{"id":1157,"date":"2019-07-04T12:07:32","date_gmt":"2019-07-04T10:07:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=1157"},"modified":"2025-03-03T13:13:50","modified_gmt":"2025-03-03T11:13:50","slug":"insa-braun-wrestling-um-wahrhaftigkeit-clemens-setz-und-christian-kracht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2019\/07\/04\/insa-braun-wrestling-um-wahrhaftigkeit-clemens-setz-und-christian-kracht\/","title":{"rendered":"Insa Braun: WRESTLING UM WAHRHAFTIGKEIT: Clemens Setz und Christian Kracht"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Innerhalb nur eines Jahres haben sich zwei Autoren im deutschsprachigen Literaturbetrieb \u00f6ffentlich zu Wort gemeldet und der Literaturkritik wie der Literaturwissenschaft eine Lehre erteilt: Christian Kracht und Clemens Setz. Die beiden Reden sollten wir uns merken.<!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Als Literaturwissenschaftlerin w\u00fcnscht man sich, dass der Gegenstand nicht die Art des wissenschaftlichen Zugriffs diktiert. Schwierig wird es, wenn ein sehr lebendiger und sprachgewandter Autor meint, ein W\u00f6rtchen im Umgang mit seinen Texten mitzureden zu haben und sich selbst zum Gegenstand der wissenschaftlichen und feuilletonistischen Debatten macht. Dieses Problem tut sich nach dem postmodernen Tod des Autors vor allem auf, wenn Autor*innen gebeten werden, nicht <em>aus<\/em> ihrem Werk, sondern <em>\u00fcber<\/em> ihr Werk zu lesen. Das geschieht im heutigen Literaturbetrieb recht h\u00e4ufig, denkt man an all die Poetikdozenturen im deutschsprachigen Raum oder Vortr\u00e4ge und Dankesreden im Rahmen von Literaturpreisverleihungen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Im Sommersemester 2018 folgt dem Ruf auf die Frankfurter Poetikdozentur niemand Geringerer als Christian Kracht. Er, der sich laut <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/christian-kracht-spricht-an-der-uni-frankfurt-ueber-seinen-missbrauch-a-1207975.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Spiegel Online<\/a>, \u00bbnur in seltenen Momenten \u00f6ffentlich zu pers\u00f6nlichen \u00c4u\u00dferungen hinrei\u00dfen lie\u00df, die aber nie als wahr gelten konnten, kamen sie doch immer noch von Kracht, dessen sture Ironie oftmals besser keinen Glauben zulie\u00df.\u00ab Er, \u00bbdessen Sch\u00fcchternheit offensichtlich keine Attit\u00fcde ist\u00ab, so Christoph Schr\u00f6der auf <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2018-05\/christian-kracht-poetikvorlesung-frankfurt-literatur-missbrauch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ZEIT ONLINE<\/a>, und der seiner \u00bbhalbironische[n] Koketterie\u00ab etwas folgen lie\u00df, das Schr\u00f6der \u00bbnur mit dem Wort \u203abewegend\u2039 umschreiben\u00ab kann. Kevin Kempke und Miriam Zeh \u00bbgraust\u00ab es im <a href=\"https:\/\/www.merkur-zeitschrift.de\/2018\/05\/16\/blitz-und-donner-christian-krachts-frankfurter-poetikvorlesungen-als-werkbiographische-zaesur\/?replytocom=2838#respond\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Merkur<\/a> nach dem Frankfurter Auftritt bereits vor \u00bbbiographistischen Lesarten, die Krachts Texte beflissentlich nach Traumaspuren absuchen\u00ab, nur um im gleichen Atemzuge zu betonen, dass er mit seinen Poetikvorlesungen \u00bbden langersehnten biographischen Schl\u00fcssel zu seinem Werk\u00ab pr\u00e4sentiert habe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Kracht konfrontiert sein Publikum mit dem Bericht \u00fcber Missbrauchserfahrungen in seiner Kindheit und Jugend. Und das ist so grausam, dass niemand mehr wagt zu behaupten, es handele sich hierbei um Ironie. Ein lang gehegter Wunsch des Feuilletons ist erf\u00fcllt: Endlich gibt Kracht Einblicke in das Leben des Mannes hinter dem Autor, der uns mit Romanen wie <em>Faserland<\/em>, <em>Imperium<\/em> oder <em>Die Toten<\/em> begl\u00fcckt hat. Aber warum sind wir so schnell bereit, uns erkl\u00e4ren zu lassen, wie wir zu lesen haben? Kracht selbst spielt in seinen Frankfurter Vorlesungen mit dieser Erwartungshaltung des Publikums. In einer so hochgradig inszenierten Situation wie der Frankfurter Poetikvorlesung m\u00fcssen wir davon ausgehen, dass die Autor*innen am Rednerpult eine Autorenrolle spielen. Hinweise f\u00fcr diese Deutung liefert Kracht selbst: Er entl\u00e4sst das Publikum mit dem Hinweis, dass alles, was sich zu ernst nehme, reif f\u00fcr die Parodie sei. Das Feuilleton st\u00f6hnt: Hatte man sich gerade noch gefreut, einen Lekt\u00fcreschl\u00fcssel zu Krachts Werk vom Autor selbst erhalten zu haben, wird einem der sichere Boden der Interpretation schon wieder unter den F\u00fc\u00dfen weggezogen. Doch alles nur Ironie?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Als Clemens Setz die <a href=\"https:\/\/bachmannpreis.orf.at\/stories\/2987078\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Auftaktrede<\/a> zu den diesj\u00e4hrigen Literaturtagen in Klagenfurt h\u00e4lt, stellt er den Begriff <em>Kayfabe<\/em> vor, der uns das, was in Frankfurt passiert ist, ein wenig n\u00e4her erl\u00e4utern kann \u2013 und nicht nur das. Die Rede hinterl\u00e4sst die Literaturwissenschaft blass vor Neid angesichts einer ebenso gl\u00fccklichen wie kreativen Begriffsaneignung:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Im Herzen der Wrestlingwelt wohnt ein Begriff, der uns, dem Literaturvolk, paradoxerweise mehr \u00fcber das zu erz\u00e4hlen vermag, worum es in den n\u00e4chsten vier Tagen hier gehen wird, als alle anderen Begriffe, die ich mir denken kann, mehr \u00fcber das Geschichtenerz\u00e4hlen an sich und dessen Verh\u00e4ltnis zum pers\u00f6nlichen Alltag und zur politischen Realit\u00e4t und sogar mehr \u00fcber die Rollenbilder, in die wir, vielleicht von \u00fcbergeordneten Instanzen, schon seit der Geburt gezwungen wurden. Es ist ein Begriff, der, wenn man ihn erst einmal erlernt hat, sofort zu einem unvermeidlichen und essentiellen Werkzeug der Weltwahrnehmung wird: Kayfabe.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Unter Kayfabe<strong>, <\/strong>so Setz<strong>,<\/strong> verstehe man im Wrestling die \u00bbWahrung der vierten Wand\u00ab, eine absolute Illusionswahrung. Kayfabe sorge daf\u00fcr, dass wir nur die Rolle sehen und nicht den Menschen hinter der Rolle. Aber der Druck der Illusionswahrung f\u00fchre auch dazu, dass der Wrestler oder die Wrestlerin sich immer mehr mit der Rolle identifiziere. Diese werden im Verlauf ihrer Karriere immer mehr zu der Rolle, die sie urspr\u00fcnglich aus beruflichen Gr\u00fcnden einmal spielen sollten, und vergessen dabei ihren Taufnamen wie einst Don Quijote, \u00bbder ja eigentlich der Se\u00f1or Alonso Quijano war\u00ab. Was aber steht auf dem Spiel, wenn Akteur*innen und Rezipient*innen im Literaturbetrieb, im Wrestling und in der Politik nicht mehr unterscheiden k\u00f6nnen zwischen Rolle und Realit\u00e4t?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Gef\u00e4hrlich wird es, wenn mit der Vermischung von Fiktion und Realit\u00e4t ein Machtmissbrauch einhergeht. Diesen macht Setz beispielsweise im Falle des Schauspielers Kevin Spacey aus, der auf gegen ihn erhobene Missbrauchsvorw\u00fcrfe mit einem Video reagierte, in dem er mal als Kevin Spacey und mal in seiner Rolle als Frank Underwood aus <em>House of Cards<\/em> spricht. Das Video tr\u00e4gt den Titel \u00bbLet Me Be Frank\u00ab, was auf Deutsch so viel hei\u00dft wie \u00bbLassen Sie mich ehrlich sein\u00ab, gleichzeitig aber auch genau die von Setz beschriebene Rollenvermischung verdeutlicht: \u00bbLassen Sie mich Frank sein\u00ab. Ohne die Missbrauchsvorw\u00fcrfe konkret anzusprechen, versucht Spacey seine Unschuld darzustellen \u2013 in seiner Rolle des skrupellosen Politikers Underwood. So w\u00e4scht er sich etwa direkt in der ersten Szene die H\u00e4nde. Dann appelliert er an die Vernunft und Klugheit des Zuschauers:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">I told you my deepest, darkest secrets, I showed you exactly what people are capable of, I shocked you with my honesty, but mostly I challenged you and made you think. And you trusted me, even though you knew you shouldn\u2019t.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Wer immer ehrlich gewesen sei, habe nicht auf einmal Grund zu l\u00fcgen, suggeriert Spacey und verschmilzt Underwood und Spacey: \u00bbIt\u2019s never that simple, not in politics and not in life.\u00ab Unredlich bleibt es, komplexe Sachverhalte f\u00fcr das eigene Programm zu simplifizieren und instrumentalisieren, vor allem wenn die Sachverhalte einer juridischen Aufarbeitung obliegen und nicht ausschlie\u00dflich auf Basis von Selbstaussagen beurteilt werden k\u00f6nnen. Spacey lud das Video auf Youtube nur wenige Tage vor Beginn der ersten Gerichtsanh\u00f6rungen zu den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen hoch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Die Plattform Youtube lebt von solcher Selbstinszenierung. Es fallen einem ad hoc weitere Beispiele ein: Viele Youtube-Blogger*innen arbeiten mit genau dieser Rollenvermischung, bewerben Schminke in der Rolle der gro\u00dfen Schwester oder der besten Freundin, richten sich bescheidene WG-Zimmer ein, die in Wirklichkeit nur Studios in einer weitaus gr\u00f6\u00dferen Wohnung sind, die sie sich dank guter Klickzahlen leisten k\u00f6nnen. St\u00f6bert man durch die Kommentarspalten solcher Videos, entdeckt man oft den Satz \u00bbDu bist so authentisch\u00ab als Qualit\u00e4tssiegel. Soll hei\u00dfen: \u00bbDu bist wie ich\u00ab, egal, ob Du es tats\u00e4chlich bist oder nur so tust \u2013 ich lasse mich gern t\u00e4uschen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Dies ist der springende Punkt: Authentizit\u00e4t. Wer sich authentisch gibt, dem wird geglaubt. Setz versteht eine \u00bbsolche tragische, roboterhafte Vermischung von Fiktion und Realit\u00e4t\u00ab immer schon als Zeichen \u00bbf\u00fcr zweierlei Verirrungen: \u00fcbergro\u00dfe Macht und Isolation \u2013 und, meist damit einhergehend, fehlende Selbstkritik und ein nachlassender, sich selbst allm\u00e4hlich zersetzender Verstand.\u00ab Die Isolation, das Kreisen um sich selbst, die Geschlossenheit der B\u00fchne laufen Gefahr, sich \u00bbin den beschriebenen <em>strange loops<\/em> der Kayfabe und der Selbstverwechslung\u00ab zu verirren. \u00bbIhr wisst gar nicht mehr, wer euch schreibt\u00ab, diktiert Setz auch uns lakonisch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Christian Kracht spielt mit dieser Authentizit\u00e4tsgl\u00e4ubigkeit. Wenn er seine erste Vorlesung und den \u00f6ffentlichen Bericht seines Missbrauchs mit der Aussage einf\u00e4ngt, dass sich alles, was sich zu ernst nehme, der Parodie \u00fcberliefere, ist davon auszugehen, dass hier ein Spiel mit uns gespielt wird. Zur Debatte stehen nicht die Bewertung, die juridische und emotionale Aufarbeitung eines Missbrauchs. Diskutieren sollten wir allerdings Krachts Spiel mit einer \u203aabsoluten Authentizit\u00e4t\u2039, die so weit reicht, dass er keine Kameras und Tonaufnahmen in Frankfurt duldet. Eine bessere Werbung als diese Form der (zumindest vorl\u00e4ufigen) Exklusivit\u00e4t gibt es nicht. Diese absolute Authentizit\u00e4t kann aber \u2013 wie im Wrestling \u2013 letztlich auch nur wieder eine Rolle sein. Nachdem der Literaturkritiker <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2018-05\/christian-kracht-vorlesung-frankfurt-abschluss\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Christoph Schr\u00f6der<\/a> schlie\u00dflich alle Vorlesungen von Kracht geh\u00f6rt hat, rudert er zur\u00fcck und bekennt:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Die Realit\u00e4tsebene, in der wir uns befinden, bleibt auch bei Kracht stets uneindeutig. Die erste, nat\u00fcrliche und empathische Reaktion auf die tats\u00e4chlich in Inhalt und Form bewegende Offenlegung seiner Missbrauchserfahrung: Hinter diese Erz\u00e4hlung kann Christian Kracht nicht mehr zur\u00fcck. Sie muss und wird zuk\u00fcnftig sein Werk und seine Rezeption bestimmen, gerade weil er selbst diese F\u00e4hrte so dezidiert gelegt hat. Aber stimmt das? Kracht beschloss seine Poetikvorlesung mit einer Reihe von Gedichten des 1997 verstorbenen Allen Ginsberg. Seinetwegen, so Kracht, und wegen Maine und Kalifornien, lebe er heute in den USA. Seine Vorlesung trug den Titel <em>Emigration<\/em>. Es hatte den Anschein, als sei die lange Rezitation am Ende ein Signal daf\u00fcr gewesen, das Biografische zur\u00fcck ins Literarische zu f\u00fchren; in ein Gebiet, in dem die Realit\u00e4ten verschwimmen und es keine eindeutigen Wahrheiten gibt.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Krachts Hinweis auf das Parodistische all dessen, was sich selbst zu ernst nehme, zeugt von einem ironischen (und damit per se reflektierten) Umgang mit der Literatur und dem sie umgebenden Literaturbetrieb. Er provoziert mit Ernsthaftigkeit und setzt sich selbst der Parodie und damit der Kritik aus. Literatur bietet M\u00f6glichkeiten, keine Wahrheiten an.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Was f\u00fcr die Literatur und die Selbstdarstellung im Literaturbetrieb gilt, ist nicht einfach \u00fcbertragbar. Wer reale Macht- und Missbrauchsstrukturen mit und in einer Rolle zu \u00fcbergehen versucht, ist weder ironisch noch reflektiert. Clemens Setz\u2019 Verdienst in Klagenfurt liegt darin zu zeigen, wie einfach und wie gef\u00e4hrlich es ist, sich von Kayfabe einlullen zu lassen. Die Reden von Setz und Kracht verhalten sich komplement\u00e4r: W\u00e4hrend Kracht mit einer absoluten Authentizit\u00e4t spielt, legt Setz mit dem Hinweis auf die Gefahr einer absoluten Rolle, der Vermischung von Fiktion und Realit\u00e4t unter dem Siegel der Authentizit\u00e4t nach. Er warnt damit die Autor*innen davor, sich in ihrer eigenen Rolle zu wohl zu f\u00fchlen und in ironiefreie Selbstbetrachtung und \u00c4sthetizismus zu verfallen. Und er betont, dass die Rezipient*innen immer die Wahl h\u00e4tten, das Illusionsangebot anzunehmen oder auszuschlagen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Der Clou ist so banal wie gewitzt: In einem immer undurchsichtiger werdenden Komplexit\u00e4tszirkus sehnen wir uns nach Authentizit\u00e4t und Wahrhaftigkeit, nach den alten Erz\u00e4hlmustern von <em>gut<\/em> und <em>b\u00f6se<\/em>, nach einer Welt, in der <em>news<\/em> noch <em>news<\/em> und nicht potenziell immer schon <em>fake news<\/em> sind. Diese Sehnsucht l\u00e4sst uns Krachts Inszenierung f\u00fcr bare M\u00fcnze nehmen, l\u00e4sst uns glauben, nun h\u00e4tten wir verstanden, wie wir Kracht zu lesen h\u00e4tten, denn ein geschlossener Illusionsraum oder \u2013 um den immer mitschwingenden Brecht\u2019schen Gedanken einmal beim Namen zu nennen \u2013 ein geschlossener B\u00fchnenraum, die geschlossene vierte Wand scheint uns eine Sicherheit zu geben, nach der wir uns sehnen. Kayfabe ist ja um so vieles bequemer.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. die Beitr\u00e4ge im <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/kevin-spacey-irritiert-mit-selbstentlastungs-video-vermisst-ihr-mich-a-1245361.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Spiegel<\/a> und in der <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article186067366\/Belaestigungsvorwuerfe-Das-bizarre-Moechtegern-Comeback-Video-von-Kevin-Spacey.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Welt<\/a>.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"ce_text person_zflfunktion\">\n<p><span style=\"color: #e63348; font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><em>Die Literaturwissenschaftlerin <a href=\"http:\/\/www.zfl-berlin.org\/person\/braun.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Insa Braun<\/a> arbeitet am ZfL an einer Dissertation mit dem Titel <a style=\"color: #e63348;\" href=\"http:\/\/www.zfl-berlin.org\/projekt\/reden-ueber-lyrik.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Reden \u00fcber Lyrik<\/a>.<\/em><\/span><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><span style=\"font-weight: 400;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Insa Braun: Wrestling um Wahrhaftigkeit: Clemens Setz und Christian Kracht, in: ZfL BLOG, 4.7.2019, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2019\/07\/04\/insa-braun-wrestling-um-wahrhaftigkeit-clemens-setz-und-christian-kracht\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2019\/07\/04\/insa-braun-wrestling-um-wahrhaftigkeit-clemens-setz-und-christian-kracht\/<\/a><\/span><span style=\"font-weight: 400;\">].<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20190704-01\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20190704-01<\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"CreativeWork\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20190704-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2019\/07\/04\/insa-braun-wrestling-um-wahrhaftigkeit-clemens-setz-und-christian-kracht\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"WRESTLING UM WAHRHAFTIGKEIT: Clemens Setz und Christian Kracht\",\n  \"author\": {\n    \"name\": \"Insa Braun\",\n    \"givenName\": \"Insa\",\n    \"familyName\": \"Braun\",\n    \"@type\": \"Person\",\n    \"@id\": \"Insa Braun\"\n  },\n  \"inLanguage\": \"de\",\n  \"dateCreated\": \"2019-07-04\",\n  \"datePublished\": 2019,\n  \"publisher\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"Leibniz-Zentrum f\u00fcr Literatur- und Kulturforschung \"\n  },\n  \"provider\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"datacite\"\n  }\n}\n<\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innerhalb nur eines Jahres haben sich zwei Autoren im deutschsprachigen Literaturbetrieb \u00f6ffentlich zu Wort gemeldet und der Literaturkritik wie der Literaturwissenschaft eine Lehre erteilt: Christian Kracht und Clemens Setz. 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