{"id":1362,"date":"2020-03-06T10:54:56","date_gmt":"2020-03-06T08:54:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=1362"},"modified":"2025-03-03T12:50:03","modified_gmt":"2025-03-03T10:50:03","slug":"dirk-naguschewski-auf-tuchfuehlung-mit-deiner-stadt-berlin-erkundungen-mit-monika-wagner-und-vittorio-magnago-lampugnani","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2020\/03\/06\/dirk-naguschewski-auf-tuchfuehlung-mit-deiner-stadt-berlin-erkundungen-mit-monika-wagner-und-vittorio-magnago-lampugnani\/","title":{"rendered":"Dirk Naguschewski: AUF TUCHF\u00dcHLUNG MIT DEINER STADT. Berlin-Erkundungen mit Monika Wagner und Vittorio Magnago Lampugnani"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">St\u00e4dte sind in einem fortw\u00e4hrenden Wandel begriffen, Aufbau und Zerst\u00f6rung gehen Hand in Hand. Was bleibt, sind urbane Landschaften, in denen sich die Zeitl\u00e4ufte mal mehr, mal weniger sichtbar sedimentieren; Stra\u00dfen, H\u00e4user und eine ausdifferenzierte Infrastruktur, die uns Orientierung im urbanen Raum verschaffen. Zwei B\u00fccher aus dem Verlag Klaus Wagenbach besch\u00e4ftigen sich anhand konkreter Gestaltungsfragen mit den Ver\u00e4nderungen unserer st\u00e4dtischen Umgebung. <em>Marmor und Asphalt. Soziale Oberfl\u00e4chen im Berlin des 20. Jahrhunderts<\/em> (2018), ein Buch der Hamburger Kunsthistorikerin Monika Wagner, widmet sich auf originelle Weise speziell der Berliner Stadtlandschaft: \u00bbGegen\u00fcber der Formgeschichte und dem Interesse an Strukturmerkmalen\u00ab, so Wagner \u00fcber ihren Ansatz, \u00bbstehen vielmehr Beobachtungen allt\u00e4glicher Symptome im \u00f6ffentlichen Raum der Stadt zur Debatte\u00ab (S. 11). <!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Lampugnani.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1363 alignleft\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Lampugnani-214x300.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Lampugnani-214x300.jpg 214w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Lampugnani.jpg 700w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 85vw, 214px\" \/><\/a>Komplement\u00e4r dazu l\u00e4sst sich das Buch des Architekten und St\u00e4dtebauhistorikers Vittorio Magnago Lampugnani lesen, <em>Bedeutsame Belanglosigkeiten. Kleine Dinge im Stadtraum<\/em> (2019). Am Beispiel von \u2013 wie er es nennt \u2013 \u00bbMikroarchitekturen\u00ab (etwa der Telefonzelle), \u00bbObjekten\u00ab (darunter der Abfallkorb und das Stra\u00dfenschild) und \u00bbElementen\u00ab (z. B. Schaufenstern) sch\u00e4rft er das Bewusstsein f\u00fcr die Vielf\u00e4ltigkeit unserer urbanen Umwelt. Sein Buch ist als ein Glossar angelegt, dessen Geschichten hinter den \u00bbkleinen Dingen\u00ab einander \u00e4hneln: Aus einer praktischen Notwendigkeit, die sich aus einer ver\u00e4nderten sozialen oder technologischen Situation ergibt (Industrialisierung, Aufschwung von Handel und Kommerz, Entwicklung neuer Verkehrs- und Kommunikationsmittel), entsteht etwas Neues, dessen Verbreitung in der Stadt \u2013 in der Regel \u2013 von den Kommunen finanziell zu stemmen ist:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">\u00bbJedes kleine Objekt des Stadtraums ist ein Ort, wo konkrete Bed\u00fcrfnisse zu einer materialisierten Form finden.\u00ab (S. 11)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">W\u00e4hrend Wagner sich ganz auf Berlin konzentriert, beginnt Lampugnani viele seiner lehrreichen Eintr\u00e4ge mit einer R\u00fcckschau auf die urbanen Zentren der Antike, um dann die Geschichten seiner Gegenst\u00e4nde durch Ausfl\u00fcge in die europ\u00e4ischen Metropolen zu verfolgen \u2013 bevorzugt London, Paris oder eben auch Berlin. Architektur, \u00c4sthetik und Kritik lassen sich bei dieser Form der Stadterkundung nicht trennen, denn \u00bb[d]ie kleinen Dinge im Stadtraum sind [\u2026] funktional, technisch und \u00f6konomisch bestimmt und haben dabei oft einen hohen gestalterischen Anspruch\u00ab (S. 8). Da Lampugnani diesen Anspruch aber mehr und mehr schwinden sieht, verschafft sich in nicht wenigen seiner Eintr\u00e4ge am Ende die mahnende Stimme des Kulturkritikers Geh\u00f6r. Exemplarisch ist in dieser Hinsicht das Fazit seiner Ausf\u00fchrungen zum Kiosk:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">\u00bbHeute, da es kaum mehr Stadtarchitekten gibt, weil diese Position in der Verwaltung faktisch abgeschafft wird, um der Politik mehr Spielraum zu gew\u00e4hren, werden Gestaltung und Unterhalt der modernen Kioske privaten Firmen \u00fcberlassen. Sie achten Funktionalit\u00e4t, Wirtschaftlichkeit und eine gewisse modische Eleganz; Verantwortung f\u00fcr die Stadt und ihre Identit\u00e4t \u00fcbernehmen sie nicht.\u00ab (S. 23)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">So mancher Neuerung steht er deshalb skeptisch gegen\u00fcber. Kritik erntet beispielsweise die \u00bbGedankenlosigkeit, mit der heute B\u00e4nke im st\u00e4dtischen Raum aufgestellt werden\u00ab, was aus seiner Sicht zur Verbreitung von \u00bburbanem Kitsch\u00ab (S. 80) beitrage. Bei jeglicher Stadtm\u00f6blierung, da ist Lampugnani zuzustimmen, geht es eben nicht nur um Funktionalit\u00e4t und Bed\u00fcrfnisbefriedigung, sondern auch um \u00e4sthetische Fragen, die Auswirkungen auf die spezifische Kultur und Identit\u00e4t konkreter soziale R\u00e4ume haben. Jedes dieser Dinge, etwa die Stra\u00dfenlaterne, tr\u00e4gt \u00bbst\u00e4dtebauliche Verantwortung\u00ab (S. 89). Die Identit\u00e4t einer Stadt wird demnach von langlebigen Objekten (dem Brunnen, dem Stra\u00dfenschild) ebenso gepr\u00e4gt wie von vergleichsweise kurzlebigen; man denke nur an die grellorangen Stra\u00dfenm\u00fclleimer der Berliner Stadtreinigung mit ihren witzigen Spr\u00fcchen, die \u00fcber die Grenzen der Stadt zu deren frischen Image beigetragen haben. Lampugnanis Ausf\u00fchrungen sind somit nicht frei von normativen Vorstellungen, im Gegenteil. Stadtplaner*innen, Architekt*innen und Kommunalpolitiker*innen t\u00e4ten gut daran, sich eingehender mit ihnen auseinanderzusetzen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Wagner.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1364 alignright\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Wagner-207x300.jpg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Wagner-207x300.jpg 207w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Wagner-708x1024.jpg 708w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Wagner-768x1111.jpg 768w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Wagner-1062x1536.jpg 1062w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Wagner.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 85vw, 207px\" \/><\/a>Um Kultur und Identit\u00e4t des st\u00e4dtischen Raums geht es auch bei Monika Wagner. Entlang einiger Beispiele, die ausschlie\u00dflich dem Berliner Stadtraum entstammen, unternimmt sie \u00bbeine historische Rekonstruktion der Produktion, Funktion und Bewertung von Oberfl\u00e4chen sowie der durch sie erzeugten Atmosph\u00e4ren\u00ab (S. 11). Die Oberfl\u00e4chen, die sie in den Blick nimmt (Asphalt, Glas, Beton, Naturstein, Keramik usw.), markieren dabei eine Grenze zwischen dem Innenraum der H\u00e4user und ihrem Au\u00dfen, eine Grenze, mit der die Menschen in der Stadt fortw\u00e4hrend in Ber\u00fchrung geraten. Was eingangs noch ein wenig n\u00fcchtern klingt, wird zu einem faszinierenden Parcours durch die j\u00fcngere Architekturgeschichte Berlins. Mit dem Aufstieg zu einer Metropole der Moderne in den 1920er Jahren beginnend, widmet sich Wagner im Hauptteil ihres Buches vergleichend der Ausgestaltung von Stalinallee und Hansaviertel, bevor sie abschlie\u00dfend die Friedrichstra\u00dfe nach dem Fall der Mauer erreicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Anhand der nach dem Ersten Weltkrieg vorangetriebenen Asphaltierung der Stra\u00dfen beschreibt sie die grunds\u00e4tzliche Ausdifferenzierung der gro\u00dfst\u00e4dtischen Bev\u00f6lkerung in Autofahrer und Fu\u00dfg\u00e4nger, denen sich die Oberfl\u00e4chen unterschiedlich darstellen. W\u00e4hrend die Fu\u00dfg\u00e4nger auch weiterhin mit den Oberfl\u00e4chen der H\u00e4user und Stra\u00dfen in engeren Kontakt kamen (auf dem Gehweg, beim Blick ins Schaufenster), nahmen die Menschen in den Autos Stra\u00dfenbel\u00e4ge nur noch vermittelt und die Fassaden der H\u00e4user als rhythmisierte Bewegtbilder wahr. Diese wurden zus\u00e4tzlich akzentuiert durch Glas und Licht als Elementen einer modernen Architektur, die ihre materiellen Grundlagen zum Verschwinden bringen wollte. Ausf\u00fchrlich bespricht Wagner die Wirkung von Fassadengestaltungen unter den Aspekten Horizontalit\u00e4t und Vertikalit\u00e4t. Sie beruft sich daf\u00fcr u. a. auf Erich Mendelsohn, verantwortlich f\u00fcr den Umbau des Mossehauses, der die Horizontale mit Demokratie und Freiheit assoziiert, und auf Siegfried Kracauer, der die Vertikale als Ausdruck staatlicher Gewalt interpretiert. Doch erst im komplexen Zusammenspiel der Linien entstehen in der realen Stadt Effekte, die von Bewohner*innen und Besucher*innen abh\u00e4ngig von der jeweiligen historischen Perspektive wahrgenommen werden und differenzierter Interpretationen bed\u00fcrfen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Nach dem Krieg und der Teilung Berlins herrschten in Ost und West unterschiedliche Vorstellungen vom \u00f6ffentlichen Raum, und dabei gerieten auch die Oberfl\u00e4chen zu einem \u00bbSchauplatz der Systemkonkurrenz\u00ab (S. 12). \u00bbDem \u00f6ffentlichen Raum der Stadt als Ort staatlicher Repr\u00e4sentation, sozialer Gemeinschaftsbildung und wechselseitiger Kontrolle kam in der DDR h\u00f6chste Aufmerksamkeit zu\u00ab, schreibt Wagner (S. 70). Sie zeigt dies an der heutigen Karl-Marx-Allee, die im Krieg zerst\u00f6rt und ab 1951 als Stalinallee neu bebaut wurde. Die mehrspurige Fahrbahn, die auch f\u00fcr Aufm\u00e4rsche herzuhalten hatte, wurde dabei durch monumentale Fassaden ges\u00e4umt. Zwar kamen hier \u00fcberwiegend die gleichen Materialien zum Einsatz, doch die einzelnen Fassaden wurden im Detail unterschiedlich ausgestaltet; dies erschlie\u00dft sich dem Fu\u00dfg\u00e4nger in der Nahsicht aber tats\u00e4chlich sehr viel eindr\u00fccklicher als dem Autofahrer. Lange Zeit f\u00fcr ihren \u203aZuckerb\u00e4ckerstil\u2039 verachtet, sind die Wohnh\u00e4user heute wieder extrem angesagt. Im Westteil wurde demgegen\u00fcber 1957 das \u2013 heute ebenfalls ausgesprochen popul\u00e4re \u2013 Hansaviertel mit seinen freistehenden Hochh\u00e4usern inmitten eines durchgr\u00fcnten Stadtraums pr\u00e4sentiert.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> So unterschiedlich die beiden st\u00e4dtebaulichen Ans\u00e4tze auch in politisch-ideologischer Hinsicht waren, sieht Wagner doch Gemeinsamkeiten, was die \u00bberstaunliche Materialvielfalt und die taktilen Angebote\u00ab betrifft (S. 95), zumal im Vergleich zum Neuen Bauen der 1920er Jahre mit seinen glatten Oberfl\u00e4chen. In \u00bbEinsatz und Gestaltung der Materialien\u00ab (ebd.) unterscheiden sich die beiden Vorzeigeprojekte gleichwohl. \u00dcberzeugend vertritt Wagner die These, dass in beiden F\u00e4llen \u00bbOberfl\u00e4chen aus Naturstoffen und handwerklich verarbeiteten Materialien\u00ab geschaffen worden seien, deren Verwendung in Westberlin aber auf eine Integration von modernem Wohnen inmitten gestalteter Natur abgezielt habe, w\u00e4hrend \u00bbdie Handwerklichkeit der Oberfl\u00e4chen der Stalinallee [\u2026] die Integration in eine Gemeinschaft der Werkt\u00e4tigen\u00ab verfolgt habe (S. 110).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Wagner widmet sich \u00fcberaus anschaulich den Materialien, die den Geb\u00e4uden der Stalinallee im Zusammenspiel mit vielf\u00e4ltigen architektonischen Elementen (Balkone, Balustraden, Kolonnaden usw.) abwechslungsreiche Reliefstrukturen verleihen. Anf\u00e4nglich lie\u00df sich die Opulenz dieser Fassadengestaltung noch als Ausdruck des Reichtums der neuen sozialistischen Gesellschaft deuten, zeugte diese doch nicht zuletzt von gro\u00dfer handwerklicher Kunst. Doch schon bald wollte dieser Stil nicht mehr so recht zur Politik der DDR passen, die an einer st\u00e4rkeren Industrialisierung des Bauens interessiert war \u2013 und deren Verwirklichung dann sp\u00e4ter in den monotonen Plattenbauten der 1970er Jahre ihren pr\u00e4gnantesten Ausdruck fand. Noch heute bemerkenswert sind die unterschiedlichen Kacheln, die symbolisch \u00bbzwischen Tradition und Innovation, zwischen Handwerk und Industrie\u00ab (S. 81) stehen. Ihr Ausgangsmaterial Ton, \u00bbder ideale Allesk\u00f6nner\u00ab, wird von Wagner als \u00bbScharnier zwischen den materiellen Produktionsbedingungen der unmittelbaren Nachkriegszeit, der staatlichen Gemeinschaftsideologie und der \u00c4sthetik des \u203akleinen Mannes\u2039\u00ab interpretiert (S. 84). Dies zeigt sich besonders sch\u00f6n auch an den Bildprogrammen, die sowohl auf den Kacheln als auch an skulpturalen Elementen zum Einsatz kommen (etwa den Keramikreliefs am von Richard Paulick gestalteten Block C der Stalinallee, die deren Aufbau illustrieren).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Zur St\u00fctzung ihrer \u00fcbergeordneten These legt Wagner in ihrer Interpretation des Hansaviertels ein besonderes Augenmerk auf die Gestaltung der Fu\u00dfg\u00e4ngerwege, deren unregelm\u00e4\u00dfige R\u00e4nder Weg und Gr\u00fcnfl\u00e4che ineinander \u00fcbergehen lassen. Ausf\u00fchrlicher betrachtet sie auch den Bau der Akademie der K\u00fcnste von Werner D\u00fcttmann, bei dem u. a. Backstein, Marmorkiesel und Kupfer verwendet wurden:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"> \u00bbDie Materialien betonen ihre Herkunft aus der Natur und evozieren eine scheinbar einfache, handwerkliche Bearbeitung. Damit verst\u00e4rken sie das Konzept der Stadtlandschaft als Vers\u00f6hnung von Natur und Moderne.\u00ab (S. 109)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Wagners Buch eignet sich hervorragend als Vademecum f\u00fcr ausgedehnte Spazierg\u00e4nge, sei es durch das Hansaviertel, sei es entlang der Karl-Marx-Allee \u2013 oder auch in der neuen Mitte Berlins, wo heute die unterschiedlichsten Architekturstile aufeinandertreffen, in denen das Glatte (Glas, Marmor etc.) und das Raue (etwa Schrottskulpturen, Spolien u. a.) neben- und miteinander angeordnet sind. Hier finden sich st\u00e4dtische R\u00e4ume \u2013 wie etwa die Friedrichstadt-Passagen \u2013, deren Schaffung sich offensichtlich in erster Linie der Logik von Investoren verdankt und weniger urbanistischer Einsicht und Erkenntnis. Beide B\u00fccher tragen dazu bei, derartige Eindr\u00fccke zu erkl\u00e4ren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Es ist beispielsweise Schauplatz eines Romans von Helene Hegemann, <em>Bungalow<\/em> (2018).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #e63348; font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><em>Der Sprach- und Kulturwissenschaftler <a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/person\/naguschewski.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dirk Naguschewski<\/a> ist am ZfL zust\u00e4ndig f\u00fcr Wissenstransfer und Kommunikation.<\/em><\/span><\/p>\n<div><span style=\"color: #969696; font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><em>Dieser Text steht unter der Lizenz\u00a0<a style=\"color: #969696;\" href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/3.0\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">CC\u00a0BY\u2011NC\u2011ND 3.0\u00a0Germany<\/a>.<\/em><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><span style=\"font-weight: 400;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Dirk Naguschewski: Auf Tuchf\u00fchlung mit deiner Stadt. Berlin-Erkundungen mit Monika Wagner und Vittorio Magnago Lampugnani, in: ZfL BLOG, 6.3.2020, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2020\/03\/06\/dirk-naguschewski-auf-tuchfuehlung-mit-deiner-stadt-berlin-erkundungen-mit-monika-wagner-und-vittorio-magnago-lampugnani\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2020\/03\/06\/dirk-naguschewski-auf-tuchfuehlung-mit-deiner-stadt-berlin-erkundungen-mit-monika-wagner-und-vittorio-magnago-lampugnani\/<\/a><\/span><span style=\"font-weight: 400;\">].<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20200306-01\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20200306-01<\/a><\/span><\/span><\/div>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"CreativeWork\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20200306-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2020\/03\/06\/dirk-naguschewski-auf-tuchfuehlung-mit-deiner-stadt-berlin-erkundungen-mit-monika-wagner-und-vittorio-magnago-lampugnani\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"AUF TUCHF\u00dcHLUNG MIT DEINER STADT. 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