{"id":3052,"date":"2023-06-12T11:42:07","date_gmt":"2023-06-12T09:42:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=3052"},"modified":"2025-02-11T15:42:46","modified_gmt":"2025-02-11T13:42:46","slug":"oliver-precht-auch-eine-geschichte-der-theorie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2023\/06\/12\/oliver-precht-auch-eine-geschichte-der-theorie\/","title":{"rendered":"Oliver Precht: AUCH EINE GESCHICHTE DER THEORIE"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Morten-Paul.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3053 alignright\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Morten-Paul-216x300.jpg\" alt=\"\" width=\"216\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Morten-Paul-216x300.jpg 216w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Morten-Paul-739x1024.jpg 739w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Morten-Paul-768x1065.jpg 768w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Morten-Paul.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 216px) 85vw, 216px\" \/><\/a>\u00bbDas Folgende\u00ab, stellt Morten Paul gleich zu Beginn seiner Studie \u00fcber Suhrkamps (mehr oder weniger) graue B\u00e4nde klar, \u00bbist keine Geschichte der Theorie, sondern eine Geschichte der <em>Theorie<\/em>-Reihe\u00ab (Morten Paul: <em>Suhrkamp Theorie. Eine Buchreihe im philosophischen Nachkrieg<\/em>, Leipzig: Spector Books 2023, 18). Vielleicht hatte er beim Verfassen dieses Warnhinweises noch den Vorwurf im Ohr, den Gerhard Poppenberg in seinem Essay <em>Herbst der Theorie <\/em>an Philipp Felschs viel gelesenes Buch <em>Der lange Sommer der Theorie <\/em>gerichtet hat: Felsch verenge die komplexe, an eine Vielzahl von Orten, Institutionen, Produktions- und Rezeptionsmilieus gebundene Theoriegeschichte auf die spezifischen von ihm untersuchten Kontexte, n\u00e4mlich auf \u00bbdie Verlage Suhrkamp und Merve, die Berliner FU und die Subkultur der Siebziger- und Achtzigerjahre\u00ab.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Hinter diesem etwas wohlfeilen Vorwurf steht eine Vorstellung von Theoriegeschichte, die sich keineswegs von selbst versteht.<!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Ob sich eine allgemeine kulturwissenschaftliche Theoriegeschichte \u00fcberhaupt schreiben l\u00e4sst, ob sich durch die Einbeziehung der zahlreichen anderen Theoriekontexte inner- und au\u00dferhalb der Bundesrepublik \u00fcberhaupt ein koh\u00e4rentes Bild von Theorie erg\u00e4be und ob dieses Bild sich schlie\u00dflich mit dem Selbstverst\u00e4ndnis, also mit einem theoretischen Begriff von Theorie in Einklang bringen lie\u00dfe \u00ad\u2013 all das m\u00fcsste erst einmal gezeigt werden. Anders als das obige Zitat vermuten l\u00e4sst, beschr\u00e4nkt sich Morten Paul jedenfalls nicht darauf, lediglich die Geschichte einer Buchreihe zu schreiben. <em>Theorie <\/em>bei Suhrkamp ist f\u00fcr ihn auch ein Gegenstand, der zu grunds\u00e4tzlichen und sehr gewinnbringenden Reflexionen \u00fcber die M\u00f6glichkeit einer umfassenderen Theoriegeschichte und eines gehaltvollen Theoriebegriffs einl\u00e4dt. Sein Gegenstand \u2013 eine Buchreihe \u2013 l\u00e4sst das Grundproblem vielleicht besonders deutlich hervortreten: Betrachtet man Theorie, wie es kulturwissenschaftliche Ans\u00e4tze typischerweise tun, \u00bbals Genre oder Schreibweise\u00ab, dann \u00bbk\u00f6nnen nur bestimmte Aspekte dessen, was Theorie ist, \u00fcberhaupt in den Blick geraten\u00ab \u2013 und es ist keineswegs gewiss, dass sich diese verschiedenen Aspekte zu einem Gesamtbild zusammenf\u00fcgen lassen. Betrachtet man Theorie jedoch theoretisch, zum Beispiel als einen spezifischen Modus der Reflexion von wissenschaftlicher oder philosophischer T\u00e4tigkeit, \u00bbverschwindet dagegen die Historizit\u00e4t dieses Reflexionsvorgangs\u00ab (59).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Anders als bei vielen \u00e4hnlich gelagerten Vorhaben, die sich Verlage, Zeitschriften oder (para-)akademische Institutionen zum Gegenstand nehmen,<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> steht bei Paul eine Buchreihe im Fokus, die aus einer einmaligen Konstellation entstanden ist. Von Anfang an sollte Suhrkamps <em>Theorie<\/em> ein Eigenleben f\u00fchren \u2013 im Unterschied zu vielen anderen Reihen, die in erster Linie Publikationsorgane bestimmter Institutionen, etwa von Parteien oder Forschungseinrichtungen sind, im Gegensatz auch zu solchen, die sich in erster Linie \u00fcber gattungsspezifische Kriterien definieren, etwa nur Essays oder Dissertationen aufnehmen, oder solchen, die sich vor allem \u00fcber verlegerische Gesichtspunkte definieren, indem sie etwa ein bestimmtes Buchformat oder ein bestimmtes Layout durchhalten. Mehr noch, sie sollte dem Verlag, wie Paul im ersten Kapitel seiner Untersuchung zeigt, zu allererst theoretisches Leben einhauchen. F\u00fcr den im \u00bbNachkrieg\u00ab (gemeint ist ein langer Nachkrieg, der nicht mit der Gr\u00fcndung der Bundesrepublik 1949 endet, sondern sich bis weit in die 1970er Jahre erstreckt) schnell expandierenden Theoriemarkt fehlte dem Verlag zun\u00e4chst die Expertise. Der zupackende Verleger Siegfried Unseld, der Suhrkamp seit 1959 f\u00fchrte, kontaktierte also kurzerhand eine Reihe von ausgewiesenen Experten<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> und machte ihnen ein verlockendes Angebot. Mit gro\u00dfz\u00fcgiger Finanzierung und gro\u00dfer herausgeberischer Freiheit sollten sie eine neuartige Reihe herausgeben, die sich sowohl von den teuren und unhandlichen Produktionen der gro\u00dfen Wissenschaftsverlage als auch von den billigen und oft schlecht gemachten Paperbacks von Rowohlt oder Reclam unterscheiden sollte. Erschwinglich und hochwertig zugleich, so stellte sich Unseld die noch namenlose Reihe vor. Sie sollte Seriosit\u00e4t ausstrahlen, wissenschaftliche Strenge, ohne jedoch einen professoralen Ton anzuschlagen. Ein durchdachter Plan, doch mit der ersten Kontaktaufnahme begannen auch schon die Probleme: Der \u00bbProfessorenzirkus\u00ab (so der Titel von Pauls erstem Kapitel) war er\u00f6ffnet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Nach jahrelangen, teils z\u00e4hen Verhandlungen \u00fcber Zusammensetzung, Rechte und Pflichten des Herausgeberkreises, \u00fcber Titel, Ausrichtung und Schlagzahl der Reihe \u2013 ein Prozess, den Paul anhand von erstmals systematisch ausgewerteten Archivmaterialien, insbesondere von zahlreichen Briefen und Sitzungsprotokollen rekonstruiert \u2013 erschien 1966 der erste von gut 200 Titeln <em>Theorie. <\/em>W\u00e4hrend der m\u00fchsame Aushandlungsprozess mit den selbstbewussten Professoren dem Verlag einiges abverlangte, stellte er sich f\u00fcr die Theoriegeschichte als Gl\u00fccksfall dar. Die einzigartige Konstellation aus einem schnell wachsenden und immer anspruchsvolleren Publikum, einem erwachenden Interesse an Theorie, einem theoretisch eher unbeschlagenen Verlag und einer Herausgebergruppe, die mit Dieter Henrich, Hans Blumenberg, J\u00fcrgen Habermas und Jacob Taubes ebenso unterschiedliche wie meinungsstarke Charaktere umfasste, zeigt exemplarisch, wie viele unterschiedliche Kr\u00e4fte in der Produktion von Theorie wirken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Die sich in dieser Konstellation herausbildende Theorie ist zun\u00e4chst nichts anderes als die Schnittmenge der Interessen der beteiligten Akteure. Ern\u00fcchtert mussten die vier Professoren immer wieder feststellen, dass sich ihre Reihe nicht so recht auf <em>einen<\/em> theoretischen Begriff bringen lie\u00df. Vielmehr konnte sie leicht wie eine blo\u00dfe Aneinanderreihung wirken: Es entstand ein Eindruck von \u00bbKraut und R\u00fcben\u00ab \u00ad\u2013 \u00bbwenn auch von erster Qualit\u00e4t\u00ab, wie Karl Markus Michel, der die Reihe verlagsseitig betreute, sogleich beschwichtigend hinterherschob. Das einzige inhaltliche Kriterium, dem die vielen B\u00fccher mehr oder weniger gen\u00fcgten, war eine recht vage Vorstellung von Aufkl\u00e4rung, die man dem Deutschland des \u203aNachkriegs\u2039 angedeihen lassen wollte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Mit Blick auf einen gehaltvollen Theoriebegriff ist der Prozess also weitaus interessanter als das Endprodukt. In der Kommunikation zwischen dem Verlag, den Herausgebern und zahlreichen au\u00dfenstehenden, auf die ein oder andere Weise beteiligten Personen zeichnet sich ein Panorama all der unterschiedlichen Erwartungen und Hoffnungen ab, die in der Zeit seit der ersten Kontaktaufnahme 1963 bis zur endg\u00fcltigen Einstellung der Reihe 1986 mit dem Wort und dem Begriff Theorie verbunden waren. Das schillernde Material l\u00e4sst erkennen, welchen Interessen Theorie diente, welche R\u00e4ume sie er\u00f6ffnete, welche Machtverh\u00e4ltnisse sie aber mitunter auch schuf oder zementierte. Die Entwicklung der <em>Theorie <\/em>(und der Theorie) erscheint als Spiegel einer Zeit, die von bedeutenden Umbr\u00fcchen gezeichnet ist, gesellschaftlichen wie theoretischen. Nicht mit allen Entwicklungen konnte oder wollte die Reihe Schritt halten: Die poststrukturalistische Theorie beispielsweise, die sp\u00e4ter das Programm der anderen gro\u00dfen Reihen des Verlags, <em>edition suhrkamp <\/em>und <em>suhrkamp taschenbuch wissenschaft (stw)<\/em>, nachhaltig pr\u00e4gen sollte, war den Herausgebern suspekt, stand gar im Verdacht gegenaufkl\u00e4rerisch zu sein. Der Fall Derrida, der schlie\u00dflich keine Aufnahme in die <em>Theorie <\/em>fand, steht im Zentrum des dritten Kapitels von Pauls Buch, das sich mit dem wichtigen und erst in j\u00fcngster Zeit mit der n\u00f6tigen Aufmerksamkeit bedachten Feld der Theorie\u00fcbersetzung besch\u00e4ftigt.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Hier zeigt sich besonders deutlich, wie wenig das entstehende Genre den theoretischen Theoriebegriffen der Professoren gehorchte \u2013 und wie sehr es von der Ausbildung pers\u00f6nlicher und institutioneller Netzwerke abhing. Viele der \u00dcbersetzungen, die einen wichtigen Bestandteil der Theoriekonjunktur ausmachten, entstanden beispielsweise zun\u00e4chst auf eigene Initiative, im Umkreis von Seminaren und Lesekreisen, und wurden erst sp\u00e4ter dem Verlag zur Ver\u00f6ffentlichung angeboten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Auch die gesellschaftlichen Umbr\u00fcche des Jahres 1968 konnten letztlich keine bleibenden Spuren in der Reihe hinterlassen. Sie f\u00fchrten zwar zu einer Intensivierung der Diskussionen um ein Zeitschriftenprojekt, das die Buchreihe erg\u00e4nzen und den ver\u00e4nderten gesellschaftlichen Umst\u00e4nden Rechnung tragen sollte. Das in erster Linie von Taubes forcierte Projekt, das im Zentrum des vierten Kapitels steht, konnte jedoch, auch aufgrund des mangelnden Enthusiasmus seiner Mitstreiter, letztlich nicht verwirklicht werden. Im Verlauf des roten Jahrzehnts verlor die Reihe zusehends an Schwung. Sukzessive stiegen erst Blumenberg, dann Jacob Taubes (aufgrund seiner Krankheit) und schlie\u00dflich auch Habermas aus. Mit dem neu hinzugesto\u00dfenen Niklas Luhmann versuchte Henrich noch ein letztes Aufb\u00e4umen, doch Mitte der 1980er war die Reihe endg\u00fcltig Geschichte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Wirtschaftlich nicht sonderlich erfolgreich, hat sie f\u00fcr den Verlag dennoch ihren Zweck erf\u00fcllt: Suhrkamp hatte sich die n\u00f6tige Expertise angeeignet und war ein renommierter Theorieverlag geworden. Mit der bis heute erfolgreichen <em>stw<\/em>-Reihe, die zunehmend die <em>Theorie <\/em>abl\u00f6ste, sie sogar durch zahlreiche Wiederverwertungen regelrecht auffra\u00df, sollte Siegfried Unseld die Fr\u00fcchte dieses Lern- und Wachstumsprozesses ernten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Niemand, der sich f\u00fcr die Geschichte von Theorie in Deutschland interessiert, wird um Morten Pauls Geschichte der <em>Theorie <\/em>herumkommen. Anders als die n\u00fcchternen Buchdeckel dieser Reihe vermuten lassen, ist diese Geschichte keineswegs grau: Da sie eng mit der ereignisreichen Theorie- und Gesellschaftsgeschichte der 1960er und 1970er Jahre verwoben ist, da sie sich nicht von dem anhaltenden Gespr\u00e4ch zwischen den faszinierenden, eigenwilligen, mitunter auch narzisstisch agierenden Protagonisten trennen l\u00e4sst, ist sie unterhaltsam, manchmal sogar witzig, ohne jedoch ins Anekdotische abzurutschen. Daf\u00fcr sorgen nicht zuletzt die zahlreichen theoretischen Exkurse zum Theoriebegriff, ein Subtext anhaltender Reflexion \u00fcber den Sinn und die M\u00f6glichkeiten von Theorie im 20. Jahrhundert und dar\u00fcber hinaus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Theoriegeschichte entsteht hier aus der Wechselwirkung zwischen der kulturwissenschaftlichen Arbeit, die aus dem vorhandenen Material die konkreten Produktions- und Distributionsbedingungen, die Vernetzungsweisen, die Formierung von Szenen, Genres und Stilen untersucht, und einer theoretischen Arbeit, die versucht, den formalen, aber historisch ges\u00e4ttigten Theoriebegriff wieder mit den gehaltvollen, aber tendenziell ahistorischen theoretischen Theoriebegriffen ins Gespr\u00e4ch zu bringen. So betrachtet ist Theorie dann nicht einfach nur die Mode, komplizierte Texte zu lesen, sondern zugleich eine Distanzierung der Wissenschaft und Philosophie von ihrer eigenen T\u00e4tigkeit, eine Reflexion auf die politische Dimension ihrer Wirkungsweisen, die nicht selten in eine neue, genuin politische Praxis m\u00fcndet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #e63348; font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><em>Der Philosoph und Literaturwissenschaftler\u00a0<a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/person\/precht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Oliver Precht<\/a>\u00a0arbeitet mit seinem Projekt \u00bb<a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/projekt\/marx-in-frankreich.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Marx in Frankreich. Die Selbstbestimmung der franz\u00f6sischen Theorie (1945\u20131995)<\/a>\u00ab am ZfL.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Gerhard Poppenberg: <em>Herbst der Theorie. Erinnerungen an die alte Gelehrtenrepublik Deutschland<\/em>, Berlin 2018, S. 35f.; vgl. Philipp Felsch: <em>Der lange Sommer der Theorie. Geschichte einer Revolte 1960\u20131990<\/em>, Frankfurt a.M. 2015.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. in j\u00fcngerer Vergangenheit beispielsweise Moritz Neuffer: <em>Die journalistische Form der Theorie. Die Zeitschrift <span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">\u00bb<\/span>alternative<span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">\u00ab 1<\/span>958\u2013<\/em>1982, G\u00f6ttingen 2021; Thomas von Freyberg: <em>Sperrgut. Zur Geschichte des Frankfurter Instituts f\u00fcr Sozialforschung zwischen 1969 und 1999<\/em>, Frankfurt a.M. 2016.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Es handelt sich ausschlie\u00dflich um M\u00e4nner. Wie es f\u00fcr den langen Nachkrieg typisch war, verrichteten Frauen f\u00fcr das Unternehmen <em>Theorie<\/em> vornehmlich unsichtbare Arbeit \u2013 unsichtbar nicht zuletzt, wie Morten Paul schlaglichthaft herausarbeitet, f\u00fcr die Riege der Reihenherausgeber, die sich in diesen Fragen als erstaunlich blind erweisen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. dazu beispielsweise Wolfgang Hottner (Hg.): <em>Theorie\u00fcbersetzungsgeschichte. Deutsch-franz\u00f6sischer und transatlantischer Theorietransfer im 20. Jahrhundert<\/em>, Berlin 2021, sowie die Rezension des Bandes von Anna F\u00f6rster: Theorie \u2013 \u00dcbersetzung \u2013 Geschichte, in: <a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2021\/12\/08\/anna-foerster-theorie-uebersetzung-geschichte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>ZfL Blog<\/em><\/a>, 8.12.2021.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Oliver Precht: Auch eine Geschichte der Theorie, in: ZfL Blog, 12.6.2023 [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2023\/06\/12\/oliver-precht-auch-eine-geschichte-der-theorie\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2023\/06\/12\/oliver-precht-auch-eine-geschichte-der-theorie\/<\/a>]<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">DOI: <\/span><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20230612-01\"><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20230612-01<\/span><\/a><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"ScholarlyArticle\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20230612-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2023\/06\/12\/oliver-precht-auch-eine-geschichte-der-theorie\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"AUCH EINE GESCHICHTE DER THEORIE\",\n  \"author\": {\n    \"name\": \"Oliver Precht\",\n    \"givenName\": \"Oliver\",\n    \"familyName\": \"Precht\",\n    \"@type\": \"Person\",\n    \"@id\": \"0000-0003-4951-0450\"\n  },\n  \"inLanguage\": \"de\",\n  \"dateCreated\": \"2023-06-12\",\n  \"datePublished\": 2023,\n  \"publisher\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"Leibniz-Zentrum f\u00fcr Literatur- und Kulturforschung \"\n  },\n  \"provider\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"datacite\"\n  }\n}\n<\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbDas Folgende\u00ab, stellt Morten Paul gleich zu Beginn seiner Studie \u00fcber Suhrkamps (mehr oder weniger) graue B\u00e4nde klar, \u00bbist keine Geschichte der Theorie, sondern eine Geschichte der Theorie-Reihe\u00ab (Morten Paul: Suhrkamp Theorie. 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