{"id":2713,"date":"2022-10-10T09:53:28","date_gmt":"2022-10-10T07:53:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=2713"},"modified":"2025-02-28T16:58:29","modified_gmt":"2025-02-28T14:58:29","slug":"claude-haas-viel-laerm-um-alles-ueber-das-romanfragment-guerre-aus-dem-nachlass-louis-ferdinand-celines","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/10\/10\/claude-haas-viel-laerm-um-alles-ueber-das-romanfragment-guerre-aus-dem-nachlass-louis-ferdinand-celines\/","title":{"rendered":"Claude Haas: Viel L\u00e4rm um alles. \u00dcBER DAS ROMANFRAGMENT \u00bbGUERRE\u00ab AUS DEM NACHLASS LOUIS-FERDINAND C\u00c9LINES"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Der Nachlass des 1961 gestorbenen Louis-Ferdinand C\u00e9line war <em>das <\/em>Ereignis im literarischen Frankreich der letzten Monate. Neben der Tatsache, dass C\u00e9lines Vulgarit\u00e4t und sein Antisemitismus unver\u00e4ndert zum Skandal taugen, d\u00fcrften dazu auch die absonderlichen Begleitumst\u00e4nde beigetragen haben, unter denen dieser Nachlass ans Licht kam.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Als zeitweiliger Nazi-Sympathisant hatte C\u00e9line 1944 die Flucht aus Paris ergriffen und dabei umfangreiche Manuskriptkonvolute zur\u00fcckgelassen, die jahrzehntelang als verschollen galten. C\u00e9line selbst war fest davon \u00fcberzeugt, sie seien ihm gestohlen und m\u00f6glicherweise auf dem Flohmarkt verkauft worden.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Im Jahr 2005 wurden dem Journalisten Jean-Pierre Thibaudat nach eigener Aussage von einer von ihm selbst lang geheim gehaltenen, erst vor wenigen Wochen effektvoll namhaft gemachten Person Originalmanuskripte C\u00e9lines im Umfang von ca. 6000 Seiten \u00fcberantwortet. Offenbar befanden sie sich seit Kriegsende in der Obhut des R\u00e9sistance-K\u00e4mpfers Yvon Morandat, der 1944 C\u00e9lines Wohnung in Montmartre hatte beziehen d\u00fcrfen. Morandat war bereits 1972 verstorben, zehn Jahr sp\u00e4ter seien die Manuskripte zuf\u00e4llig von seinen Erben in einem Keller entdeckt und 2005 schlie\u00dflich von Morandats Tochter Thibaudat ausgeh\u00e4ndigt worden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Nach Thibaudats Version der Geschichte hatte Morandat selbst C\u00e9line in den 1950er Jahren noch eine \u00dcbergabe der Schriften angeboten, was dieser jedoch mit dem Hinweis auf die moralische und politische Korruption der R\u00e9sistance abgelehnt haben soll. Als medienwirksam erweist sich nicht zuletzt die strikte Auflage, die Morandats Erben \u00fcber eine Ver\u00f6ffentlichung der Texte verh\u00e4ngt hatten. Diese durfte erst nach dem Tod von C\u00e9lines Witwe Lucette Destouches in die Wege geleitet werden, da sie partout um den Genuss der voraussichtlich \u00fcppigen Tantiemen gebracht werden sollte. Erst als Destouches 2019 im Alter von 107 Jahren starb, stand einer Edition nichts mehr im Weg.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Erschienen ist bisher ein einziges, etwa 120-seitiges Romanfragment mit dem Titel <em>Guerre<\/em>.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> C\u00e9line hat den Text h\u00f6chstwahrscheinlich zwischen seinen beiden ersten, l\u00e4ngst zu Klassikern der Weltliteratur aufgestiegenen Romanen <em>Reise ans Ende der Nacht <\/em>(1932) und <em>Tod auf Raten <\/em>(1936) verfasst.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> <em>Guerre <\/em>bildet eine Art Scharnier zwischen ihnen. Stilistisch steht das Fragment dem fr\u00fcheren <em>Reise ans Ende der Nacht <\/em>n\u00e4her als dem syntaktisch bereits radikaleren und sperrigeren <em>Tod auf Raten<\/em>, thematisch wiederum pr\u00e4ludiert es unzweifelhaft den zweiten Roman. So tauchen die Eltern der Haupt- und Erz\u00e4hlerfigur Ferdinand schon in <em>Guerre <\/em>in der ganzen materiellen, emotionalen und geistigen Armseligkeit auf, die den Leser*innen von <em>Tod auf Raten<\/em> vertraut ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Wenn <em>Guerre<\/em> unter werkgenetischem Gesichtspunkt auch als bahnbrechender Fund gelten darf, so geht die Bedeutung des Romans hierin nicht auf. <em>Guerre<\/em> ist ein Buch nicht allein f\u00fcr die C\u00e9line-Philologie, sondern einer der wichtigsten Romane \u00fcber den Ersten Weltkrieg und damit einer der wichtigsten europ\u00e4ischen Kriegsromane \u00fcberhaupt. Das l\u00e4sst sich von Entdeckungen aus Nachl\u00e4ssen trotz gegenteiliger Beteuerungen nur selten behaupten, und es liegt nicht etwa daran, dass in <em>Guerre <\/em>das Kriegsgeschehen selbst zur Darstellung k\u00e4me. Keineswegs holt der Roman jene Kriegsschilderung nach, die <em>Reise ans Ende der Nacht <\/em>mit dem viel zitierten Satz \u00bbUnd dann geschahen Dinge und wieder Dinge, die jetzt nicht leicht zu erz\u00e4hlen sind, weil, wer heute lebt, sie schon nicht mehr verstehen k\u00f6nnte\u00ab<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> recht unvermittelt hatte abbrechen lassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Diese \u00bbDinge\u00ab spart auch <em>Guerre <\/em>weitestgehend aus, denn sie werden nicht einmal von dessen Ich-Erz\u00e4hler \u203averstanden\u2039. Literarisch darstellbar wird der Krieg niemals als solcher, sondern allenfalls in seinen Effekten: in der Ungl\u00e4ubigkeit und in der vollst\u00e4ndigen kulturellen Desorientierung, mit denen er den einfachen Soldaten zeit seines Lebens zur\u00fcckl\u00e4sst. Diese Desorientierung ist es, die ins Zentrum von <em>Guerre <\/em>f\u00fchrt und deren Veranschaulichung die unerh\u00f6rte Intensit\u00e4t dieses Textes verb\u00fcrgt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Mit einem Abstand von zwanzig Jahren gibt der Ich-Erz\u00e4hler Ferdinand einen Einblick in die Wochen, die er seinerzeit nach einer schweren Verwundung im Lazarett verbracht hatte. Hier schlie\u00dft er Freundschaft mit dem Zuh\u00e4lter B\u00e9bert bzw. Cascade (eine definitive Namensgebung nahm C\u00e9line nicht mehr vor), er hat zeitweilig Sex mit einer nekrophilen und mittels des bestimmten Artikels stets abf\u00e4llig L\u2019Espinasse genannten Krankenschwester und verf\u00e4llt schlie\u00dflich der Prostituierten Ang\u00e8le, der Ehefrau des Zuh\u00e4lters. W\u00e4hrend L\u2019Espinasse f\u00fcr Ferdinand trotz seiner Flucht von der Front einen Milit\u00e4rorden organisieren kann, wird B\u00e9bert wegen Selbstverst\u00fcmmelung hingerichtet. Seine eigene Frau hatte ihn verraten. Das h\u00e4lt Ferdinand nicht davon ab, am Ende mit Ang\u00e8le und einem ihrer englischen Freier nach London aufzubrechen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Vom Inhalt her k\u00f6nnte man <em>Guerre <\/em>eher f\u00fcr einen Sex- als f\u00fcr einen Kriegsroman halten. Aber wie allen gro\u00dfen Autor*innen galten Inhalte auch C\u00e9line so gut wie nichts. Das \u00bbErtrinken der Erz\u00e4hlung im Stil\u00ab, das Julia Kristeva in ihrer ingeni\u00f6sen Analyse der C\u00e9line\u2019schen Ekeldarstellung f\u00fcr sein gesamtes \u0152uvre ausmachte, trifft auch den Kern von <em>Guerre<\/em>.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Was z\u00e4hlt, ist die Sprache. C\u00e9line ben\u00f6tigt ein anst\u00f6\u00dfiges bis widerw\u00e4rtiges Vokabular, und er findet ein solches vor allem im Sexualwortschatz des Argot. Allein aus diesem Grund nimmt Sex in seinem Werk einen derart breiten Raum ein. Die obsz\u00f6ne Sprache erf\u00fcllt eine denkbar pr\u00e4zise literar\u00e4sthetische Funktion. Da ein gepflegtes Franz\u00f6sisch und die Literatur des B\u00fcrgertums den Kriegswahn in den Augen Ferdinands nicht nur nicht verhindert, sondern ma\u00dfgeblich bef\u00f6rdert hatten, ist eine anr\u00fcchige Diktion alles, was ihm nach seiner Fronterfahrung an Selbstvergewisserung \u00fcbrigbleiben kann. Damit steht C\u00e9line nichts ferner als eine stupide Erotisierung des Kriegs, wie sie sich mitunter bei einem Autor wie Ernst J\u00fcnger beobachten l\u00e4sst. Das Obsz\u00f6ne wird dem Krieg aber nicht etwa im Sinn einer authentischen Einspruchsmacht gegen\u00fcbergestellt. Es h\u00e4rtet ab und bietet einen gewissen Halt, auch und gerade im zwanzigj\u00e4hrigen R\u00fcckblick auf das Geschehen und damit im Akt des Erz\u00e4hlens:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbNach so langen Jahren ist sie wirklich ein Kraftakt, die Erinnerung an die Dinge. Was die Leute gesagt haben, ist von L\u00fcgen fast v\u00f6llig verdreht. Da muss man sich in Acht nehmen. Es ist eine Schei\u00dfe mit der Vergangenheit, sie zergeht in der Tr\u00e4umerei. Zuerst schickt sie kleine Melodien auf die Reise, um die niemand sie gebeten hat. Dann ist sie wieder da und lungert herum, geschminkt mit Tr\u00e4nen und Reue. Das darf doch nicht wahr sein. Man muss dann schnell den Schwanz um Hilfe bitten, sofort, um sich wieder zurecht zu finden.\u00ab<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Der \u203aSchwanz\u2039 sorgt demnach daf\u00fcr, dass man \u203ahart\u2039 wird und bleibt, dass man sich der Kriegsrealit\u00e4t \u2013 irgendwie \u2013 stellen und ihr gleichsam \u203astandhalten\u2039 kann. Zugleich ist diese Hoffnung illusorisch, denn alles Vulg\u00e4re ist allein der eigenen Sprachlosigkeit und Entgeisterung angesichts der Fronterfahrung abgetrotzt. Als Ferdinand L\u2019Espinasse dabei beobachtet, wie sie sich heimlich am Sarg eines gerade verstorbenen und von Wundbrand befallenen arabischen Soldaten zu schaffen macht, f\u00e4ngt er an, sie w\u00fcst zu beleidigen und zu beschimpfen: \u00bbIch beschimpfte sie so, weil ich nicht wusste, was ich sagen sollte.\u00ab<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Genau besehen suggeriert der gesamte Roman, dass sein Erz\u00e4hler schlechterdings nicht wei\u00df, was er sagen k\u00f6nnte, dass er aber auch nicht verstummen darf, wenn er \u00fcberleben will. Deshalb schreit er eine Obsz\u00f6nit\u00e4t und einen Tabubruch nach dem anderen heraus. Er l\u00e4sst es krachen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Krach und L\u00e4rm bilden die Keimzelle von <em>Guerre<\/em>. Das hat zun\u00e4chst eine einfache Ursache auf der Ebene der Handlung. Neben einem zerschossenen rechten Arm hat Ferdinand eine schwere Verwundung am Ohr erlitten, so dass er unabl\u00e4ssig L\u00e4rm h\u00f6rt. Der L\u00e4rm verfolgt ihn nicht nur auf Schritt und Tritt \u2013 selbst der Vogelflug erinnert ihn an das Zischen von Gewehrkugeln \u2013, er wirft ihn auch aus jeder Form von Normalit\u00e4t oder Gemeinschaft unweigerlich heraus:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbNie wieder, das verstand sich von selbst, w\u00fcrde ich das Leben der anderen f\u00fchren, das Leben all der Idioten, die glauben, dass sich das von selbst versteht, der Schlaf und die Ruhe, ein f\u00fcr allemal.\u00ab<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Da die Ruhe ihm unerreichbar geworden ist, muss er in seinem sp\u00e4teren Schreiben Wege finden, gegen den Kriegsl\u00e4rm anzukommen:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbZwanzig Jahre, da lernt man was. Meine Seele ist h\u00e4rter geworden, wie ein Bizeps. An Leichtigkeiten glaube ich nicht mehr, ich habe gelernt, Musik zu machen, zu schlafen, zu verzeihen und, wie Sie sehen, auch Literatur zu machen, mit kleinen Horrorst\u00fccken, die ich dem L\u00e4rm entrei\u00dfe, der trotzdem nie enden wird. Sei\u2019s drum.\u00ab<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Trotz allem Zynismus der Literatur gegen\u00fcber, auch der eigenen, wird dem L\u00e4rm hier poetologisches Format zuteil. Die \u00bbkleinen Horrorst\u00fccke\u00ab \u2013 und damit auch der Roman selbst \u2013 entstammen in den Augen des Ich-Erz\u00e4hlers einem \u00bbL\u00e4rm\u00ab, dem sie erst m\u00fchsam \u00bbentrissen\u00ab werden m\u00fcssen, damit sie von diesem \u00fcberhaupt einen Eindruck vermitteln k\u00f6nnen. In der unerbittlichen Umsetzung dieser Paradoxie besteht der eigentliche Coup von <em>Guerre.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">C\u00e9line verf\u00fcgt \u00fcber ein reiches Repertoire an Strategien, sein Schreiben dem Kriegsl\u00e4rm anzun\u00e4hern und sich ihm im gleichen Atemzug zu widersetzen. Die eing\u00e4ngigste bildet der erw\u00e4hnte metaphorische \u203aKrach\u2039 des Ich-Erz\u00e4hlers, bilden die Zoten und Wutkaskaden, mit denen er den L\u00e4rm im eigenen Kopf zu \u00fcberbr\u00fcllen versucht. <\/span><span style=\"font-family: helvetica;\">Die Sprachlosigkeit, aus der diese Art von L\u00e4rm kommt, findet ein wesentlich komplizierteres Pendant in der m\u00fcndlichen Kommunikationssituation, die letztlich alle Romane C\u00e9lines simulieren. In einer bahnbrechenden Studie \u00fcber die Wiederholung und die ungewohnte Wortstellung bei C\u00e9line hatte Leo Spitzer die permanente Suggestion der m\u00fcndlichen Rede bereits 1935 als wichtigsten Fluchtpunkt seines Stils identifiziert.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Syntaktisch geben C\u00e9lines Ich-Erz\u00e4hler vor, zu einem Adressaten zu sprechen, der von Dingen \u00fcberzeugt werden soll, die der Erz\u00e4hler selbst gar nicht fassen kann. Um Dialog ist es C\u00e9line dabei allerdings nicht zu tun. Das Gegen\u00fcber erf\u00fcllt allein die Funktion, die intellektuelle und sprachliche Unbeholfenheit des Ich-Erz\u00e4hlers zu zertifizieren. Dieser ringt um eine Verst\u00e4ndlichkeit und eine Klarheit, die seine gesamte Rede unweigerlich verfehlt, denn sie bleibt in ihrem Ordnungsbegehren zutiefst linkisch. Logik und Syntax, aber auch Metaphorik und Symbolik sind in der Regel notorisch schief. Dennoch zeugt ihre stilistische Hilflosigkeit unabl\u00e4ssig vom Selbstbehauptungswillen der C\u00e9line\u2019schen Ich-Erz\u00e4hler. Spitzer sprach davon, dass sie sich \u00bban der Sprache festkrallen, wie an einem letzten Brett, das sie vor dem Untergang bewahren k\u00f6nnte.\u00ab<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Auch <em>Guerre <\/em>ist ein solches \u00bbBrett\u00ab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Freilich erweist sich die ungewandte Rede des Romans als m\u00fchsam und effektvoll konstruiert, sie ist eine Kunstsprache.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Das bedeutet, dass es au\u00dferliterarische M\u00f6glichkeiten der Kriegsverarbeitung f\u00fcr C\u00e9line gar nicht geben konnte. Bei aller Bankrotterkl\u00e4rung der Literatur ist ein emphatischerer Literaturbegriff als derjenige C\u00e9lines kaum denkbar. Es sind jedenfalls auch und gerade die unz\u00e4hligen stilistischen Schnitzer, es sind die Grammatikfehler und die Sauereien, die dem L\u00e4rm \u00bbentrissen\u00ab werden m\u00fcssen und die doch nichts anderes beglaubigen als die Unnachgiebigkeit seines Dr\u00f6hnens.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Dabei r\u00fcckt <em>Guerre <\/em>den Autor C\u00e9line zugleich in ein neues Licht, indem der Roman den Ersten Weltkrieg definitiv als \u203aUrkatastrophe\u2039 seines Gesamtwerks ausweist. Ist der Erste Weltkrieg die Grundlage f\u00fcr C\u00e9lines Stil, dann w\u00fctet dieser Krieg unweigerlich auch dort, wo er thematisch vollends ausgespart bleibt, wie etwa in <em>Tod auf Raten<\/em>.<em> Guerre <\/em>macht die Kindheits- und Jugenderinnerungen dieses Romans nicht als Vor-, sondern als Nachgeschichte des Ersten Weltkriegs lesbar. Sie m\u00fcssen vollst\u00e4ndig aus der Kriegsperspektive heraus erz\u00e4hlt werden, weil eine andere Perspektive und ein anderer Zugang auch zur eigenen Kindheit nach der Fronterfahrung nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen. Streng genommen gibt es keinen Satz C\u00e9lines ohne Kriegsl\u00e4rm, sondern nur unterschiedliche Arten des Umgangs mit ihm.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Eine eher marginale, daf\u00fcr aber umso eindringlichere Art bildet die Lakonik, die C\u00e9line ebenfalls beherrscht wie kein zweiter. Sie ist grausiger als all seine Obsz\u00f6nit\u00e4ten zusammen, auch dort, wo sie mit diesen in Verbund steht. Im Lazarett versucht Ferdinand immer wieder, sich in sexuelle Erregungen hineinzusteigern und zu masturbieren. Da er aufgrund seiner Verwundung die rechte Hand nicht gebrauchen kann, versucht er es mit der linken: \u00bbIch wichste mit der linken Hand, ich lernte.\u00ab<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> \u00c4hnlich unaufgeregt protokolliert er an einigen Stellen das Massensterben, das ihn im Lazarettsaal umgibt: \u00bbAber die, die wimmerten, sie wimmerten gar nicht mehr.\u00ab<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> \u00dcber sich selbst h\u00e4lt er einmal fest: \u00bbIch war so kalt wie ein Toter, alles in allem, aber es war nur die K\u00e4lte.\u00ab<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Dass solche S\u00e4tze aus der Suada des Vulg\u00e4ren herausragen, macht sie nur umso beklemmender.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><em>Guerre <\/em>ist eine literarische Sensation und als solche politisch zwangsl\u00e4ufig problematisch. Dies aus mehreren und ganz unterschiedlichen Gr\u00fcnden. Auf die Idee etwa, dass einem Krieg \u00fcberhaupt eine politische Bedeutung oder auch nur eine politische Dimension eignen k\u00f6nnte, ist C\u00e9line nie gekommen. Der Krieg ist sinnleeres Gemetzel und blindes Geschehen, jede andere Sicht bestenfalls ein \u00bbGefasel von Idioten\u00ab, eine \u00bblangue de cons\u00ab.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Aus diesem Grund mag <em>Guerre <\/em>in seiner ganzen Radikalit\u00e4t gelegentlich etwas wohlfeil anmuten. Aber nicht so wohlfeil wie die Annahme einer Vers\u00f6hnbarkeit von Literatur und Politik oder Gesellschaft, egal welcher Tendenz. F\u00fcr diese bleibt das C\u00e9line\u2019sche Werk das Horrendum schlechtweg. Und dass C\u00e9lines politische Stellungnahmen \u2013 nicht allein zum Judentum \u2013 um einiges idiotischer ausfallen mussten als jede \u00bblangue de cons\u00ab, steht mitnichten auf einem anderen, es steht auf demselben Blatt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\"><em>Der Germanist und Komparatist Claude Haas ist seit 2011 Mitarbeiter am ZfL. Im Wintersemester 2022\/23 hat er eine Vertretungsprofessur am Fachbereich Literaturwissenschaft der Universit\u00e4t Konstanz inne.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. hierzu den sehr informativen, mittlerweile allerdings \u00fcberholten Artikel von Claudia M\u00e4der in der <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/celine-manuskripte-guerre-fuehrt-zurueck-in-den-ersten-weltkrieg-ld.1690145\">NZZ<\/a> vom 28.6.2022.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Zumindest, wenn man den Einstieg des 1957 erschienenen Romans <em>D\u2019un ch\u00e2teau \u00e0 l\u2019autre <\/em>beim Wort nimmt, in dem es hei\u00dft: \u00bb\u2026 sie haben mir alles gestohlen in Montmartre!&#8230; Alles! rue Girardon!&#8230; ich wiederhole es\u2026 ich kann es gar nicht oft genug wiederholen!&#8230; Sie geben vor, mich nicht zu verstehen\u2026 nur die Dinge, die sie verstehen m\u00fcssen!&#8230; Ich nenne die Dinge trotzdem beim Namen\u2026 Alles!&#8230; Leute, Befreier, R\u00e4cher sind bei mir reingekommen, sind eingebrochen und sie haben alles mitgenommen und zum Flohmarkt gebracht.\u00ab Louis-Ferdinand C\u00e9line: <em>D\u2019un ch\u00e2teau \u00e0 l\u2019autre<\/em>, Paris 1973, S. 10. Wo nicht anders angegeben, stammen die \u00dcbersetzungen von mir. F\u00fcr wertvolle Ratschl\u00e4ge danke ich Dirk Naguschewski und Oliver Precht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Inzwischen bekriegen sich u.a. auch Thibaudat, die Erben Destouches und der Herausgeber Pascal Fouch\u00e9. Thibaudats Sicht der Ereignisse wird voraussichtlich in wenigen Wochen detailliert nachzulesen sein. Vgl. Jean-Pierre Thibaudat: <em>Louis-Ferdinand C\u00e9line, le tr\u00e9sor retrouv\u00e9, <\/em>Paris 2022. Angek\u00fcndigt wurde das Buch f\u00fcr Ende Oktober.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Louis-Ferdinand C\u00e9line: <em>Guerre<\/em>. \u00c9dition \u00e9tablie par Pascal Fouch\u00e9. Avant-propos de Fran\u00e7ois Gibault, Paris 2022.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> So lautet der Titel des zweiten Romans <em>Mort \u00e0 cr\u00e9dit<\/em> in der (sensationell guten) Neu\u00fcbersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel; Louis-Ferdinand C\u00e9line: <em>Tod auf Raten<\/em>, aus dem Franz\u00f6sischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Mit einem Nachwort des \u00dcbersetzers, Hamburg 2021.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Louis-Ferdinand C\u00e9line: <em>Reise ans Ende der Nacht<\/em>, aus dem Franz\u00f6sischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Mit einem Nachwort des \u00dcbersetzers, Reinbek bei Hamburg 2004, S. 63.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Kristeva spricht von einer \u00bbnoyade du r\u00e9cit dans le style\u00ab; Julia Kristeva: <em>Pouvoirs de l\u2019horreur. Essai sur l\u2019abjection<\/em>, Paris 1980, S. 161.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> \u00bb\u00c0 tant d\u2019ann\u00e9es pass\u00e9es le souvenir des choses, bien pr\u00e9cis\u00e9ment, c\u2019est un effort. Ce que les gens ont dit c\u2019est presque tourn\u00e9 des mensonges. Faut se m\u00e9fier. C\u2019est putain le pass\u00e9, \u00e7a fond dans la r\u00eavasserie. Il prend des petites m\u00e9lodies en route qu\u2019on lui demandait pas. Il vous revient tout maquill\u00e9 de pleurs et de repentirs en vadrouillant. C\u2019est pas s\u00e9rieux. Faut demander alors du vif secours \u00e0 la bite, tout de suite, pour s\u2019y retrouver.\u00ab (C\u00e9line: <em>Guerre<\/em>, S. 117)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u00bbJe l\u2019injuriais comme \u00e7a parce que je ne savais pas quoi dire.\u00ab (Ebd., S. 76)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> \u00bbJamais, c\u2019\u00e9tait entendu, je ne conna\u00eetrais plus la vie des autres, la vie de tous ces cons qui croient que c\u2019est entendu comme \u00e7a le sommeil et le silence, une fois pour toutes.\u00ab (Ebd., S. 68)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> \u00bbVingt ans, on apprend. J\u2019ai l\u2019\u00e2me plus dure, comme un biceps. Je crois plus aux facilit\u00e9s. J\u2019ai appris \u00e0 faire de la musique, du sommeil, du pardon et, vous le voyez, de la belle litt\u00e9rature aussi, avec des petits morceaux d\u2019horreur arrach\u00e9s au bruit qui n\u2019en finira jamais. Passons.\u00ab (Ebd., S. 28)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vgl. Leo Spitzer: \u00bbUne habitude de style, le rappel chez C\u00e9line\u00ab, in: <em>Le Fran\u00e7ais Moderne<\/em> 3 (1935), S. 193\u2013208.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> \u00bbLes h\u00e9ros de C\u00e9line, tr\u00e8s fran\u00e7ais, sont vraiment des individus vides qui se cramponnent au langage comme \u00e0 une derni\u00e8re planche qui devrait les soustraire au naufrage.\u00ab (Ebd., S. 204)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Vgl. hierzu das meines Erachtens unerreichte Standardwerk von Godard, der sich v\u00f6llig zu Recht gegen alle Deutungen ausspricht, die in C\u00e9lines Stil eine m\u00f6glichst authentische Nachahmung des gesprochenen Franz\u00f6sisch zu erblicken meinen, und der anhand von textgenetischen Detailanalysen eindrucksvoll belegt, wie hart erarbeitet dieser Stil tats\u00e4chlich war; Henri Godard: <em>Po\u00e9tique de C\u00e9line<\/em>, Paris 2014 [1985], insb. S. 36\u2013114.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> \u00bbJe me branlais de la main gauche, j\u2019apprenais.\u00ab (C\u00e9line: <em>Guerre<\/em>, S. 57)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> \u00bbSeulement, ceux qui g\u00e9missaient, ils g\u00e9missaient plus.\u00ab (Ebd., S. 36)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> \u00bbJ\u2019\u00e9tais froid comme un mort en somme, mais seulement le froid.\u00ab (Ebd., S. 44)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Ebd., S. 106.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Claude Haas: Viel L\u00e4rm um alles. \u00dcber das Romanfragment \u00bbGuerre\u00ab aus dem Nachlass Louis-Ferdinand C\u00e9lines, in: ZfL Blog, 10.10.2022, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/10\/10\/claude-haas-viel-laerm-um-alles-ueber-das-romanfragment-guerre-aus-dem-nachlass-louis-ferdinand-celines\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/10\/10\/claude-haas-viel-laerm-um-alles-ueber-das-romanfragment-guerre-aus-dem-nachlass-louis-ferdinand-celines\/<\/a>].<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: helvetica;\">DOI: <\/span><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20221010-01\"><span style=\"font-family: helvetica;\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20221010-01<\/span><\/a><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"ScholarlyArticle\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20221010-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/10\/10\/claude-haas-viel-laerm-um-alles-ueber-das-romanfragment-guerre-aus-dem-nachlass-louis-ferdinand-celines\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"Viel L\u00e4rm um alles. \u00dcBER DAS ROMANFRAGMENT \u00bbGUERRE\u00ab AUS DEM NACHLASS LOUIS-FERDINAND C\u00c9LINES\",\n  \"author\": {\n    \"name\": \"Claude Haas\",\n    \"givenName\": \"Claude Haas\",\n    \"@type\": \"Person\",\n    \"@id\": \"https:\/\/orcid.org\/0009-0007-4753-4543\"\n  },\n  \"inLanguage\": \"de\",\n  \"dateCreated\": \"2022-10-10\",\n  \"datePublished\": 2022,\n  \"schemaVersion\": \"http:\/\/datacite.org\/schema\/kernel-4\",\n  \"publisher\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"Leibniz-Zentrum f\u00fcr Literatur- und Kulturforschung \"\n  },\n  \"provider\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"datacite\"\n  }\n}\n<\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Nachlass des 1961 gestorbenen Louis-Ferdinand C\u00e9line war das Ereignis im literarischen Frankreich der letzten Monate. Neben der Tatsache, dass C\u00e9lines Vulgarit\u00e4t und sein Antisemitismus unver\u00e4ndert zum Skandal taugen, d\u00fcrften dazu auch die absonderlichen Begleitumst\u00e4nde beigetragen haben, unter denen dieser Nachlass ans Licht kam.[1] Als zeitweiliger Nazi-Sympathisant hatte C\u00e9line 1944 die Flucht aus Paris ergriffen <a class=\"read-more-link\" href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2022\/10\/10\/claude-haas-viel-laerm-um-alles-ueber-das-romanfragment-guerre-aus-dem-nachlass-louis-ferdinand-celines\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,19],"tags":[668,669,667,666,271,273,71],"class_list":["post-2713","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ad-hoc","category-lektueren","tag-drastik","tag-franzoesische-literatur","tag-kriegsliteratur","tag-louis-ferdinand-celine","tag-stil","tag-stilistik","tag-weltliteratur"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2713","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2713"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2713\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3550,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2713\/revisions\/3550"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2713"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2713"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2713"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}