{"id":3768,"date":"2025-05-05T10:49:17","date_gmt":"2025-05-05T08:49:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=3768"},"modified":"2025-05-05T12:56:42","modified_gmt":"2025-05-05T10:56:42","slug":"georg-toepfer-kuenstlichkeit-und-natuerlichkeit-das-ende-einer-entzweiung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2025\/05\/05\/georg-toepfer-kuenstlichkeit-und-natuerlichkeit-das-ende-einer-entzweiung\/","title":{"rendered":"Georg Toepfer: K\u00dcNSTLICHKEIT UND NAT\u00dcRLICHKEIT. Das Ende einer Entzweiung"},"content":{"rendered":"<h4><span style=\"color: #e63347; font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">I.<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">In Zeiten des Anthropoz\u00e4ns ist die K\u00fcnstlichkeit \u00fcberall. Ihr Gegenteil, die einstmals als Gegenwelt inszenierte Nat\u00fcrlichkeit, gibt es nicht mehr \u2013 weder materiell geschieden als ein menschenfreier Raum, noch ideell als eine Vorstellung frei von kulturellen Voraussetzungen und Sehns\u00fcchten. Die gegenw\u00e4rtige Anrufung und Beschw\u00f6rung der Natur ist offenbar nur ein Ausdruck dieses Verlusts. Auch im Anderen der Natur finden wir doch vor allem uns selbst: \u00bbDas Drau\u00dfen ist zu einem einzigen Drinnen geworden.\u00ab<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Wenn unser Drinnen aber universal geworden ist, wir als Menschen in allem stecken, sind mit der Aufhebung der polaren Gegen\u00fcberstellung von Kunst und Natur auch diese Pole selbst verschwunden.<!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Realisiert haben diesen Verlust (von etwas, das vielleicht nie existierte) selbst die professionellen Advokaten und Administratoren der Natur, die Vertreterinnen und Vertreter des \u203aNaturschutzes\u2039. Es ist in der <em>Restoration <\/em><em>Eco\u00adlogy<\/em> l\u00e4ngst g\u00e4ngige Praxis, die Schutzobjekte k\u00fcnstlich zu erzeugen \u2013 als \u203arenaturierte\u2039 Fl\u00fcsse, wieder\u00advern\u00e4sste Moore oder in Richtung einer poten\u00adziellen nat\u00fcrlichen Vegetation umgebaute W\u00e4lder. Mithilfe der Gentechnologie k\u00f6nnen Arten vor Krankheitserregern gesch\u00fctzt und so als naturkulturelle Hybri\u00adde vor dem Aussterben bewahrt werden. Zum Schutz des Feuersalamanders wird beispielsweise diskutiert, ihn durch genetische Manipulation vor der Pilzerkrankung zu bewahren, die sein baldiges Aussterben bewirken k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Diese technologischen Verfahren stellen nicht nur eine verbesserte, resistentere Natur her, sie treiben auch einen Keil in den Naturbegriff, weil die bisher miteinander verbundenen Aspekte der Eingriffsfreiheit und Urspr\u00fcnglichkeit der Natur getrennt werden: In einem quasi vormenschlichen Zustand zu bewahren sind viele Teile der Natur nur, wenn wir sie gezielt ver\u00e4ndern.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> So gelangen wir zu einer neuen Einheit von Mensch und Natur, dem viel gepriesenen \u00bbkonvivialen Naturschutz\u00ab,<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> f\u00fcr den die Natur auch als ein \u00bbungest\u00fcmer Garten\u00ab akzeptabel ist. In ihm kommt es nicht auf \u203aNat\u00fcrlichkeit\u2039 im Sinne der Menschenfreiheit an, sondern auf die mit der Natur verbundenen Werte der Wildheit, Vielfalt und Eigengesetzlichkeit.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63347; font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">II.<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Jenseits der Praxis des Naturschutzes hat das 20. Jahrhundert die K\u00fcnstlichkeit in drei gro\u00dfe Wirklichkeitsdom\u00e4nen hinein\u00adgetragen: \u203aKunststoff\u2039, \u203ak\u00fcnstliches Leben\u2039, \u203ak\u00fcnstliche Intelligenz\u2039. Die Begriffe waren als technologische Verhei\u00dfungen schon lange bevor die bezeichnete Sache Wirklichkeit wurde, in Gebrauch \u2013 mit einer zeit\u00adlichen Kluft, die sich im Falle des \u00bbk\u00fcnst\u00adlichen Lebens\u00ab \u00fcber Jahrtausende erstreckt.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Es geh\u00f6rt auch zur Geschichte der K\u00fcnstlichkeit, dass auf anf\u00e4ngliche techno\u00adlogische Euphorie regelm\u00e4\u00dfig eine begriffliche Scham folgte, die das K\u00fcnstliche lieber versteckt als ausstellt. So nahm Theodor Heuss 1955 angesichts der Nachbarschaft der \u203aKunst\u2039 zum \u203aK\u00fcnstlichen\u2039 im Wort \u203aKunststoff\u2039 ein \u00bbpein\u00adliches Aroma\u00ab wahr.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Seit 1972 werden die Kunststoffe denn auch lieber \u203anatur\u00adidentisch\u2039 genannt, um sie so besser zu ver\u00admarkten.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Beim \u203ak\u00fcnstlichen Leben\u2039 wird die K\u00fcnstlichkeit inzwischen verschwiegen; die Protagonisten des Feldes bevorzugen die christliche Rhetorik von Kreation und Genesis.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Am hartn\u00e4ckigsten h\u00e4lt sich K\u00fcnstlichkeit bis heute in Bezug auf die Intelligenz. Ein Grund daf\u00fcr mag sein, dass Intelligenz oder Geist, anders als Stoff und Leben, schon lange im Gegensatz zur Natur gedacht wurde. Weil Ausgrenzung und Abwertung in der Rede von der K\u00fcnstlichkeit<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> aber auch vor der Intelligenz nicht Halt macht \u2013 und die \u00bbk\u00fcnstliche Intelligenz\u00ab begriffsgeschichtlich tats\u00e4chlich schon fr\u00fch (1830), lange vor dem technologischen Optimismus der Dartmouth Conference (1956), in abwertender Bedeutung, n\u00e4mlich angesichts der Maschinenwelt der englischen Industriereviere als \u00bbtraurige\u00ab und w\u00fcstenhafte Verstellung der \u00bbGegenwart des wirklichen Lebens\u00ab auftaucht<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> \u2013, ist davon auszugehen, dass auch die KI begrifflich irgendwann zugunsten einer \u203aintegrierten\u2039, \u203akonvivialen\u2039 oder \u203akonmentalen Intelligenz\u2039 verschwinden wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Dass diese technologischen Transforma\u00adtionen des nat\u00fcrlich Gegebenen zu weit\u00adreichenden epistemischen Verschiebungen f\u00fchren werden, wird seit \u00fcber 30 Jahren umfassend reflektiert. Die neue Welt der gentechnischen Ver\u00e4nderung von Menschen und anderen Lebewesen werde eine neue Einheit der \u00bbBiosozialit\u00e4t\u00ab produzieren und die Natur-Kultur-Spaltung aufheben, mutma\u00dfte Paul Rabinow 1992.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Mit der Nat\u00fcrlichkeit w\u00e4re damit auch die K\u00fcnstlichkeit an ihr Ende gekommen, und wir m\u00fcssten nur noch anerkennen, dass unsere Verfassung und die der von uns gepr\u00e4gten Welt die \u00bbnat\u00fcrliche K\u00fcnstlichkeit\u00ab ist, wie es die philosophische Anthropologie der 1920er Jahre behauptete.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Der mit der Rede von der K\u00fcnstlichkeit transportierte metaphysische Dualismus w\u00e4re damit \u00fcberwunden und wir bed\u00fcrften des Wortes nicht mehr. Damit w\u00e4ren allerdings noch nicht alle Unterscheidungen aufgehoben: Wie sehr unser Mikroplastik und unsere radioaktiven Isotope in die ent\u00adlegensten Weltregionen gelangen und wie sehr wir uns selbst und unsere Mitlebewesen pharmakologisch und genetisch auch pr\u00e4parieren, so sehr bleiben \u203awir\u2039 (einschlie\u00dflich unserer k\u00fcnstlichen Intelligenz) als Spezies der \u00dcberlegensf\u00e4higen und Andershandelnk\u00f6nnenden doch unterschieden von einem Gegen\u00fcber, das aufgrund des Mangels an diesen F\u00e4higkeiten Gegenwelt bleibt und unsere Transformationen nur er\u00adtragen kann oder verschwindet \u2013 w\u00e4hrend \u203awir\u2039 diese zu verantworten haben.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63347; font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><strong>III. <\/strong><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Die neue Verschr\u00e4nkung von Nat\u00fcrlichkeit und K\u00fcnstlichkeit beendet also nicht alle Dua\u00adlismen und vielleicht nicht den entscheidenden, aber doch einen zweihundertj\u00e4hrigen, tief verwurzelten. Dieser konstituierte sich im fr\u00fchen 19. Jahrhundert sowohl land\u00adschafts\u00adgeographisch-real in der Auseinanderentwicklung von urban-industriellen Zentren und ruralen Peripherien als auch sprachlich-begrifflich in der deutlichen \u00e4sthetischen Abwertung der \u203aK\u00fcnstlichkeit\u2039 im Kontrast zur aufstrebenden \u203aNat\u00fcrlichkeit\u2039. Die im 21.\u00a0Jahr\u00adhundert entstehende neue Konzeption einer Natur-Kultur-Einheit muss dahinter zur\u00fcckgehen und kann an den Sprachgebrauch der Fr\u00fchen Neuzeit anschlie\u00dfen, in dem die h\u00f6chste K\u00fcnstlichkeit (<em>artificialitas<\/em>) in den Gestaltungen der Natur verortet wurde: Der \u00bbk\u00fcnstliche Bau des menschlichen K\u00f6rpers\u00ab (<em>Corporis humani fabricam<\/em>) \u00fcbertreffe an \u00bbK\u00fcnstlichkeit\u00ab (<em>artificio<\/em>) bei Weitem alles das, was von menschlicher Kunst (<em>ars<\/em>) gebaut worden sei, so Spinoza 1677.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Und noch Herder konnte ein Jahrhundert sp\u00e4ter fragen: \u00bbGehet etwas \u00fcber die K\u00fcnstlichkeit eines Schneckenhauses?\u00ab<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Die K\u00fcnstlichkeit steckte damals aber nicht nur in der Natur. Die Natur war auch umgekehrt \u00fcberhaupt nur zug\u00e4nglich \u00fcber die K\u00fcnstlichkeit. In der beschreibenden Naturkunde des 18. Jahrhunderts war k\u00fcnstlerische K\u00f6nnerschaft vonseiten der Wissenschaft vielf\u00e4ltig nachgefragt. Die \u00bbKunst-Regeln\u00ab wurden dabei von den Wissenschaftlern vorgegeben: Sie unterrichteten die K\u00fcnstler genau darin, wie das Nat\u00fcrliche der Formen abzubilden sei, n\u00e4mlich indem sie das individuell Variable, Zuf\u00e4llige, blo\u00df den Umst\u00e4nden Geschuldete wegzulassen h\u00e4tten, um die nat\u00fcrlichen Objekte in ihrer wahren Natur zur Darstellung zu bringen.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> K\u00fcnstlichkeit wurde hier zu dem Medium, in dem das Nat\u00fcrliche \u00fcberhaupt erst erkannt, festgehalten und bestimmt werden konnte. Diese Inanspruchnahme des K\u00fcnstlichen f\u00fcr die Naturerkenntnis galt f\u00fcr die beschreibende Naturgeschichte wie auch f\u00fcr die erkl\u00e4renden Naturwissenschaften: Als wahr erkannt sei nur das, was zuvor (k\u00fcnstlich) hergestellt worden sei \u2013 <em>verum factum<\/em> \u2013, wie das auf Vico zur\u00fcckgef\u00fchrte Diktum lautet. Zudem gilt gerade f\u00fcr die Naturwissenschaften, dass alle ihre zentralen erkl\u00e4renden Konzepte \u2013 von den ausdehnungslosen Masse\u00adpunkten \u00fcber die idealen Gase bis zu den \u00f6kologischen Kreisl\u00e4ufen \u2013 keine Naturnachbildungen darstellen, sondern Idealisierungen, und sie andere k\u00fcnstlich-fiktionale Elemente enthalten und insofern \u00bbl\u00fcgen\u00ab.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Die Opposition von Nat\u00fcrlichkeit und K\u00fcnstlichkeit machte also lange keinen Sinn und ihre Verschlingung musste nicht behauptet werden. Dies erfolgte erst in dem historischen Moment, in dem das Zerw\u00fcrfnis nicht mehr zu \u00fcbersehen war, als die Natur nicht mehr als eine vom Menschlichen und Nichtmenschlichen geteilte, gemeinsame, aus einer Hand geschaffene Welt verstanden wurde, sondern als \u203aGegenwelt\u2039 erschien, als niedrigere oder auch h\u00f6here, bessere, vielf\u00e4ltigere und freiere Welt als die Zivilisation \u2013 wie bei Rousseau.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Die Einheit konnte dann nur noch beschworen und f\u00fcr das eigene Schaffen reklamiert werden, wie von Novalis um 1800, der zum Vorwurf der \u00bbK\u00fcnstlichkeit der Shakespearschen Werke\u00ab vollmundig konstatierte, \u00bbda\u00df die Kunst zur Natur geh\u00f6rt, und gleichsam die sich selbst beschauende, sich selbst nachahmende, sich selbst bildende Natur ist\u00ab.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Erst jetzt, nach einem Umweg der zweihundertj\u00e4hrigen Spaltung, sind wir dort wieder angekommen, allerdings wohl unter umgekehrtem Vorzeichen: Nicht die Kunst geh\u00f6rt zur Natur, sondern die Natur zur Kunst. Vorstellungen, Bilder, Sehns\u00fcchte gibt es von der Natur nur in einer jeweiligen Kultur, vermittelt durch deren K\u00fcnstlichkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif; color: #e63348;\"><em>Der Philosoph <a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/person\/toepfer.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Georg Toepfer<\/a> leitet am ZfL gemeinsam mit Eva Axer den Programmbereich <a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/lebenswissen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lebenswissen<\/a>. Sein Beitrag erschien erstmals auf dem Faltplakat zum Jahresthema des ZfL 2024\/25, <a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/projekt\/abschied-von-der-kuenstlichkeit.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbAbschied von der K\u00fcnstlichkeit\u00ab<\/a>.<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Godela Unseld: \u00bbNaturliebe \u2013 und was sonst noch alles so darunter zum Vorschein kommt\u00ab, in: <em>Scheidewe<\/em><em>ge<\/em> 33 (2003\/04), S.\u2009206\u2013224, hier S.\u2009214.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Gregory H. Aplet\u2009\/\u2009David N. Cole (Hg.): <em>Beyond Naturalness. Re\u00adthinking Park and Wilderness Stewardship in an Era of Rapid Change<\/em>, Washington, D.C. 2010; vgl. auch Georg Toepfer: \u00bbArtenschutz durch Gentechnik? Vom Dilemma zur Tragik des Naturschutzes im Anthropoz\u00e4n\u00ab, in: <em>Natur und Landschaft<\/em> 95 (2020), S.\u2009220\u2013225.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Bram B\u00fcscher\u2009\/\u2009Robert Fletcher: <em>The Conservation Revolution. Radical Ideas for Saving Nature Beyond the Anthropocene<\/em>, London 2020.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. Emma Marris: <em>Rambunctious Garden. Saving Nature in a Post-Wild World<\/em>, London 2011.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Georg Toepfer: \u00bbK\u00fcnstliches Leben\u00ab, in: <em>Historisches W\u00f6rterbuch der Biologie<\/em>, Bd.\u20092, Stuttgart 2011, S.\u2009399\u2013408.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Theodor Heuss: [Rede anl\u00e4sslich des f\u00fcnfj\u00e4hrigen Bestehens des Fonds der Chemischen Industrie], in: <em>Chemische Industrie<\/em> 7 (1955), S.\u2009386.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Edy Stucki: \u00bbKreation von Aromen\u00ab, in: <em>DRAGOCO-Bericht f\u00fcr Geschmackstoffe verarbeitende Industrien<\/em> 17 (1972), S.\u200927\u201330, hier S.\u200928.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> George M. Church: <em>Regenesis. How Synthetic Biology Will Reinvent Nature and Ourselves<\/em>, New York 2012.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> \u00bbl\u2019\u00e9pith\u00e8te d\u2019artificiel est souvent p\u00e9jorative\u00ab; \u00c9tienne Souriau: [Art.] \u00bbartificiel\u00ab, in: <em>Vocabulaire d\u2019esth\u00e9tique<\/em>, Paris 1990, S.\u2009173\u2013175, hier S.\u2009174.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> C\u00fcstine: \u00bbUeber die Wirkungen des Maschinenwesens und der D\u00e4mpfe in England\u00ab, in: <em>Der Aufmerksame<\/em> 19.111 (1830), S.\u20093\u20134, hier S.\u20093.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Paul Rabinow: \u00bbArtificiality and enlightenment. From sociobiology to biosociality\u00ab (1992), in: <em>Essays on the Anthropology of Reason<\/em>, Princeton, NJ 1996, S.\u200991\u2013111, hier S.\u200999.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Helmuth Plessner: <em>Die Stufen des Organischen und der Mensch<\/em>, Berlin 1928, S.\u2009309.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Baruch de Spinoza: <em>Ethica ordine geometrico demonstrata<\/em>, [Amsterdam] 1677, S.\u200999.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Johann Gottfried Herder: <em>Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit<\/em>, Bd. 1, Riga 1784, S.\u2009137.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Vgl. Lorraine Daston: \u00bbEpistemic images\u00ab, in: Alina Payne (Hg.): <em>Vision and Its Instruments. Art, Science, and Technology in Early Modern Europe<\/em>, University Park, PA 2015, S.\u200913\u201335.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Nancy Cartwright: <em>How the Laws of Physics Lie<\/em>, Oxford 1983.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Vgl. Jean-Jacques Rousseau: <em>\u00c9mile ou de l\u2019\u00e9ducation<\/em>, Bd.\u20093, Paris 1762, S.\u200967.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Novalis: [Fragment], in: <em>Novalis Schriften<\/em>, hg. von Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck, Berlin 1802, S.\u2009373.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Georg Toepfer: K\u00fcnstlichkeit und Nat\u00fcrlichkeit. Das Ende einer Entzweiung, in: ZfL Blog, 5.5.2025, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2025\/05\/05\/georg-toepfer-kuenstlichkeit-und-natuerlichkeit-das-ende-einer-entzweiung\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2025\/05\/05\/georg-toepfer-kuenstlichkeit-und-natuerlichkeit-das-ende-einer-entzweiung\/<\/a>].<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">DOI: <\/span><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20250505-01\"><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20250505-01<\/span><\/a><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"ScholarlyArticle\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20250505-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2025\/05\/05\/georg-toepfer-kuenstlichkeit-und-natuerlichkeit-das-ende-einer-entzweiung\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"K\u00dcNSTLICHKEIT UND NAT\u00dcRLICHKEIT. Das Ende einer Entzweiung\",\n  \"author\": {\n    \"name\": \"Aurore Peyroles\",\n    \"givenName\": \"Aurore\",\n    \"familyName\": \"Peyroles\",\n    \"@type\": \"Person\",\n    \"@id\": \"https:\/\/orcid.org\/0000-0001-8267-230X\"\n  },\n  \"license\": \"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/3.0\/legalcode\",\n  \"inLanguage\": \"de\",\n  \"dateCreated\": \"2025-05-05\",\n  \"datePublished\": 2025,\n  \"schemaVersion\": \"http:\/\/datacite.org\/schema\/kernel-4\",\n  \"publisher\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"@id\": \"https:\/\/ror.org\/00bpta863\",\n    \"name\": \"Leibniz-Zentrum f\u00fcr Literatur- und Kulturforschung\"\n  },\n  \"provider\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"datacite\"\n  }\n}\n<\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. In Zeiten des Anthropoz\u00e4ns ist die K\u00fcnstlichkeit \u00fcberall. Ihr Gegenteil, die einstmals als Gegenwelt inszenierte Nat\u00fcrlichkeit, gibt es nicht mehr \u2013 weder materiell geschieden als ein menschenfreier Raum, noch ideell als eine Vorstellung frei von kulturellen Voraussetzungen und Sehns\u00fcchten. Die gegenw\u00e4rtige Anrufung und Beschw\u00f6rung der Natur ist offenbar nur ein Ausdruck dieses Verlusts. Auch <a class=\"read-more-link\" href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2025\/05\/05\/georg-toepfer-kuenstlichkeit-und-natuerlichkeit-das-ende-einer-entzweiung\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[884],"tags":[365,707,885,93,887,129,886,888,233,514],"class_list":["post-3768","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-jahresthema-abschied-von-der-kuenstlichkeit","tag-kunst","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-kuenstlichkeit","tag-lebenswissen","tag-mensch","tag-natur","tag-natuerlichkeit","tag-naturschutz","tag-philosophie","tag-philosophiegeschichte"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3768","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3768"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3768\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3783,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3768\/revisions\/3783"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}