{"id":3470,"date":"2024-12-09T11:45:08","date_gmt":"2024-12-09T09:45:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=3470"},"modified":"2025-02-05T18:03:06","modified_gmt":"2025-02-05T16:03:06","slug":"sarah-kiani-die-vielen-gesichter-des-hugo-marcus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2024\/12\/09\/sarah-kiani-die-vielen-gesichter-des-hugo-marcus\/","title":{"rendered":"Sarah Kiani: DIE VIELEN GESICHTER DES HUGO MARCUS"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Eine k\u00fcrzlich erschienene Studie von Marc David Baer \u00fcber den weitgehend vergessenen Schriftsteller Hugo Marcus (1880\u20131966) widmet sich dessen vielf\u00e4ltigen, scheinbar widerspr\u00fcchlichen Identit\u00e4ten: deutsch, erst j\u00fcdisch, dann muslimisch, homosexuell.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Es besteht kein Zweifel daran, dass sich in Hugo Marcus\u2019 Biographie Welten kreuzten, die nicht unbedingt dazu bestimmt waren. Doch obwohl er in vielerlei Hinsicht eine erstaunliche Pers\u00f6nlichkeit war, passte er perfekt in seine Zeit: er war das \u203aProdukt\u2039 einer besonderen Epoche im sp\u00e4ten 19., fr\u00fchen 20. Jahrhundert in Deutschland und der Schweiz, gepr\u00e4gt durch das intellektuelle Klima der Weimarer Republik, in der die Frage der homosexuellen Emanzipation ebenso im Raum stand wie die Vision eines im Dialog mit Europa stehenden rationalen Islam.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><!--more--><\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif; color: #e63348;\">\u203aSchwul\u2039<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">F\u00fcr den Historiker Robert Beachy ist Deutschland, insbesondere Berlin im sp\u00e4ten <span style=\"color: #000000;\">19.<\/span> Jahrhundert, der Geburtsort der \u00bbmodernen Identit\u00e4t\u00ab des Homosexuellen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Zwar war der \u00a7 175 des deutschen Strafgesetzbuches, der \u00bbwidernat\u00fcrliche Unzucht\u00ab unter Strafe stellt \u2013 d.h. sexuelle Beziehungen zwischen Menschen und Tieren oder zwischen M\u00e4nnern (aber nicht zwischen Frauen) \u2013 noch in Kraft. Doch das Kaiserreich und mehr noch die Weimarer Republik waren Orte intensiver Neuaushandlungen sexueller Identit\u00e4ten, zwischen der ersten Homosexuellenbewegung, einer Explosion des gleichgeschlechtlichen Soziallebens in Bars, W\u00e4ldern und Parks und der Herausbildung eines wissenschaftlichen Nachdenkens \u00fcber Homosexualit\u00e4ten. Im Umfeld des Wissenschaftlich-humanit\u00e4ren Komitees (WhK, gegr\u00fcndet 1897) und besonders des von Magnus Hirschfeld geleiteten Instituts f\u00fcr Sexualwissenschaft (gegr\u00fcndet 1919) ging es darum, dank der Erkl\u00e4rung von Homosexualit\u00e4t durch \u203anat\u00fcrliche\u2039 Ursachen ihre Entkriminalisierung und die Abschaffung des \u00a7\u00a0175 zu erreichen. (Tats\u00e4chlich wurden alle Artikel des deutschen Strafgesetzbuches, die homosexuelle Beziehungen unter Strafe stellten, erst 1994 vollst\u00e4ndig abgeschafft.)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">In jener Zeit ging es der Homosexuellenbewegung um eine Balance zwischen radikalen Ans\u00e4tzen und dem aktivistischen Bed\u00fcrfnis, sich zu zeigen, ohne die \u00d6ffentlichkeit zu sehr zu irritieren. Die erste Homosexuellenbewegung sprach lieber von M\u00e4nnerfreundschaften, die durchaus hoch angesehen waren, oder von Homoerotik, weniger gern von Homosexualit\u00e4t. Die Bezeichnung \u203aschwul\u2039 wurde von den meisten M\u00e4nnern der Hirschfeld-Generation abgelehnt. Auch Hugo Marcus verwendete im Gegensatz zu seinem Freund Kurt Hiller das Wort nicht zur Selbstbeschreibung, obwohl er sich sein ganzes Leben lang f\u00fcr die Rechte der Homosexuellen einsetzte. Um die Jahrhundertwende standen seine Schriften zur M\u00e4nnerfreundschaft und Spiritualit\u00e4t im Kontext einer fortschreitenden Etablierung des Islam in Deutschland.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Diese wurde von Intellektuellen vorangetrieben, die nicht nur Texte in Umlauf brachten, sondern gerade in Berlin auch Kulturzentren gr\u00fcndeten.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Nachdem Marcus das Gymnasium in Posen (dem heutigen Pozna\u0144) abgeschlossen hatte, kam er 1898 nach Berlin und schloss sich dem WhK an, wo er sich f\u00fcr die Abschaffung des \u00a7\u00a0175 einsetzte. Fast t\u00e4glich arbeitete er an Texten, die von \u00bbexaltierten M\u00e4nnerfreundschaften\u00ab erz\u00e4hlen, in seiner Novelle <em>Das Fr\u00fchlingsgl\u00fcck<\/em> (1900) etwa wird die \u00dcberlegenheit homoerotischer gegen\u00fcber heterosexuellen Beziehungen behauptet. Seine Dissertation <em>Die Philosophie des Monopluralismus<\/em> (1907) fand nicht nur Zustimmung, Gerdien Jonker zitiert einige wenig schmeichelhafte Rezensionen.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Viele seiner Schriften wurden aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg ver\u00f6ffentlicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Hugo Marcus hatte, wie auch Kurt Hiller, zwischen 1903 und 1906 die Vorlesungen Georg Simmels an der Friedrich-Wilhelms-Universit\u00e4t in Berlin besucht. Marc David Baer sieht den Einfluss Simmels auf seine Studenten offenbar vor allem in seinen progressiven, antib\u00fcrgerlichen, pazifistischen, ja feministischen Stellungnahmen. Marcus teilte Simmels \u00dcberlegungen zur peripheren, aber heuristisch bedeutsamen Position, die durch den Blick des \u00bbFremden\u00ab auf seine Aufnahmegesellschaft erzeugt wird, und insbesondere zur Stellung der Juden innerhalb der deutschen Gesellschaft. Der Religionsphilosoph Abraham Rubin geht davon aus, dass Marcus ebenso wie Simmel die strukturelle Position der Juden in ihrer jeweiligen Gesellschaft als Ort einer eigenen Wissensproduktion verstand, die f\u00fcr die Marginalit\u00e4t des Fremden wesentlich sei.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Auch vergleicht er die in Simmels Text <em>Der Fremde<\/em> entwickelte Auffassung des Fremden mit den \u00dcberlegungen, die Marcus 1929 in einem Vortrag in der Wilmersdorfer Moschee in Berlin vorstellte, deren Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer er von 1923 bis 1938 war. Zw\u00f6lf Jahre nach Hirschfeld und f\u00fcnf Jahre vor Hiller geboren, war Hugo Marcus \u2013 Dichter, Philosoph und Aktivist \u2013 ein Mann seiner Zeit, der Teil an den K\u00e4mpfen f\u00fcr die sexuelle Gleichberechtigung und der Ausformung einer \u00bbmodernen Identit\u00e4t\u00ab hatte, auch wenn er im Gegensatz zu Hiller und Hirschfeld weder Revolution\u00e4r, Sozialist noch Sozialdemokrat war, sondern ein Liberaler.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif; color: #e63348;\">Hamid Marcus<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">W\u00e4hrend Marcus das Judentum nur selten direkt beim Namen nennt, schrieb er viel \u00fcber den Islam, haupts\u00e4chlich in der <em>Moslemischen Revue<\/em> und der <em>Islamic Review<\/em>. Marcus geh\u00f6rte der\u00a0<\/span>\u00bb<span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Lahore-Ahmadiyya-Bewegung zur Verbreitung islamischen Wissens\u00ab an, die 1923 in Berlin die erste Moschee in Deutschland errichtete. Seine N\u00e4he zu muslimischen Studenten, die er als Tutor betreute, f\u00fchrte ihn zur Konversion. F\u00fcr eine Neuinterpretation des Denkens von u.a. Goethe, Nietzsche, Kant und Spinoza bezog er den Islam mit ein. Seine Konversion zum Islam stellte indessen keinen Akt der radikalen Abkehr von seiner j\u00fcdischen und deutschen Identit\u00e4t dar, sondern ist vielmehr als Kontinuit\u00e4t zu verstehen. In seinem unver\u00f6ffentlichten, 1951 geschriebenen Text <em>Warum ich Moslem wurde<\/em> beschreibt er den Islam als eine fortschrittliche Religion, die den Gl\u00e4ubigen gro\u00dfe Freiheit l\u00e4sst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Marcus verortete seine Idee eines deutschen Islam im 18. Jahrhundert der Aufkl\u00e4rung. F\u00fcr ihn verfolgen Islam und Demokratie ein gemeinsames Projekt der Toleranz und der geistigen Freiheit. Indem er sich von Goethes Denken inspirieren lie\u00df und eine Vision des Islam vertrat, die auf den Werten der Freiheit und Autonomie, aber auch wissenschaftlicher Rationalit\u00e4t beruht, gelang es ihm, eine Kontinuit\u00e4t zwischen seinem deutsch-j\u00fcdischen Erbe und dem Islam herzustellen. Der Goethe des <em>West-\u00f6stlichen Divans<\/em> ist f\u00fcr Marcus der beste Muslim seiner Zeit:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"> \u00bbWenn Islam bedeutet, sich dem Willen Gottes zu ergeben, dann leben und sterben wir alle im Islam\u00ab.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<h4><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif; color: #e63348;\">Die Schweiz<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Nach einer Inhaftierung in Sachsenhausen 1938, \u00fcber die relativ wenig bekannt ist, ging Marcus 1939 ins Exil in die Schweiz, die in seinen Augen \u00bbunter dem Banner der Menschlichkeit und nicht im Zeichen des Schwertes\u00ab stand. Zun\u00e4chst f\u00fchrte es ihn in die franz\u00f6sischsprachige Schweiz, dann in die N\u00e4he von Basel. Marcus sp\u00fcrte den Verbindungen zwischen Calvins religi\u00f6ser Vision und der Vision des Korans nach, insbesondere in Bezug auf Fragen der moralischen Strenge und einer sozialen Ordnung nach religi\u00f6sen Grunds\u00e4tzen. Diese Verbindungen hatte Marcus bereits fr\u00fcher in Form einer \u00bbdeutsch-islamistischen\u00ab Synthese zwischen dem Weimarer Deutschland und dem Islam hergestellt, einem Projekt zur massiven Islamisierung Deutschlands, das er mit den \u00c4hnlichkeiten zwischen deutschen Werten, deutschen Denkern (vor allem Nietzsche und Goethe) und den Werten des Islams rechtfertigte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">In der Schweiz ver\u00f6ffentlichte Marcus sowohl in der <em>Moslemischen Revue<\/em>, als auch regelm\u00e4\u00dfig in der Z\u00fcrcher Homosexuellenzeitschrift <em>Der Kreis<\/em>, die vielerorts nur unter dem Ladentisch gehandelt werden konnte. Seine Geschichten \u00fcber M\u00e4nnerfreundschaften mit gelegentlichen Bez\u00fcgen zum Islam ver\u00f6ffentlichte er dort unter dem Pseudonym Hans Alienus. Allerdings herrschte in dieser Zeitschrift ein anderer Geist als in den Kreisen um Hirschfeld, sie setzte sich viel radikaler f\u00fcr die Rechte von Homosexuellen ein und distanzierte sich vom \u203aDritten Geschlecht\u2039 und den \u203aUraniern\u2039 des WhK. Da Marcus\u2019 \u00bbM\u00e4nnerfreundschaften\u00ab nicht zu dieser redaktionellen Linie passten, wurden seine Texte nach 1956 nicht mehr ver\u00f6ffentlicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Seine letzten Lebensjahre verbrachte Hugo Marcus einsam in der Schweiz. Als er 1966 starb, war es um ihn still geworden. Da es in dem Land keine Ahmadiyya-Gemeinde gab, wurde er ohne religi\u00f6se Zeremonie bestattet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">\u00dcbersetzung: Dirk Naguschewski<\/span><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif; color: #e63348;\"><em>Die Historikerin <\/em><a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/team\/profil\/sarah-kiani\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Sarah Kiani<\/em><\/a><em> ist Ma\u00eetre-assistante in Gender Studies an der Maison d\u2019Analyse des Processus Sociaux (MAPS) der Universit\u00e4t Neuch\u00e2tel und assoziierte Forscherin am Centre Marc Bloch in Berlin.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif; color: #e63348;\"><em>Der Text geht zur\u00fcck auf Sarah Kianis Beitrag \u00bbLes multiples visages d\u2019Hugo Marcus\u00ab in dem von Denis Thouard herausgegebenen Band \u00bbLes enfants de Simmel\u00ab (Belval: les \u00e9ditions Circ\u00e9 2024). Das Buch wird am 10.12.2024 unter Beteiligung von Sarah Kiani und Denis Thouard im ZfL bei der <\/em><em>Veranstaltung<\/em><em> <a href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/veranstaltungen-detail\/items\/nach-simmel-mit-simmel.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbNach Simmel, mit Simmel\u00ab<\/a> pr\u00e4sentiert.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif; color: #e63348;\"><em>Die \u00dcbersetzung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der \u00e9ditions Circ\u00e9.<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Marc David Baer hat die erste umfangreiche historische Studie zu Hugo Marcus ver\u00f6ffentlicht. F\u00fcr ihn ist Marcus ein Prisma, durch das sich die Verbindungen des Islam zum Nationalsozialismus, zum Judentum und zur Homosexualit\u00e4t denken lassen: <em>German, Jew, Muslim, Gay. <\/em><em>The Life and Times of Hugo Marcus<\/em>, New York 2020. Vgl. au\u00dferdem Marc David Baer: \u00bbMuslim Encounters with Nazism and the Holocaust: The Ahmadi of Berlin and Jewish Convert to Islam Hugo Marcus\u00ab, in: <em>American Historical Review<\/em> 120.1 (2015), S. 140\u2013171 (zur Konvertierung vgl. insb. S. 140 ff.); ders.: \u00bbProtestant Islam in Weimar Germany: Hugo Marcus and \u203athe message of the holy prophet Muhammad to Europe\u2039\u00ab, in: <em>New German Critique<\/em>\u00a044.2, 131 (2017), S. 163\u2013200, hier S. 164.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Zu den erw\u00e4hnten Texten von Hugo Marcus geh\u00f6ren: Hugo Marcus: <em>Das Fr\u00fchlingsgl\u00fcck. Die Geschichte einer ersten Liebe<\/em>, Dresden\/Leipzig 1900; Hugo Marcus: \u00bbThe Message of the Holy Prophet Muhammad to Europe\u00ab (drei Teile), in: <em>The Islamic Review<\/em> 20 (1932), June\u2013July, S. 222\u2013239; August, S. 268\u2013279; September, S. 281\u2013286. Marcus\u2019 Schriften \u00fcber den Islam sind gr\u00f6\u00dftenteils in der <em>Islamic Review <\/em>erschienen, einer Ahmadiyya-Zeitschrift, deren Archiv <a href=\"http:\/\/www.wokingmuslim.org\/work\/islamic-review\/index.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">online<\/a> zug\u00e4nglich ist. Seine Hommage an die Schweiz, \u00bbSwitzerland and its relation to Islam\u00ab, erschien in: <em>The Islamic Review <\/em>37.6 (June 1949), S. 26\u201328. Seine Erinnerungen an Simmel finden sich in: Kurt Gassen\/Michael Landmann (Hg.): <em>Buch des Dankes an Georg Simmel. Briefe, Erinnerungen, Bibliographie. Zu seinem 100. Geburtstag am 1. M\u00e4rz 1958<\/em>, Berlin 1958, S. 273\u2013276; dort erinnert er sich unter anderem an einen Vortrag Simmels \u00fcber japanische Kunst vor der Gesellschaft f\u00fcr \u00e4sthetische Forschung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> In seiner klassischen Studie \u00fcber die erste Homosexuellenbewegung im kaiserlichen Deutschland und in der Weimarer Republik definiert Robert Beachy Deutschland und insbesondere Berlin als Ort der Erfindung einer homosexuellen Identit\u00e4t, vgl. Robert Beachy: <em>Gay Berlin, Birthplace of a Modern Identity<\/em>, New York 2014; zur ersten Homosexuellenbewegung in Deutschland und zum esoterischen Denken der Homophilie vgl. auch Adrian Daub: \u00bbFrom Maximin to Stonewall: Sexuality and the Afterlives of the George Circle\u00ab, in: <em>The Germanic Review: Literature, Culture, Theory<\/em> 87.1 (2012), S. 19\u201334 (zu den Schriften von Marcus vgl. insb. S. 30).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Gerdien Jonker nennt es eine \u00bbTheologie der M\u00e4nnerfreundschaft\u00ab, in: Gerdien Jonker: <em>On the Margins. <\/em><em>Jews and Muslims in Interwar Berlin<\/em>, Leiden 2020, S.\u00a034; vgl. besonders das Kapitel \u00bbThe Sting of Desire: Hugo Marcus\u2019s Theology of Male Friendship\u00ab, S.\u00a0129\u2013151.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Nile Green spricht von Bem\u00fchungen, aus dem Deutschen \u00bba new Islamic language\u00ab zu machen, zit. nach Marc David Baer: <em>German, Jew, Muslim, Gay <\/em>(Anm. 1), S. 63.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. Jonker: <em>On the Margins <\/em>(Anm. 4), S.\u00a0151.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Abraham Rubin: \u00bbHugo Hamid Marcus (1880\u20131966): The Muslim Convert as German Jew\u00ab, in: <em>Jewish Quarterly Review<\/em>\u00a0109.4 (2019), S. 598\u2013630, hier wird auch <em>Warum ich Moslem wurde<\/em> zitiert, S. 608.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Zit. nach Hugo Marcus: \u00bbMessage of the Prophet to Europe \u00ab (Anm 2), S. 285.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Sarah Kiani: Die vielen Gesichter des Hugo Marcus, in: ZfL Blog, 9.12.2024, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2024\/12\/09\/sarah-kiani-die-vielen-gesichter-des-hugo-marcus\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2024\/12\/09\/sarah-kiani-die-vielen-gesichter-des-hugo-marcus\/<\/a>].<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">DOI: <\/span><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20241209-01\"><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20241209-01<\/span><\/a><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"ScholarlyArticle\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20241209-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2024\/12\/09\/sarah-kiani-die-vielen-gesichter-des-hugo-marcus\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"DIE VIELEN GESICHTER DES HUGO MARCUS\",\n  \"author\": {\n    \"name\": \"Sarah Kiani\",\n    \"givenName\": \"Sarah\",\n    \"familyName\": \"Kiani\",\n    \"@type\": \"Person\",\n    \"@id\": \"https:\/\/orcid.org\/0009-0002-9519-0961\"\n  },\n  \"license\": \"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/3.0\/legalcode\",\n  \"inLanguage\": \"de\",\n  \"dateCreated\": \"2024-12-09\",\n  \"datePublished\": 2024,\n  \"schemaVersion\": \"http:\/\/datacite.org\/schema\/kernel-4\",\n  \"publisher\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"@id\": \"https:\/\/ror.org\/00bpta863\",\n    \"name\": \"Leibniz-Zentrum f\u00fcr Literatur- und Kulturforschung\"\n  },\n  \"provider\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"datacite\"\n  }\n}\n<\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine k\u00fcrzlich erschienene Studie von Marc David Baer \u00fcber den weitgehend vergessenen Schriftsteller Hugo Marcus (1880\u20131966) widmet sich dessen vielf\u00e4ltigen, scheinbar widerspr\u00fcchlichen Identit\u00e4ten: deutsch, erst j\u00fcdisch, dann muslimisch, homosexuell.[1] Es besteht kein Zweifel daran, dass sich in Hugo Marcus\u2019 Biographie Welten kreuzten, die nicht unbedingt dazu bestimmt waren. Doch obwohl er in vielerlei Hinsicht eine <a class=\"read-more-link\" href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2024\/12\/09\/sarah-kiani-die-vielen-gesichter-des-hugo-marcus\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[850,340,849,240,851,793,852,103,71],"class_list":["post-3470","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ad-hoc","tag-georg-simmel","tag-homosexualitaet","tag-hugo-marcus","tag-intellektuellengeschichte","tag-islam","tag-kurt-hiller","tag-magnus-hirschfeld","tag-theoriegeschichte","tag-weltliteratur"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3470","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3470"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3470\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3495,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3470\/revisions\/3495"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3470"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3470"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3470"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}