{"id":3917,"date":"2026-03-17T17:21:13","date_gmt":"2026-03-17T15:21:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=3917"},"modified":"2026-03-18T10:45:04","modified_gmt":"2026-03-18T08:45:04","slug":"pola-gross-mutterschaft-und-politik-bei-stefanie-sargnagel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2026\/03\/17\/pola-gross-mutterschaft-und-politik-bei-stefanie-sargnagel\/","title":{"rendered":"Pola Gro\u00df:\u00a0MUTTERSCHAFT UND POLITIK BEI STEFANIE SARGNAGEL"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbDie coolste \u203aMomfluencerin\u2039 kommt aus Wien\u00ab, titelte k\u00fcrzlich die \u00f6sterreichische Tageszeitung <em>Die Presse<\/em> und die Kolumnistin der Wiener Wochenzeitung <em>Falter<\/em> best\u00e4tigte: \u00bbStefanie Sargnagel als Mutter ist genau das, was Frauen 2026 gebraucht haben.\u00ab<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Wer der Wiener Autorin und Satirikerin in den sozialen Medien folgt, hat in der Tat l\u00e4ngst mitbekommen, dass Sargnagel<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Anfang des Jahres Mutter geworden ist. Bereits in der Schwangerschaft postete sie Selfies von sich mit Babybauch; seit das Kind auf der Welt ist, meldet sie sich beinahe t\u00e4glich in ihren <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/sargnagelstefe\/?hl=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Instagram-Stories<\/a> zu Wort. Sie l\u00e4sst ihre Follower:innen teilhaben an ihrem ersten Gang vor die T\u00fcr allein mit Baby, der ihr einen immensen Adrenalinschub beschert. Sie pr\u00e4sentiert ausf\u00fchrlich ihre neue Leidenschaft f\u00fcr Rosa- und Pastell-T\u00f6ne, die das Baby mit seiner Vorliebe f\u00fcr Schwarzwei\u00df-Grafiken v\u00f6llig durcheinanderbringt. Und sie reflektiert halb ernst, halb ironisch \u00fcber ihren neuen Alltag mit S\u00e4ugling: \u00bbH\u00f6re nur noch Volksmusik und Schlager, weil ich vom Schlafentzug dumm und vom Baby gl\u00fccklich bin.\u00ab<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Was aber macht Sargnagels Umgang mit ihrer Elternschaft so \u00bbcool\u00ab?<!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Der digitale Raum ist auf der einen Seite gepr\u00e4gt von \u203aInstamoms\u2039, die das Idealbild einer Mutter verk\u00f6rpern, deren oberste Priorit\u00e4t die Versorgung und Erziehung der Kinder und die perfekte Organisation des Familienalltags ist. Mutterschaft wird fast durchweg als positive und erf\u00fcllende Erfahrung gezeichnet, die unbequemen oder belastenden Aspekte von Elternschaft werden kaum oder gar nicht thematisiert. Erfolgreiche Momfluencerinnen mit hoher Reichweite nutzen die Plattformen, um mit ihrem traditionell inszenierten Mutterschaftsalltag zu werben, in dem sie scheinbar m\u00fchelos Kinderbetreuung, Haushalt und Selfcare unter einen Hut bekommen. Im Mittelpunkt steht die \u00bbsorgende, Geborgenheit gebende Mutter\u00ab<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>. Dieses Bild bleibt nicht unwidersprochen. Problematisiert wurden in letzter Zeit zum Beispiel die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern, die enormen, vor allem an M\u00fctter gestellten gesellschaftlichen Erwartungen und Gef\u00fchle wie Isolation, \u00dcberforderung, Identit\u00e4tsverlust und wirtschaftliche oder emotionale Abh\u00e4ngigkeit, von denen ebenfalls vor allem M\u00fctter betroffen sind.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> So sind in den sozialen Medien auf der anderen Seite immer mehr Accounts entstanden, die die Schattenseiten von Mutter- und Elternschaft thematisieren. Diese Momfluencerinnen treten mit einem progressiven politischen Anspruch auf und sprechen etwa \u00fcber gleichberechtigte Elternschaft, Mental Load, problematische Weiblichkeits- und Mutterbilder sowie Mom-Shaming. Die berechtigte Kritik an strukturellen Missst\u00e4nden bez\u00fcglich Carearbeit und Geschlechtergerechtigkeit wird auf einigen dieser Kan\u00e4le mitunter jedoch in derselben Form ge\u00e4u\u00dfert, in der die \u00fcberwiegende Mehrheit der Momfluencerinnen die Herausforderungen des Alltags \u00bbgut frisiert\u00ab meistert.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> So wird die kritische Haltung zu einem Lifestyle-Produkt, das sich gut vermarkten l\u00e4sst und Follower:innen generiert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\">***<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Aufgrund von Sargnagels bisheriger linker, feministischer und gesellschaftskritischer Positionierung k\u00f6nnte man zun\u00e4chst erwarten, dass sie vor allem die H\u00e4rten und N\u00f6te von Mutterschaft herausstellen und auf kritische Distanz gehen w\u00fcrde. Stattdessen pr\u00e4sentiert sie sich in den meisten Posts als \u00fcbergl\u00fcckliche Mutter, die restlos in ihrer neuen Rolle aufgeht \u2013 \u00bbeinzige Sorge zur Zeit dass ich den S\u00e4ugling wundk\u00fcsse\u00ab<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>. Sie findet es \u00bbherrlich\u00ab im Wochenbett \u00bbhirntot dahinzuvegetieren\u00ab<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>, postet lustige Babyoutfits \u2013 \u00bbRaketenlatzhose mit K\u00e4sebody. nenne die Kombi \u203aK\u00e4serakete\u2039 und bereue nichts\u00ab<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> \u2013 und probiert unterschiedliche Kosenamen f\u00fcr den Nachwuchs aus.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">R\u00fcckhaltlos bedient Sargnagel bestimmte Mutter-Klischees, wenn sie etwa ganze Posts in Babysprache verfasst oder ihre neue Leidenschaft f\u00fcr Rosa- und Pastellt\u00f6ne teilt. Damit ist sie zun\u00e4chst nah dran an der typischen Ikonographie einer Instamom, wie sie die Erziehungswissenschaftlerin Helen Knauf beschreibt:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbDas typische Bild einer Mutter mit ihrem Kind entspricht dem folgenden Muster: Die Mutter h\u00e4lt ihr Kind auf dem Arm. Sie schaut den Betrachter an, ihr Gesichtsausdruck ist entspannt, ein leises L\u00e4cheln deutet sich an. Das Kind ist ebenfalls ruhig oder schl\u00e4ft sogar und schmiegt sich an die Mutter. Die Farbgebung ist hell und in Pastell- und Naturt\u00f6nen gehalten.\u00ab<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Auch Sargnagel postet Selfies von sich mit Baby auf dem Arm (wobei das Gesicht des Kindes nicht gezeigt wird) und schaut zufrieden l\u00e4chelnd in die Kamera. Zugleich konterkariert sie den typischen Instagram-Look jedoch, indem sie gerade nicht perfekt frisiert im Zentrum einer ruhigen und beruhigenden Szene sitzt, sondern auf verwackelten Fotos mit strubbeligen Haaren in einem bunten, unaufger\u00e4umten Zimmer zu sehen ist. In ihren Texten setzt sie sowohl auf humoristisch-literarische Verfahrensweisen wie \u00dcbertreibung, Witz und Ironie als auch auf einen lakonisch-unaufgeregten Stil, der die Dinge ebenso direkt wie beil\u00e4ufig benennt. Genau diese Kombination ist es, die nicht nur etwas vom Gl\u00fcck des Mutterseins erahnen l\u00e4sst, sondern auch auf die gesellschaftspolitische Dimension von Mutterschaft aufmerksam macht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\">***<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Wie fast alle Momfluencerinnen thematisiert auch Sargnagel das Thema Stillen. Sie schreibt \u00fcber ihre eigenen Erfahrungen, gibt mit gewohnt lakonischem Humor Auskunft \u00fcber Frequenzen und Schwierigkeiten und teilt hin und wieder ein Selfie. Die Wohlf\u00fchlatmosph\u00e4re wird jedoch immer wieder durchbrochen, etwa durch die Schilderung tabuisierter Missgeschicke: \u00bbMan f\u00fchlt sich echt schlecht wenn einem das Handy aufs Baby f\u00e4llt\u00ab<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a>. Die Inszenierung als leicht prollige \u00bbRabenmutter\u00ab<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> konterkariert die glattgeb\u00fcgelte Instagram-\u00c4sthetik vieler anderer Accounts und wirft dadurch ein realistischeres Licht auf die ein oder andere Still-Szene.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Nebenbei wird mit so mancher hartn\u00e4ckigen Ideologie aufger\u00e4umt. Dem Bild von der ganz nat\u00fcrlich stillenden Mutter, das selbst dort herrscht, wo begr\u00fcndet werden muss, dies sei die \u00bboptimale nat\u00fcrliche Form der Ern\u00e4hrung\u00ab<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>, setzt Sargnagel die Aufnahme von einem Wagen mit Still- und Abpumputensilien entgegen, die sie mit \u00bbDie Schicht ruft\u00ab<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> betitelt. Die ironische Inszenierung als Bergbaukumpel mit Lore und Werkzeugen macht deutlich: Stillen ist auch harte Arbeit. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><span data-olk-copy-source=\"MessageBody\">Diesen Aspekt zu betonen, ist nicht gering zu sch\u00e4tzen, <\/span>da insbesondere der Rekurs auf Gesundheitsargumente die Diskussion ums Stillen mit \u00bbnaturalisierenden ontologischen Evidenzen\u00ab versorgt, wie empirische Studien zeigen.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Das f\u00fchrt unter anderem dazu, dass Frauen das Stillen als normative Anforderung begreifen und nicht als etwas, das in ihrem individuellen Ermessens- und Entscheidungsspielraum liegt. Umso bemerkenswerter, dass Sargnagel wenige Tage sp\u00e4ter ein Foto von einer Packliste mit Dingen postet, die sie mitnimmt, bevor sie mit dem Kind rausgeht. Neben Windeln und Spucktuch findet sich auf der Liste unter anderem auch Milchpulver. Ganz nebenbei r\u00e4umt sie hier mit dem sogenannten Flaschenmilch-Shaming auf, das M\u00fctter verurteilt, weil sie ihre Kinder mit S\u00e4uglingsnahrung und nicht (ausschlie\u00dflich) mit Muttermilch ern\u00e4hren. Sie unterl\u00e4uft damit die vermeintlich ausschlie\u00dfliche Alternative Flaschenmilch versus Stillen (und die damit verbundenen Zuschreibungen egoistische versus hingebungsvolle Mutter) und demonstriert, dass alles miteinander kombiniert werden kann &#8211; wie es eben am besten passt. Die Realit\u00e4t erweist sich als vielschichtiger als es die allgemeinen Empfehlungen f\u00fcr optimale Ern\u00e4hrung vermuten lassen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\">***<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Aktuelle Erziehungstrends und Nat\u00fcrlichkeitsideologien werden auch in ihrer Story vom 5.2.2026 auf die Schippe genommen. Zun\u00e4chst bekennt Sargnagel, dass sie sich nat\u00fcrlich schon Gedanken \u00fcber Ern\u00e4hrung, Medienkonsum, Fr\u00fchf\u00f6rderung und Waldkindergarten mache. Dann f\u00e4llt ihr allerdings ein, dass sie selbst mit \u00bbTiefk\u00fchlessen, laufendem Fernseher und Huberpark aufgewachsen\u00ab sei. Die n\u00e4chsten beiden Slides der Story pr\u00e4sentieren die Ergebnisse der beiden divergenten Erziehungsformen: auf dem ersten ein Screenshot von Sargnagels k\u00fcrzlich erschienenem Buch <em>Opernball<\/em> mit dem Hinweis, dass sie \u00bbeinen Nummer Eins Bestseller\u00ab geschrieben habe, auf dem zweiten ein Foto einer sich die Nase putzenden Person, versehen mit dem Text-Overlay \u00bbUnd die \u00d6kokinder haben Stauballergie\u00ab. Damit ironisiert und relativiert sie die Alternativlosigkeit vorgeblich progressiver Erziehungsnormen, die Druck auf Eltern und insbesondere auf M\u00fctter aus\u00fcben. Sie bringt nicht nur Gelassenheit in die aufgeheizten Diskussionen \u00fcber die Dos and Don\u2019ts fr\u00fchkindlicher F\u00f6rderung und Erziehung, sondern gibt auch zu bedenken, ob die vermeintlich progressiven Erziehungsformen der \u00bb\u00d6kokinder\u00ab, die heute Eltern sind, in ihrer Ausschlie\u00dflichkeit nicht \u00e4hnlich restriktiv sind wie die der Konservativen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Das Thema Arbeit besch\u00e4ftigt Sargnagel nicht nur im Kontext des Stillens, sondern auch mit Blick auf Care- und Erwerbsarbeit. So hat sie f\u00fcr eine parit\u00e4tische Aufteilung der Sorgeaufgaben zwischen den Geschlechtern eine bestechend einfache L\u00f6sung parat und nimmt damit eine m\u00f6gliche Stigmatisierung als \u203aBad Mom\u2039 gen\u00fcsslich vorweg: \u00bbIch glaub ein Life Hack bez\u00fcglich gleichberechtigter Care Arbeit ist es eine faule Blunzen zu sein\u00ab.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Wenige Tage sp\u00e4ter teilt sie ein Foto von sich vor dem Fernseher mit dem Text-Overlay \u00bbUnlearn Haushalt\u00ab.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Das ist zun\u00e4chst einmal eine Parodie auf den Jargon des eigenen Milieus, denn der Begriff des Unlearning wird vor allem im Kontext von linker, feministischer und postkolonialer Theorie verwendet. Sargnagel paart ihn allerdings nicht mit den gro\u00dfen K\u00e4mpfen (wie \u00bbUnlearn whiteness\u00ab, \u00bbUnlearn the patriarchy\u00ab usw.), sondern mit dem profanen \u00bbHaushalt\u00ab. Ihr Kampf findet nicht auf der Stra\u00dfe statt, sondern vor dem Fernseher. Bei allem Witz macht diese Parodie der b\u00fcrgerlichen ebenso wie der besonders k\u00e4mpferischen \u203aStra\u00dfen\u2039-Linken aber auch auf den Ernst des Themas aufmerksam. Denn eine ausgewogene Arbeitsaufteilung in Partnerschaften mit Kind ist noch immer die Seltenheit.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Das unterstreicht sie mit dem Repost eines Zitats der Vizepr\u00e4sidentin des \u00d6sterreichischen Gewerkschaftsbunds Christa H\u00f6rmann, die die Tatsache, dass Frauen vor allem in Teilzeit arbeiten und zu Hause mehr Carearbeit \u00fcbernehmen als M\u00e4nner, nicht als individuelles Problem, sondern als strukturelles Versagen bezeichnet.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a>\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Je \u00e4lter der S\u00e4ugling wird, umso pr\u00e4senter wird die eigene Erwerbsarbeit in Sargnagels Posts. So fragt sie sich in ausgestellter Babysprache, ob sie jemals wieder arbeiten wird, ruft dazu auf, sie am Ende des Jahres f\u00fcr eine Lesung zu buchen, und teilt Fotos von sich, wie sie sieben Wochen nach der Geburt des Kindes erstmals wieder zeichnet. Diese Story leitet sie ein mit \u00bbPOV: Es ist noch Wochenbett aber du bist eine Rabenmutter\u00ab.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Dieses h\u00e4ufig gegen berufst\u00e4tige, ihre Kinder vermeintlich vernachl\u00e4ssigende M\u00fctter verwendete Schm\u00e4hwort wird bei Sargnagel zu einer positiv konnotierten, feministischen Selbstbezeichnung, die sie auch in anderen Posts verwendet. Eine Rabenmutter ist in diesem Sinne eine Frau, die Erwerbsarbeit, pers\u00f6nliche Ziele und Mutterschaft verbindet, ohne dadurch weniger erfolgreich oder weniger liebevoll sein zu m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Dementsprechend bedeutet Mutterschaft f\u00fcr Sargnagel nicht, sich weniger f\u00fcr ihre Karriere, gesellschaftliche oder geopolitische Entwicklungen zu interessieren. Auch wenn im Januar und Februar 2026 in ihren Instagram-Stories ein deutlicher Fokus auf ihrer Mutterschaft liegt, wird in fast jeder Story noch auf einen anderen Gegenstand verwiesen, sei es entweder auf ihr zeitgleich erschienenes Buch <em>Opernball <\/em>oder auf feministisch-politische Themen. So kritisiert sie beispielsweise die Bekanntgabe des \u00f6sterreichischen Moderations-Duos f\u00fcr den Eurovision Song Contest 2026 als \u00bbultra konservative Konstellation\u00ab,<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a>\u00a0reflektiert \u00fcber die einzige weibliche Zuh\u00e4lterin Wiens, Wanda Kuchwalek, die in den 1970ern unter dem Spitznamen \u203aWilde Wanda\u2039 zu einer kontroversen Kultfigur avancierte, oder teilt am Internationalen Frauentag ein Video \u00fcber die prek\u00e4re Lage obdachloser Frauen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\">***<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Besonders sticht ihre Besch\u00e4ftigung mit der Situation im kurdisch verwalteten autonomen Gebiet Rojava heraus, das im Januar 2026 von der syrischen Regierung und von der T\u00fcrkei unterst\u00fctzten Verb\u00fcndeten angegriffen und teilweise besetzt wurde. Seit 2013 steht Rojava f\u00fcr ein Modell, das auf direkter Demokratie, Pluralismus und Gleichberechtigung basiert. Zentrales Merkmal ist das System der Doppelspitzen bei geschlechtlicher Parit\u00e4t. Der Angriff bedeutete vor allem f\u00fcr Frauen aus Rojava eine gro\u00dfe Bedrohung, und im Netz verbreiteten sich schnell Videos von Dem\u00fctigungen und Gr\u00e4ueltaten von islamistischen K\u00e4mpfern an den Frauen aus der Region.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Sargnagel teilte einige dieser Videos und repostete im Januar und Februar 2026 in fast jeder ihrer Stories auch Expert:inneneinsch\u00e4tzungen zur aktuellen Lage in Rojava sowie Spenden- und Demoaufrufe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">In einer Story vom 23.1.2026, die vor allem aus einem Kinderzimmerrundgang besteht, repostet sie am Ende verschiedene Videos von kurdischen Frauen, die sich Z\u00f6pfe flechten aus Protest gegen einen Islamisten, der einer get\u00f6teten kurdischen Frau den Zopf abgeschnitten haben soll. Dabei ist auch ein kurzes Video eines Vaters in Uniform zu sehen, der seiner Tochter die Haare flicht. Hier wird ein ganz anderes Bild von Familie gezeigt, das durch den Kontrast der beh\u00fcteten und sicheren Kinderzimmerumgebung auf der einen und der Realit\u00e4t vieler kurdischer M\u00e4dchen und Familien in Rojava auf der anderen Seite die Fragilit\u00e4t erk\u00e4mpfter Rechte umso deutlicher macht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\">***<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Sargnagels Darstellung von Mutterschaft ist ein Gegenentwurf zu den derzeit dominierenden Inszenierungen in den sozialen Medien. Den gut frisierten Instamoms \u2013 denn darin \u00e4hneln sich die progressiven und die traditionsbewussten M\u00fctter \u2013, setzt Sargnagel das leicht prollige, feministische Auftreten der \u00bbRabenmutter\u00ab entgegen, die Mutterschaft, berufliches Interesse und politisches Engagement zusammenbringt. Dabei unterl\u00e4uft sie fortw\u00e4hrend etablierte Kategorien und Gegen\u00fcberstellungen und l\u00e4sst (links- wie rechts-)ideologische Vorstellungen und Normen auf die Realit\u00e4t prallen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Ihre Pr\u00e4sentation von Mutterschaft zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass durch Witz, Ironie und Lakonik die Kritik an strukturellen Benachteiligungen und \u00fcberkommenen Mutteridealen umso klarer hervortritt, sondern vor allem dadurch, dass diese Kritik die Darstellung intensiver Mutterliebe nicht ausschlie\u00dft. Damit bringt sie etwas zusammen, was selten zusammengedacht wird. Denn w\u00e4hrend Linke und Progressive sich \u2013 aus guten Gr\u00fcnden \u2013 momentan vor allem auf die Kritik an regressiven Mutterschaftsvorstellungen konzentrieren, wird das sogenannte Muttergl\u00fcck aktuell vor allem von der aufstrebenden politischen Rechten vereinnahmt.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Indem Sargnagel ganze Posts in Babysprache verfasst, Kinderlieder mit Verve umdichtet und \u00fcberbordende Liebesbekundungen an den S\u00e4ugling formuliert (\u00bbBABY DU S\u00dcSSI HAHA BUSSI BISDU S\u00dcSSER GEWORDEN??????\u00ab<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a>), setzt sie auf eine Expressivit\u00e4t, die die kontrollierten Ausdrucksformen der traditionellen Instamoms weit \u00fcbertrifft. Das Gl\u00fcck der Mutterschaft nicht den Rechten zu \u00fcberlassen, ist ein immens politischer Beitrag zum Thema.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\"><em>Die Literaturwissenschaftlerin <\/em><a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/person\/gross.html\"><em>Pola Gro\u00df<\/em><\/a><em> hat bis Ende 2025 im ZfL-Schwerpunktprojekt \u00bb<\/em><a style=\"color: #e63348;\" href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/projekt\/stil-geschichte-und-gegenwart.html\"><em>Stil. Geschichte und Gegenwart<\/em><\/a><em>\u00ab gearbeitet. Im April 2026 beginnt ihr Projekt \u00bb<a href=\"https:\/\/www.zfl-berlin.org\/projekt\/reproduktion-arbeit-aesthetik.html\">Reproduktion, Arbeit, \u00c4sthetik. Stillen und Literatur im langen 19. Jahrhundert<\/a>\u00ab.<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Eva Dinnewitzer: \u00bbDie coolste \u203aMomfluencerin\u2039 kommt aus Wien\u00ab, in: <em>Die Presse<\/em>, 8.1.2026, S. 19; Melisa Erkurt: \u00bbWir brauchen ein neues Mutterbild. Kolumne\u00ab, in: <em>Falter<\/em> 5, 27.1.2026, S. 47. Im Folgenden werden mit \u203aFrau\u2039 all jene bezeichnet, die als M\u00e4dchen bzw. Frau sozialisiert wurden und\/oder die sich als solche identifizieren. Des Weiteren werden Unterschiede zwischen Frauen und M\u00e4nnern nicht als biologische Tatsachen verstanden, sondern auf sozial und gesellschaftlich verankerte Praktiken zur\u00fcckgef\u00fchrt. Auch mit dem Begriff \u203aMutter\u2039 sind ausdr\u00fccklich all jene gemeint, die sich als Mutter identifizieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Mit b\u00fcrgerlichem Namen hei\u00dft sie Stefanie Sprengnagel. Da Sargnagel sich in der \u00d6ffentlichkeit ausschlie\u00dflich unter ihrem K\u00fcnstlerinnennamen pr\u00e4sentiert und die Grenzen zwischen Autorin und Kunstfigur flie\u00dfend sind, wird im Folgenden nur ihr K\u00fcnstlerinnenname verwendet; vgl. dazu Nora Manz\/Anna Obererlacher: \u00bb\u203aInfluencer, Artist, Entrepeneur\u2039 \u2013 Kunstfigur Stefanie Sargnagel\u00ab, in: Thomas Wegmann u.a. (Hg.): <em>Formen und Funktionen auktorialer Epitexte im literarischen Feld der Gegenwart<\/em>, Berlin 2024, S. 241\u2013271, insb. S. 242\u2013244.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 4.3.2026.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Helen Knauf\/Susanne Mierau: \u00bbInstamoms. Visuelle Inszenierungen intensiver M\u00fctterlichkeit in Social Media\u00ab, in: <em>Zeitschrift f\u00fcr Soziologie der Erziehung und Sozialisation<\/em>, 41.3 (2021), S. 283\u2013300, hier S. 295. Vgl. auch Friederike Jage-D\u2019Aprile: \u00bbInstamoms. Feminismus oder Retraditionalisierung?\u00ab, in: <a href=\"https:\/\/netzforma.org\/instamoms-feminismus-oder-retraditionalisierung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>netzforma*e.V.<\/em><\/a>, 23.11.2022.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Pola Gro\u00df: \u00bbKinder kriegen. Kinder haben. Zu zwei Neuerscheinungen\u00ab, in: <a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2023\/07\/13\/pola-gross-kinder-kriegen-kinder-haben-zu-zwei-neuerscheinungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>ZfL Blog<\/em><\/a>, 13.7.2023. Vgl. auch die aktuellen Zahlen zur ungleichen Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern im <a href=\"https:\/\/www.bmbfsfj.bund.de\/resource\/blob\/239468\/c00efd559163092ed00fb2fb931ce1bf\/familienreport-2024-data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Familienreport 2024<\/em><\/a>, hg. vom Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin 2024.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. Helen Knauf: \u00bbInstamoms und Instadads\u00ab, in: <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/258927\/17354425\/63_Knauf.pdf\/9ae13f11-0c0c-9c51-88c4-9e450ef20bb9?t=1647428028570\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Die Politische Meinung<\/em><\/a> 67.573 (2022), S. 63\u201368, hier S. 67.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 20.2.2026.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 7.1.2026.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 23.2.2026.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Vgl. Knauf: \u00bbInstamoms und Instadads\u00ab (Anm. 6), S. 67.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 9.1.2026.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 21.2.2026 und diverse weitere.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> <em>Empfehlungen der Nationalen Ern\u00e4hrungskommission. \u00d6sterreichische Stillempfehlungen<\/em> 2014, S. 3. Die neue Handlungsempfehlung f\u00fcr ein stillfreundliches \u00d6sterreich von 2024 vermeidet dagegen den Begriff des Nat\u00fcrlichen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 7.2.2026.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Vgl. Melanie Kr\u00f6ger\/Jana R\u00fcckert-John: \u00bbStillen als Quelle von Gesundheit und Gl\u00fcck. Die Rekonstruktion traditioneller Geschlechterrollen durch nat\u00fcrliche M\u00fctterlichkeit\u00ab, in: Hans-Wolfgang Hoefert\/Christoph Klotter (Hg.): <em>Gesundheitszw\u00e4nge<\/em>, K\u00f6ln 2013, S. 189\u2013206, hier S. 190. Auch die k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte offizielle deutsche <em>AWMF-S3-Leitlinie<\/em> (2026), die sich an den Leitlinien der WHO orientiert, empfiehlt, Kinder bis zum Ende des sechsten Monats ausschlie\u00dflich oder \u00fcberwiegend (womit die Zugabe von Tee und Wasser gemeint ist) zu stillen. Sie empfiehlt eine Gesamtstilldauer von mindestens einem Jahr. Verschiedene medizinische Fachgesellschaften und Berufsverb\u00e4nde kritisieren die neuen Empfehlungen, da sie unter anderem an der Lebensrealit\u00e4t von Frauen v\u00f6llig vorbei gehen und Druck auf sie aus\u00fcben. Vgl. die Zusammenfassung der Diskussion von Rieke Winter: Debatte um neue Empfehlung zum Stillen: \u00bbAn der Lebensrealit\u00e4t vorbei\u00ab, in: <a href=\"https:\/\/www.apotheken-umschau.de\/familie\/kinderernaehrung\/stillen\/stillen-fachleute-kritisieren-neue-empfehlung-zur-stilldauer-1487053.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Apotheken-Umschau<\/em><\/a>, 27.2.2026.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 17.1.2026. Auch in sp\u00e4teren Posts beschreibt Sargnagel, wie sie daf\u00fcr sorgt, dass nicht alle Carearbeit an ihr h\u00e4ngen bleibt: \u00bbDer Partner hackelt pl\u00f6tzlich 40h, die Schwimu reist ab und kocht nicht mehr jeden Tag und ich werde pl\u00f6tzlich Mutter und Hausfrau.<br \/>\nVielleicht ist das der Beginn des regretting motherhood contents.<br \/>\nMein Konzept ist aber: ich verlasse die Wohnung in der Fr\u00fch und strawanze den ganzen Tag mit dem Kinderwagen in Wien herum (auch damit ich nix im Haushalt machen muss)\u00ab, Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 15.3.2026.<br \/>\nBei allem Humor wird zugleich deutlich, wie schwer es ist, mit S\u00e4ugling eine parit\u00e4tische Aufteilung der Sorgearbeit zwischen den Partner:innen zu realisieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 30.1.2026.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18] <\/a>Dass die Hauptlast bei der Kinderbetreuung und der Haushaltsarbeit noch immer bei den M\u00fcttern liegt, best\u00e4tigt f\u00fcr Deutschland das 2023 vom Bundesfamilienministerium herausgegebene <a href=\"https:\/\/www.bmbfsfj.bund.de\/resource\/blob\/222674\/25e0f2ef258b6cc4192d0836f1c38b9d\/familienbarometer-data.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Familienbarometer<\/em><\/a>: \u00bbDie Kluft zwischen realer und idealer Aufteilung der Familienarbeit hat sich in den vergangenen Jahren kaum ver\u00e4ndert. Oftmals erleben Elternpaare nach der Geburt eines Kindes \u2013 teils unbemerkt oder unfreiwillig \u2013 eine (Re-)Traditionalisierung und richten sich in einem ungleichen Sorgearbeitsarrangement ein\u00ab (Bundesministerium f\u00fcr Familie, Frauen, Senioren und Jugend (Hg.):<em> Familienbarometer. Stand und Perspektiven einer krisensicheren und chancenorientierten Familienpolitik<\/em>, Berlin 2023, S. 24).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 21.2.2026.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 20.2.2026.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 29.1.2026.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Vgl. zur Situation in Rojava ein Video beim Online-Angebot von <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/2026-02\/kurden-autonomie-rojava-krise-al-scharaa-syrien-islamismus-was-jetzt-videopodcast\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Die Zeit<\/em><\/a>.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Darauf hat auch eine der Follower:innen von Sargnagel hingewiesen; vgl. Melisa Erkurt: \u00bbWir brauchen ein neues Mutterbild. Kolumne\u00ab, in: <em>Falter<\/em> 5, 27.1.2026, S. 47.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Instagram-Story von Stefanie Sargnagel, 11.2.2026.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Pola Gro\u00df: Mutterschaft und Politik bei Stefanie Sargnagel, in: ZfL Blog, 17.3.2026, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2026\/03\/17\/pola-gross-mutterschaft-und-politik-bei-stefanie-sargnagel\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2026\/03\/17\/mutterschaft-und-politik-bei-stefanie-sargnagel<\/a>].<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: helvetica;\">DOI: <\/span><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20260317-01\"><span style=\"font-family: helvetica;\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20260317-01<\/span><\/a><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"ScholarlyArticle\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20260317-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2026\/03\/17\/mutterschaft-und-politik-bei-stefanie-sargnagel\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"MUTTERSCHAFT UND POLITIK BEI STEFANIE SARGNAGEL\",\n  \"author\": {\n    \"name\": \"Pola Gro\u00df\",\n    \"givenName\": \"Pola\",\n    \"familyName\": \"Gro\u00df\",\n    \"@type\": \"Person\",\n    \"@id\": \"https:\/\/orcid.org\/0009-0003-2572-7425\"\n  },\n  \"license\": \"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-sa\/3.0\/legalcode\",\n  \"inLanguage\": \"de\",\n  \"dateCreated\": \"2026-03-17\",\n  \"datePublished\": 2026,\n  \"schemaVersion\": \"http:\/\/datacite.org\/schema\/kernel-4\",\n  \"publisher\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"@id\": \"https:\/\/ror.org\/00bpta863\",\n    \"name\": \"Leibniz-Zentrum f\u00fcr Literatur- und Kulturforschung\"\n  },\n  \"provider\": {\n    \"@type\": \"Organization\",\n    \"name\": \"datacite\"\n  }\n}\n<\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbDie coolste \u203aMomfluencerin\u2039 kommt aus Wien\u00ab, titelte k\u00fcrzlich die \u00f6sterreichische Tageszeitung Die Presse und die Kolumnistin der Wiener Wochenzeitung Falter best\u00e4tigte: \u00bbStefanie Sargnagel als Mutter ist genau das, was Frauen 2026 gebraucht haben.\u00ab[1] Wer der Wiener Autorin und Satirikerin in den sozialen Medien folgt, hat in der Tat l\u00e4ngst mitbekommen, dass Sargnagel[2] Anfang des Jahres <a class=\"read-more-link\" href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2026\/03\/17\/pola-gross-mutterschaft-und-politik-bei-stefanie-sargnagel\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,21,19],"tags":[952,653,385,954,951,381,950,953],"class_list":["post-3917","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ad-hoc","category-einblick","category-lektueren","tag-care-arbeit","tag-feminismus","tag-gegenwartsliteratur","tag-gender-studies","tag-instagram","tag-soziale-medien","tag-stefanie-sargnagel","tag-stillen"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3917","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3917"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3917\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3929,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3917\/revisions\/3929"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3917"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3917"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3917"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}