{"id":2202,"date":"2021-11-08T11:36:14","date_gmt":"2021-11-08T09:36:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=2202"},"modified":"2025-02-28T17:55:25","modified_gmt":"2025-02-28T15:55:25","slug":"oliver-grill-wettergespraeche-sentimentalische-betrachtungen-zu-einem-sprachspiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2021\/11\/08\/oliver-grill-wettergespraeche-sentimentalische-betrachtungen-zu-einem-sprachspiel\/","title":{"rendered":"Oliver Grill: WETTERGESPR\u00c4CHE. Sentimentalische Betrachtungen zu einem Sprachspiel"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u203aHaben Sie heute schon \u00fcber das Wetter geredet? Gestern oder vorgestern vielleicht? Und was wollten Sie damit sagen?\u2039 \u2013 W\u00fcrden wir so auf der Stra\u00dfe angesprochen, w\u00e4ren wir vermutlich einigerma\u00dfen irritiert. Nicht nur w\u00fcssten wir das nicht so genau anzugeben, sondern w\u00e4ren auch von der Frage \u00fcberrumpelt. Ein unbehagliches Schweigen weckte den Wunsch, eine Bemerkung \u00fcber das Wetter zu machen, aber das ginge in dem Fall ja nicht. Und dann ist da noch der Trivialit\u00e4tsverdacht: der Verdacht, im fraglichen Moment nichts anderes zu sagen gehabt zu haben; der Verdacht, eine Person zu sein, die redet, obwohl sie nichts zu sagen hat. Ernstlich f\u00fcrchten muss man solche Fragen nat\u00fcrlich nicht. Aber interessant sind sie doch. Was und wie wir kommunizieren, wenn wir \u00fcber das Wetter sprechen, scheint ebenso offen, wie die Frage, was dieser Kommunikationsakt \u00fcber uns aussagt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Um dem Sprachspiel namens Wettergespr\u00e4ch nachzugehen, lohnt der Blick in den Fundus der Literatur- und Geistesgeschichte. Dort sind unterschiedliche Antwortm\u00f6glichkeiten eingelagert, oft in Gestalt von Aper\u00e7us, die es zugleich charakterisieren und konterkarieren. Eine dieser Antworten findet sich bei dem Erfinder des Sprachspiels, bei Ludwig Wittgenstein, der \u00fcber Moores Paradox \u2013 den Satz: \u203aEs regnet, aber ich glaube es nicht\u2039 \u2013 nachdenkt:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">Sage ich \u203aEs regnet\u2039, so will ich im allgemeinen nicht, da\u00df man antworte: \u203aAlso <em>so<\/em> scheint es <em>dir<\/em>\u2039. \u203aWir reden vom Wetter\u2039, k\u00f6nnte ich sagen, \u203anicht von mir\u2039.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>\u00a0<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Das w\u00e4re eine ebenso schlichte wie elegante L\u00f6sung des Problems: \u203aMan\u2039 redet \u00fcbers Wetter, weil man eine objektive Aussage dar\u00fcber treffen m\u00f6chte. Ein Glaube, ein subjektives Empfinden oder Wahrnehmen ist nicht Teil der Botschaft. Darum die zur Paradoxierung reizende Grammatik des referenzlosen Satzsubjekts: <em>Es <\/em>regnet. Doch stimmt das? Tragen wir uns wirklich so gerne Wetterberichte vor? Geht es um meteorologische Befunde oder vielleicht doch ums Befinden?\u00a0 Zumindest die aus der Zeit gefallenen Melancholiker m\u00fcssten auf diesen Einwand bestehen, ist das Wetter doch ihr t\u00e4gliches Ach und Weh. Georg B\u00fcchner etwa schreibt Folgendes an seinen Bruder:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">Ich bin ganz vergn\u00fcgt in mir selbst, ausgenommen, wenn wir Landregen oder Nordwestwind haben, wo ich freilich einer von denjenigen werde, die Abends vor dem Bettgehn, wenn sie den Strumpf vom Fu\u00df haben, im Stande sind, sich an ihre Stubent\u00fcr zu h\u00e4ngen, weil es ihnen der M\u00fche zuviel ist, den anderen ebenfalls auszuziehen \u2026<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Diese Form der Bezugnahme ist, auch wenn sie hier von einem ironischen Augenzwinkern begleitet wird, das Gegenteil der Wittgenstein\u2019schen L\u00f6sung. Bei B\u00fcchner gilt: \u203aWir reden vom Wetter, also von mir.\u2039 Er benennt damit die selbstgr\u00fcblerisch verregnete Gespr\u00e4chsvariante derjenigen, die \u00f6fter als nicht mit nur einem Strumpf am Fu\u00df an der Bettkante des Lebens verharren \u2013 keine wohlbeschirmte Meteorologie, sondern ein ungesch\u00fctztes Seelenbekenntnis. Aber auch sonnigere Gem\u00fcter sprechen sich im Wetter aus. Selbst die Nachrichtensprecher*innen der ARD l\u00e4cheln leise, wenn sie, egal was Weltersch\u00fctterndes sonst geschah, mit dem Verweis auf das Wetter von morgen zum gem\u00fctlichen Teil des Abends \u00fcberleiten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Damit ist die Amplitude nachgezeichnet, wohin das Wettergespr\u00e4ch referentiell ausschlagen kann. Wo aber liegt sein arithmetisches Mittel? Was ist mit der nichtssagenden Mittelm\u00e4\u00dfigkeit, die wir mit ihm assoziieren? Auch hierzu bietet die Literatur Antworten. F\u00fcr Flaubert ist das Wetter (oder die Zeit) der ewig herhaltende Gegenstand notorischer N\u00f6rgelei: \u00bbTemps: \u00c9ternel sujet de conversation. Toujours s\u2019en plaindre\u00ab.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Walter Benjamin spricht dagegen von der \u00bbinnigsten Verbindung von\u00a0 Wetter und Langeweile\u00ab und findet es symptomatisch f\u00fcr die Moderne, dass die ehemals \u00bbgeheimnisvollste Wirkung, die auf die Menschen vom Wetter ausgeht, der Kanevas ihres leersten Geschw\u00e4tzes hat werden m\u00fcssen\u00ab.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> \u203aEs regnet\u2039 w\u00e4re also zu \u00fcbersetzen mit \u203aEs langweilt\u2039. Diese Langeweile aber geht \u00fcber den Ennui der Melancholiker hinaus. Nicht nur ist das Wetter-Es grammatisch referenzlos, sondern der ganze Kommunikationsakt ist f\u00fcr Benjamin so beschaffen. Das Wettergespr\u00e4ch gilt ihm als Ausdruck einer superlativischen Leere (\u00bbleerstes Geschw\u00e4tz\u00ab), als hohles Echo der entzauberten Welt. Vom Wetter zu reden mag nichtssagend sein, aber es ist auf bezeichnende Weise nichtssagend.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Dass man die leere Mitte des Wettergespr\u00e4chs nicht nur mit einer negativen, sondern auch mit einer positiven Ladung versehen kann, liegt im Wesen der Sache. Denn wer sie einnimmt, vollzieht einen diplomatischen Akt der kommunikativen Neutralit\u00e4tsbewahrung mit der Absicht, dar\u00fcber hinauszukommen. So jedenfalls l\u00e4sst sich Friedrich Schleiermacher verstehen, wenn er das Wettergespr\u00e4ch als beispielhaft f\u00fcr einen \u00bbNullwerth\u00ab der Sprache ansieht:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">Einen Nullwerth hat was weder Interesse hat als That noch Bedeutung f\u00fcr die Sprache. Es wird geredet weil die Sprache sich nur in der Continuit\u00e4t der Wiederholung erh\u00e4lt. [\u2026] Wettergespr\u00e4che. Allein dies Null ist nicht das absolute Nichts, sondern nur das minimum. Denn es entwickelt sich an demselben das bedeutende.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Eine Null, aber kein absolutes Nichts; eine Differenz, die (noch) keine ist; ein schwebender Geist \u00fcber dem Wasser \u2026 Wohin dieser unruhig vibrierende Nullwert ausschl\u00e4gt, h\u00e4ngt nach Schleiermacher davon ab, welche Bedeutungen sich an ihm entwickeln. So fangen Romane an. Und wenn bemerkenswerterweise nichts daraus hervorgeht? Wenn mit dem Wetter alles, wie das griechische <em>met\u00e9\u014dros<\/em> besagt, in der Schwebe bleibt? Geistlos und unverbindlich? Dann w\u00e4re doch immerhin das Weitersprechen gew\u00e4hrleistet und also die \u00bbContinuit\u00e4t\u00ab der M\u00f6glichkeitsbedingung von Bedeutung gewahrt. Solange wir \u00fcbers Wetter reden, halten wir den Kontakt aufrecht, der die Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass wir uns etwas zu sagen haben k\u00f6nnten. Das Wettergespr\u00e4ch ist so gesehen M\u00f6glichkeitssinn und diskrete Form der zwischenmenschlichen Zugewandtheit zugleich. Darin liegt der a priori positive Gehalt seiner leeren Mitte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">F\u00fcr Roland Barthes ist Letzteres die bei weitem wichtigste Eigenschaft. Zwar betont auch er die phatische Funktion des Wettergespr\u00e4chs und die diplomatische Neutralit\u00e4t, die damit einhergeht. Doch im Kern ist es f\u00fcr ihn der Inbegriff liebender Zuneigung:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">Observer <em>en commun<\/em> le temps qu\u2019il fait = ce <em>tout est \u00e9gal<\/em> du parler \/ ne pas parler de l\u2019amour. Des affections absolues [\u2026] peuvent ainsi, ont pu se mouvoir, vivre, respirer dans l\u2019insignifiance douce des propos: <em>le Temps qu\u2019il fait<\/em> exprime alors un <em>en de\u00e7\u00e0<\/em> du langage (du discours) qui est l\u2019enjeu m\u00eame de l\u2019amour: douleur qu\u2019il y a \u00e0 ne plus pouvoir jamais parler du Temps qu\u2019il fait avec l\u2019\u00eatre aim\u00e9. Voir la premi\u00e8re neige et ne pouvoir la lui dire, la garder pour soi.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Wenn wir also gar nichts anderes als unsere Neigung zueinander ausdr\u00fccken wollen, wenn diese Zugeneigtheit selber und der Wunsch, sie zu erhalten, das Bedeutende und Bedeutendste \u00fcberhaupt sind, dann reden wir \u00fcber das Wetter \u2013 egal ob das Wetter als Gegenstand in unseren Gespr\u00e4chen vorkommt oder nicht. Das <em>Tout est \u00e9gal <\/em>der reinen Zuneigung fragt letztlich auch danach nicht. \u203aWir reden von Dir und mir\u2039, k\u00f6nnte ich sagen, \u203anicht vom Wetter\u2039. Doch schon diese Entgegnung w\u00e4re diskursiv. Wer so auf die Frage nach der Bedeutung von Wettergespr\u00e4chen antwortet, gef\u00e4hrdet die meteorische Schwebelage, die Barthes meint, mit jedem Wort.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Auf diese Liebeserkl\u00e4rung ans private Wettergespr\u00e4ch folgt eine Notiz, in der Barthes schreibt, das Wetter diene auch als politisches Alibi. Die Politik bem\u00fche das Wetter gerne dann, wenn sie an sich vorhersehbare Katastrophen, etwa Missernten, nicht verhindert habe. Das Wetter existiere so gesehen immer nachtr\u00e4glich, als Diskurs der Nicht-Verantwortlichkeit.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Barthes hat diese Notiz sp\u00e4ter wieder gestrichen, vermutlich war die Diskrepanz zur vorherigen \u00dcberlegung zu gro\u00df. Heute m\u00fcsste er sie noch aus anderen Gr\u00fcnden durchstreichen. Denn das Haltbarkeitsdatum des Wetter-Alibis ist im Anthropoz\u00e4n l\u00e4ngst \u00fcberschritten. Die Nicht-Verantwortlichkeit manifestiert sich als Ergebnis unverantwortlichen politischen und \u00f6konomischen Handelns im Wetter selber, wodurch es zu keiner Ausrede mehr taugt. Um die Ausrede ist es nicht weiter schade. Um die Unschuld des Wettergespr\u00e4chs schon.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\"><em>Der Literaturwissenschaftler <a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/www.germanistik.uni-muenchen.de\/personal\/ndl\/mitarbeiter\/grill_oliver\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oliver Grill<\/a> ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut f\u00fcr Deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Dieser Text entstand Anfang November 2021 w\u00e4hrend meines Gastaufenthaltes am Leibniz-Zentrum f\u00fcr Literatur- und Kulturforschung (ZfL) in Berlin. Grund des Aufenthalts war ein Gespr\u00e4ch mit Hanna Hamel \u00fcber ihr Buch <em>\u00dcberg\u00e4ngliche Natur. Kant, Herder, Goethe und die Gegenwart des Klimas <\/em>f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/podcast-buecher-im-gespraech.html\">Podcast des ZfL<\/a>. Zur gleichen Zeit fanden im schottischen Glasgow Demonstrationen von Klima-Aktivist*innen und auch der UN-Klimagipfel statt. Dieser Koinzidenz verdankt sich der vorliegende Beitrag.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ludwig Wittgenstein: <em>Bemerkungen \u00fcber die Philosophie der Psychologie,<\/em>\u00a0in: ders.: <em>Werkausgabe<\/em>, Bd.\u00a07: <em>Bemerkungen \u00fcber die Philosophie der Psychologie. Letzte Schriften \u00fcber die Philosophie der Psychologie<\/em>, hg.\u00a0von G.E.M. Anscombe, G.H. von Wright und Heikki Nyman, Frankfurt\u00a0a.M. 1980, S.\u00a0141 [I,\u00a0\u00a7750].<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Brief an Wilhelm B\u00fcchner vom 2.9.1836, in: Georg B\u00fcchner: <em>S\u00e4mtliche Werke, Briefe und Dokumente<\/em>, hg.\u00a0von Henri Poschmann unter Mitarbeit von Rosemarie Poschmann, 2\u00a0Bde, Frankfurt\u00a0a.M. 2006, Bd.\u00a02, S.\u00a0448.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Gustave Flaubert: <em>Bouvard et P\u00e9cuchet. Avec des fragments du \u203asecond volume\u2039, dont le Dictionnaire des id\u00e9es re\u00e7ues<\/em>, hg.\u00a0von St\u00e9phanie Dord-Crousl\u00e9, Paris 1999, S.\u00a0449.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Walter Benjamin: <em>Das Passagen-Werk<\/em>, in: ders.: <em>Gesammelte Schriften<\/em>, unter Mitwirkung von Theodor W. Adorno und Gershom Scholem hg. von Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenh\u00e4user, Bde. V.1\u20132, hg. von Rolf Tiedemann, hier Bd. V.1, Frankfurt a.M. 1982, S. 156f. [D I, 3].<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Friedrich Schleiermacher: <em>Vorlesungen zur Hermeneutik und Kritik, <\/em>in: ders.: <em>Kritische Gesamtausgabe, <\/em>im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Wissenschaften zu G\u00f6ttingen hg.\u00a0von G\u00fcnter Meckenstock u.a. 2.\u00a0Abt., Bd.\u00a04, hg.\u00a0von Wolfgang Virmond, Berlin\/Boston 2014, S.\u00a0123.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Roland Barthes: <em>La pr\u00e9paration du roman. I et II. Notes de cours et de s\u00e9minaires au Coll\u00e8ge de France 1978\u20131979 et 1979\u20131980<\/em>. Texte \u00e9tabli, annot\u00e9 et pr\u00e9sent\u00e9 par Nathalie L\u00e9ger, Paris 2003, S. 72. <\/span>\u00bb<span style=\"font-family: helvetica;\"><em>Gemeinsam<\/em> das Wetter beobachten = v\u00f6llige <em>Gleichg\u00fcltigkeit<\/em> dessen, wovon die Liebe spricht \/ nicht spricht. Unbedingte Zuneigungen [\u2026] k\u00f6nnen so, konnten so sich ergehen, leben, atmen in der s\u00fc\u00dfen Bedeutungslosigkeit des Redens: <em>Das <\/em>Wetter bringt also ein <em>Diesseits<\/em> der Sprache (des Diskurses) zum Ausdruck, ebendasjenige, um das es in der Liebe geht: Schmerz, den es bereitet, niemals mehr mit dem geliebten Wesen \u00fcber das Wetter sprechen zu k\u00f6nnen. Den ersten Schnee sehen und nicht mit ihm dar\u00fcber sprechen k\u00f6nnen, ihn f\u00fcr sich behalten m\u00fcssen.\u00ab Roland Barthes: <em>Die Vorbereitung des Romans. Vorlesung am Coll\u00e8ge de France 1978\u20131979 und 1979\u20131980<\/em>, aus dem Franz\u00f6sischen von Horst Br\u00fchmann, hg. von \u00c9ric Marty, Frankfurt a.M. 2008, S. 83.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Barthes: <em>La pr\u00e9paration du roman<\/em> (Anm. 7), S. 72.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Oliver Grill: Wettergespr\u00e4che. Sentimentalische Betrachtungen zu einem Sprachspiel, in: ZfL BLOG, 8.11.2021, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2021\/11\/08\/oliver-grill-wettergespraeche-sentimentalische-betrachtungen-zu-einem-sprachspiel\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2021\/11\/08\/oliver-grill-wettergespraeche-sentimentalische-betrachtungen-zu-einem-sprachspiel\/<\/a>].<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: helvetica;\">DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20211108-01\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20211108-01<\/a><\/span><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"ScholarlyArticle\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20211108-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2021\/11\/08\/oliver-grill-wettergespraeche-sentimentalische-betrachtungen-zu-einem-sprachspiel\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"WETTERGESPR\u00c4CHE. 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