{"id":3507,"date":"2025-02-12T17:49:41","date_gmt":"2025-02-12T15:49:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=3507"},"modified":"2025-02-13T10:22:06","modified_gmt":"2025-02-13T08:22:06","slug":"gianna-zocco-100-jahre-james-baldwin-zu-rene-aguigahs-baldwin-portraet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2025\/02\/12\/gianna-zocco-100-jahre-james-baldwin-zu-rene-aguigahs-baldwin-portraet\/","title":{"rendered":"Gianna Zocco: 100 JAHRE JAMES BALDWIN. Zu Ren\u00e9 Aguigahs Baldwin-Portr\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Claude Haas hat k\u00fcrzlich anl\u00e4sslich des Kafka-Jahres bemerkt, dass die intellektuelle Ausbeute literarischer Gedenkjahre in der Regel mager ausfalle und zu solchen Anl\u00e4ssen \u00bbviel Nippes\u00ab auf den Markt geworfen werde.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Im Fall des afroamerikanischen Schriftstellers und Aktivisten James Baldwin, der 2024 seinen 100. Geburtstag gefeiert h\u00e4tte, ist die Lage gl\u00fccklicherweise eine andere. Denn sein Jubil\u00e4um fiel in eine schon seit einigen Jahren andauernde \u203aBaldwin-Renaissance\u2039, die ma\u00dfgeblich durch Filme wie Raoul Pecks <em>I Am Not Your Negro<\/em> (2016) und Barry Jenkins\u2019 <em>If Beale Street Could Talk <\/em>(2018) angesto\u00dfen wurde und im Zuge der Internationalisierung der Black Lives Matter-Bewegung nach der Ermordung von George Floyd 2020 weiter an Fahrt gewann.<!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Dabei galt Baldwin, der 1987 starb, schon zu seinen Lebzeiten vielen als nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Stand er 1963 \u2013 im Jahr des Marschs auf Washington und des Erscheinens von <em>The Fire Next Time <\/em>\u2013 im Zenit seiner Ber\u00fchmtheit, so verbreitete sich bereits ein paar Jahre sp\u00e4ter ein \u00bbnarrative of decline\u00ab um ihn und vor allem sein Sp\u00e4twerk.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Seit den sp\u00e4ten 1990ern wuchs das wissenschaftliche Interesse an Baldwin wieder, doch noch 2014 schrieb die <em>New York Times<\/em>, dass sein Werk aus vielen schulischen Curricula und Leselisten verschwunden sei.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Zwei Jahre sp\u00e4ter hie\u00df es hingegen im <em>Time Magazine<\/em>:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbJames Baldwin is everywhere. [\u2026] His words inspire on social media; his phrases speak from T-shirts; his face covers a throw pillow on Etsy.\u00ab<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Neben Baldwins popkultureller Ikonisierung und der Aneignung von Baldwin-Zitaten durch politische Bewegungen von <em>Black Lives Matter <\/em>bis hin zu propal\u00e4stinensischen Aktivist:innen stellen heute auch zahlreiche zeitgen\u00f6ssische Autor:innen \u00fcber literarische Anspielungen, Motti in ihren Werken oder Interviews eine Verbindung zu ihm her. Die Liste reicht von Ta-Nehisi Coates und Teju Cole \u00fcber Didier Eribon und Colm T\u00f3ib\u00edn bis hin zu Sasha Marianna Salzmann, Mithu Sanyal und Fatma Aydemir. Angesichts dieses reichen und globalen \u203aNachlebens\u2039 von James Baldwin tut sich auch in der Forschung einiges<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> \u2013 zumal diese davon profitiert, dass seit 2017 Baldwins umfangreicher Nachlass am New Yorker <em>Schomburg Center for Research in Black Culture <\/em>zug\u00e4nglich ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Baldwin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3510 alignleft\" src=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Baldwin-193x300.jpg\" alt=\"\" width=\"193\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Baldwin-193x300.jpg 193w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Baldwin-658x1024.jpg 658w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Baldwin-768x1195.jpg 768w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Baldwin-987x1536.jpg 987w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Baldwin-1200x1868.jpg 1200w, https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Baldwin.jpg 1253w\" sizes=\"auto, (max-width: 193px) 85vw, 193px\" \/><\/a>Rechtzeitig vor Baldwins 100. Geburtstag am 2. August 2024 erschien die erste deutschsprachige Monographie zu Baldwin in einem Publikumsverlag:<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Ren\u00e9 Aguigahs <em>James Baldwin: Der Zeuge<\/em> (M\u00fcnchen: C. H. Beck 2024).<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Aguigah, Kulturjournalist und Ressortleiter bei Deutschlandfunk Kultur, war schon zuvor als Vermittler von Baldwins Werk in Deutschland in Erscheinung getreten: als Autor des Nachworts der deutschsprachigen Neuausgabe von <em>Another Country <\/em>(<em>Ein anderes Land<\/em>, 2021), als Berater der \u00dcbersetzerin Miriam Mandelkow zur Wiedergabe rassistischer Begriffe sowie als Sprachrohr Baldwins auf Twitter.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Sein Buch kann sich den Erfolg der Neuausgaben von Baldwins Werk zunutze machen, die seit 2018 bei dtv erschienen sind. Mehrere dieser Werke \u2013 f\u00fcnf Romane und drei Essayb\u00e4nde, allesamt neu \u00fcbersetzt von Miriam Mandelkow \u2013 haben es in die Bestsellerlisten des Magazins <em>Der Spiegel <\/em>geschafft. Und tats\u00e4chlich fand Aguigahs Buch nicht nur gro\u00dfe Ber\u00fccksichtigung bei der Literaturkritik, sondern stand im September 2024 auch auf der Sachbuch-Bestenliste.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><em>James Baldwin: Der Zeuge<\/em> beschreibt sich selbst als \u00bbweder Forschungsarbeit noch Biographie\u00ab, sondern will ein Portr\u00e4t von James Baldwin zeichnen, indem es ihn \u203aliest\u2039:\u00a0 \u00bbDieses Buch liest James Baldwin in seiner Zeit \u2013 und stellt ihm Fragen aus der Gegenwart\u00ab (12). Dadurch ergibt sich eine zentrale Spannung zwischen dem Heute der Lekt\u00fcre und dem Damals des 20. Jahrhunderts, in dem sich Baldwins Leben ereignete und von dem auch die Welten seiner Romane gepr\u00e4gt sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Dass Aguigah den Akt der Lekt\u00fcre ins Zentrum seiner Ausf\u00fchrungen stellt, bildet sich auch in der elaborierten und insgesamt sehr eleganten Struktur des Buches ab. Jedes Kapitel tr\u00e4gt ein aussagekr\u00e4ftiges Baldwin-Zitat im Titel und beginnt mit einem Filmbeispiel, wodurch die Bedeutung von Baldwins rhetorischer Sch\u00e4rfe und Telegenit\u00e4t f\u00fcr sein Nachleben als Social-Media-Star unterstrichen wird. Gleichzeitig sind drei der vier Hauptkapitel \u00fcber Gegensatzpaare strukturiert, die auf aktuelle Spannungsfelder verweisen und f\u00fcr die Baldwins Werke einen \u00bbReflexions- und Resonanzraum\u00ab (133) darstellen. Mit \u203aResonanz\u2039 verwendet Aguigah dabei einen Begriff, der derzeit oft im Zusammenhang mit Schwarzer deutscher Literatur zirkuliert und dem von Sharon Dodua Otoo begr\u00fcndeten Schwarzen deutschen Literaturfestival \u00bbResonanzen\u00ab seinen Namen gegeben hat. F\u00fcr Aguigah steckt in dem Begriff eine \u00bbnicht ganz so direkte Gegenw\u00e4rtigkeit\u00ab, eine Form des Widerhallens oder Mitschwingens, die Pr\u00e4sentismus vermeidet und Baldwins \u00bbsperrige Seiten\u00ab nicht kleinredet.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Schlie\u00dflich ergibt sich aus seiner Fokussierung auf die Akte des Lesens und Mitschwingens ein Verfahren, das es ihm erlaubt, unterschiedliche Lesarten und Bedeutungsebenen von Baldwins Werken nebeneinanderzustellen. Die biographische Perspektive, die gerade f\u00fcr ein mit Baldwins Leben noch nicht allzu vertrautes deutschsprachiges Publikum interessant sein d\u00fcrfte, erscheint damit gl\u00fccklicherweise als nur eine von mehreren m\u00f6glichen Lesarten. Insgesamt vermeidet Aguigah sehr geschickt, dass diese Perspektive zur einengend-reduktiven \u00bbTr\u00fcffelsuche im Leben des Autors\u00ab f\u00fchrt, die insbesondere bei der Literatur marginalisierter Autor:innen allzu oft als Selbstzweck betrieben wird (58).<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\">Autor und Aktivist<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Dem ersten Gegensatzpaar \u00bbAutor und Aktivist\u00ab n\u00e4hert sich Aguigah auf drei unterschiedliche Weisen an: erstens \u00fcber den Film <em>Take This Hammer <\/em>(1964) und Baldwins Rolle darin als \u00bbAktivist vor der Fernsehkamera in San Francisco\u00ab (38), zweitens \u00fcber Baldwins Kindheit und Jugend im New Yorker Stadtteil Harlem und die Nachwirkungen dieser Zeit in seinem Schreiben und drittens \u00fcber Baldwins Verh\u00e4ltnis zum eine knappe Generation \u00e4lteren afroamerikanischen Schriftsteller Richard Wright und somit zu der \u00bbSzene, wie der Autor als junger Mann die B\u00fchne der US-amerikanischen Literatur betritt\u00ab, inklusive dem symbolischen Vatermord an Wright in fr\u00fchen Essays wie <em>Everybody\u2019s Protest Novel<\/em> (1949). Diese unterschiedlichen Zug\u00e4nge erm\u00f6glichen es Aguigah nicht nur, unterschiedliche Lesarten von Baldwins erstem Roman <em>Go Tell It On The Mountain <\/em>(1953) zu pr\u00e4sentieren; er zeichnet dar\u00fcber auch das Bild eines Menschen, der seinem Selbstverst\u00e4ndnis nach mehreres zugleich ist \u2013 telegener Aktivist, mit seiner Herkunft aus \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen zeitlebens verbundener Schwarzer Amerikaner, Autor mit literarischen Ambitionen jenseits von reiner \u203aProtestliteratur\u2039.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Aguigah ordnet Baldwin als \u00bbspezifischen Intellektuellen\u00ab im Sinn Michel Foucaults ein, d.h. als jemanden, der anders als der \u203auniversale\u2039 Intellektuelle nur zu jenen Dingen \u00f6ffentlich Stellung nimmt, \u00fcber die er dank spezifischer Kenntnisse zu sprechen bef\u00e4higt ist. In Baldwins Fall waren das vor allem die <em>race relations<\/em>, f\u00fcr die er \u2013 geschult durch \u00bbeigene Betroffenheit und Fachkompetenz\u00ab \u2013 in doppelter Hinsicht Experte war (28). Au\u00dferdem verdeutlicht Aguigah, wie Baldwin Zeit seines Lebens die Eigengesetzlichkeit von Literatur betonte. Er kritisierte \u203aProtestromane\u2039 wie Harriet Beecher Stowes <em>Uncle Tom\u2019s Cabin <\/em>und eben auch Richard Wrights <em>Native Son <\/em>daf\u00fcr, dass die \u203aWahrheit\u2039 hier gegen\u00fcber der \u203apolitischen Botschaft\u2039 zu kurz komme, wobei mit Wahrheit in erster Linie die Anerkennung menschlicher Komplexit\u00e4t gemeint ist. Deren Vernachl\u00e4ssigung f\u00fchre zu einem Fehlen von Lebensechtheit und Ambivalenz und zu einer Tendenz zum Bedienen von Stereotypen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Wie aber ging Baldwin mit der Spannung zwischen der in aktivistischen Zusammenh\u00e4ngen gebotenen Eindeutigkeit und Entschiedenheit und der Verpflichtung von Literatur auf die Sichtbarmachung von Ambivalenz und Komplexit\u00e4t um? Aguigah schl\u00e4gt hier eine Perspektive auf Baldwin vor, die sich wiederum \u00fcber mehrere Ebenen erstreckt (\u00e4hnlich argumentiert er auch hinsichtlich der sp\u00e4ter diskutierten Gegensatzpaare). Ein Teil seiner Lesart lautet schlicht: Baldwin ging mit der Spannung um, indem er die durchaus als schmerzhaft erlebten Widerspr\u00fcche austrug, statt sie vorschnell aufzuheben (vgl. 193). Ein anderer Teil artikuliert sich in der titelgebenden Charakterisierung Baldwins als Zeuge, die Aguigah anderen Zuschreibungen \u2013 insbesondere jener als Prophet \u2013 entgegensetzt und die ein Gemeinsames der vermeintlichen Gegens\u00e4tze betont: die Verpflichtung auf \u00bbetwas in der Welt\u00ab statt auf Kunst um der Kunst willen sowie eine beobachtende Positionierung am Rand der aktivistischen Arena (66f.). Schlie\u00dflich betont Aguigah, dass Baldwins Romane \u2013 wenn sie auch keine \u203aProtestromane\u2039 oder \u203athesis novels\u2039 sein wollten \u2013 dennoch eindeutig politische Romane sind: Romane, deren politischer Gehalt sich durch die Verpflichtung auf unbequeme Wahrheiten und durch Baldwins Positionierung als Zeuge sowie durch den Fokus auf das \u00bbwiderspr\u00fcchlich Menschliche\u00ab ergibt:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbUnd was w\u00e4re die Verbindung zwischen Menschen anderes als die Keimzelle des Politischen?\u00ab (54)<\/span><\/p><\/blockquote>\n<h4><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\">Fiction und Nonfiction<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Mit der Bestimmung von Baldwins Romanen als \u203apolitisch\u2039 ist Aguigah dann beim zweiten Gegensatzpaar: \u00bbFiction und Nonfiction\u00ab. Baldwin ist heute haupts\u00e4chlich f\u00fcr seine Romane und Essays bekannt \u2013 weniger f\u00fcr seine beiden Theaterst\u00fccke, den Gedichtband <em>Jimmy\u2019s Blues<\/em> (1983) oder die Erz\u00e4hlungen aus dem Band <em>Going to Meet the Man <\/em>(1965). Das Verh\u00e4ltnis zwischen diesen beiden wichtigsten Formen seines Schreibens, in denen sich der Konflikt zwischen Autor und Aktivist gewisserma\u00dfen manifestiert, war in der Literaturkritik oft Gegenstand durchaus harscher Bewertungen: Namhafte Literaturwissenschaftler wie etwa Harold Bloom oder Schriftsteller wie Mario Puzo zogen Baldwins Essays den Romanen vor; der Interviewer im Kurzfilm <em>Meeting the Man<\/em> (1970) suggeriert hingegen, dass die fiktionalen Arbeiten st\u00e4rker als seine Essays seien. Aguigah nun geht davon aus, dass Baldwins Romane und Essays \u00bbwom\u00f6glich wechselseitig [helfen], die jeweils andere Textsorte besser zu verstehen\u00ab (72). Unter dieser Pr\u00e4misse betrachtet er Werke aus Baldwins mittlerer Schaffensperiode: den in Paris spielenden zweiten Roman <em>Giovanni\u2019s Room <\/em>(1956), das oft als Hauptwerk bezeichnete <em>Another Country <\/em>(1962) sowie verschiedene Essays, darunter <em>Preservation of Innocence<\/em> (1949), <em>Stranger in the Village<\/em> (1953) und <em>The Fire Next Time <\/em>(1963)<em>.<\/em><\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\">Partikular und universal<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Ein gegenw\u00e4rtig als besonders polarisierend erlebtes Gegensatzpaar, mit dem sich Aguigah vornehmlich Baldwins sp\u00e4terer Schaffensperiode widmet, strukturiert das folgende Kapitel: \u00bbpartikular und universal\u00ab. Im Vordergrund steht hier die Beobachtung, dass in aktuellen Auseinandersetzungen, die unter Stichworten wie \u203aIdentit\u00e4tspolitik\u2039 und \u203aCancel Culture\u2039 gef\u00fchrt werden, zur Untermauerung der jeweiligen Sichtweise Baldwin-Zitate von ganz gegens\u00e4tzlichen Seiten vorgebracht werden. Diejenigen, die die \u203aPartikularit\u00e4t\u2039 von Schwarzen (oder, in anderen Zusammenh\u00e4ngen, homosexuellen) Erfahrungen betonen, bezeichnen Baldwin etwa als \u203aAhnherr\u2039 der Intersektionalit\u00e4t, der aufgrund seiner urspr\u00fcnglich dreifachen Marginalisierung als Schwarz, schwul und arm f\u00fcr unterschiedliche Diskriminierungsformen, ihre \u00c4hnlichkeiten, Verschr\u00e4nkungen und Unterscheidungen besonders sensibilisiert gewesen sei. Aguigah kann an vielen Stellen \u00fcberzeugend zeigen, wie die von Baldwin entworfenen literarischen Welten Denkweisen vorf\u00fchren und blo\u00dflegen, die in den letzten Jahren unter Bezeichnungen wie \u203aFarbenblindheit\u2039, \u203awei\u00dfe Fragilit\u00e4t\u2039 oder \u203aTokenismus\u2039 zu etablierten kritischen Konzepten in der <em>Critical Race Theory <\/em>und den <em>Critical Whiteness Studies <\/em>geworden sind. Andererseits lassen sich viele von Baldwins \u00c4u\u00dferungen universalistisch lesen, etwa wenn er den ethischen, \u00fcber ein einzelnes Thema hinausweisenden Gehalt seiner Literatur herausstellte, sich gegen den Separatismus der Nation of Islam aussprach oder betonte, dass er f\u00fcr Menschen, nicht f\u00fcr bestimmte soziale Gruppen oder Kollektividentit\u00e4ten schreibe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Indem Aguigah Baldwins \u00bbOrientierung an partikularen Kollektividentit\u00e4ten\u00ab wie auch seine \u00bbOrientierung an der Universalit\u00e4t des Menschseins\u00ab (118) ernst nimmt, gelingt ihm ein differenzierter Umgang mit dieser konfliktreichen Polarit\u00e4t. Beispielsweise zeigt er, wie Baldwin in <em>Another Country<\/em> eindringlich \u00bbvon der Differenz der Schwarzen Erfahrung\u00ab erz\u00e4hlt, ohne dabei jedoch die Auffassung zu vertreten, \u00bbdass Leiden unter Rassismus allein von Schwarzen nachvollzogen werden k\u00f6nnte\u00ab (101). Aguigah macht somit klar, dass das \u203aDazwischen\u2039, dem Baldwins Position oft entspricht \u2013 etwa hinsichtlich der afroamerikanischen B\u00fcrgerrechtsbewegung (Martin Luther King) und den Black Muslims (Malcolm X) \u2013, nicht mit einer es sich einfach machenden Vers\u00f6hnlichkeit verwechselt werden sollte. Es geht vielmehr um ein Wahr- und Ernstnehmen der anderen Perspektive trotz m\u00f6glicher innerer Abwehrreaktionen. Vor dem Hintergrund gegenw\u00e4rtiger Bem\u00fchungen, Baldwin aufgrund seiner identit\u00e4tspolitischen \u00c4u\u00dferungen zum Theoretiker <em>avant la lettre<\/em> von Intersektionalit\u00e4t oder strukturellem Rassismus zu erkl\u00e4ren, deutet Aguigah in Bezug auf Baldwins Memoir <em>No Name in the Street <\/em>(1972) auch die Grenzen solcher Aktualisierungen an, etwa wenn es um seine fehlende Kritik am Waffenkult oder der Homophobie der Black Panthers geht.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\">Erinnerung<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Im letzten Kapitel verzichtet Aguigah darauf, sich seinem Thema \u00fcber ein Gegensatzpaar zu n\u00e4hern. Stattdessen interessiert er sich f\u00fcr das Erinnern und die Krise des Erinnerns in Baldwins Romanen, insbesondere in seinem von Literaturkritik und Forschung nach wie vor vernachl\u00e4ssigten letzten Roman <em>Just Above My Head<\/em> (1979), den Aguigah als Baldwins \u00bbFassung einer <em>Great American Novel<\/em>\u00ab betrachtet (168). Die St\u00e4rke dieses Kapitels ist zweifelsohne die genaue Textlekt\u00fcre, die Baldwins Auseinandersetzung mit dem Thema in den Kontext der Besch\u00e4ftigung mit Erinnerung in vielen Romanen der Moderne einordnet. Aguigah zeigt zum einen, wie sich Baldwins Frage danach, wie an die B\u00fcrgerrechtsbewegung zu erinnern sei, mit dem Nachdenken \u00fcber das Funktionieren des menschlichen Ged\u00e4chtnisses \u00fcberschneidet, so dass der Ich-Erz\u00e4hler zum Erz\u00e4hlten \u00bbdie Quellenkritik stets als Beigabe\u00ab mitbringe und seine eigenen Erinnerungen kritisch reflektiere (vgl. 177). Zum anderen nutzt Aguigah das Thema der Erinnerung auch, um sich einer weiteren Besonderheit von Baldwins Schaffen zu widmen: den vielen Rekursen auf Gospel, Blues und Jazz und der Rolle von Musik als \u203aZeitmaschine\u2039, die \u00bbmit einem anderen Zugang zur Vergangenheit als per Geschichtsschreibung\u00ab verbunden sei (184).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\">***<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Aguigah ist mit seinem Buch ein vielschichtiges Portr\u00e4t von James Baldwin und einigen seiner Werke gelungen, dem nicht nur w\u00e4hrend des Black History Month viele Leser:innen zu w\u00fcnschen sind. Insbesondere die Lekt\u00fcren, in denen er verschiedene Lesarten von Baldwins Werken nebeneinanderstellt, sind lesenswert und laden zum Wiederlesen ein. Schade ist lediglich, dass ein weiteres Gegensatzpaar, das f\u00fcr nicht-amerikanische Leser:innen vermutlich besonders interessant gewesen w\u00e4re, nur gestreift wird: der Gegensatz zwischen einem \u203aamerikanischen\u2039 und einem \u203aglobalen\u2039 Baldwin; zwischen einer Perspektive, die sein Denken als prim\u00e4r auf US-amerikanische Zusammenh\u00e4nge bezogen begreift, und einer Sicht, die die globalen, internationalen oder spezifisch europ\u00e4ischen Dimensionen seines Werks st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">So liefert Aguigah Baldwin-Interessierten im Jubil\u00e4umsjahr und dar\u00fcber hinaus weit mehr als blo\u00df \u203aNippes\u2039. Wenn sich daher folgern lie\u00dfe, dass das Baldwin-Jubil\u00e4um von manch anderem literarischen Jubil\u00e4um abweicht, so gilt das in anderer Hinsicht gerade nicht. Claude Haas bemerkt n\u00e4mlich auch, dass Gedenkjahre \u00bbstets eine seismographische Funktion\u00ab haben, da sich an ihnen ablesen l\u00e4sst, \u00bbwo ihre Jubilar*innen und deren \u2013 oder gar die \u2013 Literatur \u00f6ffentlich gerade stehen\u00ab.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Auf Baldwin bezogen zeigt sich in der Tat, dass der Gewinn an literarischem Renommee, den sein Werk in den letzten Jahren verzeichnet, mit der in der Gegenwart enger gewordenen Koppelung des Literarischen ans Politische zusammenh\u00e4ngt. F\u00fcr die \u00bbNotwendigkeit der Konzeption eines postautonomen oder heteronomen Literaturbegriffs\u00ab, die man aus dieser gr\u00f6\u00dferen Entwicklung ableiten kann, ist sein Werk ein \u00e4u\u00dferst produktives Beispiel. Denn es zeigt nachdr\u00fccklich, dass ein politisch engagiertes, an der \u203aWelt\u2039 orientiertes Schreiben \u00bbdurchaus mit literarischen Autonomiebestrebungen vereinbar sein kann\u00ab.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die Komparatistin <a href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/person\/zocco.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gianna Zocco<\/a> leitet am ZfL das ERC-Projekt <em><a href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/projekt\/schwarze-narrative-transkultureller-aneignung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schwarze Narrative Transkultureller Aneignung. Literarische Akte des Konstruierens afroeurop\u00e4ischer Welten und der Infragestellung europ\u00e4ischer Grundlagen<\/a>.<\/em> <em>Auf dem ZfL BLOG erschien von ihr zuletzt <a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2020\/07\/16\/a-modest-monument-awaiting-completion-gianna-zocco-talks-to-jean-ulrick-desert-and-dorothea-loebbermann-about-the-w-e-b-du-bois-memorial-at-the-humboldt-university\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbA \u201cMODEST MONUMENT\u201d AWAITING COMPLETION. <\/a><\/em><em>Gianna Zocco talks to Jean-Ulrick D\u00e9sert and Dorothea L\u00f6bbermann about the W. E. B. Du Bois Memorial at the Humboldt University of Berlin\u00ab.<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Claude Haas: <a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2024\/10\/08\/claude-haas-war-da-was-bemerkungen-zum-kafka-jahr-2024\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbWar da was? Bemerkungen zum Kafka-Jahr 2024\u00ab<\/a>, in: <em>ZfL BLOG<\/em>, 8.10.2024.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Remo Verdickt: <em>Between Aleph and Avatar. James Baldwin\u2019s Twenty-First-Century Career and the Dynamics of Contemporary World Literature<\/em>, unver\u00f6ffentlichte Dissertation, KU Leuven, verteidigt am 4.10.2024, S. 2.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Felicia R. Lee: <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2014\/04\/25\/books\/james-baldwin-born-90-years-ago-is-fading-in-classrooms.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbTrying to Bring Baldwin\u2019s Complex Voice Back to the Classroom\u00ab<\/a>, in: <em>New York Times<\/em>, 24.4.2014; vgl. auch Verdickt: <em>Between Aleph and Avatar<\/em> (Anm. 2), S. 3.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Eddie Glaude: <a href=\"https:\/\/time.com\/4457112\/james-baldwin-eddie-glaude\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbJames Baldwin and the Trap of Our History\u00ab<\/a>, in: <em>Time<\/em>, 18.8.2016.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Frisch erschienen oder von den Verlagen bereits angek\u00fcndigt sind neue Monographien zu Baldwin von Douglas Field (<em>Walking in the Dark: James Baldwin, My Father, and Me,<\/em> Manchester University Press 2024), Magdalena Zaborowska (<em>James Baldwin: The Life Album<\/em>, Yale University Press, angek\u00fcndigt f\u00fcr M\u00e4rz 2025) und Nicholas Boggs (<em>Baldwin: A Love Story<\/em>, Farrar, Straus and Giroux, angek\u00fcndigt f\u00fcr August 2025).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Diese Aussage l\u00e4sst sich mit nur einer Einschr\u00e4nkung machen: 1985 publizierte der Peter Lang Verlag Peter Gr\u00e4dels Dissertation <em>James Baldwins Romane in den USA und in den deutschsprachigen L\u00e4ndern Europas, 1953\u20131981. Tendenzen der Rezeption.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Aguigahs Buch ist dabei nur eine von f\u00fcnf deutschsprachigen Publikationen mit Baldwin-Bezug, die im Jubil\u00e4umsjahr erschienen. Bei dtv kamen in diesem Jahr zwei weitere von Baldwins B\u00fcchern in neuer \u00dcbersetzung heraus, der Roman <em>Wie lange, sag mir, ist der Zug schon fort<\/em> (<em>Tell Me How Long the Train\u2019s Been Gone<\/em>, 1968) und der Essayband <em>Kein Name bleibt ihm weit und breit <\/em>(<em>No Name in the Street<\/em>, 1972). Zus\u00e4tzlich erschienen im schweizerischen Kampa Verlag ein Band mit Gespr\u00e4chen (<em>Ich wei\u00df, wovon ich spreche. Ein Leben in Gespr\u00e4chen<\/em>) sowie der Band <em>Fremder im Dorf \/ Schwarzer K\u00f6rper<\/em>, der die Essays von James Baldwin und Teju Cole \u00fcber ihre Zeit in Leukerbad enth\u00e4lt. Zitate aus <em>James Baldwin: Der Zeuge<\/em> werden direkt im Text nachgewiesen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Zu Aguigahs Tweets \u00fcber Baldwin vgl. Verdickt: <em>Between Aleph and Avatar <\/em>(Anm. 2), S. 171 und S. 176.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Im Begriff der \u203aResonanz\u2039 dr\u00fcckt sich f\u00fcr Otoo die Intention aus, mit ihrem Festival einen Raum zu schaffen f\u00fcr das, \u00bbwas Schwarzen Menschen in mehrheitlich <em>wei\u00dfen <\/em>R\u00e4umen fehlt\u00ab. \u00bbMir geht es darum zu \u00fcberlegen, was sich die Geschichten gegenseitig und im Hinblick auf andere literarische Werke, andere afrodiasporische Texte erz\u00e4hlen. Das ist f\u00fcr mich Resonanz: Wenn eine Schwarze Person einen Text schreibt und W\u00fcrdigung in einem Raum findet, weil Lesende wissen, was gemeint ist, worauf der Text Bezug nimmt, an was er erinnert.\u00ab Vgl. Isabella Caldart: <a href=\"https:\/\/54books.de\/tueren-oeffnen-interview-mit-sharon-dodua-otoo-ueber-das-schwarze-literaturfestival-resonanzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbT\u00fcren \u00f6ffnen \u2013 Interview mit Sharon Dodua Otoo \u00fcber das Schwarze Literaturfestival \u203aResonanzen\u2039\u00ab<\/a>, in: <em>54books<\/em>, 12.5.2022. F\u00fcr Aguigahs Verst\u00e4ndnis des Begriffs vgl. ein Gespr\u00e4ch mit ihm in der <em>FAS<\/em>: Tobias R\u00fcther und Harald Staun: \u00bbVers\u00f6hnung ist mit ihm nicht zu haben\u00ab, in: <em>Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung<\/em>, 7.7.2024, S. 35.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Die spezifisch europ\u00e4ischen Dimensionen von Baldwins Werk und seiner Rezeption sind der Fokus eines Heftes der <em>James Baldwin Revue <\/em>mit dem Titel \u00bbEuropean Baldwins\u00ab, dessen Herausgabe ich gerade gemeinsam mit Remo Verdickt und Pieter Vermeulen vorbereite.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Haas: \u00bbWar da was?\u00ab (Anm. 1).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Carlos Spoerhase\/Juliane Vogel: <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s41245-023-00240-7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbGegenwartsliteratur als Herausforderung des Literarischen\u00ab<\/a>, in: <em>Deutsche Vierteljahrsschrift f\u00fcr Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte<\/em> 97 (2023), hier S. 861.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Gianna Zocco: 100 Jahre James Baldwin. Zu Ren\u00e9 Aguigahs Baldwin-Portr\u00e4t, in: ZfL Blog, 12.2.2025, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2025\/02\/12\/gianna-zocco-100-jahre-james-baldwin-zu-rene-aguigahs-baldwin-portraet\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2025\/02\/12\/gianna-zocco-100-jahre-james-baldwin-zu-rene-aguigahs-baldwin-portraet\/<\/a>].<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: helvetica;\">DOI: <\/span><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20250212-01\"><span style=\"font-family: helvetica;\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20250212-01<\/span><\/a><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"ScholarlyArticle\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20250212-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2025\/02\/12\/gianna-zocco-100-jahre-james-baldwin-zu-rene-aguigahs-baldwin-portraet\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"100 JAHRE JAMES BALDWIN. 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Geburtstag gefeiert h\u00e4tte, ist die Lage gl\u00fccklicherweise eine andere. Denn sein Jubil\u00e4um <a class=\"read-more-link\" href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2025\/02\/12\/gianna-zocco-100-jahre-james-baldwin-zu-rene-aguigahs-baldwin-portraet\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[655,45,858,215,240,857,71],"class_list":["post-3507","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lektueren","tag-aktivismus","tag-biographie","tag-erinnerung","tag-identitaetspolitik","tag-intellektuellengeschichte","tag-james-baldwin","tag-weltliteratur"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3507","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3507"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3507\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3542,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3507\/revisions\/3542"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3507"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3507"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3507"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}