMaterial\u2039, \u203aStoff\u2039, d.h. zu einem Nicht-Geformten (bzw. Formlosen)\u00ab \u2013 kann man bei so vielen Gegen\u00fcbern nicht folgern, Form sei ein polemischer Begriff? \u2013 \u00bbund andererseits zu \u203aZweck\u2039, \u203aInhalt\u2039, \u203aBedeutung\u2039, \u203aIdee\u2039, d.h. zu einem Geistigen, das die Formung verursacht, durch sie zur Existenz gebracht und durch die gestaltete (materialisierte) Form repr\u00e4sentiert wird.\u00ab<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> \u203aForm\u2039 ist eben ein \u203a\u00e4sthetischer Grundbegriff\u2039, wie \u203aStil\u2039, \u203aSymbol\u2039 oder \u203aGenie\u2039.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u203aGattung\u2039 ist \u00fcbrigens offenbar keiner; jedenfalls nicht nach dem Verst\u00e4ndnis der <em>\u00c4sthetischen Grundbegriffe<\/em>.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> \u203aGattung\u2039 l\u00e4sst sich, einer aktuellen Arbeitsdefinition zufolge, als \u00bbrecurring type or category of text, as defined by structural, thematic and\/or functional criteria\u00ab<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> charakterisieren. F\u00fcr die alte rhetorische Poetik geh\u00f6rten <em>res<\/em>, <em>verba<\/em> und <em>aptum <\/em>zur Gattung und ihrem Gebrauch. \u203aStruktur\u2039 (Form) und \u203aThema\u2039 (Inhalt) sind zusammen mit \u203aFunktion\u2039 \u2013 worunter sich eine ganze Reihe von pragmatischen Bestimmungen subsumieren l\u00e4sst \u2013 Aspekte von Gattung, zur Gattung geh\u00f6ren also die \u203aForm\u2039 <em>und<\/em> ihre Antonyme.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Neuere Geschichten von \u203aForm\u2039 in den K\u00fcnsten werden meistens mit dem 18. Jahrhundert begonnen.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> Mit der \u203aForm\u2039 setzt dann auch umgekehrt die neuere \u00c4sthetik ein. \u203aForm\u2039 tritt damit zu einem Zeitpunkt auf den Plan, als mit dem neuen Paradigma \u00e4sthetischer Autonomie die Gattungspoetik in eine Krise ger\u00e4t \u2013 seither sind Gattungen heikel und problematisch, sie stehen metonymisch f\u00fcr selten n\u00e4her definierte gesellschaftliche Ordnungen und sind nur in Vermischung oder Subversion statthaft; sie sind etwas f\u00fcr die Unterhaltungsindustrie (\u203aGenres\u2039) oder f\u00fcr die Geschichtsphilosophie (mit ihrer abstrakten Rede vom \u203aRoman\u2039, zum Beispiel). Seit der Goethezeit gibt es einen verbreiteten Affekt gegen Gattungen in der Literatur, bei Autoren und in der Theorie, und zwar nicht nur gegen die \u203areinen\u2039 (als h\u00e4tte es jemals welche gegeben<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Der Gedanke liegt nahe, dass der Formbegriff in der Moderne nicht zuletzt auf Kosten des Gattungsbegriffs Karriere gemacht hat. Wenn es einmal bei Raymond Williams hei\u00dft: \u00bbIn the most substantial literary theory of the last two centuries, genre has in practice been <em>replaced<\/em> by form\u00ab,<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> dann muss man fragen, was damit verloren gegangen ist, oder anders: was aus dem Blick geraten ist, wenn die Rede von der Form die Rede von der Gattung ersetzt. Es k\u00f6nnte sich bei der Frage nach der Form also um eine historische Frage handeln, und hier wieder nicht prim\u00e4r um eine der Doxographie, sondern um eine der Strategien und des \u00e4sthetischen Regimes (Jacques Ranci\u00e8re). Die Gattungen sind, als Orte von Intertextualit\u00e4t, Orte der anderen im Eigenen; sie k\u00f6nnen nie blo\u00df individuell oder idiosynkratisch sein und stehen mit Kunstwerken, die auf Basis von Werkindividualit\u00e4t konzipiert sind, in einem problematischen Verh\u00e4ltnis. (Der \u203aStil\u2039, auch ein m\u00f6glicher Kandidat f\u00fcr die Nachfolge von \u203aGattung\u2039, war zu nahe an der Gattung, an der Rhetorik und am <em>aptum<\/em>, am Gebrauch und am Sozialen, an Distribution und Rezeption, als dass er nicht eine sehr gemischte Geschichte gehabt h\u00e4tte.)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Wenn auch alle textuellen und extratextuellen Dimensionen von Texten und Artefakten generisch werden k\u00f6nnen (Struktur, Thema, Medienformat, Publikum), so koppeln Gattungsbegriffe doch h\u00e4ufig eine \u203aformale\u2039 (strukturelle) mit einer \u203ainhaltlichen\u2039 (thematischen) Bestimmung. Wenn dem so ist, dann l\u00e4sst sich \u203aForm\u2039 als defizienter Modus von Gattung beschreiben. \u203aForm\u2039 erschiene an der Stelle von Gattung dann, wenn die thematischen, sozialen und infrastrukturellen Dimensionen von Literatur (Materialit\u00e4t, Institutionen) ausgeblendet werden, ein historisch \u203asp\u00e4tes\u2039 Abstraktionsprodukt, das zugleich mit einer neuen Theorie der K\u00fcnste \u00fcber sich selbst auftritt. Damit ist aber die Frage nach dem Verh\u00e4ltnis Form\/Gattung keine blo\u00df terminologische oder blo\u00df systematische. (Wenn man sich mit Gattungen befasst, wird man h\u00e4ufig nach dem \u203akorrekten\u2039 Gebrauch von [Gro\u00df-]Gattung\/Genre\/Modus gefragt, als handelte es sich um eine blo\u00df technische Frage.) Es ist kein Wunder, dass eine der interessantesten Formulierungen der Moderne zur Form \u2013 Georg Luk\u00e1cs\u2019 Diktum, \u00bbdie Form\u00ab sei \u00bb[d]as wirklich Soziale [\u2026] in der Literatur\u00ab<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> \u2013 im Rahmen einer sowohl gattungstheoretischen wie dramenhistorischen Abhandlung f\u00e4llt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Ein latenter Idealismus (philosophisch) und ein gewisser Aristokratismus (\u00e4sthetisch) durchwehen nicht von ungef\u00e4hr viele Arbeiten, die den Formbegriff ins Zentrum r\u00fccken.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> Zur Neutralisierung des idealistischen Erbes scheint mir eine Strategie der Inflationierung, wie Caroline Levine sie in ihrem vielbeachteten Buch <em>Forms<\/em> unternimmt, nicht unplausibel.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Eine kritische Durcharbeitung des Begriffs und seiner Geschichte \u2013 und des je spezifischen Gebrauchs, der von ihm auch zeitgen\u00f6ssisch gemacht wird \u2013 wird allerdings dort nicht zu ersetzen sein, wo man es mit Artefakten und Kulturen zu tun hat, die selbst auf dem Komplex \u203aForm\u2039 beruhen und sein Abstraktionspotential, sofern es einem historischen Abstraktionsprozess entstammt, spezifisch einsetzen. Eine aktuelle Auseinandersetzung mit dem Formbegriff kann nicht anders als mit seiner kritischen Genealogie beginnen; erst dann wird \u203aForm\u2039 zu einem trennscharfen und konstruktiven Werkzeug und auch die Geschichte der \u203aFormen von Form\u2039 wird auf neue Weise interessant, wenn sie als agonale Geschichte der Investitionen in den Begriff gelesen wird. \u203aGattung\u2039 hingegen, gerade auch in der sich gegenw\u00e4rtig abzeichnenden produktions\u00e4sthetischen Perspektive, wird daran erinnern, dass Kunst Praxis ist, jedoch nicht \u00bbunter selbstgew\u00e4hlten, sondern unter unmittelbar vorhandenen, gegebenen und \u00fcberlieferten Umst\u00e4nden\u00ab.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">Marjorie Levinson: Thinking about Form \u2013 Forms of Thinking<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">In the US, discussions of form are overwhelmingly polarized. The debate turns on oppositions between formalism and historicism, art and cultural practice, genre study and historical poetics, and criticism and theory. The terms of the debate are themselves politicized into crude binaries (i.e., progressive vs. reactionary), thereby adding to the divisiveness of the discourse on form.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Caroline Levine\u2019s book <em>Forms.<\/em> <em>Whole, Rhythm, Hierarchy, Network<\/em> (2015) claims to transcend these binaries by observing that all social, economic, and political practice and institutions are, like artworks, organized forms, or structures of enabling and sometimes disabling constraint with changing ratios between those effects. Instead of working through both the real and the conceptual polarities in the ways first developed by the Frankfurt School and carried on continuously in the US academy from Jameson\u2019s <em>Marxism and Form<\/em> (1971) through the New Historicism, New Materialisms, etc., she reduces them to a unitary construct that is so abstract and all-inclusive as to have no analytic value for the study of artworks <em>qua<\/em> artworks or in their relation to history and politics. Nor do I see the value for students of sociology, history, economics, and politics, whose disciplines have their own highly developed models and metaphors for grasping the formal dynamics of their objects of inquiry and of their own analytic procedures. Moreover, in declaring her exercise as in the service of progressive politics, Levine amplifies the very rhetoric that she deplores, i.e., the language of \u203afor\u2039 and \u203aagainst.\u2039<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">At the ZfL conference \u00bbThe \u203aNew Formalisms\u2039 \u2013 Form, History, Society\u00ab, by contrast, the talk about form had a conceptually serious, reflective and above all, a <em>syncretic<\/em> cast, which I trace to the traditions of thought that several European colleagues brought to bear on the topic. The defining traditions included philosophy (Aristotle, Lucretius, Spinoza), critical theory (Marxist, Frankfurt School, psychoanalytic, post-structuralist), the natural and physical sciences (18<sup>th<\/sup> century through contemporary), and both Kant and Goethe, whom many of us read as concentrating within their <em>oeuvres<\/em> strains or anticipations of the traditions I just listed. I also read that cluster of traditions as singularly preoccupied with questions about part-whole relationships at micro- and macro-levels and with respect to both concrete and abstract entities (roughly, things and ideas).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">The ideal for syncretic thinking is, I believe, the development of distinctions without divisions, or, where divisions emerge and subside, prompted by the stage of the thinking balanced against the abiding goal of many-sidedness in thought (right: this is undiluted Hegel). I saw this over and over again in my two days at ZfL and in surprisingly concrete ways. I refer in particular to our discussion on \u203astructure\u2039, which, at first, I took to be a strictly terminological (and therefore sterile) distinction between structure and form, and again, between genre and form. In the course of the debate, I realized that rather than forcing us into airtight taxonomic categories, discussion about our working concepts and their lineages brought out affinities and overlaps between seemingly exclusionary constructs. Instead of producing a melt-down effect, this way of proceeding generated a dynamic field of conceptual relations that operated like a Kuhnian paradigm\u2014a shared sense of the whole\u2014that enabled exploration rather than inhibiting it. I was especially intrigued by the question whether there would be a good antithesis to \u203astructure\u2039, comparable to form\u2019s many contraries (such as \u203acontent,\u2039 \u203amatter,\u2039 or \u203aformlessness\u2039). We had a hard time with this (would it be \u203aflow,\u2039 \u203aevent,\u2039 \u203ahistory,\u2039 \u203achaos,\u2039 \u203aentropy\u2039\u00a0\u2026?). Putting a familiar term into a new set of family resemblances and differences, helps to estrange us from our default understanding of what form is.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">The main reason I\u2019d never considered structure as my working term is its associations to structuralism, which, with its foregrounding of the binary distinction as the model of relationality and as the motor of meaning, seemed antithetical to my interest in a dynamic, distributed systems theory approach to formal definition. Another reason for rejecting \u203astructure\u2039 is its connotation as static. (Note: Derrida\u2019s revision of [binary] difference into generative <em>diff\u00e9rance<\/em> does enter into my thinking.) My models\u2014chiefly, Spinoza and the postclassical sciences\u2014insist on shifting fields of relations as generating meaning and\/or as giving rise, periodically, to formally determinate entities and meanings. Also, all of them work hard to integrate history (operating at many different levels) into formal process, whereas on my reading of Saussure, history seems to stand on the sidelines, watching the play of binaries enact its own independent logic.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">That said, one participant\u2019s linking of structure to D\u2019Arcy Thompson\u2019s emphasis in <em>On Growth and Form<\/em> (1905\/1917)<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> on the physics of mechanical force determining formal development at key moments in the organism\u2019s ontogeny, and creating cross-species homologies and analogies, plus her linking of that line of thought to Thomas Khurana\u2019s essay on <em>Force and Form<\/em><a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a>, reminded me of what goes missing in accounts that strongly privilege relational dynamics over structural determinants. I decided to re-read Webster and Goodwin\u2019s discussion of \u00bbmeristic series\u00ab (also treated by D\u2019Arcy Thompson)<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> for help in conceptualizing different kinds of constraint within formational processes, and, because they return to Cassirer to think about the form of the series, I\u2019ll also start in on my reading of him.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Other participants put pressure on my choice of the term form over genre<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a>, and shared with us the usage history of these terms in the 18<sup>th<\/sup> and 19<sup>th<\/sup> century, with \u203aform\u2039 squeezing out \u203agenre\u2039 as literature sought to naturalize itself (viz., by making poetic form analogous to biological form) and, in that way, to obscure the contractual (i.e., public, institutional, historical, political) nature of literary production and reception.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Given that my forthcoming book <em>Thinking Through Poetry<\/em> makes strong claims for lyric as a self-organizing system, we discussed the question whether I am using the model of emergence, self-assembly, and so forth to make an ontic claim, putting poems and whirlpools, organisms, social network effects, etc. all on the same plane? I backed off from that strong claim, though some participants observed that through my adoption of Spinoza\u2019s metaphysics elsewhere in the book, I could indeed place poems and whirlpools on a single (Deleuzian) \u00bbplane of immanence.\u00ab In other words, this remark opened up a plausible way to work analogy, metaphor, and model harder. Overall, the discussion raised important questions about models, metaphors, and analogies. Are they the same? Are they differentiated by their local usages? Are some limited to heuristic and\/or explanatory purposes while others can function as exploratory devices? Can a source model at some point \u203abecome\u2039 its target?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">I hope to organize a conference at my home institution, the University of Michigan, to continue the discussion, bringing over ZfL members and pairing them with colleagues from our faculties in German, History, Comparative Literature, Romance Languages, and Philosophy, as well as with scholars from other U.S. universities. My own project going forward entails learning from contemporary philosophy\u2019s sub-fields of ontology and metaphysics, and seeing if their ways of posing questions and fashioning answers help us in literature studies to talk in more precise and flexible ways about the singularity of the aesthetic objects that form our study-texts. It was one portion of the ZfL discussion that sent me down this path: namely, our probing of Robert Lehman\u2019s essay<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> with its salutary reminder of the Kantian emphasis on the singularity of aesthetic judgments (e.g., \u203athis tulip is beautiful\u2039) as distinct from the generality of determinative, predicative, \u203aobjective\u2039 judgments (e.g., \u203atulips are beautiful flowers\u2039).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Siehe z.B. Tom Eyers: <a href=\"http:\/\/muse.jhu.edu\/article\/537059\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbThe Perils of the \u203aDigital Humanities\u2039: New Positivisms and the Fate of Literary Theory\u00ab<\/a>, in: <em>Postmodern Culture. Journal of Interdisciplinary Thoughts on Contemporary Culture<\/em> 23.2 (2013).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Siehe dazu auch Angus Nicholls\u2019 Besprechung von Rens Bods <em>New History of the Humanities: The Search for Principles and Patterns from Antiquity to the Present<\/em> auf dem <a href=\"http:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2018\/03\/16\/angus-nicholls-what-is-progress-in-the-humanities-as-seen-from-the-perspective-of-literary-studies\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ZfL Blog<\/a>.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Caroline Levine: \u00bbThree unresolved Debates\u00ab, in: <em>PMLA<\/em> 132.5 (2017), S. 1239\u20131243, hier S. 1239f.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Siehe Werner Michler: <em>Kulturen der Gattung. Poetik im Kontext, 1750\u20131950<\/em>, G\u00f6ttingen 2015.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. dazu auch die Gespr\u00e4che mit Hans Ulrich Gumbrecht und J\u00fcrgen Paul Schwindt im Herbst-Heft von <a href=\"https:\/\/eisodos.org\/aktuelle-ausgabe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eisodos. Zeitschrift f\u00fcr Literatur und Theorie<\/a> (2018).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Bertolt Brecht: <em>Werke. Gro\u00dfe kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe<\/em>, hg. v. Werner Hecht u.a., Berlin\/Frankfurt a.M. 1988\u20132000, Bd. 18, S. 263.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Klaus St\u00e4dtke: \u00bbForm\u00ab, in: <em>\u00c4sthetische Grundbegriffe. Historisches W\u00f6rterbuch in sieben B\u00e4nden<\/em>, hg. v. Karlheinz Barck u.a., Bd. 2, Stuttgart u.a. 2001, S. 462\u2013494, hier S. 463f.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Es gibt in dem siebenb\u00e4ndigen Standardwerk kein eigenes Lemma zur Gattung; sie wird hier einerseits vertreten durch \u00bbForm\u00ab und andererseits durch ein Lemma zur alten Gattungstrias, interessanterweise aber nicht z.B. als Lyrik \u2013 Epik \u2013 Dramatik, sondern im Adjektiv, als \u00bbLyrisch \u2013 episch \u2013 dramatisch\u00ab, wie bei Emil Staiger (<em>Grundbegriffe der Poetik<\/em>, 1946), also mit Klaus W. Hempfer (<em>Gattungstheorie<\/em>, 1973) gesprochen: nicht als Gattung, sondern als Modus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> David Duff: \u00bbKey Concepts\u00ab, in: ders.: <em>Modern Genre Theory<\/em>, Harlow u.a. 2000, S. x\u2013xvi, hier S. xiii. Zu \u00e4hnlichen Definitionen vgl. Anders Petterson: \u00bbConclusion: A Pragmatic Perspective on Genres and Theories of Genres\u00ab, in: Gunilla Lindberg-Wada (Hg.): <em>Literary Genres. <\/em><em>An Intercultural Approach<\/em>, Berlin\/New York 2006, S. 279\u2013305.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vgl. etwa Dieter Burdorf: <em>Poetik der Form. Eine Begriffs- und Problemgeschichte<\/em>, Stuttgart\/Weimar 2001.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Zur bunten und immer schon hybriden Gattungslandschaft z.B. in der Renaissance vgl. Rosalie L. Colie: <em>The Resources of Kind. <\/em><em>Genre Theory in the Renaissance<\/em>, hg. v. Barbara K. Lewalski, Berkeley 1973.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Raymond Williams: <em>Marxism and Literature<\/em>, Oxford\/New York 1977, S. 186 (Hvh. W.M.).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Georg Luk\u00e1cs: <em>Entwicklungsgeschichte des modernen Dramas<\/em> [1909], hg. v. Frank Benseler, Darmstadt\/Neuwied 1981, S. 10.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Vgl. dazu Pierre Bourdieu: <em>Die Regeln der Kunst. Genese und Struktur des literarischen Feldes, <\/em>\u00fcbers. v. B. Schwibs u. A. Russer, Frankfurt\/M. 1999 (vgl. insb. \u00bbDie historische Genese der reinen \u00c4sthetik\u00ab, S. 449\u2013489).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Caroline Levine: <em>Forms. Whole, Rhythm, Hierarchy, Network<\/em>, Princeton\/Oxford 2015. Form ist hier schlicht \u00bban arrangement of elements \u2013 an ordering, patterning or shaping\u00ab, \u00bball shapes and configurations, all ordering principles, all patterns of repetition and difference\u00ab (S. 3). Vgl. auch Verf.: \u00bbForm und Formung \u2013 Theorie und Praxis zwischen Kunst und Gesellschaft\u00ab, Rezension zu Caroline Levine: Forms. Whole, Rhythm, Hierarchy, Network, Princeton\/Oxford 2015, in: <a href=\"http:\/\/www.jltonline.de\/index.php\/reviews\/article\/view\/965\/2251\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>JLT online<\/em><\/a> 2018, (13.07.2018).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> D\u2019Arcy Wentworth Thompson: <em>On Growth and Form <\/em>(1917), ed. by John Tyler Bonner, Cambridge 1992.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Thomas Khurana: \u00bbForce and Form. An Essay on the Dialectics of the Living\u00ab, in: <em>Constellations <\/em>18.1 (2011), pp. 21\u201334.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> See Gerry Webster\/Brian Goodwin: <em>Form and Transformation: Generative and Relational Principles in Biology<\/em>, Cambridge 1996.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Werner Michler: <em>Kulturen der Gattung<\/em>, G\u00f6ttingen 2015, and his contribution to this blogpost.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Robert S. Lehman: \u00bbFormalism, Mere Form, and Judgment\u00ab, in: <em>New Literary History<\/em> 48.2 (2017), pp. 245-263.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\"><em><span class=\"text\">Die Germanistin <a style=\"color: #e63348;\" href=\"http:\/\/www.zfl-berlin.org\/person\/axer.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Eva Axer<\/a>\u00a0<\/span><span class=\"text\"> leitet seit 2017 am ZfL das Forschungsprojekt\u00a0<a style=\"color: #e63348;\" href=\"http:\/\/www.zfl-berlin.org\/projekt\/formen-und-funktionen-von-weltverhaeltnissen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Formen und Funktionen von Weltverh\u00e4ltnissen<\/a>,\u00a0<\/span><\/em><em><a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/www.uni-salzburg.at\/index.php?id=23040\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Werner Michler<\/a> ist Universit\u00e4tsprofessor f\u00fcr Neuere Deutsche Literatur an der Universit\u00e4t Salzburg, <a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/lsa.umich.edu\/english\/people\/faculty\/cecily.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Marjorie Levinson<\/a> F.L. Huetwell Professor of English an der University of Michigan.<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><span style=\"font-weight: 400;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Eva Axer, Werner Michler, Marjorie Levinson: Die \u203aNeuen Formalisten\u2039 \u2013 Form, Geschichte, Gesellschaft. Drei Beitr\u00e4ge, in: ZfL BLOG, 21.1.2019, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2019\/01\/21\/eva-axer-werner-michler-marjorie-levinson-die-neuen-formalismen-form-geschichte-gesellschaft-drei-beitraege\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2019\/01\/21\/eva-axer-werner-michler-marjorie-levinson-die-neuen-formalismen-form-geschichte-gesellschaft-drei-beitraege\/<\/a><\/span><span style=\"font-weight: 400;\">].<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20190121-01\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20190121-01<\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"CreativeWork\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20190121-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2019\/01\/21\/eva-axer-werner-michler-marjorie-levinson-die-neuen-formalismen-form-geschichte-gesellschaft-drei-beitraege\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"DIE \u203aNEUEN FORMALISMEN\u2039 \u2013 FORM, GESCHICHTE, GESELLSCHAFT. 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Hier wie dort steht (nochmalig) zur Diskussion, wie Literatur als wissenschaftlicher Gegenstand konstituiert werden solle, was <a class=\"read-more-link\" href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2019\/01\/21\/eva-axer-werner-michler-marjorie-levinson-die-neuen-formalismen-form-geschichte-gesellschaft-drei-beitraege\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,175],"tags":[268,131,269,270,267,42,266],"class_list":["post-1012","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-einblick","category-jahresthema-formen-des-ganzen","tag-caroline-levine","tag-form","tag-formalismus","tag-gattungstheorie","tag-literaturtheorie","tag-literaturwissenschaft","tag-new-formalism"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1012","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1012"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1012\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3639,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1012\/revisions\/3639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1012"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1012"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1012"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}