{"id":565,"date":"2017-11-10T11:00:26","date_gmt":"2017-11-10T09:00:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=565"},"modified":"2025-03-04T15:22:02","modified_gmt":"2025-03-04T13:22:02","slug":"stefan-willer-kakelbunt-diversitaet-auf-plattdeutsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2017\/11\/10\/stefan-willer-kakelbunt-diversitaet-auf-plattdeutsch\/","title":{"rendered":"Stefan Willer: KAKELBUNT. Diversit\u00e4t auf Plattdeutsch"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbPlattdeutsch ist eine Sprache unserer Zeit.\u00ab So beginnt das \u2013 auf Hochdeutsch verfasste \u2013 Vorwort von <em>Platt. Dat Lehrbook<\/em>, 2016 herausgegeben vom Institut f\u00fcr niederdeutsche Sprache in Bremen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Auch andernorts bem\u00fcht man sich um die zeitgem\u00e4\u00dfe Verbreitung des Niederdeutschen: auf Websites wie <a href=\"http:\/\/www.plattnet.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Plattnet<\/em> <\/a>und <a href=\"http:\/\/www.plattdeutsch.net\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Plattdeutsch.net<\/em><\/a>, bei Festivals und Wettbewerben wie <em>Plattart<\/em>, <em>Plattsounds<\/em> oder <em>Platt is cool<\/em>, in der Gestaltung von Grundschullehrpl\u00e4nen in den norddeutschen Bundesl\u00e4ndern. Was bei alldem auff\u00e4llt, ist die N\u00e4he derzeitiger Platt-Vermittlung zu Programmen sprachlicher und kultureller Diversit\u00e4t. <!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Zum Auftakt von <em>Plattart<\/em> im M\u00e4rz 2017 schrieb die Festivalleiterin, die Autorin und Schauspielerin <a href=\"http:\/\/www.plattart.de\/editorial.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Annie Heger<\/a>:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">Unser Motto: WI KRIEGT DAT HEN! Wi Plattd\u00fc\u00fctschen, wi seggen dat nich blot so, wi meent dat ook. Wi packen an. Wi s\u00fcnd dat leed un dat verdr\u00fctt us, dat de L\u00fc\u00fcd j\u00fcmmer blot \u00f6ver dat Starven van Platt snackt. Us Spraak is mehr as lebennig. Se is bunt, upregend, entwickelt sik j\u00fcmmers wieter, Platt hett so v\u00f6\u00f6l to seggen un doch kannst op Platt ook an\u203an besten swiegen. Jo, us Spraak is so kakelbunt as de Regenboog, een Blomenstruu\u00df un de Minschen, de Platt snacken, prooten oder k\u00fcren. Wi maaken us Spraak lebennig, denn wi s\u00fcnd doch al so verscheden.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Plattdeutsch wird hier keinesfalls als schutz- oder pflegebed\u00fcrftig, sondern als lebendig und wandelbar beschrieben. Die Sprache soll sich f\u00fcrs Viel-Sagen eignen (hervorgehoben durch gleich drei Verben f\u00fcr \u203asprechen\u203a: <em>snacken, prooten, k\u00fcren)<\/em>, aber auch noch im Nichts-Sagen ausdrucksvoll sein. Sie ist, wie es hei\u00dft, so \u00bbkakelbunt\u00ab wie ihre Sprecherinnen und Sprecher. Dieses \u00bbso \u2026 as\u00ab ist, n\u00e4her besehen, allerdings keine Vergleichsbestimmung, sondern benennt die eigentliche Bedingung sprachlichen Lebens. Demnach sind es erst die Sprechenden, die das Leben der Sprache erzeugen, sie lebendig <em>machen<\/em>, und zwar deswegen, weil sie als Gruppe heterogen sind: \u00bbdenn wi s\u00fcnd doch al so verscheden.\u00ab<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Diese Bekundung verbindet die Selbstaussage im Plural (<em>wi<\/em>) in umfassender Weise (<em>al<\/em>) mit der Betonung von Differenz (<em>verscheden<\/em>). Wenn alle verschieden sind, dann entzieht sich ihre Differenz der relationalen Bestimmung durch einen Gegenbegriff (klassischerweise \u203aIdentit\u00e4t\u2039) und wird zu einer absoluten Kategorie. Genau so, als Totalisierung und Verabsolutierung von Differenz, l\u00e4sst sich Diversit\u00e4t definieren. Hegers Satz \u00bbdenn wi s\u00fcnd doch al so verscheden\u00ab liefert also eine musterg\u00fcltige Formel f\u00fcr die Logik der Diversit\u00e4t. Er zeigt aber auch, dass diese Logik nur im Hinblick auf ihren politischen Gebrauch zu verstehen ist. Nicht von ungef\u00e4hr erw\u00e4hnt der Text an dieser Stelle neben dem Blumenstrau\u00df als Inbegriff der Buntheit auch den Regenbogen, das farbige Symbol von <em>LGBT pride<\/em>. Annie Heger, die nicht nur eine Platt-, sondern auch eine Queer-Aktivistin ist, versteht das Niederdeutsche, das \u00bbkakelbunte\u00ab, aber untersch\u00e4tzte, minorit\u00e4re, ja marginalisierte Idiom, als Sprache im Wandel und <em>f\u00fcr<\/em> den Wandel.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Diversit\u00e4t als kulturpolitisches Anliegen wirkt auf die Themen und Inhalte dessen zur\u00fcck, was auf Platt sagbar ist. Heger verabschiedet die affirmative Volks- und Regionalkultur, auf die das Niederdeutsche lange beschr\u00e4nkt war, und fordert stattdessen einen Bezug auf die \u00bbWelt\u00ab:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">De Spraak d\u00fcrft nich instuven un blot f\u00f6r D\u00f6ntjes van verleden Tieden herhollen. Se muss sik mitentwickeln, mit us Minschen un de Welt wassen. So warrd se doch blot noch bunter.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die Ansagen sind erfreulich klar, aber nicht unproblematisch. Denn wenn das Plattdeutsche vielf\u00e4ltig sein <em>muss<\/em>, also den Diversit\u00e4tsdiskurs sozusagen vorbildlich bedient, besteht die Gefahr, es doch wieder f\u00fcr kulturelle Affirmation in Dienst zu nehmen. Kann man also mit dem Argument der \u203aBuntheit\u2039 wirklich der Homogenisierung entgehen? Und bleibt Plattdeutsch nicht auch unter dem Vorzeichen der Diversit\u00e4t eine pflegebed\u00fcrftige Sprache?<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"font-family: helvetica;\"><strong>Plattdeutsch als europ\u00e4ische Minderheitensprache<\/strong><\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Vor einem Vierteljahrhundert verabschiedete der Europarat die <em>Europ\u00e4ische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen<\/em> (1992). Damit wurde sprachliche Diversit\u00e4t ein offizielles Anliegen europ\u00e4ischer Sprachenpolitik. In Deutschland gibt es seit der Ratifizierung des Vertrags 1999 f\u00fcnf anerkannte Minderheitensprachen: Sorbisch, Romani, D\u00e4nisch, Friesisch und Niederdeutsch. Auf der Liste stehen also neben einer slawischen und einer indoarischen Sprache drei (nord- und west-)germanische \u2013 davon eine deutsche. Der Umstand, dass im deutschen Sprachraum eine deutsche Sprache als minorit\u00e4r gekennzeichnet wird, mag merkw\u00fcrdig erscheinen. In der Tat ist Niederdeutsch streng genommen keine Minderheiten-, sondern eine Regionalsprache. Allerdings besteht das Anliegen europ\u00e4ischer Sprachenpolitik gerade darin, diese strikte Untescheidung zu vermeiden und den Schutz von Regional- und den von Minderheitensprachen in einem einzigen Programm zu verbinden. Die <a href=\"https:\/\/www.coe.int\/de\/web\/conventions\/full-list\/-\/conventions\/rms\/090000168007c089\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Charta <\/a>zielt gem\u00e4\u00df ihrem ersten Artikel auf Sprachen,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">i. die herk\u00f6mmlicherweise in einem bestimmten Gebiet eines Staates von Angeh\u00f6rigen dieses Staates gebraucht werden, die eine Gruppe bilden, deren Zahl kleiner ist als die der \u00fcbrigen Bev\u00f6lkerung des Staates, und <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: helvetica;\">ii. die sich von der (den) Amtssprache(n) dieses Staates unterscheiden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">\u00bbHerk\u00f6mmlicherweise\u00ab und \u00bbAngeh\u00f6rige dieses Staates\u00ab: Sprachenvielfalt aufgrund von historisch j\u00fcngeren Migrationsbewegungen (im Fall des Deutschen etwa durch Zuwanderung von \u203aGastarbeitern\u2039 seit den 1960er Jahren) ist also nicht Gegenstand der Charta. Au\u00dferdem f\u00e4llt im zitierten Artikel auf, dass der Minderheitenstatus einer Sprache eng an ihre Regionalit\u00e4t gekn\u00fcpft wird. Die Sprachengemeinschaft oder \u00bbGruppe\u00ab wird als r\u00e4umlich situierte Einheit verstanden, die sich auf einem \u00bbbestimmten Gebiet\u00ab lokalisieren l\u00e4sst. Es sei allerdings angemerkt, dass \u00bbnicht territorial gebundene Sprachen\u00ab im Artikel 1 der Charta ausdr\u00fccklich Erw\u00e4hnung finden, was unter den Minderheitensprachen in Deutschland f\u00fcr das Romani von besonderer Bedeutung ist. D\u00e4nisch, Friesich und Sorbisch hingegen sind auf die bekannten kleinen Regionen an der d\u00e4nischen Grenze, in Nordfriesland und in der Lausitz beschr\u00e4nkt, au\u00dferhalb derer sie als Sprachen in Deutschland sozusagen inexistent sind. (Wobei offen bleibt, was f\u00fcr F\u00e4lle von Minderheitensprache eigentlich vorliegen w\u00fcrden, wenn kleine Bev\u00f6lkerungsgruppen in Saarbr\u00fccken Sorbisch oder in Frankfurt Friesisch spr\u00e4chen.)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Und das Niederdeutsche? Sein Territorium ist wesentlich weiter ausgedehnt. Es umfasst die gesamte Region n\u00f6rdlich der sogenannten Benrather Linie: alles, was in historischer Hinsicht nicht Hochdeutsch ist, also die zweite Lautverschiebung seit Mitte des ersten Jahrtausends nicht mitgemacht hat. Eine vollst\u00e4ndige Schrift-, Amts- und Literatursprache war das Niederdeutsche allerdings nur bis zu Beginn der fr\u00fchen Neuzeit; von da an \u00fcbernahm diese Funktionen mehr und mehr das Hochdeutsche f\u00fcr den gesamten deutschen Sprachraum. Die Unterscheidung von Nieder- und Hochdeutsch betrifft daher nicht nur die geographische Verteilung auf das norddeutsche Flachland und das mittel- und oberdeutsche Hochland, sondern auch Aspekte des Soziolekts und der Einstellung der Sprechenden zu ihrer Sprache. Demnach ist Niederdeutsch, besonders deutlich in der Bezeichnung \u203aPlatt\u2039, eine einfache, schlichte Sprache, in der geradeheraus gesprochen wird. Die Wertungen k\u00f6nnen naheliegenderweise sehr unterschiedlich ausfallen. Dasselbe gilt f\u00fcr die verschiedenen Versuche einer Reliterarisierung, die jedoch vom 18. bis ins mittlere 20. Jahrhundert fast immer das Volkst\u00fcmliche betonten (etwa in Johann Heinrich Vo\u00df&#8216; niederdeutschen Idyllen der 1770er Jahre, oder Mitte des 19. Jahrhunderts in Klaus Groths volksliedhaften Gedichten und Fritz Reuters realistisch-autobiographischen Romanen).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Eine solche Reduktion auf den vermeintlichen Volksmund findet sich in heutiger Sprachenpolitik nicht mehr. Stattdessen benennt die europ\u00e4ische Sprachencharta als ihr Ziel \u00bbdie Anerkennung der Regional- oder Minderheitensprachen als Ausdruck des kulturellen Reichtums\u00ab (Artikel 7.1.a). Das bedeutet zun\u00e4chst einmal ein Diskriminierungsverbot, also die Negation der Negation: Die Vertragsstaaten verpflichten sich, \u00bbjede ungerechtfertigte Unterscheidung, Ausschlie\u00dfung, Einschr\u00e4nkung oder Bevorzugung zu beseitigen, die [\u2026] darauf ausgerichtet ist, die Erhaltung oder Entwicklung einer Regional- oder Minderheitensprache zu beeintr\u00e4chtigen oder zu gef\u00e4hrden\u00ab (Artikel 7.2). Der Hauptteil der Charta benennt dann aber doch auch eine Vielzahl proaktiver Ma\u00dfnahmen in den Bereichen Bildung, Rechtswesen, \u00f6ffentlicher Dienst, Medien, Kultur, Wirtschaft und grenz\u00fcberschreitender Austausch, mit denen die Anerkennung der Minderheitensprachen umgesetzt werden soll.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die Implementierung ist allerdings nicht einfach. In Deutschland gilt das insbesondere wegen der f\u00f6deralen Struktur, die sich in Kulturangelegenheiten stets deutlich bemerkbar macht. Entsprechend unterschiedlich waren und sind die Ma\u00dfnahmen in den beteiligten Bundesl\u00e4ndern (das sind \u00fcbrigens, neben den f\u00fcnf im engeren Sinne norddeutschen, auch Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt \u2013 insgesamt also acht der sechzehn L\u00e4nder!). Der <em>Bundesraat for Nedderd\u00fc\u00fctsch<\/em> als wichtigstes Kontroll- und Beratungsgremium in Sachen Platt bem\u00e4ngelte in einem Bericht aus dem Jahr 2014, dass auch f\u00fcnfzehn Jahre nach der Ratifizierung zu wenige Fortschritte erkennbar seien, vor allem in der Medienpolitik, \u00dcbersetzungsf\u00f6rderung und ausw\u00e4rtigen Kulturpolitik. Auch der Niederdeutschunterricht an den Schulen lasse noch sehr zu w\u00fcnschen \u00fcbrig.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Aus diesem Befund mag man grunds\u00e4tzliche Fragen ableiten: Haben die zust\u00e4ndigen Politiker und Administratoren versagt? Waren die Ziele zu anspruchsvoll? Sind sie mit den vorgesehenen Implementierungen \u00fcberhaupt umsetzbar? Und vollzieht sich gelebte Sprachkultur nicht g\u00e4nzlich abseits solcher Vereinbarungen und Richtlinien?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Zur Beantwortung solcher Fragen w\u00e4re genauer zu \u00fcberlegen und zu erforschen, wie sich die offizielle Aufnahme des Niederdeutschen unter die Minderheiten- und Regionalsprachen in der Praxis eigentlich ausgewirkt hat. Unstrittig d\u00fcrfte wohl sein, <em>dass<\/em> es solche Auswirkungen gegeben hat \u2013 auf institutioneller Ebene, aber auch in individuellen Spracheinstellungen.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Plattdeutsch als integraler Bestandteil europ\u00e4ischer Sprachenvielfalt: Das ist eine neue Sichtweise, die viel Ermutigendes und Aktivierendes hat. Die eingangs erw\u00e4hnten Verb\u00e4nde, Initiativen und Veranstaltungsreihen haben dadurch erheblichen Anschub erhalten oder sind \u00fcberhaupt erst seither gegr\u00fcndet worden. Und auch in der Literatur finden sich vermehrt Stimmen und Perspektiven, die zusammen mit dem Minderheitenstatus plattdeutscher Kultur auch ihre Regionalit\u00e4t erneut zur Debatte stellen.<\/span><\/p>\n<h2><span style=\"font-family: helvetica;\"><strong>Yared Dibaba, \u00bb\u00dcnnerwegens\u00ab (2016)<\/strong><\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Der Hamburger Yared Dibaba ist ein produktiver niederdeutscher Autor, au\u00dferdem Schauspieler, Moderator und S\u00e4nger. Er wurde 1969 im S\u00fcdwesten \u00c4thiopiens geboren und kam zuerst mit vier Jahren nach Deutschland, als sein Vater f\u00fcr einige Zeit in Osnabr\u00fcck studierte. Hochdeutsch lernte er im Kindergarten \u2013 immersiv, durch \u00bbEintauchen\u00ab, wie er 2016 in einem Interview mit der Zeitschrift <em>Bildungsthemen <\/em>formulierte.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Die Familie kehrte nach \u00c4thiopien zur\u00fcck, musste aber 1976 vor dem B\u00fcrgerkrieg fliehen, zog erneut nach Deutschland und lie\u00df sich in einem Dorf bei Oldenburg nieder, in dem noch relativ viel Plattdeutsch gesprochen wurde. Dibaba beschreibt, dass es ihm die Sprache sogleich angetan habe, und bezeichnet sie als seine \u00bbHeimatsprache\u00ab, in Erg\u00e4nzung zur \u00bbMuttersprache\u00ab Oromo, die er allerdings, wie er im Interview erz\u00e4hlt, bei der kindlich-immersiven Aufnahme des Deutschen verga\u00df und sich in \u00c4thiopien wieder neu aneignen musste. In diesem komplexen Hin und Her des Spracherwerbs sieht er Oromo und Platt eng verbunden, ja geradezu gleichgestellt\u00a0\u2013 durch ihre Regionalit\u00e4t, die mit Begrenztheit und Randst\u00e4ndigkeit ebenso zu tun habe wie mit Verwurzelung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Yared Dibaba tritt seit ungef\u00e4hr zehn Jahren in verschiedenen TV-Formaten auf, viele davon im Dritten Fernsehprogramm des Norddeutschen Rundfunks. In Sendungen wie \u00bbDe Welt op Platt\u00ab, auf Hochdeutsch ausgestrahlt, aber mit Interviews und anderen Einsprengseln auf Niederdeutsch, positioniert er sich selbst als kosmopolitischer Norddeutscher. Auf <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=rb3P2hv8aP8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Youtube<\/a> findet sich eine Reihe von Tutorials, in denen Dibaba, vor einem Kaminfeuerhintergrund sitzend und mit witziger Didaktik \u00e0 la \u00bbSesamstra\u00dfe\u00ab, in die Grundlagen des Niederdeutschen einf\u00fchrt. Er bedient sich bei solchen Auftritten mit Vergn\u00fcgen des \u2013 in aller Vorsicht sei es gesagt \u2013 Irritationseffekts, der durch das Crossover der Zuschreibungen entsteht: Die norddeutsche Regionalsprache wird hier pr\u00e4sentiert von jemandem, der zwar nach Sprache und kultureller Zugeh\u00f6rigkeit ganz klar \u203avon dort\u2039 kommt, der aber ebenso offenkundig nicht \u203anorddeutsch\u2039 aussieht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Als Autor tr\u00e4gt Dibaba zu einer seit Jahrzehnten etablierten plattdeutschen Radiosendung bei: <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/wellenord\/podcast3096.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>H\u00f6r mal&#8217;n beten to<\/em><\/a>. Die dort und anderswo pr\u00e4sentierten Glossen und Kurzgeschichten hat er in mehreren B\u00fcchern publiziert, zuletzt 2016 in <em>\u00dcnnerwegens<\/em>.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Dieses Buch mit dem programmatischen Titel (\u00bbUnterwegs\u00ab) enth\u00e4lt mehrere Texte, mit denen Dibaba sich an aktuellen Diskussionen um Einwanderung, Zugeh\u00f6rigkeit, Mehr- und Minderheitskultur, Fremd- und Selbstzuschreibung beteiligt. Was er dort \u00e4u\u00dfert, verbindet politische (und, wenn man will, \u203apolitisch korrekte\u2039) Statements mit Problemen der sprachlichen Markierung, die im regional- und minderheitensprachlichen Diskurs auf interessante Weise \u00fcberdeterminiert erscheinen. So kritisiert er unter der \u00dcberschrift \u00bbFl\u00fcchtling langt nich\u00ab die unpr\u00e4zise Verwendung dieses Wortes in derzeitigen Migrationsdebatten. Das Wort klinge so, \u00bbas wenn sik een vun Acker mookt hett\u00ab, sei also eher geeignet f\u00fcr stressgeplagte Urlauber, Zechpreller oder Steuerfl\u00fcchtlinge. Hingegen m\u00fcsse man die heute zumeist Fl\u00fcchtlinge genannten Menschen besser als Vertriebene bezeichnen: \u00bbDat s\u00fcnd Verdrevene \u2013 de hebbt se vun ehr Heimat verjoogt.\u00ab<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">In einer anderen Glosse, \u00bbWo fangt de S\u00fcden an?\u00ab, widmet sich Dibaba typischen Vorurteilen gegen\u00fcber den Menschen im europ\u00e4ischen oder globalen S\u00fcden. Er fragt betont naiv, wo denn der S\u00fcden beginne: s\u00fcdlich der Elbe in Hamburg-Harburg? In K\u00f6ln? In S\u00fcddeutschland? Oder doch erst s\u00fcdlich von Deutschland, in \u00d6sterreich? Er setzt also gegen essenzialistische Bestimmungen die Relativit\u00e4t des Ausdrucks \u203aS\u00fcden\u2039 und bringt so auch den eigenen Status als \u203aS\u00fcdl\u00e4nder\u2039 zur Sprache, den er dann auf die \u00e4thiopische Herkunft bezieht:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">B\u00fcn ik een S\u00fcdl\u00e4nner? Vertell mol een S\u00fcdafrikoner de Dibaba ut Oromia in \u00c4thiopien is een S\u00fcdl\u00e4nner, he k\u00fcmmt ut den S\u00fcden \u2013 tja, dor passt dat denn ok nich. B\u00fcst du S\u00fcdl\u00e4nner wenn du blots swatte Hoor hest? Denn b\u00fcn ik definitiv keen S\u00fcdl\u00e4nner \u2013 ik heff keen Hoor. Dorf\u00f6r heff ik een Seemannspulli un een Freesennerz und schnack gern Platt, also b\u00fcn ik definitiv Nordl\u00e4nner.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Auf diese gewitzte Weise behandelt Yared Dibaba das f\u00fcr die plattdeutsche Kultur neuralgische Thema der Zugeh\u00f6rigkeit. Unter der \u00dcberschrift \u00bbDat is een vun uns\u00ab findet sich eine W\u00fcrdigung von Udo Lindenberg zu dessen siebzigstem Geburtstag. Da Lindenberg bekanntlich in Hamburg wohne, werde er oft f\u00fcr einen \u00bbechten Nordd\u00fc\u00fctschen\u00ab gehalten, obwohl er doch aus Gronau nahe der deutsch-niederl\u00e4ndischen Grenze stamme. Dibaba nennt das ironisch den \u00bbMigratschoonsachtergrund\u00ab des S\u00e4ngers und f\u00fcgt hinzu, dass einige von Lindenbergs Vorfahren angeblich aus einer fr\u00fcheren niederl\u00e4ndischen Kolonie, den indonesischen Molukken, stammen. Die Folgerung lautet:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: helvetica;\">Molukken \u2013 Holland \u2013 Gronau \u2013 Hamborg \u2013 ik segg doch, Udo Lindenbarg \u2013 dat is een von uns!<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Der Befund, dass alle \u203avon uns\u2039 je nach Kontext nicht \u203avon hier\u2039, sondern von anderswo sind, mithin \u00fcberwiegend anders, k\u00f6nnte trivial erscheinen \u2013 im sprachlich-literarischen Umfeld der Mehrheitssprache. Auf Plattdeutsch und in plattdeutscher Literatur hingegen bedarf das Konzept der Zugeh\u00f6rigkeit nach wie vor einer grundlegenden Reflexion, weil es \u00fcblicherweise ganz auf die Affirmation regionaler Identit\u00e4t zugeschnitten wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Das ist kein spezifisches Problem plattdeutscher Sprachkultur, sondern findet sich ebenso in den \u203akleinen Literaturen\u2039 anderer europ\u00e4ischer Minderheitensprachen: Auch die baskische, sardische oder schottisch-g\u00e4lische Literatur werden f\u00fcr die Repr\u00e4sentation oder (Neu\u2011)Formierung sprachlich-kultureller Gemeinschaften in Anspruch genommen, die sich in einer Mehrheitskultur, oft auch explizit gegen diese, behaupten m\u00fcssen. Von solchen Literaturen wird daher eine sprachliche Abgrenzungsstrategie gefordert, um die Differenz zur Haupt- und Amtssprache deutlich aufrechtzuerhalten, sich etwa in Grammatik und Lexik nicht von ihnen beeinflussen zu lassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Die Tendenz zum Isolationismus hat ihren Preis. Die kleinen Literaturen werden fast ausschlie\u00dflich innerhalb der jeweiligen Minderheitensprache wahrgenommen, kaum je in die Mehrheitssprache oder gar transnational \u00fcbersetzt. Es w\u00e4re allerdings interessant, sich vorzustellen, dass die europ\u00e4ischen Regional- und Minderheitensprachen verst\u00e4rkt <em>untereinander<\/em> Kontakt aufn\u00e4hmen \u2013 mit \u00dcbersetzungen aus dem Katalanischen ins Sorbische, aus dem Romani ins Sizilianische \u2026<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Verglichen mit solchen forcierten \u00dcbersetzungsvisionen scheint Yared Dibaba in seinen Beitr\u00e4gen zur kleinen niederdeutschen Literatur eher der puristischen Einstellung verbunden zu bleiben, die die Unverletztlichkeit der Minderheitenkultur sch\u00fctzen will. Das f\u00e4llt immer dann auf, wenn Dibaba die plattdeutsche Sprache selbst zum Thema macht. Hier wirkt die Argumentation mitunter erstaunlich restriktiv, etwa wenn er sich f\u00fcr eine dezidiert plattdeutsche Einstellung und gegen den Gebrauch von Anglizismen ausspricht (so der Titel einer Glosse: \u00bbLever een Platt-Attit\u00fcde as j\u00fcmmers Anglizissmen\u00ab).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\">Solche Widerspr\u00fcche machen Dibabas Umgang mit Zugeh\u00f6rigkeit allerdings besonders interessant. In seinen Texten stellt er die regionale Gebundenheit, die Nat\u00fcrlichkeit und Unmittelbarkeit, kurzum: die <em>Nativit\u00e4t<\/em> des Niederdeutschen zur Diskussion, indem er sie gleichzeitig affirmiert und bezweifelt. Einerseits scheint er immer wieder darauf zu beharren, dass das Plattdeutsche dem Norden Deutschlands irgendwie angemessen sei: sowohl dem <em>Land<\/em> als auch den <em>Leuten<\/em>. Andererseits verwendet er seine eigene Biographie als Argument gegen den Mythos vom autochthonen Ineinander von Sprache, Sprechern und Region. Sein Konzept der Sprechergemeinschaft und Sprachterritorialit\u00e4t ist inklusiv; es beruht auf Begegnung, Neugier und wechselseitiger Lernbereitschaft. Daf\u00fcr stehen seine Erfahrungen mit dem Lernen des Hoch- und Niederdeutschen ebenso wie mit dem Ver- und Neulernen der Muttersprache Oromo. Dibabas Geschichte handelt von immer neuen sprachlichen Immersionen und davon, wie sich die Sprachen selbst diversifizieren \u2013 in denjenigen, die sie sprechen. Diese Geschichte ist hochgradig individuell, zielt aber dennoch aufs Ganze.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Christiane Ehlers, Reinhard Goltz: Vorwort, in: Hartmut Arbatzat: Platt. Dat Lehrbook. Ein Sprachkurs f\u00fcr Erwachsene, Hamburg: Quickborn 2016, S. 6.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Unser Motto: WIR SCHAFFEN DAS! Wir Plattdeutschen sagen das nicht nur so, wir meinen es auch. Wir packen an. Wir sind es leid und es \u00e4rgert uns, dass immer nur vom Sterben des Plattdeutschen die Rede ist. Unsere Sprache ist mehr als lebendig. Sie ist bunt, aufregend, entwickelt sich stets weiter; Platt hatt so viel zu sagen, und doch kann man auf Platt auch am besten schweigen. Ja, unsere Sprache ist so kunterbunt wie der Regenbogen, ein Blumenstrau\u00df und die Menschen, die Platt sprechen. Wir machen unsere Sprache lebendig, denn wir sind doch alle so verschieden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Die Sprache darf nicht einstauben und nur f\u00fcr Anekdoten aus alten Zeiten herhalten. Sie muss sich mitentwickeln, mit uns Menschen und der Welt wachsen. So wird sie doch nur noch bunter.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. Christiane Ehlers (Hg.): <a href=\"http:\/\/www.bundesraat-nd.de\/Dateien\/article\/158\/Chartabrosch%C3%BCre_Niederdeutsch.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Chartasprache Niederdeutsch<\/a>. Rechtliche Verpflichtungen, Umsetzungen und Perspektiven. Bremen: Bundesraat f\u00f6r Nedderd\u00fc\u00fctsch 2014. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Birte Arendt: Niederdeutschdiskurse. Spracheinstellungen im Kontext von Laien, Printmedien und Politik. Berlin: Schmidt 2010.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> \u00bbIch bin mit allen Sinnen in die Sprache und Kultur eingetaucht\u00ab. Interview mit Yared Dibaba, in: <a href=\"http:\/\/yared.de\/wp-content\/uploads\/Bildungsthemen_DE_2016_InterviewYaredDibaba.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bildungsthemen 1\/2016, S. 12-14<\/a>. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Yared Dibaba: \u00dcnnerwegens. Hamburg: Quickborn 2016.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Bin ich ein S\u00fcdl\u00e4nder? Erz\u00e4hl mal einem S\u00fcdafrikaner, dass der Dibaba aus Oromia in \u00c4thiopien ein S\u00fcdl\u00e4nder ist, dass er aus dem S\u00fcden kommt \u2013 tja, das passt dort nicht. Ist man S\u00fcdl\u00e4nder, wenn man schwarze Haare hat? Dann bin ich definitiv kein S\u00fcdl\u00e4nder \u2013 ich habe keine Haare. Aber ich habe einen Seemannspullover und einen Friesennerz [Regenmantel] und spreche gern Platt, also bin ich definitiv Nordl\u00e4nder.<\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"font-family: helvetica; color: #e63348;\">Der Literatur- und Kulturwissenschaftler <a href=\"http:\/\/www.zfl-berlin.org\/person\/willer.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stefan Willer<\/a> ist Vizedirektor des ZfL und Professor f\u00fcr Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin. <span class=\"text\">Gemeinsam mit Georg Toepfer leitet er am ZfL den Forschungsschwerpunkt \u00bb<a href=\"http:\/\/www.zfl-berlin.org\/forschungsschwerpunkt-lebenswissen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lebenswissen<\/a>\u00ab.<\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica;\"><span style=\"font-weight: 400;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Stefan Willer: Kakelbunt. Diversit\u00e4t auf Plattdeutsch, in: ZfL BLOG, 10.11.2017, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2017\/11\/10\/stefan-willer-kakelbunt-diversitaet-auf-plattdeutsch\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2017\/11\/10\/stefan-willer-kakelbunt-diversitaet-auf-plattdeutsch\/<\/a><\/span><span style=\"font-weight: 400;\">].<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20171011-01\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20171110-01<\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"CreativeWork\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20171011-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2017\/11\/10\/stefan-willer-kakelbunt-diversitaet-auf-plattdeutsch\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"KAKELBUNT. 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Dat Lehrbook, 2016 herausgegeben vom Institut f\u00fcr niederdeutsche Sprache in Bremen.[1] Auch andernorts bem\u00fcht man sich um die zeitgem\u00e4\u00dfe Verbreitung des Niederdeutschen: auf Websites wie Plattnet und Plattdeutsch.net, bei Festivals und Wettbewerben wie Plattart, Plattsounds oder Platt is <a class=\"read-more-link\" href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2017\/11\/10\/stefan-willer-kakelbunt-diversitaet-auf-plattdeutsch\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[58],"tags":[108,60,111,113,110,112,109],"class_list":["post-565","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-jahresthema-diversitaet","tag-annie-heger","tag-diversitaet","tag-minderheitensprache","tag-niederdeutsch","tag-plattdeutsch","tag-regionalsprache","tag-yared-dibaba"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/565","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=565"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/565\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3676,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/565\/revisions\/3676"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=565"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=565"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=565"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}