{"id":2687,"date":"2022-09-20T09:29:30","date_gmt":"2022-09-20T07:29:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=2687"},"modified":"2025-02-28T17:02:33","modified_gmt":"2025-02-28T15:02:33","slug":"eva-stubenrauch-die-krise-der-zeitdiagnostik-reckwitz-rosa-und-die-gesellschaftstheorie-der-gegenwart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/09\/20\/eva-stubenrauch-die-krise-der-zeitdiagnostik-reckwitz-rosa-und-die-gesellschaftstheorie-der-gegenwart\/","title":{"rendered":"Eva Stubenrauch: DIE KRISE DER ZEITDIAGNOSTIK. Reckwitz, Rosa und die Gesellschaftstheorie der Gegenwart"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Die Gegenwart wurde in den vergangenen Jahrzehnten so oft diagnostiziert wie nie zuvor. Seit den 1980er Jahren, angefangen bei Ulrich Becks \u203aRisikogesellschaft\u2039, h\u00e4ufen sich entsprechende Zuschreibungen:<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> \u203aErlebnisgesellschaft\u2039, \u203aInformationsgesellschaft\u2039, \u203aPostdemokratie\u2039, \u203abreite Gegenwart\u2039, \u203aRetrotopia\u2039 und dergleichen mehr. Wie der Begriff und die in ihm angelegte medizinische Semantik schon andeuten, geht mit der Zeitdiagnostik immer eine Kritik an der Gegenwart einher.<!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Bereits am Ende des 18. Jahrhunderts, als sie noch nicht so genannt, aber in geschichtsphilosophischen Abhandlungen schon praktiziert wurde, fiel die Diagnose der Gegenwart meistens schlecht aus. Von Rousseau \u00fcber Kant bis hin zu G\u00f6rres und Fichte wurde die eigene Zeit als Phase der Unordnung, \u00dcberg\u00e4rung und Ersch\u00f6pfung wahrgenommen \u2013 allerdings auch als Grundbedingung f\u00fcr einen Umschwung zum Besseren. Die Zukunft sollte Chaos in Ordnung, F\u00e4ulnis in Klarheit und M\u00fcdigkeit in Tatkraft transformieren, dessen waren sich die Gegenwartsdeuter der Aufkl\u00e4rung noch sicher. Auch um 1900, als Karl Mannheim den Terminus \u203aZeitdiagnostik\u2039 pr\u00e4gte,<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> ging es darum, die zerrissene, stagnierende Zeit zu tadeln. \u00c4quivalent zum Arzt, der eine Krankheit feststellt, sollte die noch junge Disziplin der Soziologie die Patientin \u203aZeit\u2039 als \u00bbunsere gesamte Seins- und Denklage im Querschnitt\u00ab auf ihre Fehlstellungen \u00fcberpr\u00fcfen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Anders als in der Aufkl\u00e4rung schien der Wandel zum Besseren im Fin de Si\u00e8cle weniger wahrscheinlich und nur mehr mit radikalen Mitteln erreichbar zu sein, wie die Aufrufe zum Umsturz der Verh\u00e4ltnisse bei Nietzsche oder der Klassischen Avantgarde zeigen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Die Zeitdiagnostik der Moderne hat also einen Hang zur Totalisierung und Defizitorientierung: Die \u203aDiagnose\u2039 war in den vergangenen Jahrhunderten dazu da, die Krankheit der gesamten Gesellschaft festzustellen, um im besten Falle in einem n\u00e4chsten Schritt Therapiem\u00f6glichkeiten vorzuschlagen, auf jeden Fall aber durch die Kritik am Ist-Zustand verborgene Missst\u00e4nde und auch Fehlmedikationen zu entlarven. Diese Form der Kritik ist heute zunehmend in Verruf geraten. So unterzog Bruno Latour den modernen Gestus der kritischen Entlarvung einer grundlegenden Revision. Indem die Gesellschaftstheorie in einem selbstgerechten Herrschaftsmodus die Bedeutsamkeit, die Menschen den Dingen verleihen, entweder als Fetisch oder als physiologischen Zwang abgetan habe, sei sie ihrer sozialen Geltung verlustig gegangen: \u00bbIs it so surprising, after all, that with such positions given to the object, the humanities have lost the hearts of their fellow citizens, that they had to retreat year after year, entrenching themselves always further in the narrow barracks left to them by more and more stingy deans? The Zeus of Critique rules absolutely, to be sure, but over a desert.\u00ab<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> F\u00fcr andere Stimmen, vornehmlich aus den Gender, Postcolonial und Queer Studies, ist es an der Zeit, die Kombination aus Verdacht, Selbstvertrauen und Entr\u00fcstung, die die Tradition der Kritik mit sich bringt,<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> zugunsten einer st\u00e4rkeren Involviertheit und N\u00e4he zu den besprochenen Gegenst\u00e4nden abzuschw\u00e4chen, emotionale Reaktionen zuzulassen und \u00dcberforderungen einzugestehen.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Nicht nur die der Kritik inh\u00e4rente Differenz von Subjekt und Objekt, sondern auch der Versuch einer Gesamtansicht muss heute \u2013 angesichts der gesteigerten Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die gewaltsame Seite von Homogenisierung und Repr\u00e4sentation \u2013 mit starkem Gegenwind rechnen. Wie ist, so kann man fragen, Zeitdiagnostik im \u203aZeitalter der Postkritik\u2039 \u00fcberhaupt noch m\u00f6glich?<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Dieser Herausforderung stellten sich unl\u00e4ngst die beiden Soziologen Andreas Reckwitz und Hartmut Rosa mit ihrem Buch <em>Sp\u00e4tmoderne in der Krise. Was leistet die Gesellschaftstheorie?<\/em>.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Ausgehend von der Beobachtung, dass aktuell und ausgel\u00f6st von den Krisen der letzten Jahre ein gro\u00dfes \u00f6ffentliches Bed\u00fcrfnis nach Gegenwartsdeutung herrsche, die Soziologie aber erstaunlich nachl\u00e4ssig mit ihrer Aufgabe der Zeitkritik umgehe, formulieren Reckwitz und Rosa in einer gemeinsamen Einleitung ihren Anspruch, ein \u00bb<em>big picture<\/em>\u00ab zu entwerfen (S.\u00a011). Dazu dient ihnen die Gesellschaftstheorie, die dann auch die Soziologie in ihre angestammte Position als \u00bbKrisenwissenschaft\u00ab zur\u00fcckr\u00fccken soll (S.\u00a015). Ihrem Vorhaben widmen Reckwitz und Rosa jeder ein gro\u00dfes Kapitel, in dem sie zuerst ihre Theoriebegriffe kl\u00e4ren, dann ihre jeweiligen Deutungsans\u00e4tze vorstellen und im Anschluss die Reichweite ihres Ansatzes reflektieren bzw. \u2013 \u00bbtherapeutisch-transgressiv\u00ab \u2013 Alternativen zum kritikw\u00fcrdigen Zustand der Gegenwartsgesellschaft formulieren (S.\u00a0224).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif; color: #e63348;\">* * *<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Wie zu erwarten war, schl\u00e4gt Andreas Reckwitz einen praxeologischen Ansatz der Gesellschaftsanalyse vor. Sozialtheorien m\u00fcssen demnach verschiedene Ebenen kultureller Praktiken mit einbeziehen, vor allem die Interaktion zwischen K\u00f6rpern und Artefakten, die Prozesse der Subjektivierung sowie die Wissensordnungen, die den Handlungen der Menschen Sinn verleihen (vgl. S. 53\u201359). F\u00fcr Reckwitz sind (Gesellschafts-)Theorien keine in sich geschlossenen Systeme, sondern flexible Werkzeuge, die an ihrer \u00bbInspirationsf\u00e4higkeit\u00ab gemessen werden k\u00f6nnen (S. 46). Ohne den Anspruch, mit einer einzigen Theorie systematisch alle Aspekte der konkreten gesellschaftlichen Realit\u00e4t erfassen zu k\u00f6nnen, pl\u00e4diert er unter dem Leitgedanken \u203aTheorie als Werkzeug\u2039 f\u00fcr die Kombination der flexiblen und wandelbaren Praxistheorie mit anderen Theorien (vgl. S. 49). Eine praxeologische Theorie diene vor allem dazu, im Vergleich mit anderen Gesellschaften grundlegende gesellschaftliche Dynamiken zu erkennen, die sich in Praktiken, Diskursen, Subjektkonzepten und Lebensformen materialisieren bzw. in diesen ausgebildet und verstetigt werden. Die Moderne habe drei dominante Grundmechanismen ausgebildet, mit denen sich ihre Ambivalenzen erkl\u00e4ren und ihre Transformationen von der b\u00fcrgerlichen zur Sp\u00e4tmoderne beobachten lie\u00dfen: die \u00d6ffnung und Schlie\u00dfung von Kontingenz, die Spannung zwischen Allgemeinem und Besonderem und die paradoxe Zeitlichkeit, in der sich Fortschrittsglaube und Verlustangst komplement\u00e4r zueinander verhalten.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><span style=\"color: #e63348;\">(I)<\/span> In Anlehnung an seine fr\u00fcheren Schriften bestimmt Reckwitz die b\u00fcrgerliche Moderne anhand dieser drei Grundmechanismen als das dominante Gesellschaftsmodell des langen 19. Jahrhunderts, das industrielles, epistemologisches und technisches Wachstum mit der Normierung einer b\u00fcrgerlichen Lebensform verkn\u00fcpft, die wiederum eine sozialistische und gegenkulturelle Kritik hervorruft. Die B\u00fcrokratisierung als \u00bbdoing generality\u00ab korreliere mit der Feier des kreativen Subjekts (\u00bbdoing singularity\u00ab), die sich beispielsweise im Geniekult der modernen Literatur ausdr\u00fccke (S.\u00a0102\u00a0f.). Die Zeit der b\u00fcrgerlichen Moderne sei insofern paradox strukturiert, als sich der Wert von Innovation und Neuigkeit mit einer beharrlichen Verlustangst paare, die durch das Schwinden der Gemeinschaft, der Religion oder der d\u00f6rflichen Ordnung ausgel\u00f6st werde.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><span style=\"color: #e63348;\">(II)<\/span> Das auf das b\u00fcrgerliche Gesellschaftsmodell folgende Modell der Industriemoderne habe seit seiner Emergenz im fr\u00fchen 20. Jahrhundert mehrere Sch\u00fcbe der Kontingenz\u00f6ffnung, aber auch der Gleichschaltung hervorgebracht. In der nie dagewesenen \u00bbTotalrationalisierung und Mobilisierung\u00ab der Gesellschaft dr\u00fcckten sich zugleich der Wunsch nach einzelstaatlicher Souver\u00e4nit\u00e4t und permanenter Erneuerung aus (S. 106). Der auf medientechnologische Fortschritte reagierende Starkult des 20.\u00a0Jahrhunderts habe einen Ausweg aus der massenkulturellen Konsum\u00e4sthetik geboten. Und schlie\u00dflich sei an Gegenkulturen wie der Klassischen Avantgarde am besten abzulesen, wie sich Zeitkritik und \u2011emphase wechselseitig befruchteten (vgl. S. 107 f.).<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><span style=\"color: #e63348;\">(III)<\/span> In der Sp\u00e4tmoderne, die sich im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts aus ihren Vorl\u00e4ufermodellen entwickelt habe, sieht Reckwitz eine nochmalige \u00d6ffnung der Kreativit\u00e4ts- und Emotionskultur, die mit der ebenfalls gesteigerten Gleichschaltung im kapitalistischen Wettbewerb in einem Spannungsverh\u00e4ltnis stehe. Insgesamt herrscht im sp\u00e4tmodernen Gesellschaftsmodell nach Reckwitz eine Logik der Komplementarit\u00e4t: Die kreative Selbstentfaltung wird zum kollektiven Zwang; die Bildung einer singul\u00e4ren oder kollektiven politischen Identit\u00e4t wird zum Mainstream (vgl. S. 114\u2013117). Die Zeitlichkeit der Sp\u00e4tmoderne zehrt einerseits von den utopischen Zukunftsversprechungen der Digitalisierung, ist angesichts der drohenden Klimakatastrophe andererseits aber auch von einem Zukunftsverlust gepr\u00e4gt. In einem Unterkapitel bespricht Reckwitz die \u00bbKrisenmomente der Sp\u00e4tmoderne\u00ab als Verl\u00e4ngerung der modernen \u00bb<em>Dauerkrise<\/em>\u00ab (S.\u00a0119), er bemerkt jedoch auch, wie sich die Krisenkonstellationen in den letzten Jahrzehnten verdichtet h\u00e4tten: \u00bbVerlusterfahrungen werden in der Gegenwart gleichsam selbst zu einem identit\u00e4tsstiftenden Element, was dem Fortschrittsnarrativ der Moderne [\u2026] eklatant widerspricht.\u00ab (S.\u00a0128)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Um die Krisen der Sp\u00e4tmoderne zu erkl\u00e4ren, sucht Hartmut Rosa im zweiten Teil des gemeinsamen Buches nach dem \u00bbBest Account\u00ab (S.\u00a0165) der Gesellschaftstheorie. Er findet ihn in der Zusammenschau von Sozialformationen und Antriebsenergien. Strukturelle und kulturelle Dynamiken, die Perspektiven der dritten und ersten Person, m\u00fcssten in einer gesellschaftstheoretischen Metaperspektive immer zusammenwirken, denn nur so seien die Entwicklungen, Paradoxien und Krisen der modernen Formation angemessen beschreibbar (vgl. S.\u00a0174 f.). Auch Rosa kn\u00fcpft an fr\u00fchere Schriften an und bezieht die Konzepte \u203aBeschleunigung\u2039 und \u203aResonanz\u2039 in seine Argumentation mit ein. Reckwitz nicht un\u00e4hnlich identifiziert er makroepochale Dynamiken der Moderne, wenn er die \u00bbdynamische Stabilisierung\u00ab als Grundbewegung moderner Gesellschaften vorschl\u00e4gt (vgl. S.\u00a0179). Demnach seien Gesellschaften seit dem sp\u00e4ten 18. Jahrhundert darauf verwiesen, sich durch Fortschritt und Innovation permanent zu verbessern, um ihren Status quo zu wahren. Die fortw\u00e4hrende Steigerung sei keine Reaktion auf \u00e4u\u00dferen Druck, sondern \u00bbdie endogene Systemlogik selbst\u00ab (S. 187). Damit diese gesamtgesellschaftliche Optimierung \u00fcberhaupt umgesetzt werden k\u00f6nne, bed\u00fcrfe die moderne Sozialformation bestimmter Antriebsenergien. Nach Rosa vollzieht das moderne Subjekt die permanente Leistungssteigerung, weil es \u2013 im Negativen \u2013 Angst vor dem Abstieg und dem \u00dcberwundenwerden versp\u00fcrt und \u2013 im Positiven \u2013 das Begehren nach einer gr\u00f6\u00dferen individuellen Reichweite (vgl. S.\u00a0191\u2013200).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Die Kosten dieser Steigerungsdynamik best\u00fcnden erstens in der potenziellen \u00dcberlastung der Systeme, wobei hier Institutionen und Individuen gleicherma\u00dfen betroffen seien. Zweitens mache sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter eine auf die stetige Akkumulation folgende soziale Ungleichheit breit, die zu einer verminderten Zustimmung unter den Subjekten des Fortschritts f\u00fchre (vgl. S. 204 f.). Und drittens werde die so schmerzlich begehrte \u203aWeltreichweite\u2039 mit Ohnmacht und Entfremdung bezahlt, die sich einstellen, wenn moderne Allmachtsfantasien auf die Porosit\u00e4t von Natur und Politik oder auf die Unkontrollierbarkeit technologischer Errungenschaften wie der Atomkraft prallen (vgl. S. 215\u2013220). Bis hierhin liest sich diese Klassifikation der modernen Entwicklungsdynamik wie eine weitere Modernethese, die noch nichts Spezifisches \u00fcber die Konstellationen der Gegenwart verr\u00e4t. In \u00dcbereinstimmung mit seinem Kollegen beobachtet Hartmut Rosa nun allerdings in der Sp\u00e4tmoderne eine ansteigende Verdichtung struktureller und kultureller Krisen: Die Finanzkrise, die Krise der Demokratie, der \u00d6kologie und der psychischen Gesundheit (Stichwort: Burnout) zeigen, dass die Sp\u00e4tmoderne sukzessive ausbrennt. Sein abschlie\u00dfendes Kapitel widmet er dann auch, in \u00dcbereinstimmung mit seinen fr\u00fcheren Erkenntnissen, der Resonanz als einem Modus der Therapie.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">F\u00fcr die strukturelle Dimension schl\u00e4gt Rosa eine Mentalit\u00e4t des Postwachstums vor: Mit der Erneuerung der Produktionsverh\u00e4ltnisse und der Umpolung der \u00f6konomischen Aufmerksamkeit \u2013 von den Konsument:innen auf die Produzent:innen \u2013 k\u00f6nne Weltentfremdung bek\u00e4mpft werden. Hinzukommen m\u00fcsse dann nur noch die Minderung der Angst als negativer Antriebsenergie des modernen Subjekts durch Modelle wie das bedingungslose Grundeinkommen und die Umwertung der positiven Antriebsenergie, die von Verf\u00fcgbarmachung auf Resonanz gestellt werden solle. Resonanz anzustreben bedeute dann n\u00e4mlich, seine Energien auf einen Zustand zwischen aktiv und passiv zu richten, auf einen Zustand der Relationalit\u00e4t mit der Welt und ihren Dingen, der echte und tiefgreifende Erfahrungen zulasse. Mit Rekurs auf Maurice Merleau-Ponty und Bruno Latour bedient sich Rosa der Resonanz zur Plausibilisierung des Unverf\u00fcgbaren als einer Art post-sp\u00e4tmoderner Utopie. Diese setze \u00bbvoraus, dass das Gegen\u00fcber als <em>Differentes<\/em> erfahren und akzeptiert wird, und in der Begegnung mit diesem Differenten liegen unaufhebbar auch <em>Spannung<\/em> und <em>Irritation<\/em>; in der Ber\u00fchrung liegt das Wagnis des Verletzens und Verletztwerdens, und in der Transformation liegt auch Gefahr: Resonanz ist niemals risikofrei\u00ab (S. 246). <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Bringt man Rosas Worte in ein Verh\u00e4ltnis zur Performanz seiner Aussagen, vergleicht man also Semantik und Argumentationsstruktur, k\u00f6nnte man stutzig werden: Rosa vertritt in seiner gesamten Argumentation die typische Haltung der modernen Zeitdiagnostik, die im selben Kontext entstand wie die Geschichtsphilosophie und die Kulturkritik<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> und die notwendigerweise von einer Distanz zwischen urteilendem Subjekt und der \u203aZeit\u2039 als Objekt der Beurteilung ausgeht.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Seine Blickposition macht er auch mehrfach transparent, etwa wenn er kritikw\u00fcrdige Zust\u00e4nde, die \u00bbPathologien\u00ab der Zeit und das \u00bbLeiden der Subjekte\u00ab als Ausgangspunkt seiner \u00bbIrritation\u00ab benennt, die ihn zu \u00bbDiagnose\u00ab und \u00bb<em>Therapie<\/em>\u00ab veranlassen (S. 177\u00a0f.). Trotz der problematischen Implikationen sei die Haltung des Diagnostikers notwendig, um den \u00bbBest Account\u00ab der Gesellschaftsanalyse leisten zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Diese Haltung verbindet er nun jedoch mit dem Sprechmodus der aktuellen Theoriestr\u00f6mungen, die eine \u00dcberwindung der modernen Subjekt-Objekt-Differenz und eine Dezentrierung des kritischen Individuums anstreben. Fest verankert in der Tradition der modernen Soziologie, die ja die Zeitdiagnostik als kritische Analyse der gesellschaftlichen Totalit\u00e4t sowie als Entlarvung abzulehnender Zeittendenzen fasste, pl\u00e4diert Rosa f\u00fcr die Relationalit\u00e4t allen Seins, in der seine beanspruchte souver\u00e4ne Sprechposition \u00fcberhaupt nicht eingenommen werden k\u00f6nnte. In anderen Worten: Mit der Referenz auf Latour und die Semantik des <em>ontological turns<\/em><a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> verstrickt sich Hartmut Rosa in einen performativen Widerspruch, wenn er genau die Pr\u00e4missen der Kritik umsetzt, gegen die sich Latour so emphatisch zur Wehr setzt.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif; color: #e63348;\">* * *<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Wie l\u00e4sst sich dieser performative Widerspruch erkl\u00e4ren? Meine These lautet, dass er auf eine tiefe gegenw\u00e4rtige Krise der Zeitdiagnostik verweist. Der Versuch, einen Modus des Urteilens, der auf einer subjektiven Gesamtsicht sowie auf Distanz und Abwertung des Beurteilten aufbaut, in eine Zeit zu integrieren, in der intensiv \u00fcber Alternativen zum Hochmut, Zynismus und Fatalismus akademischer Kritik diskutiert wird,<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> hat notgedrungen ein Legitimationsproblem. In einer Abwandlung des B\u00f6ckenf\u00f6rde-Diktums k\u00f6nnte man sagen: Die gegenw\u00e4rtige Zeitdiagnostik lebt von Voraussetzungen, die sie selbst nicht mehr guthei\u00dfen kann.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Dass Andreas Reckwitz und Hartmut Rosa \u00fcber die aktuellen Revisionen der Kritik gut informiert sind, erkl\u00e4rt ihre stellenweise etwas z\u00f6gerliche Kombination von Zeitdiagnostik und Postkritik, etwa dort, wo Reckwitz die Kritik an der Kritik mit seinem Interesse f\u00fcr die kritisierten Gegenst\u00e4nde entkr\u00e4ften will. Latours Einwand, statt einer kritischen eine Haltung der Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die \u203aDinge von Belang\u2039 zu kultivieren, begegnet Reckwitz mit der Versicherung, sich seinen Objekten durchaus \u00bbmit einer anhaltenden positiven Faszination\u00ab zu n\u00e4hern (S.\u00a0141). Mit Bezug auf seine Untersuchungen des sp\u00e4tmodernen Kreativit\u00e4tskults r\u00e4umt er ein: \u00bbDie kritische Sorge um die Verabsolutierung der Norm der Kreativit\u00e4t geht vielmehr Hand in Hand mit einem prinzipiellen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Wert des Sch\u00f6pferisch-Originellen in der Moderne.\u00ab (Ebd.)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Doch sind \u00bbkritische Sorge\u00ab und \u00bbprinzipielle[s] Verst\u00e4ndnis\u00ab tats\u00e4chlich Haltungen der Kritik, die einer postkritischen Revision standhalten w\u00fcrden? Latour geht es in seiner Kritik an der Kritik schlie\u00dflich nicht nur um eine Wertsch\u00e4tzung der Gegenst\u00e4nde, sondern um die fundamentale Einsicht in die Relation, die zwischen dem vermeintlich souver\u00e4nen Kritiker und dem Kritisierten besteht, sowie um die Bedeutsamkeit der kritisierten Gegenst\u00e4nde f\u00fcr die Lebensformen der Menschen um sie herum.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Mit seinem im Schlussgespr\u00e4ch ge\u00e4u\u00dferten \u00bbVerdacht\u00ab, \u00bbdass die sp\u00e4tmoderne Kultur zu stark auf Affizierung setzt\u00ab, und seinem Pl\u00e4doyer \u00bbf\u00fcr Abk\u00fchlung und Entemotionalisierung\u00ab verortet sich Reckwitz letztlich doch sehr eindeutig in einer pr\u00e4postkritischen Tradition, die mit Distanz und Ratio genuine Modi der modernen Zeitdiagnostik reaktiviert (S. 305).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Nach der Lekt\u00fcre des Buches, inklusive des abschlie\u00dfenden Gespr\u00e4chs, in dem Reckwitz und Rosa \u00fcber ihre soziologischen Ziehv\u00e4ter Weber und Durkheim, \u00fcber die Aktualit\u00e4t der Kritischen Theorie und \u00fcber die Relevanz Foucaults und Bourdieus sinnieren, dr\u00e4ngt sich dann doch der Eindruck auf, dass sich die hier vertretene Gesellschaftstheorie postkritische Argumente anverwandelt, die sich schlichtweg nicht mit ihrem Ansatz vertragen. Die Postkritik ist sicherlich nicht das Ma\u00df aller Dinge und Reckwitz\u2019 Postulat einer st\u00e4rkeren analytischen Distanz in unserer Gegenwart durchaus zu bedenken. Hinzu kommt, dass Vertreter:innen der Postkritik immer wieder betonen, die Kritik nicht bek\u00e4mpfen, sondern erneuern und damit sogar st\u00e4rken zu wollen.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Was allerdings nicht funktioniert, ist die Einverleibung postkritischer Kritik an der Haltung des Diagnostikers zugunsten seiner Zeitdiagnose, die sich ansonsten jeder postkritischen Transformation verwehrt. Wie die Steine im Bauch des Wolfs klappern die einverleibten Debatten der Gegenwart in einer zeitdiagnostischen Argumentation, die selbst fest im 20. Jahrhundert verankert ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif; color: #e63348;\"><em>Die Literaturwissenschaftlerin <a href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/person\/stubenrauch.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eva Stubenrauch<\/a> arbeitet am ZfL mit dem Projekt \u00bb<a href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/projekt\/die-einverleibung-der-innovation.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Einverleibung der Innovation. Theorie- und Literaturwissenschaftsgeschichte eines Strukturmoments (1870\/1970)<\/a>\u00ab.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. Manfred Prisching: \u00bbDie Etikettengesellschaft\u00ab, in: ders. (Hg.): <em>Modelle der Gegenwartsgesellschaft<\/em>, Wien 2003, S.\u00a013\u201332.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Karl Mannheim: <em>Ideologie und Utopie<\/em>, Bonn 1929, S.\u00a049.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Bruno Latour: \u00bbWhy Has Critique Run out of Steam? From Matters of Fact to Matters of Concern\u00ab, in: <em>Critical Inquiry<\/em> 30 (2004), S. 225\u2013248, hier S.\u00a0239.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Rita Felski: <em>The Limits of Critique<\/em>, Chicago\/London 2015, S. 188.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. ebd., S. 192.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Siehe dazu Elizabeth S. Anker\/Rita Felski: \u00bbIntroduction\u00ab, in: dies. (Hg.): <em>Critique and Postcritique<\/em>, Durham\/London 2017, S. 1\u201328.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Andreas Reckwitz\/Hartmut Rosa: <em>Sp\u00e4tmoderne in der Krise. Was leistet die Gesellschaftstheorie?<\/em>, Berlin 2021. Alle Zitate hieraus werden direkt im Text unter Angabe der Seitenzahl nachgewiesen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Vgl. Klaus Lichtblau: <em>Zwischen Klassik und Moderne. Die Modernit\u00e4t der klassischen deutschen Soziologie<\/em>, Wiesbaden 2017, S. 57\u201379.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vgl. Alf Christophersen: \u00bbZeitgenossenschaft \u2013 ein geistreiches Ph\u00e4nomen. \u00dcberlegungen zu Badiou, Agamben und Sloterdijk\u00ab, in: Christian Danz\/Michael Murrmann-Kahl (Hg.): <em>Zwischen Geistvergessenheit und Geistversessenheit. Perspektiven der Pneumatologie im 21. Jahrhundert<\/em>, T\u00fcbingen 2014, S. 175\u2013194.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Vgl. Caroline Arni: \u00bbNach der Kultur. Anthropologische Potentiale f\u00fcr eine rekursive Geschichtsschreibung\u00ab, in: <em>Historische Anthropologie<\/em> 26.2 (2018), S. 200\u2013223, hier insb. S. 206.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vgl. Latour: \u00bbWhy has Critique Run out of Steam?\u00ab (Anm. 4).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Vgl. Anker\/Felski: \u00bbIntroduction\u00ab (Anm. 7), S. 12 .<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Vgl. Latour: \u00bbWhy has Critique Run out of Steam?\u00ab (Anm. 4), S. 243.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Vgl. Felski: The Limits of Critique (Anm. 5), S. 194.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Eva Stubenrauch: Die Krise der Zeitdiagnostik. Reckwitz, Rosa und die Gesellschaftstheorie der Gegenwart, in: ZfL Blog, 20.9.2022, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/09\/20\/eva-stubenrauch-die-krise-der-zeitdiagnostik-reckwitz-rosa-und-die-gesellschaftstheorie-der-gegenwart\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/09\/20\/eva-stubenrauch-die-krise-der-zeitdiagnostik-reckwitz-rosa-und-die-gesellschaftstheorie-der-gegenwart\/<\/a>].<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">DOI: <\/span><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20220920-01\"><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20220920-01<\/span><\/a><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"ScholarlyArticle\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20220920-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/09\/20\/eva-stubenrauch-die-krise-der-zeitdiagnostik-reckwitz-rosa-und-die-gesellschaftstheorie-der-gegenwart\/\",\n  \"additionalType\": \"Review\",\n  \"name\": \"DIE KRISE DER ZEITDIAGNOSTIK. 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Wie der Begriff und die in ihm angelegte medizinische Semantik schon andeuten, geht mit der Zeitdiagnostik immer eine Kritik an <a class=\"read-more-link\" href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/09\/20\/eva-stubenrauch-die-krise-der-zeitdiagnostik-reckwitz-rosa-und-die-gesellschaftstheorie-der-gegenwart\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[658,660,17,310,661,15,103,659],"class_list":["post-2687","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lektueren","tag-andreas-reckwitz","tag-gesellschaftstheorie","tag-rosa","tag-kritik","tag-postkritik","tag-soziologie","tag-theoriegeschichte","tag-zeitdiagnostik"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2687","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2687"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2687\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3553,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2687\/revisions\/3553"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2687"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2687"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2687"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}