{"id":3407,"date":"2024-11-07T18:04:55","date_gmt":"2024-11-07T16:04:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=3407"},"modified":"2025-02-05T17:56:26","modified_gmt":"2025-02-05T15:56:26","slug":"michael-moenninger-nachbarschaft-wilmersdorf-eine-kurze-geschichte-in-14-bildern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2024\/11\/07\/michael-moenninger-nachbarschaft-wilmersdorf-eine-kurze-geschichte-in-14-bildern\/","title":{"rendered":"Michael M\u00f6nninger: NACHBARSCHAFT WILMERSDORF. Eine kurze Geschichte in 14 Bildern"},"content":{"rendered":"<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">1<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3412\" aria-describedby=\"caption-attachment-3412\" style=\"width: 768px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-1-Luftbild-Pariser-Str.-1-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3412 size-full\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-1-Luftbild-Pariser-Str.-1-2.jpg\" alt=\"Luftbild Pariser Str. 1\" width=\"768\" height=\"548\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-1-Luftbild-Pariser-Str.-1-2.jpg 768w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-1-Luftbild-Pariser-Str.-1-2-300x214.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3412\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: helvetica;\">Abb. 1: ACHTUNDEINS, Kreuzung Pariser Stra\u00dfe\/Bundesallee, (c) Eike Becker Architekten<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Wer in Berlin das Wachstum und den Wandel der Quartiere au\u00dferhalb der historischen Kernstadt nachzeichnen will, der st\u00f6\u00dft f\u00fcr Zeiten, die l\u00e4nger als 150 Jahre zur\u00fcckliegen, auf nichts als sandigen m\u00e4rkischen Ackerboden. Es ist nicht einfach, Dokumente zu finden, die Auskunft \u00fcber die Nachbarschaften rund um das Geb\u00e4ude ACHTUNDEINS in der Pariser Stra\u00dfe 1 geben, den neuen Standort der Verwaltung der Geisteswissenschaftlichen Zentren Berlin (GWZ), des Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS) und des ZfL (Abb. 1).<!--more--><\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">2<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3409\" aria-describedby=\"caption-attachment-3409\" style=\"width: 718px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-2-Straube-Plan-1876.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3409 size-large\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-2-Straube-Plan-1876-718x1024.jpg\" alt=\"Straube-Plan von 1876 mit den Eintragungen der Terraingesellschaften, darunter der Stadtgrundriss von Carstenn\" width=\"718\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-2-Straube-Plan-1876-718x1024.jpg 718w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-2-Straube-Plan-1876-210x300.jpg 210w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-2-Straube-Plan-1876-768x1095.jpg 768w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-2-Straube-Plan-1876-1078x1536.jpg 1078w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-2-Straube-Plan-1876.jpg 1112w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3409\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: helvetica;\">Abb. 2: Julius Straube: Plan von Berlin (1876) mit den Eintragungen der Terraingesellschaften<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">In seinem Roman <em>Irrungen, Wirrungen<\/em> von 1875 schildert Theodor Fontane, was eine Gruppe von Spazierg\u00e4ngern, die von einer G\u00e4rtnerei am Zoologischen Garten nach S\u00fcden in Richtung Wilmersdorf aufbricht, in der noch unbebauten Landschaft vorfindet (Abb. 2):<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbWirklich, es war der einsamste Weg, um vieles stiller und menschenleerer als drei, vier andere, die parallel mit ihm \u00fcber die Wiese hin auf Wilmersdorf zuf\u00fchrten und zum Teil ein eigent\u00fcmliches Vorstadtleben zeigten. [\u2026] Und so stiegen sie den niedrigen Abhang hinauf und setzten sich, oben angekommen, auf [einen] Unkrauthaufen. Dieser war ein pr\u00e4chtiger Ruheplatz, zugleich auch ein Aussichtspunkt, von dem aus man [\u2026] nicht nur die n\u00f6rdliche H\u00e4userreihe von Wilmersdorf \u00fcberblicken, sondern auch von einer benachbarten Kegelbahn her das Fallen der Kegel und vor allem das Zur\u00fcckrollen der Kugel auf zwei klapprigen Latten in aller Deutlichkeit h\u00f6ren konnte.\u00ab<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Und einer von Fontanes Spazierg\u00e4ngern kennt auch den Grund, warum es damals dort so viele Fr\u00f6sche gab:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbNachts ist es mitunter ein Gequake, da\u00df man nicht Schlafen kann. Und woher kommt es? Weil hier alles Sumpf ist und blos so thut, als ob es Wiese w\u00e4re.\u00ab<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Bis 1890 hat sich nicht viel ver\u00e4ndert. Der Berliner Kunstkritiker Karl Scheffler beschreibt in seiner Autobiographie seinen morgendlichen Weg zur Arbeit, der durch die Wilmersdorf-Friedenauer Gemarkung f\u00fchrte:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbUm 1890 war die Stadt im Westen am Nollendorfplatz zu Ende. Hinter diesem trostlosen Platz dehnten sich die Felder bis Wilmersdorf. Ging ich \u2013 in meiner Malerzeit \u2013 im Sommer morgens zu einer Arbeitsstelle in Friedenau \u00fcber diese Felder, so sa\u00df nicht selten an einem Grabenrand ein verschlafenes P\u00e4rchen, das bis in die Nacht in Wilmersdorf getanzt und darauf im Freien geschlafen hatte. Rund angelegt lag in dieser Feldeinsamkeit nur der Prager Platz, an dem ein tollk\u00fchner Pionier eine ziegelsteinerne Villa erbaut hatte. An der S\u00fcdwestseite der Tauentzienstra\u00dfe befanden sich gro\u00dfe Holzpl\u00e4tze, an der Ecke des Kurf\u00fcrstendamms und der Kurf\u00fcrstenstra\u00dfe lag noch jene alte G\u00e4rtnerei, die Theodor Fontane in seinen \u203aIrrungen, Wirrungen\u2039 beschrieben hat, und dort, wo sich jetzt die Kaiser-Wilhelm-Ged\u00e4chtniskirche erhebt, wuchs eine hohe Pappel wie zur Orientierung. Vom Nollendorfplatz fuhr eine Dampfstra\u00dfenbahn nach Halensee \u00fcber den noch fast unbebauten Kurf\u00fcrstendamm, dessen Bauterrains benutzt wurden, wenn Buffalo Bill seine Indianerritte vorf\u00fchrte. Hinter der Ringbahn, die damals noch eine Art von W\u00fcstenbahn war, begann der Grunewald, denn die Villenkolonie wurde erst sp\u00e4ter angelegt. Am Dianasee und Herthasee ging man entlang wie heute am Riemeister [\u2026]\u00ab<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Doch innerhalb weniger Jahrzehnte expandierte Berlin, das 1800 knapp 200.000 Einwohner hatte, explosionsartig und durchbrach 1905 erstmals die Grenze von zwei Millionen Einwohnern. Selbst das kleine Wilmersdorf wuchs bis zur Jahrhundertwende von 5.000 auf 100.000 Einwohner, lange bevor es 1920 nach Gro\u00df-Berlin eingemeindet wurde. Das ver\u00e4nderte auch das Erscheinungsbild der ehemaligen Feuchtwiesen radikal.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">3<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3411\" aria-describedby=\"caption-attachment-3411\" style=\"width: 722px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-4-Hobrecht-Plan-Berlin_1862-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3411 size-full\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-4-Hobrecht-Plan-Berlin_1862-Kopie.jpg\" alt=\"Hobrecht Bebauungsplan von 1862\" width=\"722\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-4-Hobrecht-Plan-Berlin_1862-Kopie.jpg 722w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-4-Hobrecht-Plan-Berlin_1862-Kopie-300x249.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3411\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: helvetica;\">Abb. 3: James Hobrecht: <i>Bebauungsplan der Umgebungen Berlins (<\/i>1862)<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die moderne Stadterweiterung in Berlin begann 1862 mit dem ber\u00fchmten Bebauungsplan des Ingenieurs James Hobrecht, der f\u00fcr 70 Quadratkilometer weitgehend unbebautes Wiesen- und Ackerland rings um das historische Zentrum einen Kranz neuer Stadtteile vor allem im Osten und Norden konzipierte (Abb. 3). Es handelte sich um einen Negativ-Plan, der wesentlich nur Bauverbotszonen auswies \u2013 gleichsam ein Lochmuster aus Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen, die von Bebauung freizuhalten waren. Repr\u00e4sentative architektonische \u00dcberh\u00f6hungen oder gar Monumente wie in den zeitgleichen Planungen f\u00fcr Paris oder Wien waren im Hobrecht-Plan wegen Geldmangels nicht vorgesehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die Stadterweiterungen des Hobrecht-Plans beruhten weitgehend auf dem Gewinnstreben und der Risikobereitschaft privater Terraingesellschaften. Das waren flinke Kaufleute, die L\u00e4ndereien rings um Berlin aufkauften, Stra\u00dfen, Pl\u00e4tze und Kanalisation gem\u00e4\u00df Hobrechts Fluchtlinien anlegten und das erschlossene Bauland dann parzellenweise an private Bauherren verkauften. Oft errichteten die Terraingesellschaften die Mietbl\u00f6cke auch selbst und beschafften ihren K\u00e4ufern sogar die Kredite zum Erwerb. Dass ihre Spekulationsobjekte bei Anlegern aus Handwerk und B\u00fcrgertum gro\u00dfen Absatz fanden, lag auch daran, dass der Kapitalmarkt bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert nur schwach entwickelt war: Mangels Versicherungen, Sparkassen und Rentenanlagen war die Immobilieninvestition die wichtigste Altersvorsorge.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">4<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3438\" aria-describedby=\"caption-attachment-3438\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/abb-5-carstenn-gesamtplan-1892-jpg-umgewandelt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3438 size-full\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/abb-5-carstenn-gesamtplan-1892-jpg-umgewandelt.jpg\" alt=\"Carstenn-Plan vom zuk\u00fcnftigen Berlin, 1892 \" width=\"640\" height=\"467\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/abb-5-carstenn-gesamtplan-1892-jpg-umgewandelt.jpg 640w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/abb-5-carstenn-gesamtplan-1892-jpg-umgewandelt-300x219.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3438\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: helvetica;\">Abb. 4: Carstenn-Plan vom zuk\u00fcnftigen Berlin (1892)<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Einer dieser Baul\u00f6wen war der geb\u00fcrtige Norddeutsche Johann Anton Wilhelm von Carstenn, der sich wegen seines Engagements im Berliner S\u00fcdwesten sp\u00e4ter Carstenn-Lichterfelde nannte. Der 1892 erschienene Gesamtplan (Abb. 4) ist der sp\u00e4te, nicht realisierte H\u00f6hepunkt seines Lebenswerks. Denn da war Carstenn wirtschaftlich schon l\u00e4ngst ruiniert. Der Plan zeigt, wie er Berlin und Potsdam verbinden und mit dem Grunewald als gro\u00dfem gemeinsamem Stadtpark kr\u00f6nen wollte. Zuvor hatte er in Hamburg die Villensiedlung Marienthal gebaut und sein dabei erwirtschaftetes Verm\u00f6gen von 1862 an in Berlin investiert, um den S\u00fcdwesten in ein gr\u00fcnes Wohnparadies zu verwandeln. Carstenn setzte sich ausdr\u00fccklich von der dichten Mietshausbebauung des Hobrecht-Plans ab, er plante seine gartenst\u00e4dtischen Villengegenden nach angels\u00e4chsischem Vorbild. <\/span><span style=\"font-family: helvetica;\">Von diesem Pionier schw\u00e4rmte 1930 sogar der scharfe Berlin-Kritiker Werner Hegemann, er sei ein \u00bbweitblickende(r) Kaufmann, dessen Name in den sechziger und siebziger Jahren zu den bekanntesten in Berlin gez\u00e4hlt und der als St\u00e4dtebauer Gro\u00dfartigeres geleistet hat als irgendein preu\u00dfischer Herrscher\u00ab. Und weiter: Carstenn wollte<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbseine in alten Kulturst\u00e4dten wie Hamburg und London erworbenen Begriffe von gro\u00dfz\u00fcgigem Arbeiten und vornehmem Leben auf ganz Berlin \u00fcbertragen [\u2026]. Berlin jedoch war eigentlich noch gar keine Stadt oder gar Gro\u00dfstadt, sondern stellte vorl\u00e4ufig nur den gro\u00dfen Auflauf entwurzelter Menschen dar, den diese [\u2026] B\u00fcrokratie zu verhindern vergessen hatte.\u00ab<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Parallel zu seinen Planungen f\u00fcr Lichterfelde West und Ost erwarb Carstenn 1865 f\u00fcr 2,5 Millionen Goldmark das damalige Rittergut Wilmersdorf, um, wie Hegemann schreibt, \u00bbau\u00dferhalb der bereits amtlich verdorbenen Zone des Bebauungsplanes eine vornehme Villenstadt im englischen Sinne zu gr\u00fcnden\u00ab. Das Gel\u00e4nde reichte vom heutigen Friedenau bis in die Nachbarschaft der GWZ rund um die Pariser Stra\u00dfe. Kurz nachdem Carstenn die Kaiserallee, die heutige Bundesallee, anlegen lie\u00df und auch den Entwurf der geplanten Villenkolonie Friedenau fertiggestellt hatte, kam 1873 der Gr\u00fcnderkrach, der alle Planungen im Berliner S\u00fcdwesten f\u00fcr fast 20 Jahre unterbrach.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">5<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3417\" aria-describedby=\"caption-attachment-3417\" style=\"width: 1156px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-6-Carstenn-Spinne-graphisch.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3417 size-full\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-6-Carstenn-Spinne-graphisch.jpg\" alt=\"Grundriss der Carstenn-Spinne\" width=\"1156\" height=\"1208\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-6-Carstenn-Spinne-graphisch.jpg 1156w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-6-Carstenn-Spinne-graphisch-287x300.jpg 287w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-6-Carstenn-Spinne-graphisch-980x1024.jpg 980w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-6-Carstenn-Spinne-graphisch-768x803.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3417\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: helvetica;\">Abb. 5: Grundriss der Carstenn-Spinne (aus: Rolf Lieberknecht u.a.: <em>Von der Wilhelmsaue zur Carstenn-Figur. 120 Jahre Stadtentwicklung in Wilmersdorf<\/em>, Berlin 1987, S. 107)<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die sogenannte Carstenn-Spinne (Abb. 5) im heutigen Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, in deren Mitte sich jetzt das Geb\u00e4ude ACHTUNDEINS befindet, ist eine geometrische Figur im Stadtgrundriss, die sich um 180 Grad gedreht auch weiter s\u00fcdlich in Friedenau wiederfindet. Die gesamte Anlage wurde von Carstenn weit abseits des alten Wilmersdorfer Dorfkerns ins freie Feld gelegt und sollte \u2013 \u00e4hnlich wie zuvor Lichterfelde \u2013 eine gro\u00dfst\u00e4dtische Erweiterung mit dem Charakter feudaler Schlossg\u00e4rten sein. Anders als noch die Achsen und Pl\u00e4tze des Hobrecht-Plans war die damals 3,7 Kilometer lange Kaiserallee nicht mehr auf das Schloss in Mitte bezogen.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">6<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3410\" aria-describedby=\"caption-attachment-3410\" style=\"width: 840px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-3-Kaiserallee-Luftaufnahme-ca.-1910.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3410 size-large\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-3-Kaiserallee-Luftaufnahme-ca.-1910-1024x643.jpg\" alt=\"Ansichtskarte Kaiserallee (ca. 1910-20)\" width=\"840\" height=\"527\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-3-Kaiserallee-Luftaufnahme-ca.-1910-1024x643.jpg 1024w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-3-Kaiserallee-Luftaufnahme-ca.-1910-300x188.jpg 300w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-3-Kaiserallee-Luftaufnahme-ca.-1910-768x482.jpg 768w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-3-Kaiserallee-Luftaufnahme-ca.-1910-1536x965.jpg 1536w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-3-Kaiserallee-Luftaufnahme-ca.-1910-2048x1286.jpg 2048w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-3-Kaiserallee-Luftaufnahme-ca.-1910-1200x754.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3410\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: helvetica;\">Abb. 6: Kaiserallee, Ansichtskarte (ca. 1910\u201320)<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Nachdem Carstenn fast alle seine bereits vollst\u00e4ndig geplanten, aber noch unbebauten Grundst\u00fccke zur Begleichung seiner Schulden an den Staat verkaufen musste, interessierten sich neue finanzstarke Institutionen und Unternehmer f\u00fcr die weitere Verwertung. Der erste Neubau an der damaligen Kaiserallee war das Joachimsthaler Gymnasium. 1608 in der Stadt Joachimsthal gegr\u00fcndet, zog es nach dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg nach Berlin-Mitte um und leistete sich schlie\u00dflich einen gro\u00dfz\u00fcgigen Schulbau am Nordrand der ehemaligen Besitzungen Carstenns. Als 1876 dort die Bauarbeiten begannen, war das n\u00e4chste Haus stadteinw\u00e4rts eine Viertelstunde Fu\u00dfweg entfernt.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Nachdem das Gymnasium 1912 wieder aufs Land nach Templin \u00fcbergesiedelt war, zog in das Schulhaus 1920 das Wilmersdorfer Stadthaus ein (Abb. 6). Heute befinden sich dort u.a. die Fakult\u00e4ten f\u00fcr Musik und Darstellende Kunst der Universit\u00e4t der K\u00fcnste. \u00dcbrigens sind die Schaper-, Meierotto- und Meinekestra\u00dfe alle nach den ehemaligen Direktoren des Gymnasiums benannt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Der n\u00e4chste Bauherr war die Milit\u00e4rverwaltung, die 1895 genau gegen\u00fcber vom Gymnasium den Sitz der K\u00f6niglich-Preu\u00dfischen Artillerie-Pr\u00fcfungskommission errichtete. Seit 1950 ist das von da an Bundeshaus genannte Geb\u00e4ude Dienstsitz verschiedener Einrichtungen des Bundes. Bis zur Wiedervereinigung sa\u00df hier beispielsweise der Bevollm\u00e4chtigte der Bundesregierung in Berlin; heute arbeitet dort u.a. eine Zweigstelle des Innenministeriums. Aufgrund des Bundeshauses wurde die Kaiserallee auch in Bundesallee umbenannt.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">7<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3418\" aria-describedby=\"caption-attachment-3418\" style=\"width: 1212px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-8-Nikolsburger-Platz-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3418 size-full\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-8-Nikolsburger-Platz-2-e1730996130976.jpg\" alt=\"Ansichtskarte des Nikolsburger Platzes, undatiert\" width=\"1212\" height=\"745\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-8-Nikolsburger-Platz-2-e1730996130976.jpg 1212w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-8-Nikolsburger-Platz-2-e1730996130976-300x184.jpg 300w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-8-Nikolsburger-Platz-2-e1730996130976-1024x629.jpg 1024w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-8-Nikolsburger-Platz-2-e1730996130976-768x472.jpg 768w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-8-Nikolsburger-Platz-2-e1730996130976-1200x738.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3418\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: helvetica;\">Abb. 7: Nikolsburger Platz, Ansichtskarte (undatiert)<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Auf den einzigartigen Entwicklungsschub, der Berlin zur gr\u00f6\u00dften Industriestadt Europas gemacht hatte, reagiert der Baedeker von 1908, indem er die deutsche Hauptstadt aufgrund ihres Mangels an historisch-architektonischer Substanz \u00bbdie gr\u00f6\u00dfte rein moderne Stadt in Europa\u00ab nannte.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Anders n\u00e4mlich als bei Paris oder London handelte es sich bei Berlin um ein ahistorisches Riesengebilde, um eine \u00bbMenschenwerkstatt\u00ab, wie Heinrich Mann sagte, die wie geschaffen war zur Entfesselung technischer und mentaler Energien. Der Kunstkritiker Wilhelm Hausenstein nannte Berlin 1932 schlie\u00dflich eine \u00bbabsolute Stadt\u00ab, eine grund- und voraussetzungslose, nichts als moderne Stadt.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Bei der Untersuchung von historischen Wohnadressen in der Wilmersdorfer Nachbarschaft seit 1900 f\u00e4llt die enorme Dichte von K\u00fcnstlern, Schriftstellern und Intellektuellen auf, die dort gewohnt haben. Darin spiegelt sich die Westwanderung des Berliner Gesellschaftszentrums rund um die Friedrichstra\u00dfe ins neue Gesch\u00e4ftszentrum an der Kaiser-Wilhelm-Ged\u00e4chtniskirche. Diese Absetzbewegung sowohl von der kaiserlich-repr\u00e4sentativen Mitte als auch von den proletarisch gepr\u00e4gten Mietshausquartieren im Osten sorgte vor allem nach 1920 in den b\u00fcrgerlichen Wohnvierteln des Neuen Westens f\u00fcr enormen prominenten Zuzug.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Angesichts des damaligen Ph\u00e4nomens der sogenannten Quartalsumz\u00fcge sollte man die topographische Verteilung der Wohnsitze von K\u00fcnstlern und Intellektuellen aber auch nicht \u00fcberbewerten. H\u00e4ufige Wohnungswechsel waren die Regel, und wenn in einem Haus zeitweilig auff\u00e4llig viele K\u00fcnstler wohnten, so handelte es sich oft um eine Etagenpension. Deshalb ist bei forcierten Raumbez\u00fcgen der Versuchung zu widerstehen, von der Topophilie in die Topolatrie, also von der Liebe zum Ort in die Ortsverg\u00f6tzung umzuschlagen, handelt es sich hierbei doch um Versuche einer Kontigenzbew\u00e4ltigung, die Zuf\u00e4lligkeiten nachtr\u00e4glich ordnen m\u00f6chte.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">8<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3446\" aria-describedby=\"caption-attachment-3446\" style=\"width: 1058px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/ABB-9-alternativ-meierottostr.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3446 size-full\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/ABB-9-alternativ-meierottostr-e1730995752236.jpg\" alt=\"\" width=\"1058\" height=\"668\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/ABB-9-alternativ-meierottostr-e1730995752236.jpg 1058w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/ABB-9-alternativ-meierottostr-e1730995752236-300x189.jpg 300w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/ABB-9-alternativ-meierottostr-e1730995752236-1024x647.jpg 1024w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/ABB-9-alternativ-meierottostr-e1730995752236-768x485.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3446\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 8: Meierottostra\u00dfe, Ecke Kaiserallee, Ansichtskarte (undatiert)<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Um 1900 entstand als einer der ersten Neubauten an der Pariser Stra\u00dfe die Hausnummer 1: ein palast\u00e4hnliches Mietshaus mit Ziergiebeln und Eckt\u00fcrmen, das mit dem Nachbargeb\u00e4ude an der Meierottostr. 10 gemeinsam errichtet wurde. Eigent\u00fcmer beider Liegenschaften war laut Berliner Adressbuch von 1901 ein Zimmermeister namens J. Mundt.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> Die Berufsbezeichnungen der ersten Trockenmieter zeigen ein breites Spektrum: Heilgehilfe, Milchp\u00e4chter, praktischer Arzt, Bergrath, Major, Portier, Rentier und Generalkonsul. 1912 kamen Wollwirker, Konfit\u00f6re, Blumenh\u00e4ndler, Gastwirte und auch mehrere Privatkliniken hinzu. Nach einigen Eigent\u00fcmerwechseln befand sich die Pariser Str. 1 bis 1933 im Besitz des j\u00fcdischen Kaufmanns David Srogowitsch. 1934 kam das Haus unter Zwangsverwaltung, ein Jahr sp\u00e4ter hatte der Eigent\u00fcmer Deutschland verlassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Vier H\u00e4user weiter, in der Meierottostr. 6, hatte Walter Benjamin nach seinem Auszug bei den Eltern von 1923 bis 1924 gelebt. Diese Unterkunft wurde von Hermann van Doorn und Willem van Reijen fotografisch dokumentiert und als \u00bbGartenhaus III, bei Ruben\u00ab beschrieben; doch ein Vermieter namens Ruben ist in den Berliner Adressb\u00fcchern nicht zu finden.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Eine umfassendere Ortserkundung leistet der literarische Stadtf\u00fchrer des Berliner Publizisten Michael Bienert.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Einige Stichproben daraus zeigen die enorme intellektuelle Dichte in diesem Stadtteil:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: helvetica;\">Georg Heym, Spichernstr. 12 (1911, Heym war von 1900 bis 1905 Sch\u00fcler auf dem Joachimsthaler Gymnasium)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: helvetica;\">Kurt Tucholsky, Nachodstr. 12 (ab 1912)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: helvetica;\">Robert Musil, Regensburger Str. 15 (1908\/09), Kurf\u00fcrstendamm 217 (1931\u201333)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: helvetica;\">Bertolt Brecht, Spichernstr. 16 (1924\u201328, zusammen mit Helene Weigel)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: helvetica;\">Erich K\u00e4stner, Prager Str. 6 (1927\u201331)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: helvetica;\">Walter Benjamin, D\u00fcsseldorfer Str. 42 (1928\u201329), Prinzregentenstr. 66 (1930\u201333, neben der Synagoge)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: helvetica;\">Heinrich Mann, Uhlandstr. 126 (1930), Schaperstr. 2\u20133 (Pension Olivia, 1931), Trautenaustr. 12 (1932), Fasanenstr. 61 (letzte Wohnung 1932\/33 vor der Emigration)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">K\u00e4stner schrieb im Caf\u00e9 Josty in der Kaiserallee, Ecke Trautenaustra\u00dfe seinen 1929 erschienen Roman <em>Emil und die Detektive.<\/em> Das Drehbuch f\u00fcr die erste Verfilmung 1931 stammte von Billy Wilder; die Er\u00f6ffnungszene des Filmes zeigt eine Gro\u00dfaufnahme des Schildes \u00bbTrautenaustra\u00dfe\u00ab vor dem Caf\u00e9 Josty. In K\u00e4stners Nachbarschaft lagen die Wohnsitze von James Simon, Marlene Dietrich, Asta Nielsen, Friedrich Luft, Else Lasker-Sch\u00fcler, Julius Bab, Egon Erwin Kisch u.v.m. Und in der Fasanenstr. 43, Ecke Pariser Stra\u00dfe, hatte der Kunsttheoretiker August Endell 1904 seine private Schule f\u00fcr Formkunst gegr\u00fcndet, die er bis zur Schlie\u00dfung 1914 leitete.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">9<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3420\" aria-describedby=\"caption-attachment-3420\" style=\"width: 840px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-10-Prager-Platz-nach-1922-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3420 size-large\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-10-Prager-Platz-nach-1922-2-1024x674.jpg\" alt=\"Prager Platz mit Stra\u00dfenbahn, Ansichtskarte (nach 1922)\" width=\"840\" height=\"553\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-10-Prager-Platz-nach-1922-2-1024x674.jpg 1024w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-10-Prager-Platz-nach-1922-2-300x197.jpg 300w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-10-Prager-Platz-nach-1922-2-768x505.jpg 768w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-10-Prager-Platz-nach-1922-2-1200x789.jpg 1200w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-10-Prager-Platz-nach-1922-2.jpg 1417w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3420\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: helvetica;\">Abb. 9: Prager Platz mit Stra\u00dfenbahn, Ansichtskarte (nach 1922)<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Nach dem Ersten Weltkrieg etablierte sich der Prager Platz (Abb. 9) als Zentrum russischer Intellektueller, die vor der Oktoberrevolution geflohen waren und im Wilmersdorfer Exil Freunde aus Russland empfingen. Im Lokal Prager Diele trafen sich Vladimir Nabokov, Marina Zwetajeva, Boris Pasternak, Maxim Gorki, Wladimir Majakowski, Viktor Schklowski, Ilja Ehrenburg und andere.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00dcber das Ende des intellektuellen Berlin im NS-Staat haben Udo Christoffel und Elke von der Lieth eine Dokumentation mit den wichtigsten Adressen vorgelegt.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Dazu z\u00e4hlen der Philo-Verlag in der Pariser Str. 18a, der J\u00fcdische Centralverein in der Emser Str. 42 sowie dutzende Wohnadressen von Schriftstellern, Politikern und Widerstandsk\u00e4mpfern: Klaus Mann in der Pfalzburger Str. 83, Bernard von Brentano in der Schaperstr. 22, Rudolf Breitscheid in der Fasanenstr. 58, Walter Czollek in der Spichernstr. 1\u20132, Henning von Tresckow in der Bundesallee 216\u2013218, Erich M\u00fchsam in der Badenschen Str. 18 und viele andere.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Nach 1940 fallen vor allem zwei Namen in der Meierottostr. 10 auf: eine Gesch\u00e4ftsstelle des Scherl-Verlags, der nach seiner \u00dcbernahme durch den Hugenberg-Konzern zu den Totengr\u00e4bern der Weimarer Republik geh\u00f6rt hatte. Daneben arbeitete dort eine Niederlassung der ABC Film, die von den 1930er Jahren an erfolgreiche Musikfilme produzierte mit Titeln wie <em>Zigeunerblut<\/em> oder <em>Alles h\u00f6rt auf mein Kommando<\/em>. Zu den Schauspielern geh\u00f6rten damals bekannte Namen wie Adele Sandrock, Hans Moser, Erik Ode und Heinz R\u00fchmann.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">1945 war in Berlin ungef\u00e4hr ein Drittel der oberirdischen Bausubstanz zerst\u00f6rt. Die Schadenskarten bieten allerdings keine zuverl\u00e4ssige Dokumentation, denn die St\u00e4dte veranschlagten wegen der Zuteilung von Wiederaufbaumitteln die Zerst\u00f6rungen stets weitaus h\u00f6her, als sie tats\u00e4chlich waren. Zudem konnten viele Stadtpolitiker gar nicht so viel Altbausubstanz ausfindig machen, wie sie f\u00fcr den modern durchgr\u00fcnten und aufgelockerten Neuaufbau abrei\u00dfen lassen wollten. Erst zur Er\u00f6ffnung des Europ\u00e4ischen Jahres des Denkmalschutzes 1975 ebbte die Zerst\u00f6rungswut ab, und der damalige Bundespr\u00e4sident Walter Scheel gab erstmals \u00f6ffentlich zu:<\/span><\/p>\n<blockquote><p>\u00bb<span style=\"font-family: helvetica;\">In Deutschland ist nach dem Kriege mehr Schutzw\u00fcrdiges zerst\u00f6rt worden als w\u00e4hrend des Krieges\u00ab.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Eine treibende Rolle im Wilmersdorfer Neuaufbau spielte die von 1955 an entstehende Nord-S\u00fcd-Verbindung der U-Bahn zwischen Wedding und Steglitz. Die Strecke hatte von 1961 an ihren ersten Endbahnhof an der Spichernstra\u00dfe direkt vor dem heutigen Sitz der GWZ und des ZfL und wurde bis 1971 nach Steglitz fortgesetzt. Durch die U-Bahn-Ausschachtungen kam auch der Ausbau der zentralen Nord-S\u00fcd-Achse der Bundesallee schneller voran als andere Verkehrsplanungen. Hier l\u00e4sst sich exemplarisch beobachten, wie aus einer vormals st\u00e4dtischen Allee eine ortlose Verkehrsmaschine wurde.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">10<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3421\" aria-describedby=\"caption-attachment-3421\" style=\"width: 768px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-11-Modell-Stadtautobahn-Bundesallee-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3421 size-large\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-11-Modell-Stadtautobahn-Bundesallee-2-e1728650170546-768x1024.jpg\" alt=\"Stadtautobahn Kreuzung Bundesallee\/Hohenzollerndamm, Modell 1956, Stadtplanungsamt Wilmersdorf\" width=\"768\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-11-Modell-Stadtautobahn-Bundesallee-2-e1728650170546-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-11-Modell-Stadtautobahn-Bundesallee-2-e1728650170546-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-11-Modell-Stadtautobahn-Bundesallee-2-e1728650170546.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3421\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: helvetica;\">Abb. 10: Stadtautobahn Kreuzung Bundesallee\/Hohenzollerndamm, Modell (1956), Stadtplanungsamt Wilmersdorf<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Wie die U-Bahn im Untergrund sollte die Bundesallee oberirdisch eine Schnellverbindung zwischen Steglitz und Moabit werden. Daf\u00fcr war ein Durchbruch nach Norden in Richtung Tiergarten n\u00f6tig. 1955 schlug der damalige Bausenator Rolf Schwedler vor, die Verl\u00e4ngerung der Bundesallee als Stadtautobahn durch die Meierotto- und Fasanenstra\u00dfe nach Westen zu f\u00fchren. Dann w\u00e4re die Fasanenstra\u00dfe auf der H\u00f6he der Villa Grisebach, des heutigen Literaturhauses, und der imposanten Blockr\u00e4nder bis auf eine Stra\u00dfenbreite von 40 Metern abgerissen worden. Unterhalb des Kurf\u00fcrstendamms sollte ein Autotunnel bis zur Stra\u00dfe des 17. Juni f\u00fchren. Damit h\u00e4tte sich die Carstenn-Spinne in eine Riesenkreuzung auf drei Ebenen verwandelt (Abb. 10).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die Wilmersdorfer Verkehrsplanungen wurden im Laufe der Jahrzehnte allerdings zur\u00fcckgefahren, sodass schlie\u00dflich nur die riesige Stadtbrache rund um die Kreuzung am Hohenzollerndamm mit dem U-Bahnhof Spichernstra\u00dfe mitsamt der zu Sackgassen abgeklemmten Pariser und Regensburger Stra\u00dfe \u00fcbrig blieb. Die Tunnelrampen, die entlang des Hohenzollerndamms unter der Bundesallee hindurchf\u00fchren sollten, waren teilweise schon angelegt und Teile der Randbebauung abgerissen worden. Der heutige Parkplatz auf dem Mittelstreifen des Hohenzollerndamms h\u00e4lt die Erinnerung an diese Stra\u00dfenschlachtung wach, ebenso das zuvor verdeckte, nach der Freilegung in die erste Reihe ger\u00fcckte Wasserwerk. Erst 1979 beendete der damalige Berliner Bausenator Harry Ristock diese Kahlschlagplanungen.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">11<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3422\" aria-describedby=\"caption-attachment-3422\" style=\"width: 1001px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-12-Luftbild-Kreuzung-Bundesallee-Hohenzollerndamm.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3422 size-full\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-12-Luftbild-Kreuzung-Bundesallee-Hohenzollerndamm-e1730819684311.jpg\" alt=\"Kreuzung Bundesallee\/Hohenzollerndamm, Luftbild 1960er Jahre\" width=\"1001\" height=\"721\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-12-Luftbild-Kreuzung-Bundesallee-Hohenzollerndamm-e1730819684311.jpg 1001w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-12-Luftbild-Kreuzung-Bundesallee-Hohenzollerndamm-e1730819684311-300x216.jpg 300w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-12-Luftbild-Kreuzung-Bundesallee-Hohenzollerndamm-e1730819684311-768x553.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3422\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: helvetica;\">Abb. 11: Kreuzung Bundesallee\/Hohenzollerndamm, Luftbild (1960er Jahre)<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Nach der gro\u00dfen Abrisswelle der 1950er und 60er-Jahre entstand \u00fcber die Pariser Stra\u00dfe hinweg ein flacher, mit Fensterb\u00e4ndern gegliederter Br\u00fcckenbau f\u00fcr die B\u00fcros der Betriebskrankenkasse der Stadt Berlin, ein eigenschaftsloser Riegel, der nicht einmal die entbl\u00f6\u00dften Brandw\u00e4nde der Pariser Stra\u00dfe dahinter abdeckte. Doch bleibt in Erinnerung, dass diese Gegend zugleich ein Hotspot des Berliner Nachtlebens war. Hier befand sich seit 1961 die legend\u00e4re Soul-Diskothek Big Apple, deren Tanzfl\u00e4che in Form einer auf- und absteigenden Hubb\u00fchne ber\u00fchmt war. Nach einem Gro\u00dffeuer 1978 war die Diskothek komplett zerst\u00f6rt und wurde nicht wiederaufgebaut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Heute passiert rund um die Riesenkreuzung von Bundesallee und Hohenzollerndamm (Abb. 11) etwas, was im Planerjargon die \u00bbWiederaufforstung von Stadtglatzen\u00ab genannt wird. Es entstehen allm\u00e4hlich wieder Hochbauten, die so etwas wie rahmende, raumbildende Stra\u00dfenw\u00e4nde ergeben.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">12<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3430\" aria-describedby=\"caption-attachment-3430\" style=\"width: 1025px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-13-begradigt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3430 size-full\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-13-begradigt.jpg\" alt=\"Kreuzung Bundesalle, Ecke Nachodstra\u00dfe\/Hohenzollerndamm, Ansicht von der Dachterrasse ACHTUNDEINS\" width=\"1025\" height=\"485\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-13-begradigt.jpg 1025w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-13-begradigt-300x142.jpg 300w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-13-begradigt-768x363.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3430\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: helvetica;\">Abb. 12: Kreuzung Bundesalle, Ecke Nachodstra\u00dfe\/Hohenzollerndamm, Ansicht von der Dachterrasse ACHTUNDEINS, Foto Michael M\u00f6nninger<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Trotz der m\u00e4chtigen Masse der Eckbebauung f\u00fcr die Zentrale der Berliner Volksbank hat es die Wilmersdorfer Stadtplanung nicht geschafft, die riesige Verkehrsschneise zu reduzieren (Abb. 12). Immerhin wurde der geduckte Br\u00fcckenbau der ehemaligen Krankenkasse abgerissen und die Sackgasse der Pariser Stra\u00dfe wieder mit der Bundesallee verbunden. <\/span><span style=\"font-family: helvetica;\">Die beiden an dieser Stelle errichteten sieben- bzw. achtgeschossigen Neubauten \u2013 ein Low-budget-Hotel und das gemischte B\u00fcrogeb\u00e4ude ACHTUNDEINS \u2013 wurden vom B\u00fcro Eike Becker Architekten entworfen. Diese neuen Blockecken bilden eine kraftvolle Torsituation, die darauf wartet, auf der anderen Seite der Bundesallee nach Osten zur Regensburger Stra\u00dfe hin fortgesetzt zu werden \u2013 wof\u00fcr allerdings der Turm der Investitionsbank Berlin zur\u00fcckgebaut werden m\u00fcsste.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">13<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3424\" aria-describedby=\"caption-attachment-3424\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-14-Neubau-Parisesr-Str.-1-Strassennansicht-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3424 size-full\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-14-Neubau-Parisesr-Str.-1-Strassennansicht-Kopie.jpg\" alt=\"AUCHTUNDEINS, Ansicht Meierottostr. 8, (c) Eike Becker Architekten\" width=\"800\" height=\"560\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-14-Neubau-Parisesr-Str.-1-Strassennansicht-Kopie.jpg 800w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-14-Neubau-Parisesr-Str.-1-Strassennansicht-Kopie-300x210.jpg 300w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-14-Neubau-Parisesr-Str.-1-Strassennansicht-Kopie-768x538.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3424\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: helvetica;\">Abb. 13: ACHTUNDEINS, Ansicht Meierottostr. 8, (c) Eike Becker Architekten<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die auf den ersten Blick grimmige Fassade des Neubaus ACHTUNDEINS mit ihren gro\u00dfen Glasfronten, Aluminiumprofilen und Formteilen aus Faserbeton gibt dem Geb\u00e4ude eine etwas vorlaute Erscheinung aus der Gattung der architektonischen \u203aEckenbr\u00fcller\u2039 (Abb. 13). Erst beim genaueren Hinsehen und Betasten der Fassade macht sich das ondulierte Relief der Aluminiumpanele bemerkbar, das auf der gesamten H\u00f6he und Breite des Hauses sowohl horizontal wie vertikal um wenige Zentimeter vor- und zur\u00fccktritt und dem Quader eine bemerkenswert irritierende Irregularit\u00e4t, fast Unsch\u00e4rfe verleiht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">W\u00e4hrend der Architekt sagt, seine Fassade sei von textilen Webmustern inspiriert, gibt es andere Assoziationen; man k\u00f6nnte etwa an das Computerpuzzle Tetris mit seinen gestapelten W\u00fcrfelsteinen denken, die hier zu Gesimsen und Lisenen verarbeitet wurden. Herausgekommen ist dabei eine schwebende Ordnung, die weder horizontalisierend noch vertikalisierend ist, sondern den Eindruck macht, als k\u00f6nne sie in alle Himmelsrichtungen weiterwachsen. Die orthogonale und dennoch nicht homogen gerasterte Profilierung der Fassade entwickelt Beweglichkeit aber nicht nur durch das erw\u00e4hnte Relief, sondern auch dadurch, dass sich die Pattern vertikal ineinander schieben und horizontal in gleichm\u00e4\u00dfigem Wechsel aneinandergereiht sind. Nach dem v\u00f6llig gesichtslosen Vorg\u00e4ngerbau ist hier ein merkf\u00e4higer Orientierungspunkt entstanden, dessen Fassadenrhythmus sich freilich erst bei ruhigerer Betrachtung erschlie\u00dft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die GWZ, das ZfL und das ZAS belegen drei Etagen mit fast 4.000 m<sup>2<\/sup> Fl\u00e4che. Auf den B\u00fcroetagen herrscht die konventionelle Mittelgangerschlie\u00dfung vor. Das entspricht ganz der Tradition des Korridor-Zelle-Komplexes, also der Verkettung einzeln erschlossener Einraumgeh\u00e4use, die auf den mittelalterlichen Klosterbau zur\u00fcckgeht, der diese typologische Idealfigur f\u00fcr Individuation, Subjektivierung und Kontemplation entwickelte. Doch verf\u00fcgen alle B\u00fcros vom Fu\u00dfboden bis zur Decke \u00fcber raumhohe Fensterfronten, wodurch selbst kleine Arbeitszellen gro\u00dfz\u00fcgig dimensioniert erscheinen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Der Architekt Eike Becker geh\u00f6rte nach dem Mauerfall zu den j\u00fcngeren Berliner Entwerfern, die als Mitarbeiter der Londoner Eliteb\u00fcros von Norman Foster und Richard Rogers eine eher britisch-empirische, situative Bauauffassung gelernt haben, die mit dem Berliner Formenkanon der wiederentdeckten Stadtgeschichte lange Zeit nicht kompatibel war. Doch vor einigen Jahren hat sogar der holl\u00e4ndische Architekt und zuvor erbitterte Berlin-Kritiker Rem Koolhaas die konservative Amtsf\u00fchrung des ehemaligen Senatsbaudirektors Hans Stimmann daf\u00fcr gelobt, Berlin allerlei unsinnige Architekturkapriolen erspart zu haben.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Damit ist die Konfrontation von Fortschrittsdenkern und Traditionalisten im Berliner Baugeschehen tendenziell \u00fcberwunden.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: helvetica;\">14<\/span><\/h4>\n<figure id=\"attachment_3425\" aria-describedby=\"caption-attachment-3425\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-15-Pariser-Str.-1-Luftgeschoss-Kopie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3425 size-full\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-15-Pariser-Str.-1-Luftgeschoss-Kopie.jpg\" alt=\" ACHTUNDEINS, mit Luftgeschoss , (c) Eike Becker Architekten\" width=\"600\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-15-Pariser-Str.-1-Luftgeschoss-Kopie.jpg 600w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ABB-15-Pariser-Str.-1-Luftgeschoss-Kopie-240x300.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3425\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"font-family: helvetica;\">Abb. 14: ACHTUNDEINS, mit Luftgeschoss, (c) Eike Becker Architekten<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">So kommt es, dass in Berlin seit geraumer Zeit immer h\u00e4ufiger das scheinbar Einfache in Architektur und St\u00e4dtebau gelingt, das dennoch so schwer zu machen ist:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: helvetica;\">dass H\u00e4user nicht mehr frei in der Stadtlandschaft herumstehen, sondern wieder an Stra\u00dfen und Trottoirs ankommen,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: helvetica;\">dass H\u00e4user eine gewisse r\u00e4umliche und kommunikative Porosit\u00e4t ausbilden, die von \u00f6ffentlichen Entrees \u00fcber halb\u00f6ffentliche Durchgangsr\u00e4ume bis zu Gartenh\u00f6fen und sogar einer umlaufenden Dachterrasse reicht,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: helvetica;\">dass H\u00e4user nutzungsneutral angelegt sind und sowohl Mischung wie Wechsel der Nutzungen aushalten,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: helvetica;\">und dass H\u00e4user zuweilen der Stadt eine r\u00e4umliche Schenkungsgeste machen, wie es mit dem Luftgeschoss an der Ecke zur Bundesallee geschieht (Abb. 14).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Damit reicht Berlin zwar noch nicht an das Wunder der \u00fcberdachten Schwellenr\u00e4ume der Portici-Ladenstra\u00dfen italienischer St\u00e4dte heran, aber es ist zumindest ein Anfang gemacht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><em><span style=\"color: #e63348;\">Michael M\u00f6nninger ist Architekturkritiker und Professor f\u00fcr Geschichte und Theorie der Bau- und Raumkunst an der Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste in Braunschweig.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Theodor Fontane: <a href=\"https:\/\/www.deutschestextarchiv.de\/book\/show\/fontane_irrungen_1888\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Irrungen, Wirrungen<\/em><\/a>, Leipzig 1888, S. 82f.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ebd., S. 85.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Karl Scheffler: <em>Die fetten und die mageren Jahre. Ein Arbeits- und Lebensbericht<\/em>, M\u00fcnchen 1946, S. 286f.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Werner Hegemann: <em>Das steinerne Berlin. Geschichte der gr\u00f6\u00dften Mietskasernenstadt der Welt<\/em> [1930], Braunschweig 1988, S. 243\u2013245; alle folgende Zitate ebenda.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Einen \u00dcberblick \u00fcber Carstenns Planungen und \u00fcber die Ortsgeschichte von Wilmersdorf und Friedenau geben Rolf Lieberknecht u.a.: <em>Von der Wilhelmsaue zur Carstenn-Figur. 120 Jahre Stadtentwicklung in Wilmersdorf<\/em>, Berlin 1987.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. ebd., S. 30.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vgl. ebd., S. 31.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Zit. nach Rolf Lindner: <em>Berlin, absolute Stadt,<\/em> Berlin 2016, S. 9.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Ebd.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Alle Orts- und Namensangaben sind den <a href=\"https:\/\/digital.zlb.de\/viewer\/berliner-adressbuecher\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berliner Adressb\u00fcchern<\/a> der Jahre 1901, 1912, 1923, 1933, 1940 und 1943 entnommen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Hermann van Doorn\/Willem van Reijen: <em>Aufenthalte und Passagen. Leben und Werk Walter Benjamins. Eine Chronik,<\/em> Frankfurt a.M. 2001, S. 83. Hier findet sich auch der Hinweis mitsamt Fotografien auf die Wohnung von Benjamin und Asja L\u0101cis 1928 in der D\u00fcsseldorfer Str. 42 (S. 111).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Michael Bienert: <em>Literarisches Berlin,<\/em> Berlin 2001.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Vgl. Thomas Urban: <em>Russische Schriftsteller im Berlin der zwanziger Jahre<\/em>,\u00a0Berlin 2003, S. 19f.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Udo Christoffel\/Elke von der Lieth (Hg): <em>Berlin-Wilmersdorf. Verfolgung und Widerstand 1933\u20131945<\/em>, Berlin 1996.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> ABC-Gr\u00fcnder war der \u00d6sterreicher Josef Than, der 1939 \u00fcber Paris in die USA floh. Die Gesellschaft ABC ging danach an Tobis \u00fcber. Vgl. Kay Weniger: <em>\u00bbEs wird im Leben dir mehr genommen als gegeben \u2026\u00ab. Lexikon der aus Deutschland und \u00d6sterreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamt\u00fcbersicht<\/em>, Hamburg 2011.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Zit. nach Hartwig Beseler\/Niels Gutschow: <em>Kriegsschicksale deutscher Architektur<\/em>, Bd. 1: <em>Nord, <\/em>Neum\u00fcnster 1988, S. IX.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> \u00bbI have a slightly revised understanding and almost respect for Stimmann, in terms of him being able to protect Berlin from the most vulgar aspects of neoliberalism. Berlin today is remarkably free of grotesque architecture, and I think that is in part due to Stimmann\u2019s influence.\u00ab In: \u00bbTranscending the local\/global divide. A conversation with Rem Koolhaas\u00ab, in: GRAFT: <em>Identity: New Commercial, Cultural and Mobility Architecture<\/em>, Basel 2020, S. 348.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Michael M\u00f6nninger: Nachbarschaft Wilmersdorf. Eine kurze Geschichte in 14 Bildern, in: ZfL Blog, 7.11.2024, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2024\/11\/07\/michael-moenninger-nachbarschaft-wilmersdorf-eine-kurze-geschichte-in-14-bildern\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2024\/11\/07\/michael-moenninger-nachbarschaft-wilmersdorf-eine-kurze-geschichte-in-14-bildern\/<\/a>].<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: helvetica;\">DOI: <\/span><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20241107-01\"><span style=\"font-family: helvetica;\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20241107-01<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1 Wer in Berlin das Wachstum und den Wandel der Quartiere au\u00dferhalb der historischen Kernstadt nachzeichnen will, der st\u00f6\u00dft f\u00fcr Zeiten, die l\u00e4nger als 150 Jahre zur\u00fcckliegen, auf nichts als sandigen m\u00e4rkischen Ackerboden. Es ist nicht einfach, Dokumente zu finden, die Auskunft \u00fcber die Nachbarschaften rund um das Geb\u00e4ude ACHTUNDEINS in der Pariser Stra\u00dfe 1 <a class=\"read-more-link\" href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2024\/11\/07\/michael-moenninger-nachbarschaft-wilmersdorf-eine-kurze-geschichte-in-14-bildern\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[837,101,332,839,99,843,835,838,840,836,842,364,841,378,704,834,152],"class_list":["post-3407","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ad-hoc","tag-achtundeins","tag-architektur","tag-architekturgeschichte","tag-architekturkritik","tag-berlin","tag-bundesallee","tag-carstenn","tag-eike-becker-architekten","tag-friedenau","tag-gwz","tag-meierottostrasse","tag-nachbarschaft","tag-pariser-strasse","tag-stadtgeschichte","tag-stadtplanung","tag-wilmersdorf","tag-zfl"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3407","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3407"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3407\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3467,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3407\/revisions\/3467"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}