{"id":2970,"date":"2023-04-19T09:34:30","date_gmt":"2023-04-19T07:34:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=2970"},"modified":"2025-02-11T15:49:46","modified_gmt":"2025-02-11T13:49:46","slug":"yoko-tawada-ariadnefaeden-als-harfensaiten-des-denkens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2023\/04\/19\/yoko-tawada-ariadnefaeden-als-harfensaiten-des-denkens\/","title":{"rendered":"Yoko Tawada: ARIADNEF\u00c4DEN ALS HARFENSAITEN DES DENKENS"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\"><em>Die Ausgabe Nr. 17 vom Oktober 2022 der chilenischen Kulturzeitschrift <\/em><a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/palinodia.cl\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/PM17_FinalWeb.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Papel M\u00e1quina<\/a><em> ist der Arbeit der ehemaligen Direktorin des ZfL Sigrid Weigel gewidmet. Wir danken der Schriftstellerin <a href=\"http:\/\/yokotawada.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Yoko Tawada<\/a> f\u00fcr die Erlaubnis, ihren dort in spanischer \u00dcbersetzung erschienenen Beitrag im ZfL BLOG erstmals in der deutschen Originalfassung ver\u00f6ffentlichen zu d\u00fcrfen.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Neulich nahm ich ein Buch von Sigrid Weigel in die Hand, das 1982 erschienen ist. Normalerweise bleiben alle Buchtitel auf einer Publikationsliste brav in einer chronologischen Reihe, und selbst wenn die Schlange sehr lang ist, was bei Weigel zweifellos der Fall ist, springt keiner von ihnen aus der Reihe und rennt nach vorne, in Richtung Zukunft. Aber es kommt doch vor, dass man, zum Beispiel bei einem Umzug, eines der Fr\u00fchwerke in die Hand nimmt und darin bl\u00e4ttert. Man wird \u00fcberrascht von schillernden Denkbildern, die von heute sein k\u00f6nnten. Ans\u00e4tze und Zusammenh\u00e4nge, die man einer sp\u00e4teren Phase zugeordnet h\u00e4tte, oder solche, die man jetzt erst begreift, stehen bereits in den \u00e4lteren B\u00fcchern schwarz auf wei\u00df. Gerade im digitalen Zeitalter, in dem die historischen Rahmen verschwimmen, gef\u00e4llt mir die Unbestechlichkeit des Papiers, das die Zeit nie schleichend verf\u00e4lscht.<!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">In der Forschung gibt es stets Fortschritt, aber wenn ich mir erlaube, Weigels Schriften nicht nur als wissenschaftliche Texte, sondern als Texte in ihrer gattungsfreien Nacktheit zu lesen, gibt es keinen Satz darin, der \u00fcberholt ist. Die zeitliche Ordnung bleibt, verliert aber ihren hierarchischen Charakter. Wo ich eine alte Erinnerung erwarte, entdecke ich eine neue M\u00f6glichkeit, die Gegenwart zu verstehen. So entstand in mir der Wunsch, die j\u00fcngere Vergangenheit durch das Fenster der \u00e4lteren zu betrachten. Ich rede hier nicht von der magischen Glaskugel einer Wahrsagerin, sondern von einer soliden Relekt\u00fcre.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Das Buch, das ich in der Hand hielt, trug den Titel <em>\u203aUnd selbst im Kerker frei \u2026!\u2039 Schreiben im Gef\u00e4ngnis<\/em>. Ich starrte wie gebannt auf das geheimnisvolle Schwarzwei\u00dffoto einer Gef\u00e4ngniszelle, das auf dem Umschlag abgebildet war. Benjamins <em>Kleine Geschichte der Photographie<\/em> kam mir in den Sinn, besonders der dort erw\u00e4hnte Fotograf Eug\u00e8ne Atget. Benjamins Worte \u00fcber ihn \u2013 \u00bbbeispielloses Aufgehen in der Sache, verbunden mit der h\u00f6chsten Pr\u00e4zision\u00ab<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> \u2013 k\u00f6nnte man leihen, um Weigels Arbeit zu charakterisieren. Aber das war nicht der erste Grund, warum diese Fotografie, die \u00fcbrigens nicht von Atget stammte, sondern <em>Bakunins Beichte<\/em> entnommen war, mich nicht loslie\u00df. Die Zelle, in die durch ein vergittertes Fenster Licht hineinstr\u00f6mt, ist menschenleer. Das schlichte Bettgestell sowie eine Tischplatte sind kurz davor, vom H\u00e4ftling, der nicht mehr da ist, zu erz\u00e4hlen, aber sie haben weder eine Stimme noch eine Sprache. Sie strahlen in ihrer Sprachlosigkeit, ein wichtiges Thema, dem man in Weigels weiteren Arbeiten begegnen wird. Es muss einen Zeugen geben, der noch an der Schwelle zwischen der Zelle und dem Flur oder zwischen dem Objekt und seinem Beobachter steht. Ohne diese Schwelle w\u00fcrde dieses Foto nicht existieren. Sie zu finden und zu versuchen, dort zu stehen, geh\u00f6rt zu den schwierigsten Aufgaben der Wissenschaft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die Voraussetzung f\u00fcr diese Fotografie ist die Abwesenheit des H\u00e4ftlings. Eigentlich steht dieser menschenleere Raum im krassen Widerspruch zu Weigels Arbeit, in der zahlreiche Autoren der Gef\u00e4ngnisliteratur untersucht werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die Rolle der Autoren, die darin behandelt oder erw\u00e4hnt werden, ist heterogen. Zum ersten Mal denke ich \u00fcber die Pr\u00e4senz und die Rolle der Autoren in einer Forschungsarbeit nach.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Ich m\u00f6chte mit einer eher ungew\u00f6hnlichen Rolle des Autors beginnen, und zwar der Rolle des Negativs. Gemeint ist hier nicht ein Autor, der negativ bewertet wird, sondern, dass er als Forschungsobjekt aussortiert wird, damit der Umriss der Forschung deutlicher wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Der erste Autorname, der im Vorwort des Gef\u00e4ngnis-Buches auftaucht, ist erstaunlicherweise Dostojewski, ein Autor, der meine Jugend pr\u00e4gte, aber in Weigels Forschung kaum eine Rolle spielt. Als ein Autor, der den Freud\u2019schen \u00d6dipuskomplex mitschreibt, steht er im Schatten von Sophokles. Als russischer Gef\u00e4ngnis-Autor steht er weit hinter Warlam Schalamow, dessen Werke ich \u00fcbrigens dank Weigel kennenlernte und sch\u00e4tze.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Dostojewski war mein Sibirien, wo die europ\u00e4ische Aufkl\u00e4rung aufh\u00f6rt und der Schamanismus beginnt. Sibirien ist ein Riesengebiet zwischen Europa und Japan, das ich nicht ignorieren kann, egal wie lange ich schon in Westeuropa arbeite und au\u00dferhalb Japans lebe. Es bietet jedem, der dort in der Kultur gr\u00e4bt, einen einmaligen Bodenschatz, besitzt eine starke Anziehungskraft. Man kann dort aber verloren gehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Wenn Weigel mir nicht immer wieder aufs Neue einen facettenreichen, humanen und intellektuellen Umgang mit Geistern, Rausch, Obsession, Krankheiten oder Traumata gezeigt h\u00e4tte, h\u00e4tte meine lange Bindung zu Dostojewski meine Sicht eher beengt als befl\u00fcgelt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Das Gef\u00e4ngnis-Buch erschien in dem Jahr, in dem ich aus Tokio nach Hamburg \u00fcbersiedelte. Wenn ich mir Weigels Arbeit als eine Metropole vorstelle, sehe ich mehrst\u00f6ckige Geb\u00e4ude nebeneinander stehen, die mit Stra\u00dfen und durch die Kanalisation miteinander verbunden sind. Man k\u00f6nnte \u00fcber jedes Geb\u00e4ude oder jede Stra\u00dfe einen Aufsatz verfassen, wozu ich nicht f\u00e4hig bin. So beschloss ich, in dieser Gro\u00dfstadt zu flanieren wie ein Surrealist in Paris. Und wenn ich schon mit meinen Gedanken nicht mehr in Sibirien, sondern in Frankreich bin, kann ich darauf aufmerksam machen, dass die Namen, die in jenem Vorwort Dostojewski folgen, Genet und de Sade sind. Sie spielen hier auch die Rolle des Negativs. Neben den beiden Franzosen gibt es einen dritten, der eine ganz andere Rolle spielt: Michel Foucault, der den Blick der Geisteswissenschaft auf das Gef\u00e4ngnis lenkte. Seine Rolle in Weigels Arbeit ist vielleicht die eines Stadtplaners, der nicht an der Gestaltung der einzelnen Geb\u00e4ude beteiligt war, aber beim gro\u00dfen Entwurf mitgewirkt hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Im Zeitalter der transnationalen Literaturwissenschaft ist es unangemessen, von \u203aFranzosen\u2039 zu sprechen. Die Autoren k\u00f6nnen wie Jacques Derrida in Nordafrika geboren sein oder ihre Muttersprache ist \u2013 wie bei Julia Kristeva und Tzvetan Todorov \u2013 Bulgarisch. Ich nenne sie trotzdem \u203aFranzosen\u2039, weil sie auf Franz\u00f6sisch gedacht und geschrieben haben. Jede Sprache hat ihre eigene Kanalisation, die das Geschriebene und das Vergessene unterirdisch weitertransportiert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Im Wintersemester 1986 besuchte ich zum ersten Mal ein Seminar von Weigel. Das Thema war \u00bbTheorien der Fremde\/des Fremden\u00ab, und wir diskutierten Kristeva und Todorov, also die \u203aFranzosen\u2039, auch Roland Barthes und zwar sein Japan-Buch <em>Das Reich der Zeichen<\/em>, das mir eine produktiv-spielerische Art zeigte, mit einer fremden oder \u203aunlesbaren\u2039 Kultur als Schrift umzugehen. Damals kam mir die Arbeitsweise von Barthes singul\u00e4r und neu vor. Sp\u00e4ter erfuhr ich, dass es in Frankreich schon eine Tradition (oder besser: eine Kanalisation) gab, eine fremde Kultur als \u203aSchriftoberfl\u00e4che\u2039 wahrzunehmen und damit frei umzugehen. Henri Michaux, Victor Segalen oder Michel Leiris haben auf unkonventionelle Weise eine \u203aunlesbare\u2039 Kultur in Asien und Afrika \u203agelesen\u2039 und dadurch ihre eigene Literatur geschaffen. Das Japan-Buch von Barthes geh\u00f6rte nicht zum neuen Reich der Postmoderne. Er f\u00fchrte die eigene Tradition weiter.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Damals fragte ich mich ab und zu, warum ich in der deutschen Sprache gelandet war und nicht in der franz\u00f6sischen. Vor allem gefiel mir eine franz\u00f6sische, essayistische Schreibweise, die zugleich literarisch und theoretisch ist. Wenn man im deutschsprachigen Raum die enge Zwangsjacke der Wissenschaftlichkeit auszieht, steht man in einem verwaschenen, ausgeleierten Pullover da. Warum gibt es keinen schicken Pullover wie jenen, mit dem man in Paris flanieren kann?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Ich bereue es schon lange gar nicht mehr, Deutsch und nicht Franz\u00f6sisch als meine zweite literarische Sprache gelernt zu haben, und das habe ich der Walter-Benjamin-Forscherin Weigel zu verdanken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Gleichzeitig mit dem Studium bei ihr begann ich mit der Ver\u00f6ffentlichung eigener literarischer Texte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich eine sehr schlichte Landkarte der Theorielandschaften in Westdeutschland: Es gab ein profranz\u00f6sisches und ein antifranz\u00f6sisches Ufer wie zwei Truppen auf den beiden Seiten des mythologisch sowie historisch belasteten Flusses Rhein. Der Verlag in T\u00fcbingen, der meine Texte von Anfang an verlegte und heute noch verlegt, tr\u00e4gt nicht zuf\u00e4llig den Namen konkursbuch Verlag. Als Gegengewicht zur linken Zeitschrift <em>Kursbuch<\/em>, die damals viel gelesen wurde, wollte die Zeitschrift <em>Konkursbuch<\/em> neue franz\u00f6sische Theorien in Deutschland bekannter machen und daf\u00fcr den \u203aprofranz\u00f6sischen\u2039 deutschen Autoren eine Plattform bieten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Ich vermutete damals, dass Weigel auf dem franz\u00f6sischen Ufer stehe, weil sie in ihrem Seminar oft die franz\u00f6sische Theorie behandelte. Aber ich war mir nicht sicher, denn anders als bei den Autoren, die den franz\u00f6sischen Stil nachahmten, blieb Weigels Sprache stets klar. Auf der Tanzb\u00fchne der \u203aPostmodernen\u2039 beobachtete ich damals Epigonen, die Gesten und Mimik der \u203aFranzosen\u2039 imitierten. Im schlimmsten Fall legten sie absichtlich einen Kabelsalat in den Aufsatz, der an Stelle der Freiheit des Schreibens einen Kurzschluss produzierte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Dahingegen behielt Weigels Schreiben durchgehend etwas Ruhiges, Best\u00e4ndiges. Reichliche Materialien f\u00fcr die Fragestellungen standen im Vordergrund und die Forscherin arbeitete von der Seiten- und Hinterb\u00fchne die komplexen Zusammenh\u00e4nge heraus. Ihre Fingerbewegung war feinmotorisch, ihr Schritt leise und selbstsicher. In jedem B\u00fchnenst\u00fcck war eine gro\u00dfe Lust an der Wissenschaft zu sp\u00fcren, und damit zog Weigel viele junge und alte Menschen mit und an sich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Nachdem ich die \u203aFranzosen\u2039 kennengelernt hatte, belegte ich weitere Seminare bei Weigel. Eine Flut von neuen Themen \u2013 K\u00f6rper, Ged\u00e4chtnis, Tod, Trauer, Mythologie, Revolution, \u00dcbersetzung, Allegorie, Stadt \u2013 kam innerhalb eines Jahres \u00fcber mich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Im Wintersemester 1987 hielt Weigel zusammen mit Klaus Briegleb eine Vorlesung zu Walter Benjamin, und ab diesem Zeitpunkt verbrachte ich viel Zeit mit der Lekt\u00fcre dieses Autors, den ich in erster Linie als literarischen Autor aufnahm. Dabei verga\u00df ich Roland Barthes, und selbst wenn ich in jener Zeit weitere \u203aFranzosen\u2039, etwa Derrida oder Lacan, mit Interesse las, war Benjamin der einzige \u203aTheoretiker\u2039, der mich eine unmittelbare N\u00e4he zur Sprache sp\u00fcren lie\u00df. Durch Weigels Vermittlung zeigte er mir die M\u00f6glichkeit einer literarischen Sprache, die sich mitten in der arbitr\u00e4ren Kluft zwischen dem Gegenstand und dem Wort bewegt und somit einen gro\u00dfen Bogen zum magischen Ursprung der W\u00f6rter zeichnet, ohne die historische Zeit zu leugnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Zehn Jahre sp\u00e4ter las ich in Weigels Benjamin-Buch <em>Entstellte \u00c4hnlichkeiten<\/em> (1997) einen Versuch, das Verh\u00e4ltnis zwischen den beiden Ufern mit dem Bild der Relekt\u00fcre zu erkl\u00e4ren: \u00bbIm Lichte der sogenannten franz\u00f6sischen Theorie gewinnen die Schriften Benjamins eine neue Lesbarkeit\u00ab.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Durch die Relekt\u00fcre werde eine neue Erkennbarkeit eher m\u00f6glich als in einem Nach-68-Diskurs.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Weigel erw\u00e4hnt auch, dass die sogenannten franz\u00f6sischen Theorien zum Teil auf der Lekt\u00fcre von deutschsprachigen Autoren wie Heidegger, Husserl, Freud, H\u00f6lderlin oder Kafka basierten.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Ein Ufer liest das andere Ufer, und dann wechselt die Leserichtung wieder. Im Spiegelkabinett der gegenseitigen Relekt\u00fcren erweitern sich permanent die Denkr\u00e4ume, die keiner Nation, aber allen Menschen geh\u00f6ren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die Zeiten der Kriege zwischen den Nationen waren damals in Europa l\u00e4ngst vorbei. Die Kanalisationen blieben, aber die L\u00e4ndergrenzen wurden ge\u00f6ffnet, und das Thema Europa wurde immer aktueller. Ostdeutsche St\u00e4dte bekamen an Stelle des Buchstabens \u203aO\u2039 von \u203aOst\u2039 die Zahl Null an den Anfang ihrer Postleitzahl gesetzt. Aus der Sowjetunion wurde das neue Russland, das haupts\u00e4chlich aus Sibirien besteht, und viele bunte Republiken. Der japanische Kaiser, der den Zweiten Weltkrieg erlebt hatte, starb, und mit dem Auftritt Chinas auf der Weltb\u00fchne wurden die unverarbeiteten historischen Konflikte in Ostasien sichtbar. Der \u203aEiserne Vorhang\u2039 wurde ge\u00f6ffnet, und somit verschwand die alte Aufteilung in Hauptb\u00fchne, Hinterb\u00fchne und Zuschauerraum. Der Kalte Krieg sollte vorbei sein, aber aus Angst vor der unbekannten W\u00e4rme blieb die Welt eingefroren wie der Bildschirm eines Computers, der damals noch keine gro\u00dfe Datenmengen verarbeiten konnte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Eins war sicher. Weigel ging weiter. Damit meine ich nicht, dass sie nicht mehr in ihrer Heimatstadt Hamburg war, sondern nach Z\u00fcrich und dann nach Berlin ging. Sie ging mit ihrer Forschung weiter, als h\u00e4tte sie Siebenmeilenstiefel angezogen. Das Adverb, das ich am h\u00e4ufigsten aus Weigels Mund h\u00f6rte, war wahrscheinlich \u203aweiter\u2039: nicht stehenbleiben, nicht aufgeben, keinen Einsiedler spielen, nicht defensiv werden, jede Regression vermeiden, sich nicht in der Einsamkeit bequem einrichten. Sie ging immer weiter, ihr Denken hatte weder die Unentschlossenheit von Hamlet noch wollte es wie bei Odysseus mit einer Heimkehr enden. Eine Ruhepause gab es nicht, soweit ich wei\u00df, h\u00f6chstens eine kurze Atempause mit einem tiefen Seufzen, das nichts mit M\u00fcdigkeit zu tun hatte. Aber die Erkenntnis, dass die Geisteswissenschaft \u2013 selbst wenn sie sich die ganze Zeit um die Umkehrung der Machtverh\u00e4ltnisse bem\u00fcht hatte \u2013 kaum etwas dazu beigetragen hat, kann jemanden mit gro\u00dfem Verantwortungsbewusstsein bitter entt\u00e4uschen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Bei Weigel war die Wissenschaft schon von Anfang an von sozialem Bewusstsein gepr\u00e4gt. Im Vorwort ihrer Dissertation <em>Flugschriftenliteratur 1848 in Berlin<\/em> (1979) dankt sie ihren Freunden daf\u00fcr, dass sie, w\u00e4hrend sie an der Arbeit schrieb, ihr Bewusstsein der \u203aN\u00fctzlichkeit\u2039 der Forschung auffrischten. Sonst w\u00e4re ihr die Abwesenheit von politischen und sozialen Bindungen w\u00e4hrend der Promotionszeit schwergefallen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00dcbrigens ist dies ihre \u00e4lteste Buchver\u00f6ffentlichung, die vor einem bald halben Jahrhundert erschienen ist. In ihrem Ansatz, die Flugschriften als literarische Gattung unter die Lupe zu nehmen, sehe ich eine Seelenverwandtschaft mit Benjamin. Der brach die Hierarchie zwischen den Gattungen auf, indem er alles, was als Spur der Geschichte zu lesen ist oder als Materialisierung des Ged\u00e4chtnisses erscheint, ernst nahm. Ich denke an die Pariser Passagen, in denen die \u203aLesestoffe\u2039 anders sortiert sind als in einer Bibliothek: Die Gedichtb\u00e4nde von Baudelaire stehen neben antiquarischen Kinderb\u00fcchern und Spielzeug, politische Karikaturen neben vergilbten Postkarten und Privatfotos.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Weigels Werkstatt scheint von Anfang an eine N\u00e4he zu Benjamin gehabt zu haben, und in den sp\u00e4teren, wichtigen B\u00fcchern wie <em>Grammatologie der Bilder<\/em> (2015) tr\u00e4gt diese N\u00e4he saftige Fr\u00fcchte. Trotz der Grammatologie im Titel spielt Derrida in diesem Buch die Rolle des Negativs. Was er h\u00e4tte tun k\u00f6nnen, aber nicht geschafft hat, ist, \u00fcber die Schriftbilder hinaus \u203aBilder\u2039 zu \u203alesen\u2039. Hingegen war der wichtigste Gespr\u00e4chspartner in diesem Buch Walter Benjamin, der das letzte Wort hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">In Weigels Dissertation und anderen fr\u00fcheren Schriften sp\u00fcrt man den Anspruch, politisch wirksam zu sein, aber nicht auf die Philosophie zu verzichten. Ihre T\u00e4tigkeiten standen zwar oft im unmittelbaren Dialog mit dem Weltgeschehen und der Politik, wie im Fall der Anthologie <em>M\u00e4rtyrer-Portr\u00e4ts. Von Opfertod, Blutzeugen und heiligen Kriegern<\/em> (2007), die sie herausgab. Die Wissenschaft scheint, egal wie gr\u00fcndlich, vielseitig oder nah an der Realit\u00e4t sie betrieben wird, keinen direkten Einfluss auf das Handeln der Politiker auszu\u00fcben. Mir ist aber aufgefallen, dass Weigel in den letzten Jahren auch konkrete politische Vorschl\u00e4ge machte. Ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist die Studie <em>Transnationale Ausw\u00e4rtige Kulturpolitik \u2013 jenseits der Nationalkultur. Voraussetzungen und Perspektiven der Verschr\u00e4nkung von Innen und Au\u00dfen<\/em>, die im Rahmen des Forschungsprogramms des ifa <em>\u2013 <\/em>Institut f\u00fcr Auslandsbeziehungen entstanden ist. Sie erreichte direkt die Ohren der Politiker, anders als kulturwissenschaftliche Arbeiten, die oft in internen Kreisen bleiben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Weigel war nie daf\u00fcr, \u203aunter sich\u2039 zu bleiben. Das ist eine der kostbaren Spielregeln, die ich von ihr gelernt habe. Sie blieb nie in einer Zunft der Spezialisten, die auf einen Autor, eine Epoche oder ein Thema fixiert sind. Trotz der kritischen Distanz zum Mainstream der Wissenschaft bequemte sie sich nie in eine Nische der \u203aAlternativen\u2039, sondern mischte sich bewusst dort ein, wo es ums Ganze ging. W\u00e4hrend sie das Zentrum f\u00fcr Literatur- und Kulturforschung in Berlin leitete, brachte sie Menschen aus vielen Disziplinen zusammen, deren Aufz\u00e4hlung mich durch ihre Farben und Formen wie ein Spiel mit einem Kaleidoskop inspiriert: Hirnforscher, Performancek\u00fcnstler, Orientalisten, Kriminalisten, Historiker, Ethnologen. Ich war nur ab und zu als ein Gast bei einer Veranstaltung dort, und was ich mitbekam, war nur ein kleiner Teil der titanischen Angebote.<\/span><\/p>\n<div class=\"\"><span class=\"\" style=\"font-family: helvetica;\"><span class=\"\">Der Begriff \u203amultikulturell\u2039, der in den 1980er Jahren mit guter Absicht verwendet wurde, erinnerte mich manchmal an eine Art Stadtteilfestival, auf dem verschiedene Nationen friedlich nebeneinander ihre Spezialit\u00e4ten anbieten. Wichtiger w\u00e4re aber eine anstrengende Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ansichten \u00fcber Gender, Demokratie und weitere Themen, die jeweils aus verschiedenen kulturellen Hintergr\u00fcnden stammen. Der Zusammensto\u00df wird zuerst die idyllische Harmonie in der \u203abunten\u2039 Welt zerst\u00f6ren, jedoch ist er f\u00fcr das Zusammenwachsen einer heterogenen Kultur notwendig. Sonst f\u00fchrt das Nebeneinander zur gesellschaftliche Spaltung und m\u00f6glicherweise zu Gewalt, wie Terroranschl\u00e4gen.<\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Wie kann aber jede Gruppe ihre Andersartigkeit behalten und trotzdem nicht getrennt vom Ganzen sein? Wie kann man eine benachteiligte, manchmal fast unsichtbare Gruppe ins gro\u00dfe Boot holen, ohne sie einzuverleiben? Der Begriff der \u203aMinderheiten\u2039 verfolgt mich, seitdem ich in Deutschland lebe. Am Anfang meiner schriftstellerischen Karriere profitierte ich unfreiwillig von den steigenden Aktien der \u203aMinderheiten\u2039, weil ich als Frau und als Ausl\u00e4nderin kategorisiert wurde. Viel sp\u00e4ter thematisierte ich die Rolle der Minderheiten in meinem Roman <em>Et\u00fcden im Schnee<\/em> (2014).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Ist die Literatur nur ein Karneval, in dem die Machtverh\u00e4ltnisse auf den Kopf gestellt werden, um die Ordnung im Alltag zu stabilisieren? Oder sollte die Literatur eine reale Revolution zum Ziel haben? Bei der Gattung der Flugbl\u00e4tter war Letzteres tats\u00e4chlich der Fall. Aber der rote Faden, der sich durch die Forschung zog, war keine Revolution, sondern eher die Reihe der Probleme, die die Revolution mit sich bringt. Ab jetzt verwende ich deshalb besser das Wort \u203aAriadnefaden\u2039 als \u203ader rote Faden\u2039, denn mit der eindeutigen Farbe Rot allein, die f\u00fcr die linke Orientierung steht, kann man den Weg aus dem Labyrinth nicht finden. Minotaurus ist besiegt, aber was nun? Georg B\u00fcchners <em>Dantons Tod<\/em> war einer der besten literarischen Texte, die ich in Weigels Seminaren las. Seine Sprache pr\u00e4gte mich und f\u00fchrte mich weiter zu Heiner M\u00fcller. Beide arbeiteten mit den rohen Materialien der Geschichte. Sie zitierten aus nichtliterarischen Quellen und montierten sie so in den eigenen Text, dass das Zitat seinen fremdartigen Charakter nicht verliert und somit eine Plastizit\u00e4t in der Sprache erzeugt. Ein ungeheures Bild wie \u203adie Revolution frisst ihre Kinder\u2039, das dadurch zustande kommt, ist so transnational, dass man von Kambodscha bis Rum\u00e4nien sofort versteht, was gemeint ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die historischen, sprachlichen Materialien gewinnen literarische Kraft, wenn man sie in jenem Augenblick f\u00e4ngt, in dem sie als Wiederkehr des Verdr\u00e4ngten auf der Oberfl\u00e4che erscheinen und sichtbar werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\">***<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Ein anderer Ariadnefaden, den ich nicht unerw\u00e4hnt lassen m\u00f6chte, betrifft die Stimme. Zum ersten Mal wurde mir das Thema durch Weigels <em>Stimme der Medusa<\/em> (1987) bewusst. Das Bild der Frau, die im Schrecken erstarrt, wird zum Bild, das den Betrachter erschreckt. Das passt gut zum Begriff des Feminismus, dessen Erw\u00e4hnung allein uns heute l\u00e4hmt, langweilt oder sogar erschreckt, obwohl er urspr\u00fcnglich den vor Schreck eingefrorenen Geist wieder bewegen sollte. Der Feminismus ist zur Medusa geworden, aber zu keiner ungeheuerlichen. Diese ist zur Zeit nur im kleinen Ich-Format der MeToo-Bewegung zu sehen, die ohne jeden theoretischen Anspruch neben den Werbefotos vom retuschierten Frauenk\u00f6rper steht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Was mich aber bei der Medusa in unterschiedlichen Zusammenh\u00e4ngen faszinierte, war das Denken zwischen der Stimme und dem Bild. Der weibliche K\u00f6rper als Allegorie, als Kunst, als Schrift, als Ged\u00e4chtnis und am Ende als ein Klangk\u00f6rper f\u00fcr die Stimme. Zwei Autorinnen, die in Weigels Forschung pr\u00e4sent sind, haben bei mir Spuren hinterlassen. Die eine ist Ingeborg Bachmann, nach deren Lekt\u00fcre ich den Roman <em>Das Bad<\/em> (1989) schrieb.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die zweite Autorin ist Unica Z\u00fcrn, die in ihrer Anagrammdichtung S\u00e4tze radikal auseinandernahm und mit ihren Buchstaben arbeitete. Ich muss immer wieder an ihre Zeile \u00bbWir lieben den Tod\u00ab<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> denken und wie sie mit den gewonnenen Buchstaben die neue Zeile \u00bbRot winde den Leib\u00ab schrieb. Aber am Ende des Gedichtes kam doch wieder die Anfangszeile mit dem Tod. Z\u00fcrn hat den Tod selbst in ihr Leben eingeleitet. Weigel untersuchte das genderspezifische Verh\u00e4ltnis zwischen dem K\u00f6rper der Kunstschaffenden und dem Objekt der Kunst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Neulich nahm ich den Roman von Susan Taubes in die Hand, der 2021 in der deutschen \u00dcbersetzung mit dem neuen Titel <em>Nach Amerika und zur\u00fcck im Sarg<\/em> wieder verlegt wurde (der alte Titel lautete <em>Scheiden tut weh<\/em>). Weigel charakterisiert im Vorwort dieser neuen Ausgabe den Roman als Autobiographie einer Toten oder als Antiroman, bei dem \u00bbnicht Erinnerung der Lebensgeschichte als Verm\u00e4chtnis der Erz\u00e4hlerin, sondern deren Tod [\u2026] Voraussetzung des Romans\u00ab sei.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> So schl\u00e4gt sie einen Bogen zu Ingeborg Bachmanns Roman <em>Malina<\/em>, der in einer anderen Weise auch den Tod als Voraussetzung hatte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Dieser Ariadnefaden f\u00fchrt mich nicht zur heutigen Genderdebatte, sondern zu Hannah Arendt. 2016 h\u00f6rte ich Weigels Vortrag mit dem Titel <em>Sounding Through \u2013 Poetic Difference \u2013 Self-Translation: Hannah Arendt\u2019s Thoughts and Writing Between Different Languages, Cultures, and Fields<\/em>. Er begann mit der Beschreibung von Arendts Stimme, die ihren Denkrhythmus \u00fcber die zeitliche und kulturelle Grenze hinaus weiter bewahrt. Nichts ist pr\u00e4senter als die Stimme, sie ist \u00fcberhaupt ein Beweis daf\u00fcr, dass eine bestimmte Person, und keine andere, dort ist. Es ist kein Zufall, dass eines der deutschen W\u00f6rter f\u00fcr <em>diversity<\/em> \u203aMehr-Stimmigkeit\u2039 ist. Als sprechende Stimme kann man aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Als Stimme ist jeder Mensch er selbst und gleichzeitig ein Teil einer oder mehrerer Kulturen. Hingegen wird man gleich einer Rasse oder einem Geschlecht zugeordnet, wenn man eine bildliche Identit\u00e4t annimmt, die an k\u00f6rperlichen Merkmalen festgemacht wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Eine Stimme kann nicht nur ein Gespr\u00e4ch mit Lebenden f\u00fchren, sondern auch die Verstorbenen ansprechen oder nach einem Verlust klagen oder singen. Eines der Themen, mit denen Weigel sich schon eine Weile besch\u00e4ftigt, auch wenn es noch keine Monografie dazu von ihr zu lesen gibt, hat sehr viel mit der Stimme zu tun: die Gattung der Oper. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem ein Opernbuch ihre lange Ver\u00f6ffentlichungsliste noch l\u00e4nger macht.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Walter Benjamin: \u00bbKleine Geschichte der Photographie\u00ab, in: ders.: <em>Gesammelte Schriften. Aufs\u00e4tze, Essays, Vortr\u00e4ge<\/em>, Bd. II, 1, Frankfurt a.M. 1977, S. 377.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Sigrid Weigel: <em>Entstellte \u00c4hnlichkeit: Walter Benjamins theoretische Schreibweise<\/em>, Frankfurt a.M. 1997, S. 19.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Ebd., S. 21.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Unica Z\u00fcrn: <em>Anagramme<\/em>, Berlin 1988, S. 15.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Sigrid Weigel: \u00bbVorwort\u00ab, in: Susan Taubes:<em> Nach Amerika und zur\u00fcck im Sarg<\/em>, \u00fcbers. von Nadine Miller, Berlin 2021, S. 6.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Yoko Tawada: Ariadnef\u00e4den als Harfensaiten des Denkens, in: ZfL Blog, 19.4.2023 [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2023\/04\/19\/yoko-tawada-ariadnefaeden-als-harfensaiten-des-denkens\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2023\/04\/19\/yoko-tawada-ariadnefaeden-als-harfensaiten-des-denkens\/<\/a>]<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: helvetica;\">DOI: <\/span><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20230419-01\"><span style=\"font-family: helvetica;\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20230419-01<\/span><\/a><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"ScholarlyArticle\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20230419-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2023\/04\/19\/yoko-tawada-ariadnefaeden-als-harfensaiten-des-denkens\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"ARIADNEF\u00c4DEN ALS HARFENSAITEN DES DENKENS\",\n  \"author\": {\n    \"name\": \"Yoko Tawada\",\n    \"givenName\": \"Yoko\",\n    \"familyName\": \"Tawada\",\n    \"@type\": \"Person\"\n  },\n  \"inLanguage\": \"de\",\n  \"dateCreated\": \"2023-04-19\",\n  \"datePublished\": 2023,\n  \"publisher\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"Leibniz-Zentrum f\u00fcr Literatur- und Kulturforschung \"\n  },\n  \"provider\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"datacite\"\n  }\n}\n<\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ausgabe Nr. 17 vom Oktober 2022 der chilenischen Kulturzeitschrift Papel M\u00e1quina ist der Arbeit der ehemaligen Direktorin des ZfL Sigrid Weigel gewidmet. Wir danken der Schriftstellerin Yoko Tawada f\u00fcr die Erlaubnis, ihren dort in spanischer \u00dcbersetzung erschienenen Beitrag im ZfL BLOG erstmals in der deutschen Originalfassung ver\u00f6ffentlichen zu d\u00fcrfen. Neulich nahm ich ein Buch <a class=\"read-more-link\" href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2023\/04\/19\/yoko-tawada-ariadnefaeden-als-harfensaiten-des-denkens\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,19],"tags":[719,38,42,718,103,493,720],"class_list":["post-2970","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ad-hoc","category-lektueren","tag-kulturwissenschaft","tag-literatur","tag-literaturwissenschaft","tag-sigrid-weigel","tag-theoriegeschichte","tag-walter-benjamin","tag-yoko-tawada"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2970","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2970"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2970\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3530,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2970\/revisions\/3530"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2970"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2970"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}