{"id":2475,"date":"2022-02-16T10:27:58","date_gmt":"2022-02-16T08:27:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=2475"},"modified":"2025-02-28T17:34:44","modified_gmt":"2025-02-28T15:34:44","slug":"lukas-schemper-schiffbruch-der-zivilisation-ueberlegungen-zu-einer-metapher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/02\/16\/lukas-schemper-schiffbruch-der-zivilisation-ueberlegungen-zu-einer-metapher\/","title":{"rendered":"Lukas Schemper: SCHIFFBRUCH DER ZIVILISATION. \u00dcberlegungen zu einer Metapher"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Anfang Dezember 2021 besuchte Papst Franziskus auf seiner Griechenlandreise auch die Insel Lesbos und das dortige Fl\u00fcchtlingslager Kara Tepe, wo zu der Zeit etwa 2.500 Menschen lebten.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Kara Tepe ist das Nachfolgelager des 2020 abgebrannten Lagers Moria, wo der Papst schon 2016 war und dessen \u00dcberf\u00fcllung und hygienische Zust\u00e4nde das Versagen der europ\u00e4ischen Fl\u00fcchtlingspolitik drastisch vor Augen gef\u00fchrt hatten. Auch wenn sich die humanit\u00e4ren Zust\u00e4nde im Vergleich zu damals gebessert haben und bedeutend weniger Menschen in Kara Tepe untergebracht sind als im Vorg\u00e4ngerlager, so hat sich doch zwischen den beiden Papst-Besuchen in der europ\u00e4ischen Migrationspolitik nichts grunds\u00e4tzlich bewegt. Im Gegenteil. Wurden einzelne europ\u00e4ische Staaten damals noch von den Regierungen anderer Staaten sowie der Europ\u00e4ischen Kommission f\u00fcr das Errichten von Z\u00e4unen zur Abwehr von Migranten kritisiert, so haben mittlerweile mehrere Mitgliedsstaaten die EU gebeten, sie eben dabei zu unterst\u00fctzten.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Zudem kommt es wieder vermehrt zu Trag\u00f6dien durch das Kentern von Fl\u00fcchtlingsbooten. Mindestens 1.500 Menschen starben so 2021 allein im Mittelmeer.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Angesichts dieser best\u00fcrzenden Realit\u00e4t sprach der Papst in seiner Ansprache, wie schon f\u00fcnf Jahre zuvor, von einem \u00bbSchiffbruch der Zivilisation\u00ab. Das Mittelmeer als Wiege verschiedener Zivilisationen d\u00fcrfe sich nicht in einen \u00bbSpiegel des Todes\u00ab, das \u00bb<em>Mare Nostrum<\/em>\u00ab d\u00fcrfe sich nicht in ein \u00bbtrostloses <em>Mare Mortuum<\/em>\u00ab verwandeln.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Die Verwendung von Seefahrtmetaphern hat in der Geschichte des europ\u00e4ischen Denkens Tradition und mag daher nicht besonders originell erscheinen. Im Zusammenhang mit den im Mittelmeer und im \u00c4rmelkanal ertrinkenden Menschen entfaltet sie dennoch gro\u00dfe Wirkung. Dem physischen Untergang der Fl\u00fcchtlingsboote durch unterlassene Hilfeleistung wird der moralisch-zivilisatorische Untergang Europas, ja, der ganzen Menschheit an die Seite gestellt \u2013 denn wie der Papst betont, ist Migration nicht nur ein regionales, sondern ein globales Thema. Aufgrund ihrer Pr\u00e4gnanz wurde deshalb wohl auch genau diese Metapher aus der Rede des Papstes weltweit in die Titel der Zeitungsberichte gehievt. Aber was soll durch die Verwendung der Schiffbruchmetapher ausgedr\u00fcckt werden? Welche Funktion erf\u00fcllt sie? Und was ist \u00fcberhaupt mit Zivilisation gemeint?<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">Christliche Metaphorik?<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Da es sich beim Redner um das Oberhaupt der katholischen Kirche handelt, k\u00f6nnte man auf den ersten Blick einen Zusammenhang mit dem christlich-biblischen Topos vom Schiffbruch vermuten. Neben der alttestamentarischen Geschichte vom Propheten Jonas und dem Wal (die sowohl die Wandlung des vom Wal Ausgespienen als auch die bis in die Tiefen des Ozeans hinabreichende Allmacht Gottes verdeutlicht), f\u00e4llt einem auch der in der neutestamentarischen Apostelgeschichte enthaltene Schiffbruch des Paulus ein. Wie von einem Engel prophezeit, wird die ganze Besatzung des in Seenot geratenen Schiffes gerettet, mit dem der Gefangene Paulus transportiert wird. Interpretationen dieser Geschichte haben etwa den \u203aHeilssinn\u2039 der Rettung vor dem Schiffbruch hervorgehoben (die g\u00f6ttliche Mission des Paulus wird damit gew\u00e4hrleistet), oder die durch den Schiffbruch versinnbildlichte Z\u00e4sur zwischen heidnischer und christlicher Welt, in der alle Passagiere \u2013 ohne jegliche Unterscheidung \u2013 gerettet w\u00fcrden.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Dass alle Menschen als Geschwister gleicherma\u00dfen an der g\u00f6ttlichen Sch\u00f6pfung teilhaben sollen und daher auch jedes Menschenleben gerettet werden muss, ist sicherlich ein wichtiger Teil der Ansprache des Papstes.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Beim \u00bbSchiffbruch der Zivilisation\u00ab geht es aber weder um die Allmacht Gottes noch um den Heilssinn. Es geht vielmehr um den Verlust moralischer Werte. Lange Zeit durch den eurozentrischen Beigeschmack der <em>mission civilisatrice<\/em> zu Recht in Verruf geraten, scheint der Begriff der Zivilisation wieder in Gebrauch zu kommen.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Wie schon im 19. Jahrhundert umfasst er Normen und Institutionen, die es zu propagieren gilt. In diesem Fall erfolgt die Missionierung jedoch nicht in entlegenen Regionen der Erde, sondern in der eigenen Gesellschaft, die \u2013 denn das impliziert die Verwendung des Begriffs Zivilisation ja wohl \u2013 in die Barbarei zu fallen droht. Dies l\u00e4sst sich mit dem Schiffbruch gut veranschaulichen, denn sowohl im Deutschen als auch in den romanischen Sprachen (<em>naufrage<\/em>, <em>naufragio<\/em>, etc.) beinhaltet die entsprechende Bezeichnung das Wort \u203aBruch\u2039 (im Lateinischen <em>frangere<\/em>, \u203abrechen\u2039). Es ist ein Bruch, der f\u00fcr Tod und Endzeitstimmung stehen kann (wie dies etwa bei Jonas der Fall ist), aber auch allgemeiner f\u00fcr eine \u00bbexistentielle und gemeinschaftliche Bodenlosigkeit\u00ab,<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> die sich auf die Aufl\u00f6sung von Ordnung, Autorit\u00e4t und Moral \u2013 auch in einem ganz terrestrischen Kontext \u2013 beziehen kann. Auf Franz\u00f6sisch ist ein Schiff, das physisch Gefahr l\u00e4uft Schiffbruch zu erleiden, <em>en perdition<\/em>; genauso wie ein Mensch in moralischer Weise <em>en perdition<\/em> sein kann.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Das Schiffsungl\u00fcck der franz\u00f6sischen Fregatte M\u00e9duse im Jahre 1816 wurde wie kein anderes Ereignis zur Versinnbildlichung der Verbindung zwischen Schiffs- und Zivilisationsbruch, wobei die franz\u00f6sische \u00d6ffentlichkeit damals von Meuterei und Kannibalismus ebenso moralisch schockiert war wie von der Aufgabe der Besatzung durch den Kapit\u00e4n und die franz\u00f6sische Marine. Das Beispiel zeigt im \u00dcbrigen, dass ein Schiffbruch genauso viel \u00fcber das Schicksal der Ertrinkenden aussagen kann wie \u00fcber die Moral der Zuschauer, die wiederum Ausdruck der Verfassung einer Gesellschaft ist.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Was k\u00f6nnte man unserer Gesellschaft in ihrem Umgang mit Fl\u00fcchtenden attestieren? Zumindest zwei gro\u00dfe Normen werden gebrochen: die Verpflichtung zur Aufnahme Schutzsuchender und die Verpflichtung, in Seenot geratene Menschen zu retten. Was den ersten Punkt betrifft, so ist der Schutz von Fl\u00fcchtlingen in Europa eigentlich durch die v\u00f6lkerrechtliche Verpflichtung abgedeckt, dass Staaten die Rechte der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Menschen (Staatsb\u00fcrger wie Fremde) zu gew\u00e4hrleisten haben.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Die moralische Verpflichtung, auf See denjenigen, die in Gefahr sind, Hilfe zu leisten, gibt es seit hunderten von Jahren. Die H\u00e4ufung maritimer Unf\u00e4lle im 19. Jahrhundert gepaart mit humanit\u00e4ren Erw\u00e4gungen haben dieses Prinzip im 20. Jahrhundert dann in diverse internationale Konventionen einflie\u00dfen lassen.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Auch unter K\u00fcstenbewohnern hat sich seit dem 18. Jahrhundert eine Kultur des Rettens von Schiffbr\u00fcchigen entwickelt. Erkl\u00e4ren kann man das unter anderem mit der Schaffung finanzieller Anreize oder der Gr\u00fcndung professioneller Seenotrettungsgesellschaften.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Letztere stehen heute in ausl\u00e4nderfeindlichen Kreisen f\u00fcr ihre humanit\u00e4re Arbeit vermehrt in der Kritik.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die Rede des Papstes geht jedoch gar nicht im Detail auf diese konkreten rechtlichen oder gesellschaftlichen Normen ein, sondern bezieht sich viel allgemeiner auf \u00bb<em>christliche Wurzeln<\/em>\u00ab humanit\u00e4ren Denkens und Handelns.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Da alle Menschen Kinder Gottes sind, die dieser nach seinem Abbild schuf, m\u00fcssen sich auch alle Menschen geschwisterlich behandeln und jede*n an der Sch\u00f6pfung teilhaben lassen (ohne Gegenleistung zu verlangen). Das Handeln Jesu versinnbildlichte diese christliche Sozialt\u00e4tigkeit wie der Verweis des Papstes auf Mt 25,40\u201345 zeigt (\u00bbWas ihr f\u00fcr einen meiner geringsten Br\u00fcder getan habt, das habt ihr mir getan\u00ab). Der Einfluss dieses Gedankenguts auf die Entwicklung karitativer, sozialer und humanit\u00e4rer Initiativen bis in die Gegenwart ist unbestritten. Man denke nur an das calvinistische Umfeld der Rot-Kreuz-Gr\u00fcnder in Genf oder den Einfluss des Qu\u00e4kertums auf die Antisklavereibewegung. Das Gleichnis des Barmherzigen Samariters, auf das sich auch Papst Franziskus in seiner Rede bezieht, ein <em>spectacle de la souffrance<\/em>, wurde zum Paradigma des auf Mitgef\u00fchl basierenden humanit\u00e4ren Handelns <em>\u00e0 distance<\/em> schlechthin.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Man k\u00f6nnte versucht sein aus dieser Geschichte abzulesen (und Papst Franziskus tut dies in gewisser Weise auch), dass das Christentum moderne Menschenrechte bereits in biblischen Zeiten \u203aerfunden\u2039 hat. Dabei w\u00fcrde es reichen, in das 19. Jahrhundert zur\u00fcckzuschauen, um eine Kirche vorzufinden, die sich den heute gebr\u00e4uchlichen Menschenrechten, aufgefasst als Erbe des S\u00e4kularismus der franz\u00f6sischen Revolution, widersetzte. Sp\u00e4testens seit den 1940er Jahren haben sich christliche Kirchen jedoch Begriffe wie Menschenw\u00fcrde und Menschenrechte angeeignet und zu deren Verteidigung beigetragen.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Sie sind daher heute fester Bestandteil christlicher Moral und geh\u00f6ren auch zum Selbstverst\u00e4ndnis der genannten Zivilisation \u203amit christlichen Wurzeln\u2039, vor deren Untergang der Papst warnt.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">Eine Metapher f\u00fcr die globalisierte Welt<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">In einer Zeit globaler Herausforderungen wie Flucht, steigender Ungleichheit, Gef\u00e4hrdung von Rechtsstaatlichkeit, Klimawandel und Pandemien ist grenz\u00fcberschreitendes, moralisch richtiges Handeln erforderlich. Doch statt der vom Papst in seiner Rede geforderten <em>nationalen<\/em> Grenz\u00fcberschreitung zur L\u00f6sung der Probleme<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> kommt es lediglich zu <em>moralischen<\/em> Grenz\u00fcberschreitungen. Hier bietet sich die Metapher des Schiffbruchs offenkundig an, um das kollektive moralische Scheitern zu beschreiben. Statt des seit Aristophanes und Horaz gerne metaphorisch gebrauchten Staatschiffs<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> (das Schiff einer politischen Gemeinschaft) sehen Beobachter aktuell ein ganzes globales Zivilisationsschiff der Moralbefreiten auf Grund laufen. Dieses Bild des Niedergangs hat der franz\u00f6sisch-libanesische Schriftsteller Amin Maalouf in seinem 2019 erschienenen Buch <em>Le naufrage des civilisations<\/em> zum Leitmotiv erhoben.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die Migrationsfrage ist bei Maalouf nur Symptom eines viel gr\u00f6\u00dferen, globalen Schiffbruchs. Diese Metapher sei auf verschiedene Probleme anwendbar, die jedoch dem Autor zufolge alle in der arabisch-muslimischen Welt ihren Ausgang nehmen und sich wie Wellen \u00fcber den Globus ausbreiten. In einer Mischung aus autobiographischer Beobachtung und historisch-geopolitischer Skizze der vergangenen Jahrzehnte beschreibt Maalouf jene Momente der Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, an denen seiner Meinung nach das Zivilisationsschiff von seinem Kurs abkam und auf sein Kentern zusteuerte. Dies begann ihm zufolge mit der ungl\u00fccklichen Schaffung arabischer Staaten nach westlichen Vorstellungen in Folge des Ersten Weltkriegs. Andere Entwicklungen betreffen das Ausschalten moderner Eliten durch den Westen im Namen des Kampfes gegen den Kommunismus (Indonesien, Iran) und den Aufstieg eines sektenhaften islamischen Kommunitarismus. F\u00fcr die neuere Zeit konstatiert er eine Desillusionierung der Jugend aufgrund von Ungleichheit und mangels M\u00f6glichkeiten des sozialen Aufstiegs, aus der die Hinwendung zu falschen Vorbildern und der Aufstieg extremistischer identit\u00e4rer Ideologien folge. Dass sich die Erben der bedeutendsten antiken Zivilisationen in L\u00e4ndern wie Libyen, Syrien oder dem Irak in \u00bbw\u00fctende und rachs\u00fcchtige St\u00e4mme\u00ab verwandeln konnten, die Steinigungen und Enthauptungen durchf\u00fchren, ist f\u00fcr Maalouf besonders schmerzlich. Anstatt das Erbe der alten Zivilisationen anzutreten, \u00bbfl\u00fcchten sich ihre Bewohner auf Fl\u00f6\u00dfen wie eben nach einem Schiffbruch\u00ab (17).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Aber welcher Kurs w\u00e4re der richtige gewesen? Als Zivilisation definiert Maalouf alles was unsere Spezies geschaffen hat und worauf wir zu Recht stolz sein k\u00f6nnen. Besonders stolz ist er auf die Koexistenz verschiedener religi\u00f6ser, kultureller und sprachlicher Gemeinschaften wie sie bei der Gr\u00fcndung des Libanon geplant und gelebt, jedoch durch zahlreiche \u00e4u\u00dfere kriegerische Konflikte und Einflussnahmen zerm\u00fcrbt wurde. Er ist \u00fcberzeugt, dass die arabisch-muslimischen Gesellschaften \u2013 und damit die ganze Menschheit \u2013 eine andere Richtung eingeschlagen h\u00e4tten, wenn sie diese gelebten levantinischen Werte der Pluralit\u00e4t, Vernunft und Zukunftsgewandtheit \u00fcbernommen h\u00e4tten. Stattdessen erkennt Maalouf sowohl im arabisch-muslimischen Raum, als auch global eine Tendenz zu Separatismus, tribalem Egoismus und nationalen L\u00f6sungen, die sich bei globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel als fatal herausstellen. Europa habe nicht den Willen dazu, \u00bbeinen moralischen Kompass zu liefern\u00ab (308), ein \u00bbSteuermann\u00ab zu sein (310) \u2013 und der europ\u00e4ische Traum sei bereits dabei, Schiffbruch zu erleiden.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">Zwischen Ausweglosigkeit und Warnung<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Auf der einen Seite hat die Verwendung der Schiffbruchmetapher etwas Fatalistisches an sich. Maalouf sieht sich nicht nur als Beobachter des Schiffbruchs, sondern w\u00e4hnt sich mit allen Zeitgenossen an Bord des havarierenden Schiffes. Ein Ungl\u00fcck aber l\u00e4sst sich nicht vermeiden, wenn man nicht das Steuer in die Hand nimmt. Besonders dann, wenn \u00bbeine Spirale am Werk ist, die niemand absichtlich in Gang gesetzt hat, in die wir aber alle zwangsweise hineingezogen werden und die unsere Zivilisationen zu vernichten droht\u00ab (335). Auf der anderen Seite haben deklinistische Literatur und ihre Metaphern aber auch einen warnend-pr\u00e4ventiven Sinn: Entweder der Schiffbruch ist bereits im Gange, l\u00e4sst sich aber noch verhindern, oder er bietet die M\u00f6glichkeit f\u00fcr einen Neuanfang. Bei allem Pessimismus geht Maalouf davon aus, dass der Menschheit wie nie zuvor die Mittel zur Verf\u00fcgung stehen, um \u00bbeine \u00c4ra der Freiheit, des makellosen Fortschritts, der globalen Solidarit\u00e4t und des gemeinsamen Wohlstands\u00ab (15) einzul\u00e4uten. Und hofft, dass sie sich nicht so einfach mit der Vernichtung all dessen abfinden wird, was sie aufgebaut hat, sobald sie sich des nahenden Zusammenbruchs ihrer Zivilisation bewusst wird. Daher unterstreicht er die Notwendigkeit \u00bbzu warnen, zu erkl\u00e4ren, zu ermahnen und zu verhindern\u00ab (375).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Auch die Rede des Papstes ist eine Warnung. Sein L\u00f6sungsvorschlag zielt darauf ab, die der humanit\u00e4ren Situation zugrunde liegenden Ursachen anzugehen \u2013 darunter Ausbeutung der Armen, Waffenhandel und Krieg. Der Schiffbruch der Zivilisation sei zwar im Gange, aber man k\u00f6nne, man m\u00fcsse ihn stoppen. Dabei schreckt der Papst nicht vor Vergleichen mit dem Holocaust zur\u00fcck, wobei es ihm wohl nicht um eine fragw\u00fcrdige \u00c4quivalenz geht, sondern um das warnende Beispiel einer Katastrophe, die ebenfalls durch den schleichenden Verfall gesellschaftlicher Normen beg\u00fcnstigt wurde. Immerhin w\u00e4hlt der Papst ein Zitat des Holocaust\u00fcberlebenden Elie Wiesel, um seinen wichtigsten Vorschlag zu unterstreichen, n\u00e4mlich dass man im Anderen den gemeinsamen Ursprung durch das Menschsein erkennen k\u00f6nne. Man m\u00fcsse in ihm ein einzigartiges Individuum sehen, nicht nur die Kategorie des gesichtslosen Migranten.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Der franz\u00f6sische Philosoph Bernard-Henri L\u00e9vy, der immer wieder versucht hat, f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung humanit\u00e4rer Katastrophen zu mobilisieren, und im Scheitern einer humanen europ\u00e4ischen Fl\u00fcchtlingspolitik bereits 2013 einen \u00bbSchiffbruch Europas\u00ab sah,<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> will hier eine Reminiszenz an sein intellektuelles Vorbild Emmanuel Levinas erkennen, wenn der Papst uns auffordert, den angsterf\u00fcllten Gesichtern der \u00bbNackten und Hungrigen\u00ab in die Augen zu schauen.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Levinas, dessen Ideen durch seine Erfahrungen mit der Shoah gepr\u00e4gt waren, konzipierte eine Ethik, die das Leiden aus zwischenmenschlicher Perspektive erforschte. Erst durch das Ansehen des Antlitzes des Anderen w\u00fcrde man sich seiner Verantwortung f\u00fcr ihn\/sie bewusst und h\u00e4tte dann keine andere Wahl, als auf die Bed\u00fcrfnisse des Anderen zu reagieren um ihm\/ihr seine\/ihre Autonomie zur\u00fcckzugeben.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Eine solche Ethik k\u00f6nnte uns also den Weg zu einer Verhinderung des Schiffbruchs mit Totalschaden weisen. Ohne Zynismus, aber doch in kritischer Absicht muss man sich fragen, ob die p\u00e4pstliche Warnung ausreichend ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\"><em>Der Historiker <a href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/person\/schemper.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lukas Schemper<\/a> ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZfL in dem Projekt \u00bb<\/em><\/span><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\"><em><a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/projekt\/schiffbruch-und-lebensrettung-in-europaeischen-gesellschaften-seit-1800.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Archipelagische Imperative. Schiffbruch und Lebensrettung in europ\u00e4ischen Gesellschaften seit 1800<\/a><\/em><\/span><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\"><em>\u00ab.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. z.\u00a0B. Dominik Straub: \u00bbFl\u00fcchtlinge: Papst Kritisiert \u203aSchiffbruch der Zivilisation\u2039\u00ab, in: <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000131678910\/fluechtlinge-papst-kritisiert-schiffbruch-der-zivilisation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Der Standard<\/em><\/a>, 5.12.2021; Nektaria Stamouri: \u00bbPope Francis Denounces Europe\u2019s Migrant Crisis as \u203aShipwreck of Civilization\u2039\u00ab, in: <a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/article\/pope-francis-europe-migrant-crisis-shipwreck-of-civilization\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Politico<\/em><\/a>, 5.12.2021; C\u00e9cile Chambraud: \u00bb\u203aArr\u00eatons ce naufrage de civilisation\u202f!\u2039: Le discours cinglant du pape Fran\u00e7ois \u00e0 l\u2019UE sur la question migratoire\u00ab, in: <a href=\"https:\/\/www.lemonde.fr.\/international\/article\/2021\/12\/05\/le-pape-francois-a-lesbos-arretons-ce-naufrage-de-civilisation_6104799_3210.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Le Monde<\/em><\/a>, 5.12.2021.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. Jacopo Barigazzi: \u00bbEU\u2019s External Walls Are Dividing Bloc Internally\u00ab, in: <a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/article\/eu-external-border-walls-divide-countries-internally-poland-belarus-hungary\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Politico<\/em><\/a>, 20.11.2021.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. \u00bbShipwrecked Refugee Crossings Leave 164 Dead in Mediterranean, Says UN\u00ab, in: <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2021\/dec\/21\/shipwrecked-migrant-crossings-leave-164-dead-in-mediterranean-says-un\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>The Guardian<\/em><\/a>, 21.12.2021.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/speeches\/2021\/december\/documents\/20211205-grecia-rifugiati.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ansprache von Papst Franziskus<\/a>, Apostolische Reise von Papst Franziskus nach Zypern und Griechenland (2.\u20136. Dezember 2021), Besuch bei Fl\u00fcchtlingen, Aufnahmezentrum in Mytilene, 5.12.2021.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Die betreffenden Bibelstellen sind Buch Jona 1,1\u20132,11 und Apostelgeschichte 27,1\u201327,44. F\u00fcr eine genauere Besprechung dieser biblischen Schiffbr\u00fcche vgl. Burkhardt Wolf: <em>Fortuna di Mare: Literatur und Seefahrt<\/em>, Z\u00fcrich 2013, S. 67\u201171.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Der Globalhistoriker J\u00fcrgen Osterhammel hat vor Kurzem den in fr\u00fcheren Zeiten verbreiteten Begriff der Zivilit\u00e4t (<em>civility<\/em>) ins Spiel gebracht, um interkulturell g\u00fcltige Formen des Anstands und moralisch \u203aguten\u2039 Handelns zu bezeichnen: J\u00fcrgen Osterhammel: \u00bbEpilogue: From Civilizing Missions to the Defence of Civility\u00ab, in: Boris Barth\/Rolf Hobson: <em>Civilizing Missions in the Twentieth Century<\/em>, Leiden 2020, S. 209\u2013228.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Wolf: Fortuna di Mare (Anm. 5), S. 16\u00a0f.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Vgl. Gilbert Buti\/Alain Cabantous: <em>De Charybde en Scylla: risques, p\u00e9rils et fortunes de mer du XVIe si\u00e8cle \u00e0 nos jours<\/em>, Paris 2018, S. 141\u00a0f.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Dies ist eine Untersuchungsrichtung, die u.a. vom zu diesem Thema wegweisenden Blumenberg eingeschlagen wurde: Hans Blumenberg: <em>Schiffbruch mit Zuschauer: Paradigma einer Daseinsmetapher<\/em>, Frankfurt a.\u00a0M. 1979.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vgl. Manfred Nowak\/Antonia Walter: \u00bbFlucht und Asyl in der Geschichte der Menschenrechte\u00ab, in: <em>\u00d6sterreichische Zeitschrift f\u00fcr Geschichtswissenschaften<\/em> 28.2 (2017), S. 170\u2013192, hier S. 170.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Vgl. Felicity G. Attard: <em>The Duty of the Shipmaster to Render Assistance at Sea under International Law<\/em>, Leiden 2021, S.\u00a018\u201128.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vgl. Buti\/Cabantous: <em>De Charybde en Scylla <\/em>(Anm. 8), S. 250\u2011252.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Ansprache des Papstes (Anm. 4).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Die Szene aus Lukas 10,25\u201337 wird ausf\u00fchrlich diskutiert in Luc Boltanski: <em>La souffrance \u00e0 distance: Morale humanitaire, m\u00e9dias et politique<\/em>, Paris 1993.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Vgl. zum Einfluss der christlichen Religionen auf die Konzeption der Menschenrechte Samuel Moyn: <em>Christian Human Rights<\/em>, Philadelphia 2015.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> In der Ansprache des Papstes hei\u00dft es: \u00bbF\u00fcr eine Wendung zum Guten braucht es keine unilateralen Aktionen, sondern eine weitreichende Politik\u00ab und, Elie Wiesel zitierend: \u00bbWenn Menschenleben in Gefahr sind, wenn die Menschenw\u00fcrde in Gefahr ist, werden nationale Grenzen irrelevant\u00ab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Zur Geschichte dieses Begriffes und besonders seiner Anwendung im Zusammenhang mit Europa auf supranationaler Ebene vgl. Stephan Leibfried: \u00bbStaatsschiff Europa\u00ab, in: <em>Aus Politik und Zeitgeschichte<\/em> 18 (2010), S. 41\u201346.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Amin Maalouf: <em>Le naufrage des civilisations<\/em>, Paris 2019 (alle weiteren Zitate in meiner \u00dcbersetzung direkt im Text).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> \u00bbDa ich mich an unseren gemeinsamen Ursprung erinnere, n\u00e4here ich mich den Menschen, meinen Geschwistern. Da ich mich weigere zu vergessen, ist ihre Zukunft genauso wichtig wie meine\u00ab, Elie Wiesel, zit. nach Ansprache des Papstes (Anm. 4).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Bernard-Henri L\u00e9vy: \u00bbLampedusa\u202f: Le Naufrage de l\u2019Europe\u00ab, in: <a href=\"https:\/\/laregledujeu.org\/2013\/10\/13\/14411\/lampedusa-le-naufrage-de-leurope\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>La R\u00e8gle du Jeu<\/em><\/a>, 13.10.2013.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Bernard-Henri L\u00e9vy: \u00bbSchiffbruch der Zivilisation\u00ab, in: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/papst-franziskus-lesbos-bernard-henri-levy-mavrovouni-1.5482194\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em><\/a>, 7.12.2021.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Vgl. Emmanuel Levinas: <em>De Dieu qui vient \u00e0 l\u2019id\u00e9e<\/em>, Paris 1992, S.\u00a0231\u2011258.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Lukas Schemper: Schiffbruch der Zivilisation. \u00dcberlegungen zu einer Metapher, in: ZfL BLOG, 16.2.2022, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/02\/16\/lukas-schemper-schiffbruch-der-zivilisation-ueberlegungen-zu-einer-metapher\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/02\/16\/lukas-schemper-schiffbruch-der-zivilisation-ueberlegungen-zu-einer-metapher\/<\/a>].<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: helvetica;\">DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20220216-01\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20220216-01<\/a><\/span><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"ScholarlyArticle\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20220216-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/02\/16\/lukas-schemper-schiffbruch-der-zivilisation-ueberlegungen-zu-einer-metapher\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"SCHIFFBRUCH DER ZIVILISATION. \u00dcberlegungen zu einer Metapher\",\n  \"author\": {\n    \"name\": \"Lukas Schemper\",\n    \"givenName\": \"Lukas\",\n    \"familyName\": \"Schemper\",\n    \"@type\": \"Person\",\n    \"@id\": \"0000-0002-1014-9330\"\n  },\n  \"inLanguage\": \"de\",\n  \"dateCreated\": \"2022-02-16\",\n  \"datePublished\": 2022,\n  \"schemaVersion\": \"http:\/\/datacite.org\/schema\/kernel-4\",\n  \"publisher\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"Leibniz-Zentrum f\u00fcr Literatur- und Kulturforschung \"\n  },\n  \"provider\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"datacite\"\n  }\n}\n<\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang Dezember 2021 besuchte Papst Franziskus auf seiner Griechenlandreise auch die Insel Lesbos und das dortige Fl\u00fcchtlingslager Kara Tepe, wo zu der Zeit etwa 2.500 Menschen lebten.[1] Kara Tepe ist das Nachfolgelager des 2020 abgebrannten Lagers Moria, wo der Papst schon 2016 war und dessen \u00dcberf\u00fcllung und hygienische Zust\u00e4nde das Versagen der europ\u00e4ischen Fl\u00fcchtlingspolitik drastisch <a class=\"read-more-link\" href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/02\/16\/lukas-schemper-schiffbruch-der-zivilisation-ueberlegungen-zu-einer-metapher\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,458,19],"tags":[162,93,121,228,588,586,587,466,589],"class_list":["post-2475","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ad-hoc","category-jahresthema-epochenwenden","category-lektueren","tag-europa","tag-lebenswissen","tag-metapher","tag-metaphorologie","tag-migration","tag-papst-franziskus","tag-schiffbruch","tag-seenotrettung","tag-zivilisation"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2475","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2475"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2475\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3570,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2475\/revisions\/3570"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2475"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2475"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2475"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}