{"id":1069,"date":"2019-05-07T10:22:29","date_gmt":"2019-05-07T08:22:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=1069"},"modified":"2025-03-03T13:21:11","modified_gmt":"2025-03-03T11:21:11","slug":"hannes-bajohr-blumenbergs-moeglichkeitsgeschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2019\/05\/07\/hannes-bajohr-blumenbergs-moeglichkeitsgeschichten\/","title":{"rendered":"Hannes Bajohr: BLUMENBERGS M\u00d6GLICHKEITSGESCHICHTEN"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Als Hans Blumenberg 1974 den Kuno-Fischer-Preis f\u00fcr Philosophiegeschichte erh\u00e4lt, f\u00e4llt in seiner Dankesrede der Satz: \u00bbIch habe den Vorwurf des \u203aHistorismus\u2039 immer als ehrenvoll empfunden.\u00ab<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Aus dem Mund eines Philosophen muss diese Aussage verwundern, denn polemisch verwendet meint \u203aHistorismus\u2039 schlie\u00dflich das glatte Gegenteil von Philosophie: reines positivistisches Faktensammeln ohne alle Wertung. Die Genese der Ph\u00e4nomene kl\u00e4ren zu wollen, ohne ihre Geltung bestimmen zu k\u00f6nnen \u2013 so lie\u00dfe sich der \u00bbVorwurf\u00ab zusammenfassen \u2013, endet in einem aussagefreien Relativismus. Als philosophische Haltung l\u00f6st der Historismus Philosophie in Geschichte auf. Dass er dennoch \u00bbehrenvoll\u00ab sein kann, l\u00e4sst sich f\u00fcr Blumenberg aber durchaus <em>philosophisch<\/em> begr\u00fcnden. Verstanden als Korrektur falscher Geschichtsverst\u00e4ndnisse n\u00e4mlich ist der Historismus f\u00fcr ein ganzes geschichtstheoretisches Programm nutzbar zu machen: Blumenberg nannte es einmal die \u00bbDestruktion der Historie\u00ab.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Welche Art der Historie destruiert werden soll, verdeutlicht Blumenberg an verschiedenen Stellen seines Werks, zentral aber in <em>Die Genesis der kopernikanischen Welt<\/em>. Dort polemisiert er gegen etwas, das er \u00bbtemporale Nostrozentrik\u00ab nennt, eine \u203aWir-Zentriertheit\u2039 in der Zeit.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Er meint damit die Neigung, die Geschichte allein vom Heute her zu betrachten und ihrem wie auch immer gewundenen Verlauf eine Notwendigkeit zu verleihen, die alle Abzweigungen, die sie auch h\u00e4tte nehmen k\u00f6nnen, willentlich ignoriert. Die Vergangenheit wird so zu einer Reihe von Durchgangsstadien auf dem Weg zur Gegenwart, die entweder ihr Ziel ist oder selbst wieder nur eine Zwischenstation hin zu einer als Telos gesetzten Zukunft. Was dabei auf der Strecke bleibt, ist sowohl der Sinn f\u00fcr die Komplexit\u00e4t von Geschichte als auch der Eigenwert des derart Durchschrittenen. Die Chiffre \u00bbHistorismus\u00ab dient Blumenberg also vor allem zur Korrektur allzu gradliniger und allzu gegenwartsbezogener Geschichtstheorien. Als Gegenstrategie fordert er, die Geschichte der Vergangenheit als <em>Geschichte von<\/em> <em>M\u00f6glichkeiten<\/em> zu schreiben, und pl\u00e4diert f\u00fcr einen <em>nichtlinearen Geschichtsverlauf<\/em>, der Spr\u00fcnge und Ungleichzeitigkeiten zul\u00e4sst. Beides schlie\u00dflich \u2013 und das ist erstaunlich f\u00fcr einen Philosophen, der nicht eben f\u00fcr normative Einlassungen bekannt ist \u2013 ist eng an ein <em>historistisches Ethos<\/em> gekn\u00fcpft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">In der <em>Genesis der kopernikanischen Welt<\/em> richtet sich Blumenbergs Kritik am nichthistoristischen Denken gegen die Annahme, Kopernikus\u2019 Entdeckung w\u00e4re zu jeder Zeit m\u00f6glich gewesen. Diese Sicht argumentiere n\u00e4mlich schon aus dem Bewusstsein der kopernikanischen Welt, f\u00fcr die das Band zwischen dem Jetzt und dem Vergangenen nur \u00fcber andere Stationen gespannt werden muss, um zum selben Ergebnis zu gelangen. Doch nicht nur Kopernikus\u2019 These selbst, sondern vor allem die Bereitschaft zu ihrer Rezeption sei \u00bbeingebaut und eingebettet in einen Zusammenhang von Pr\u00e4missen\u00ab (165). Dass die Erde sich um die Sonne drehe, habe schlie\u00dflich bereits Aristarch von Samos im vierten vorchristlichen Jahrhundert postuliert, der damit aber keine bleibende Wirkung erzielte, weil eine solche Kosmologie nicht mit dem antiken Weltbild vereinbar war (24). Zu untersuchen sei also weniger, welche Vorl\u00e4ufer das kopernikanische System hatte, sondern grunds\u00e4tzlicher die \u00bbBedingung der M\u00f6glichkeit, dass es \u00fcberhaupt eine Wirkungsgeschichte des Kopernikus gibt.\u00ab Statt um die Rekonstruktion <em>des<\/em> Kopernikus geht es Blumenbergs Analyse also um die \u00bbEr\u00f6ffnung der M\u00f6glichkeit <em>eines<\/em> Kopernikus\u00ab (158).<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Diese M\u00f6glichkeitsgeschichte setzt die Verwobenheit der philosophischen, theologischen und naturwissenschaftlichen Elemente eines Weltbildes voraus. Nicht allein die kopernikanische Theorie, vielmehr ihre <em>Welt<\/em> soll das Untersuchungsobjekt sein, und anstatt \u00bbgeschichtlich insulare Ph\u00e4nomene\u00ab in den Blick zu nehmen, m\u00fcsse man \u00bbdie Frage nach ihrem Rhizom\u00ab stellen (159). Das Wurzelnetzwerk ist, f\u00fcnf Jahre bevor Deleuze und Guattari mit diesem Begriff ein Emblem postmodernen Denkens schaffen, Blumenbergs Bild f\u00fcr jenen \u00bbZusammenhang von Pr\u00e4missen\u00ab einer historischen Epoche, die immer nur im Ganzen zu behandeln sind. Blumenbergs methodischer Anspruch ist, in diesem Netzwerk den je denkbaren \u00bbSpielraum\u00ab an M\u00f6glichkeiten auszumessen, die \u00bbVariationsbreite, innerhalb deren bestimmte theoretische Handlungen m\u00f6glich und andere ausgeschlossen sind\u00ab (158). Damit ist diese M\u00f6glichkeitsgeschichte eine Absage an blo\u00df kausal-progressivistische Geschichtsmodelle, die in den Stufen Vorgeschichte, Ph\u00e4nomen, Wirkungsgeschichte denken. Gegen die Neigung, jeden historischen Moment als Station auf dem Weg zum n\u00e4chsten anzusehen, mahnt Blumenberg an, das M\u00f6glichkeitspotential einer jeden Zeit selbst und f\u00fcr sich zu kartieren \u2013 so, wie auch der Historismus jede Epoche \u203af\u00fcr sich\u2039 betrachten will.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Ist die Rekonstruktion von historischen M\u00f6glichkeiten die eine Strategie zur \u00bbDestruktion der Historie\u00ab, liegt die andere in der Abkehr von einem strikt linearen Fluss der Zeit:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbDie Geschichte verl\u00e4uft nicht vor allem in diachronen Sequenzen dessen, was noch nicht ist, was ist und was nicht mehr ist, sondern in synchronen Parataxen und Hypotaxen.\u00ab<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Blumenberg gibt ein Beispiel einer solchen Ungleichzeitigkeit, indem er die kopernikanische Revolution in einem f\u00fcr sie wesentlichen Element als paradoxe Schleife beschreibt \u2013 als ein Ergebnis, das sich selbst zur Voraussetzung hat. Dazu bezieht er sich auf das erst von Newton formulierte Tr\u00e4gheitsprinzip, dem zufolge K\u00f6rper ihre gradlinige und gleichf\u00f6rmige Bewegung beibehalten, sofern keine Kraft auf sie ausge\u00fcbt wird. W\u00e4hrend das kopernikanische System gemeinhin als Voraussetzung f\u00fcr die Entdeckung der Tr\u00e4gheit betrachtet wird, besteht Blumenberg darauf, dass Kopernikus ohne eine ihr \u00e4quivalente Idee seine Theorie gar nicht h\u00e4tte formulieren k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Blumenberg rekonstruiert diese merkw\u00fcrdige Schleife detailliert: Kopernikus griff, um die kontinuierliche Erddrehung ohne die st\u00e4ndige Zufuhr von Energie beschreiben zu k\u00f6nnen, auf den scholastischen Begriff des <em>impetus <\/em>zur\u00fcck. Urspr\u00fcnglich war er gedacht, den Effekt der Sakramente in Abwesenheit einer direkten Einwirkung Gottes zu erkl\u00e4ren, implizierte also metaphorisch bereits die Erhaltung von Energie. Kopernikus zweckentfremdete die \u00bb\u00fcbertragene Kausalit\u00e4t\u00ab des <em>impetus<\/em> und wandte sie auf die Physik der Himmelsobjekte an. Diese \u00bbUmbesetzung mittelalterlicher Systemstellen\u00ab (182) hatte,<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> so Blumenberg, einerseits die \u00bbLockerung der Systemstruktur\u00ab der Scholastik zur Folge, die den Weg zum Bau der kopernikanischen Welt freigab; andererseits gelang Kopernikus damit die \u00bbEr\u00f6ffnung der theoretischen Freiheit\u00ab (158), die nicht nur seine Theorie, sondern auch die Newton\u2019sche Formalisierung erst erlaubte. An dieser Stelle ist bei Blumenberg die strikte Unterscheidung zwischen Vor- und Wirkungsgeschichte vollends destruiert und macht einer Temporalit\u00e4t Platz, die Latenzen zul\u00e4sst. Mit der Idee linearer Geschichtsverl\u00e4ufe und mit allzu unproblematischen, antihistoristischen Fortschrittsannahmen hat das nichts mehr zu tun.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Historist zu sein, das hei\u00dft f\u00fcr Blumenberg also, in komplexen Potentialit\u00e4ten zu denken und Eigenzeiten ernst zu nehmen. Damit geht er weit \u00fcber die blo\u00dfe Faktenakkumulation hinaus, die dem Historismus des 19. Jahrhunderts vorgeworfen wird \u2013 mehr noch, er widerspricht der narrativen Konstruktion einer einzigen Historie, stellt sich gegen die \u00bbVerdr\u00e4ngung <em>der<\/em> Geschichte durch <em>eine <\/em>Geschichte\u00ab.<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Dazu setzt er auf die Konstruktion von M\u00f6glichkeitsr\u00e4umen und auf einen Sinn f\u00fcr historische Ungleichzeitigkeiten. Das ist zun\u00e4chst eine historiographisch-methodische \u00dcberlegung, die verlangt, den Blick f\u00fcr jene Hintergrundtransformationen zu sch\u00e4rfen, mit denen sich das Verst\u00e4ndnis historischer Ph\u00e4nomene \u00e4ndert, und ihre Kontingenz in ihren Spielr\u00e4umen zu erkennen und ernst zu nehmen. Sie richtet sich gegen Geschichte als Erz\u00e4hlung \u00bbteils interessanter, teils wenigstens liebensw\u00fcrdiger, wenn auch kaum noch begreiflicher Irrt\u00fcmer\u00ab (272).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Doch Blumenbergs M\u00f6glichkeitsgeschichten gehen \u00fcber die Kritik an der Historie noch hinaus. In ihnen steckt auch ein ethischer Appell, der in seinem Werk eine echte Seltenheit ist. Die Abkehr von der Nostrozentrik und die Entselbstverst\u00e4ndlichung der Gegenwart n\u00e4mlich restituieren jeder Zeit-Raum-Position ihre W\u00fcrde, die ihr die \u00bbArroganz der Gleichzeitigen\u00ab (200) abgesprochen hat. Gegen diese Anma\u00dfung betont Blumenbergs Historismus, \u00bbda\u00df alle geschichtlichen Zeitpunkte nach dem je gegenw\u00e4rtigen hinsichtlich der radikalen M\u00f6glichkeiten des Menschen wieder \u00e4quivalent sind\u00ab (202). In der Rede zum Kuno-Fischer-Preis nennt er die Konsequenz seines Historismus mit einigem Pathos die \u00bbelementare Obligation, Menschliches nicht verloren zu geben.\u00ab So verstanden wird Historismus zu einem Ethos, das fordert, auch \u00bbden obskur Gewordenen Respekt zu erweisen\u00ab.<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Hans Blumenberg: \u00bbErnst Cassirers gedenkend bei Entgegennahme des Kuno-Fischer-Preises der Universit\u00e4t Heidelberg 1974\u00ab, in: ders.: <em>Wirklichkeiten in denen wir leben<\/em>, Stuttgart 1981, S. 163\u2013172, hier S. 170.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Hans Blumenberg: \u00bbPaul Val\u00e9rys m\u00f6glicher Leonardo da Vinci\u00ab, in: <em>Forschungen zu Paul Val\u00e9ry\/Recherches Val\u00e9ryennes<\/em> 25 (2012), S. 193\u2013227, hier S. 224.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Hans Blumenberg: <em>Die Genesis der kopernikanischen Welt<\/em>, Frankfurt a.\u00a0M. 1975, S. 201. Seitennachweise im Folgenden in Klammern im laufenden Text.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Meine Hervorhebung. \u2013 Karin Krauthausen hat gezeigt, wie Blumenberg dieses Modell transzendentaler Geschichtsspekulation aus Paul Val\u00e9rys Essays \u00fcber Leonardo da Vinci gewinnt und mit der ph\u00e4nomenologischen Methode der \u203afreien Variation\u2039 kurzschlie\u00dft, vgl. Karin Krauthausen: \u00bbHans Blumenbergs m\u00f6glicher Val\u00e9ry\u00ab, in: <em>Zeitschrift f\u00fcr Kulturphilosophie<\/em> 6, 1 (2012), S. 39\u201363.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Hans Blumenberg: \u00bbWirklichkeitsbegriff und Wirkungspotential des Mythos\u00ab, in: <em>\u00c4sthetische und metaphorologische Schriften<\/em>, Frankfurt a.\u00a0M. 2001, S. 327\u2013405, hier S. 345.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Blumenberg formuliert seine Theorie der \u00bbUmbesetzung\u00ab in <em>Die Legitimit\u00e4t der Neuzeit<\/em>, Frankfurt a.\u00a0M. 1988, S. 57\u201360.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Blumenberg: \u00bbErnst Cassirers gedenkend\u00ab, S. 171.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Ebd., S. 170.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><em><span style=\"color: #e63348;\">Der\u00a0<\/span><span class=\"text\"><span style=\"color: #e63348;\">Philosoph und Literaturwissenschaftler\u00a0<a style=\"color: #e63348;\" href=\"http:\/\/www.zfl-berlin.org\/person\/bajohr.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hannes Bajohr<\/a>\u00a0arbeitet am ZfL im Forschungsprojekt\u00a0<a style=\"color: #e63348;\" href=\"http:\/\/www.zfl-berlin.org\/projekt\/negative-anthropologie.html\">Negative Anthropologie. Geschichte und Potential einer Diskursfigur<\/a>.<\/span> <span style=\"color: #e63348;\">Sein Beitrag erschien erstmals auf dem Faltplakat zum ZfL-Jahresthema 2019\/2020, \u00bb<a href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/projekt\/historisieren-heute.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Historisieren heute<\/a>\u00ab.<\/span><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><span style=\"font-weight: 400;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Hannes Bajohr: Blumenbergs M\u00f6glichkeitsgeschichten, in: ZfL BLOG, 7.5.2019, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2019\/05\/07\/hannes-bajohr-blumenbergs-moeglichkeitsgeschichten\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2019\/05\/07\/hannes-bajohr-blumenbergs-moeglichkeitsgeschichten\/<\/a><\/span><span style=\"font-weight: 400;\">].<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20190507-01\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20190507-01<\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"CreativeWork\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20190507-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2019\/05\/07\/hannes-bajohr-blumenbergs-moeglichkeitsgeschichten\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"BLUMENBERGS M\u00d6GLICHKEITSGESCHICHTEN\",\n  \"author\": {\n    \"name\": \"Hannes Bajohr\",\n    \"givenName\": \"Hannes\",\n    \"familyName\": \"Bajohr\",\n    \"@type\": \"Person\",\n    \"@id\": \"https:\/\/orcid.org\/0000-0001-8554-6261\"\n  },\n  \"inLanguage\": \"de\",\n  \"dateCreated\": \"2019-05-07\",\n  \"datePublished\": 2019,\n  \"schemaVersion\": \"http:\/\/datacite.org\/schema\/kernel-4\",\n  \"publisher\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"Leibniz-Zentrum f\u00fcr Literatur- und Kulturforschung \"\n  },\n  \"provider\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"datacite\"\n  }\n}\n<\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Hans Blumenberg 1974 den Kuno-Fischer-Preis f\u00fcr Philosophiegeschichte erh\u00e4lt, f\u00e4llt in seiner Dankesrede der Satz: \u00bbIch habe den Vorwurf des \u203aHistorismus\u2039 immer als ehrenvoll empfunden.\u00ab[1] Aus dem Mund eines Philosophen muss diese Aussage verwundern, denn polemisch verwendet meint \u203aHistorismus\u2039 schlie\u00dflich das glatte Gegenteil von Philosophie: reines positivistisches Faktensammeln ohne alle Wertung. 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