{"id":675,"date":"2018-02-05T15:23:01","date_gmt":"2018-02-05T13:23:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/?p=675"},"modified":"2025-03-03T15:29:27","modified_gmt":"2025-03-03T13:29:27","slug":"claude-haas-froehliche-wissenschaft-traurige-theorie-lose-bemerkungen-zu-einem-spannungsreichen-verhaeltnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2018\/02\/05\/claude-haas-froehliche-wissenschaft-traurige-theorie-lose-bemerkungen-zu-einem-spannungsreichen-verhaeltnis\/","title":{"rendered":"Claude Haas: FR\u00d6HLICHE WISSENSCHAFT \u2013 TRAURIGE THEORIE? Lose Bemerkungen zu einem spannungsreichen Verh\u00e4ltnis"},"content":{"rendered":"<h4><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif; color: #e63348;\">Ohne Theorie? <strong><em>Poetik und Hermeneutik<\/em><\/strong><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Im R\u00fcckblick auf seine langj\u00e4hrige Teilnahme an den Kolloquien von <em>Poetik und Hermeneutik<\/em>, der institutionell wie theoretisch in Deutschland sicher erfolgreichsten geisteswissenschaftlichsten Gruppierung nach 1945, kam der bekannte Romanist Karlheinz Stierle j\u00fcngst auf die gemeinsamen Wurzeln der ehemaligen Mitglieder zu sprechen. Gegenteiligen Bekundungen zum Trotz d\u00fcrften solche nicht etwa in einer eigenst\u00e4ndigen \u00bbTheorie\u00ab, sie m\u00fcssten vielmehr in einem bestimmten Gebrauch des Deutschen als Wissenschaftssprache gesucht werden:<!--more--><\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Was die Gruppe zusammenhielt, war nicht eine gemeinsame Theorie, sondern eher ein Stil: eine fast sinnliche Lust am Neuen und Riskanten, eine Urbanit\u00e4t der Auseinandersetzung bei aller Divergenz der Positionen sowie Einfallsreichtum auf der Grundlage fachlicher Kompetenz. Und schlie\u00dflich, ganz besonders wichtig: das Vergn\u00fcgen, sich der deutschen Sprache als einer bildm\u00e4chtigen, \u00fcberaus gelenkigen Wissenschaftssprache zu bedienen [&#8230;].<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Jeder in der Gruppe war in besonderer Weise sprachm\u00e4chtig, hatte Sprachphantasie und Lust am Deutschen als Wissenschaftssprache. Keiner von ihnen schrieb d\u00fcrre Gelehrtenprosa, vieles hatte Pep und Feuer, es war eine Prosa von eigenem Rhythmus, eigener Anschaulichkeit und eigenem Stil. Blo\u00dfe Fachgelehrte, sie mochten in ihrem Fach noch so sehr eine Kapazit\u00e4t sein, hatten im Kreis von <em>Poetik und Hermeneutik <\/em>keinen Stand.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Stierles Beobachtungen stehen in ihrer prononcierten Ausrichtung auf Darstellungsfragen und Sprachgebrauch in einer langen wissenschafts- wie theoriegeschichtlichen Tradition. Wenn Stierle der <em>Poetik und Hermeneutik-<\/em>Gruppe eine \u00bbgemeinsame Theorie\u00ab abspricht und er ihren \u00bbPep\u00ab und ihren Zusammenhalt allein in ihrer Sprache verortet, d\u00fcrfte dies zun\u00e4chst von dem schlechten Leumund zeugen, den die \u203aTheorie\u2039 derzeit in weiten Teilen der geisteswissenschaftlichen Debatte besitzt. Seine Bemerkungen sind f\u00fcr das heutige Verst\u00e4ndnis der Beziehung von Theorie und Wissenschaft vor allem in den Philologien symptomatisch. Die Zeit eines \u00bbPep\u00ab gerade der Theorie selbst scheint l\u00e4ngst verflogen, ihr\u00a0\u2013 in den Worten Philipp Felschs\u00a0\u2013 \u00bblanger Sommer\u00ab endg\u00fcltig vorbei.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Die Gefechte, die sich von den 1960er bis in die 1990er Jahre hinein Sozialhistoriker und Diskurshistoriker, Ideologiekritiker und Systemtheoretiker, Hermeneutiker und Poststrukturalisten oder dekonstruktive und emanzipierte Feministinnen geliefert hatten, sind verklungen. H\u00e4tten die Poeten und Hermeneuten ihrerseits \u203anur\u2039 eine Theorie hervorgebracht, so der Unterton von Stierles R\u00fcckblick, lie\u00dfen sich ihre legend\u00e4ren Kolloquien nunmehr wohl definitiv ad acta legen.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Welche Sprache spricht die deutsche Wissenschaft?<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Nun muss man weder mit <em>Poetik und Hermeneutik <\/em>intim vertraut sein, noch ein ausgepr\u00e4gtes Sprachgesp\u00fcr besitzen, um Stierles \u00dcberzeugungen kurios zu finden. Wie immer man sich zum angeblichen \u00bbPep\u00ab der Sprache etwa eines Wolfgang Iser positionieren mag: Die stilistischen Unterschiede der Wissenschaftsprosa von Hans Robert Jau\u00df, Hans Blumenberg, Rainer Warning und Renate Lachmann sind so offensichtlich, dass sie bei aller von Stierle ausdr\u00fccklich konzedierten Individualit\u00e4t im Detail doch kaum eine innere Basis der Gruppe zu beglaubigen verm\u00f6gen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Dass Stierle selbst entgegen seiner Beteuerung bis heute eminent theorieaffin ist, verr\u00e4t ein genauerer Blick auf seine Argumentation. Denn bezeichnenderweise setzt er <em>Poetik und Hermeneutik <\/em>nicht nur von der Theorie ab, er weist der Gruppe mit dem \u00bbd\u00fcrre Gelehrtenprosa\u00ab schreibenden \u00bbblo\u00dfe[n] Fachgelehrte[n]\u00ab einen weiteren m\u00e4chtigen Gegner zu. Schon aufgrund der Betonung besonderer sprachlicher Eigent\u00fcmlichkeiten, die jenseits eines herk\u00f6mmlichen wissenschaftlichen Stils liegen, k\u00f6nnen Stierles Beobachtungen nicht mehr dem gepflegt umz\u00e4unten Bereich einer fachinternen wissenschaftlichen Metareflexion zugeordnet werden. Sie geh\u00f6ren auch nicht der Dom\u00e4ne der wissenschaftlichen Methodologie oder einer disziplin\u00e4r abgesicherten \u203aWissenschaftstheorie\u2039 an. <em>Trotz<\/em> und <em>mit<\/em> seiner Absage an die Theorie pr\u00e4sentiert Stierle in seinem R\u00fcckblick unter der Hand einen Gegenentwurf zur etablierten wissenschaftlichen Disziplinbildung und Sprachpraxis, den man eigentlich nicht anders nennen kann als\u00a0\u2013 \u203aTheorie\u2039.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">\u00bbBrotgelehrter\u00ab oder \u00bbphilosophischer Kopf\u00ab? <\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Als Widersacher, v.a. aber als permanentes Selbstkorrektiv der Wissenschaft d\u00fcrfte Theorie in der deutschen Tradition ihren Ursprung in der Zeit um 1800 haben, da hier die neu gegr\u00fcndete Universit\u00e4t auf den Bildungsgedanken geeicht und gegen die \u203ablo\u00dfe\u2039 Berufsausbildung und die wissenschaftliche Selbstbeschr\u00e4nkung in Stellung gebracht wurde. Zwar verl\u00e4uft die Geschichte der Theorie keineswegs im Einklang mit dem Gebrauch des Theoriebegriffs. Dass aber insbesondere Wilhelm von Humboldt sowohl bei der Neuausrichtung der Universit\u00e4t als auch in der Bildungs- und Sprachphilosophie eine zentrale Rolle spielte und dass der Zusammenhang zwischen sprachlicher Darstellung und disziplin\u00e4rer Spezialisierungsskepsis in der deutschen Wissenschaftsreflexion bis heute nicht ganz aufgel\u00f6st ist, spricht B\u00e4nde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Ein fr\u00fcher Kronzeuge dieser Gemengelage war Friedrich Schiller, der bereits in seiner ber\u00fchmten Antrittsvorlesung <em>Was hei\u00dft und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? <\/em>von 1789 den \u00bbBrotgelehrten\u00ab radikal vom \u00bbphilosophischen Kopf\u00ab unterschieden hatte.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> In <em>\u00dcber naive und sentimentalische Dichtung <\/em>kehrt diese Gegen\u00fcberstellung als eine solche von \u00bbSchulverstand\u00ab und \u00bbGenie\u00ab zur\u00fcck, und sie wird von Schiller ausdr\u00fccklich sprachlich perspektiviert:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Wenn der Schulverstand, immer von Irrtum bange, seine Worte wie seine Begriffe an das Kreuz der Grammatik und Logik schl\u00e4gt, hart und steif ist, um ja nicht unbestimmt zu sein, viele Worte macht, um ja nicht zu viel zu sagen, und dem Gedanken, damit er ja den Unvorsichtigen nicht schneide, lieber die Kraft und die Sch\u00e4rfe nimmt, so gibt das Genie dem seinigen mit einem einzigen gl\u00fccklichen Pinselstrich einen ewig bestimmten, festen und dennoch ganz freien Umri\u00df.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Solche \u00dcberzeugungen klingen bei Stierle deutlich nach. \u00bbHart\u00ab und \u00bbsteif\u00ab hei\u00dfen bei ihm \u00bbd\u00fcrr\u00ab; aus \u00bbKraft\u00ab, \u00bbSch\u00e4rfe\u00ab und \u00bbgl\u00fcckliche[m] Pinselstrich\u00ab werden \u00bbRhythmus\u00ab und \u00bbPep\u00ab. Das \u00bbGenie\u00ab b\u00e4ndigt und entpersonalisiert Stierle zur \u00bbSprach<em>phantasie<\/em>\u00ab und zum \u00bbEinfallsreichtum auf der Grundlage fachlicher Kompetenz\u00ab, w\u00e4hrend Schiller seinerseits nicht das \u00bbGenie\u00ab, sondern den \u00bbSchulverstand\u00ab unpers\u00f6nlich gehalten hatte. Zwischen Schiller und Stierle besticht demnach nicht eine Kontinuit\u00e4t im Ergebnis, sondern ein gemeinsamer Horizont des Fragens und Zuordnens, auch wenn ihre jeweiligen Setzungen dabei argumentativ durchaus unterschiedlich arrangiert werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Stehen sich der Gelehrte und das Genie bei Schiller noch g\u00e4nzlich unvers\u00f6hnlich gegen\u00fcber, so kann Stierle einem Teilnehmer von <em>Poetik und Hermeneutik<\/em>, der eben mehr als ein \u203ablo\u00dfer Fachgelehrter\u2039 ist, zumindest Rudimente des Geniegedankens (\u00bbLust am Neuen und Riskanten\u00ab, \u00bbPhantasie\u00ab) zusprechen. Und stellt der Sprachgebrauch bei Schiller die unhintergehbare Differenz und Diskrepanz zwischen \u00bbGenie\u00ab und \u00bbSchulverstand\u00ab auf Dauer, so wird die Sprache bei Stierle umgekehrt zu einem Schauplatz, auf dem sich eine zur\u00fcckhaltende und wissenschaftlich noch einigerma\u00dfen tragbare Affinit\u00e4t zwischen Genie und Wissenschaftler \u00fcberhaupt ausweisen l\u00e4sst. Das hei\u00dft nicht zuletzt, dass mit weiten Teilen der gesamten derzeitigen Debatte \u00fcber Deutsch als Wissenschaftssprache unterschwellig oft nichts Geringeres verhandelt wird als eine Vorstellung des (deutschen) Wissenschaftlers als einer Schwundstufe des Genies. Und den spekulativen Umschlagplatz derartiger \u00dcberlegungen und Zuschreibungen bildet unweigerlich die Theorie.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"color: #e63348; font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Schiller als \u203aTheorie\u2039? <\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Denn als charakteristisch erweist sich auch schon bei Schiller weniger der <em>Gegenstand <\/em>als vielmehr der\u00a0\u2013 mit diesem freilich eng verbundene\u00a0\u2013 Ort der eigenen \u00dcberlegungen. Sprach Schiller selbst gelegentlich von seiner \u203aphilosophischen Bude\u2039 und ist insbesondere die Nationalausgabe ihm hierin bis heute gefolgt, indem sie zumindest seine Darlegungen zu \u00e4sthetischen Fragen als \u00bbphilosophische Schriften\u00ab labelte, so haben andere Herausgeber wie Gerhard Fricke, Herbert G. G\u00f6pfert oder sp\u00e4ter Rolf-Peter Janz die entsprechende Prosa konsequent als \u00bbtheoretische Schriften\u00ab apostrophiert und ediert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Diese Klassifizierung mag bestimmten Theoriebed\u00fcrfnissen der Jahrzehnte zwischen 1960 und 2000 entsprochen haben, und man kann es bedauerlich finden, dass die jeweiligen Herausgeber ihren Begriffsgebrauch nicht weiter reflektierten. Zugleich aber tut man gut daran, diesen nicht einfach als ahistorisch zur\u00fcckzuweisen. Schiller entwickelte seine Kategorien zu einer Zeit, als sich die Ausdifferenzierung der geisteswissenschaftlichen Disziplinen wie auch der Philosophie bestenfalls vage abzuzeichnen begann. Was Schiller einen \u00bbphilosophischen Kopf\u00ab nannte, kann im Verst\u00e4ndnis sp\u00e4terer und heutiger Fachphilosophen ein \u203aPhilosoph\u2039 also gar nicht (mehr) sein. Dort, wo sich Schiller selbst dem \u00bbphilosophischen Kopf\u00ab \u00fcber seine Opposition zum \u00bbBrotgelehrten\u00ab und zum \u00bbSchulverstand\u00ab offensiv anschmiegt, wird seine eigene Prosa tats\u00e4chlich zur Theorie. Und wie so oft in der Geschichte diskursiver Entwicklungen kehren ganz fr\u00fche Setzungen, Positionen und Probleme in Sp\u00e4t- oder Krisenzeiten unweigerlich zur\u00fcck und behaupten das, was man verk\u00fcrzt ihre \u203aAktualit\u00e4t\u2039 nennen kann.<\/span><\/p>\n<h4 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #e63348;\"><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Wissenschaft im Mantel der Theorie: Paul de Man<\/span><br \/>\n<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Da Theorie in der deutschen Tradition koextensiv mit einer wissenschaftlichen Selbstreflexion und Selbstkritik ist, die eben nicht in einer Reflexion der Wissenschaftlichkeit der Wissenschaft aufgeht, wird ihr \u00bblange[r] Sommer\u00ab vielen Unkenrufen zum Trotz so rasch vermutlich auch nicht enden. So wie sich Theorie auf der einen Seite als ausgesprochen vital erweisen kann, wenn die Wissenschaft ihr begrifflich offiziell abschw\u00f6rt (siehe Stierle), so ist freilich auch umgekehrt denkbar, dass sie dort zu versiegen droht, wo man ihr formell huldigt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Mit Blick auf die letzten Jahrzehnte d\u00fcrften es in erster Linie zwei Ph\u00e4nomene sein, die einem (neuen) Schwung der Theorie entgegenstehen: zum einen die oft unbewusste Identifikation von Theorie mit Wissenschaftstheorie und die daraus auf \u203apraktischer\u2039 Ebene beinahe zwangsl\u00e4ufig folgende Absorption der Theorie als wissenschaftlicher \u203aMethode\u2039, zum anderen die Verpuppung eines die Theorie in der Tat oft begleitenden paragenialischen Stils oder Habitus zur snobistischen Attit\u00fcde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">1987 erschien die deutsche \u00dcbersetzung eines f\u00fcr eine gesamte Studentengeneration kanonischen Textes von Paul de Man unter dem Titel <em>Der Widerstand gegen die Theorie (Resistance to Theory)<\/em>.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Dem Mitbegr\u00fcnder der Dekonstruktion war hier vornehmlich daran gelegen, s\u00e4mtliche vorherigen literaturwissenschaftlichen Schulen der fehlenden Sensibilit\u00e4t f\u00fcr rhetorische Figuren und deren Produktion oder besser gesagt Simulation von Sinn und Bedeutung zu \u00fcberf\u00fchren. Im gleichen Atemzug pr\u00e4sentierte de Man ein Lekt\u00fcreverfahren, das der Literarizit\u00e4t der Literatur erstmalig gerecht zu werden versprach, das aufgrund seiner vermeintlichen metaphysischen Schonungslosigkeit aber zwangsl\u00e4ufig auf \u203aWiderstand\u2039 sto\u00dfen musste. Streng genommen d\u00fcrfte dieser Aufsatz auf Deutsch nun aber gar nicht \u00bbDer Widerstand gegen die Theorie\u00ab hei\u00dfen. Der Titel h\u00e4tte vielmehr mit \u00bbDer Widerstand gegen die Wissenschaft\u00ab \u00fcbersetzt werden m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">De Man selbst kann man dies zwar nicht vorwerfen, denn schlie\u00dflich hat das Englische die Philologien und die Geisteswissenschaften nie als \u203aWissenschaft\u2039 tituliert. Mit Blick auf die deutsche Tradition scheint aber genau dies de Mans Anliegen: die Entwicklung einer \u203aTheorie\u2039 genannten Methode, die das Sprachverst\u00e4ndnis der Dekonstruktion systematisch auf die Analyse literarischer Texte appliziert und den Nachweis von tr\u00fcgerischen Sinneffekten als alleinigen Ausweis einer stramm \u203awissenschaftlichen\u2039 Besch\u00e4ftigung mit Literatur durchzusetzen versucht. Der gesamte Text zeichnet sich durch einen zutiefst szientistischen und autorit\u00e4ren Gestus aus. Er baut einen \u00bbWiderstand gegen die Theorie\u00ab demnach vielleicht weniger ab, als ihn vielmehr mit genuin \u203awissenschaftlichen\u2039 Mitteln\u00a0 zu st\u00e4rken.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif; color: #e63348;\">Theorie und Methode<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Selbstverst\u00e4ndlich entgeht kaum eine theoretische Schulbildung diesem Problem. Denn schon aufgrund der Tatsache, dass sich jede Wissenschaft auf Innovation verpflichtet sieht, muss sie oft Anleihen im Theoretischen machen und Theorie zur Methode domestizieren. Der franz\u00f6sische Literaturwissenschaftler Antoine Compagnon hat sehr sch\u00f6n gezeigt, dass der akademische Betrieb die Aufm\u00fcpfigkeit der Theorie\u00a0\u2013 er definiert sie sagenhaft pr\u00e4zise als \u00bbProtest gegen alles Implizite\u00ab<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>\u00a0\u2013 in der Regel nicht durch blo\u00dfe Ablehnung, sondern durch die konsequente Verwandlung der Theorie in Methodenbildung einkassiert. Dies gelte, auch hierin ist Compagnon uneingeschr\u00e4nkt zuzustimmen, v.a. f\u00fcr die Narratologie:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Ein Pr\u00fcfungskandidat, der nicht zu sagen w\u00fcsste, ob das Textst\u00fcck, das man ihm vorgelegt hat, \u203ahomo-\u2039 oder \u203aheterodiegetisch\u2039, \u203asingulativ\u2039 oder \u203aiterativ\u2039 erz\u00e4hlt ist und ob es sich durch eine \u203ainterne\u2039 oder \u203aexterne Fokalisierung\u2039 auszeichnet, wird scheitern, genauso wie man fr\u00fcher den Anakoluth von der Hypallage unterscheiden k\u00f6nnen oder das Geburtsdatum Montesquieus kennen musste.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Es d\u00fcrfte demnach die akademische und die wissenschaftliche Vereinnahmung der Theorie sein, die ihren Elan oft bedrohlich bremst. Das hie\u00dfe indes, dass die Hochphase der Theorie in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eine veritable Hochphase m\u00f6glicherweise gar nicht war. Denn bei aller antiakademischen und antiwissenschaftlichen Sto\u00dfrichtung wurden die entsprechenden Debatten in der Regel in akademischen und wissenschaftlichen Milieus gef\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #e63348;\"><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Theorie auf dem Lehrstuhl: Karl Heinz Bohrer<\/span><br \/>\n<\/span><\/h5>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Dass Theorie in der Universit\u00e4t selbst dann schlecht aufgehoben scheint, wenn der bekennende Theoretiker es auf einen renommierten Lehrstuhl geschafft hat, verr\u00e4t v.a. Karl Heinz Bohrer im zweiten Teil seiner 2017 erschienenen Memoiren. Diese erweisen sich f\u00fcr die derzeitige Aufladung des Theoriebegriffs als ebenso aufschlussreich wie Stierles R\u00fcckblick auf <em>Poetik und Hermeneutik<\/em>, auch wenn Bohrer aus dem vermeintlich altbackenen Grundzug der Theorie f\u00fcr seine eigene Selbstpositionierung ganz anderes Kapital zu schlagen wei\u00df. W\u00e4hrend Stierle Theorie offenbar etwas peinlich (geworden) ist, bekennt sich Bohrer emphatisch zu einem Verst\u00e4ndnis von Theorie, das er durchgehend in Opposition zur Wissenschaft wie zu kurrenten gesellschaftlichen Diskursen bringt und das er parallel dazu in die N\u00e4he der k\u00fcnstlerischen Produktion r\u00fcckt. Sachlich sind Bohrer und Stierle in ihrer Einsch\u00e4tzung der Notwendigkeit, wissenschaftliche Gepflogenheiten aufzubrechen, folglich nicht weit voneinander entfernt. Allerdings geben beide dieser Einsch\u00e4tzung unterschiedliche Namen und legen sich beide einen jeweils ganz unterschiedlichen Habitus zu. Die derzeit verblasste Attraktivit\u00e4t der Theorie wird Bohrer jedenfalls zum Mittel, seiner lebenslangen Selbststilisierung als heroischem Solit\u00e4r zu einem kr\u00f6nenden Abschluss zu verhelfen, w\u00e4hrend sich der Pension\u00e4r Stierle am liebsten an seine Zeit als akademisches Herdentier zu erinnern scheint.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">So kommt Bohrer gleich zu Beginn seines Buches auf die Differenz zu sprechen, die er bereits 1968 zwischen seinem eigenen Konzept von Theorie und dem seinerzeit g\u00e4ngigen der \u00bblinken Intelligenz\u00ab erblickt hatte: \u00bbDas Theoretische hatte zwar etwas Verf\u00fchrerisches, aber nur, wenn es ambivalent, offen blieb, ein Motiv zum Denken. Hier aber zeigte es sich als Zwangsjacke.\u00ab<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Interessant ist nicht allein, dass Bohrer den Anspruch erhebt, der Wissenschaft qua Theorie das \u203aDenken\u2039 (zur\u00fcck) zu geben, das insbesondere Heidegger ihr abgesprochen hatte. Bezeichnend ist auch, dass Bohrer \u203aTheorie\u2039 mit Begleitbegriffen belegt, die Stierle benutzt hatte, um zu zeigen, dass <em>Poetik und Hermeneutik <\/em>gerade <em>keine<\/em> eigenst\u00e4ndige Theorie hervorgebracht haben soll:<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Theoretisches Interesse ist aus der Unmittelbarkeit zu gewinnen. [&#8230;] Es geht um eine dem wissenschaftlichen Denken fremde Lust, in der Theorie, im Begrifflichen, im Spekulieren das praktische Sprechen zu verlassen und eine besondere Form der Phantasie zu entwickeln. Auf diese Weise wendet man nicht nur die literarische Phantasie gegen Realit\u00e4tszumutungen, sondern entdeckt die Phantasie als innere Quelle der Theorie.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">\u00bbLust\u00ab, \u00bbPhantasie\u00ab und ein leicht ausgen\u00fcchterter Geniegedanke stellen demnach f\u00fcr Bohrer eine Art Leitfaden dar, der die Theorie von der Wissenschaft trennt, und wie bei Stierle kn\u00fcpfen sich solche Hoffnungen an einen die Alltags- wie die herk\u00f6mmliche Wissenschaftssprache transzendierenden Stil.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">Nun kann eine solche Form der Theorie im Gegensatz zu <em>Poetik und Hermeneutik <\/em>zumindest ihrem Selbstverst\u00e4ndnis nach akademisch (und auch anderenorts) nie heimisch werden. Nicht \u203aEinsamkeit und Freiheit\u2039, auf die Humboldt die Universit\u00e4t gegr\u00fcndet hatte, sondern \u203aEinsamkeit und Fremdheit\u2039 sind Bohrers Pr\u00e4dikate. Wenn er die \u00bbWiderspr\u00fcchlichkeit\u00ab als die \u00bbFinesse des Theoretikers\u00ab bezeichnet,<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> dann bilden sein Lehrstuhl und sein akademischer Unterricht den wichtigsten Ausdruck und den wichtigsten Ort dieser Widerspr\u00fcchlichkeit. Das ist Bohrer nur zu bewusst, muss er seinen Studenten doch eine \u00bbliteraturwissenschaftliche Methodik\u00ab antrainieren und sie zugleich in jenem \u00bbantiwissenschaftlichen\u00ab und \u00bbantiphilosophischen\u00ab Affekt unterweisen, der seine eigene theoretische Produktion \u00fcberhaupt erst in Gang setzt.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Die Darstellung genau dieses Spagats halten seine Memoiren alles in allem aus. Sie m\u00f6gen Bohrer \u00fcber die Fremdheits- und Originalit\u00e4tsapotheosen seiner Theorie mitunter als Wichtigtuer oder Poser demaskieren, aber als \u00bbWichtigtuer\u00ab hatte bereits Antoine Compagnon den Theoretiker ganz zu Recht definiert.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Dass Bohrers Lebensleistung aus dem\u00a0\u2013 wie er selbst schreibt\u00a0\u2013 \u00bbParadox\u00ab resultiert, eine Theorie voranbringen zu m\u00fcssen, die gegen die Selbstgen\u00fcgsamkeit einer Wissenschaft opponiert, derer sie epistemologisch wie institutionell zugleich in h\u00f6chstem Ma\u00dfe bed\u00fcrftig ist, f\u00fchrt sein Buch in immer neuen Anl\u00e4ufen suggestiv und \u00fcberzeugend aus. Man wird seiner Produktion einen tiefen existentiellen Ernst nicht absprechen k\u00f6nnen, und selbstverst\u00e4ndlich setzt ihn allein das bereits glaubhaft von jedem Durchschnittswissenschaftler ab. Dieser d\u00fcrfte jedoch unweigerlich sein wichtigster Adressat und Leser sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\">F\u00fcr Hannah Arendt waren \u00bbParadoxe\u00ab ein Beleg daf\u00fcr, \u00bbdass ein Denken in ernste Schwierigkeiten geraten ist\u00ab,<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> und tats\u00e4chlich f\u00fchren Bohrers Memoiren das Verh\u00e4ltnis von Wissenschaft und Theorie in der deutschen Tradition einmal mehr als ein ausgesprochen schwieriges, unvers\u00f6hnliches, verkrampftes und paradoxes vor. Entgegen (wiederum v.a. in Deutschland) weit verbreiteten Vorurteilen sind Krisen und Schwierigkeiten in der Regel keineswegs, wie man leichtfertig sagt, \u203aproduktiv\u2039. Jene von Wissenschaft und Theorie aber sind es, und sie sollten es zwecks der Vermeidung einer zu gro\u00dfen Geschmeidigkeit beider auch unbedingt bleiben.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Karlheinz Stierle: \u00bbKomm! Ins Offene, Freund!\u00ab. In: Petra Boden\/R\u00fcdiger Zill (Hg.): Poetik und Hermeneutik im R\u00fcckblick. Interviews mit Beteiligten, M\u00fcnchen 2017, S. 23\u201339, hier S. 31, 38.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Philipp Felsch: Der lange Sommer der Theorie. Geschichte einer Revolte 1960\u20131990, M\u00fcnchen 2015. Nicht zuf\u00e4llig stellt Felsch diese Diagnose in einem Buch, das ohne jeden theoretischen Aufwand auskommt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Friedrich Schiller: Was hei\u00dft und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?, in: ders.: S\u00e4mtliche Werke, Bd. 4: Historische Schriften, hg. v. Gerhard Fricke und Herbert G. G\u00f6pfert, 6. Aufl. M\u00fcnchen 1980, S. 749\u2013767, hier S. 750.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Friedrich Schiller: \u00dcber naive und sentimentalische Dichtung, in: ders.: S\u00e4mtliche Werke, Bd. 5: Erz\u00e4hlungen. Theoretische Schriften, hg. v. Gerhard Fricke und Herbert G. G\u00f6pfert, 9. Aufl. M\u00fcnchen 1993, S. 694\u2013780, hier S. 706.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Paul de Man: Der Widerstand gegen die Theorie, in: Volker Bohn (Hg.): Romantik. Literatur und Philosophie. Internationale Beitr\u00e4ge zur Poetik, Frankfurt a.M. 1987, S. 80\u2013106.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> \u00bbLa th\u00e9orie proteste toujours contre l\u2019implicite: c\u2019est la mouche du coche, le <em>protervus <\/em>(le protestant) de la vieille scholastique.\u00ab Antoine Compagnon: Le d\u00e9mon de la th\u00e9orie. Litt\u00e9rature et sens commun, Paris 1998, S. 21.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Ebd., S. 10 (\u00dcbersetzung von mir).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Karl Heinz Bohrer: Jetzt. Geschichte meines Abenteuers mit der Phantasie, Berlin 2017, S. 17.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Ebd., S. 134.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Ebd., S. 41.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Ebd., S. 260.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Vgl. Anm. 7.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Hannah Arendt: Vita activa oder Vom t\u00e4tigen Leben, 14. Aufl. M\u00fcnchen 2014, S. 291.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #e63348; font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><em><span class=\"text\">Der Germanist <\/span><a style=\"color: #e63348;\" href=\"http:\/\/www.zfl-berlin.org\/person\/haas.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span class=\"text\">Claude Haas<\/span><\/a><span class=\"text\"> leitet seit 2017 am ZfL das Forschungsprojekt <a style=\"color: #e63348;\" href=\"http:\/\/www.zfl-berlin.org\/projekt\/theoriebildung-im-medium-von-wissenschaftskritik.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Theoriebildung im Medium von Wissenschaftskritik<\/a>. Sein Beitrag erschien erstmal im <a style=\"color: #e63348;\" href=\"http:\/\/www.gwz-berlin.de\/jahresbericht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GWZ-Bericht \u00fcber das Forschungsjahr 2016<\/a>.<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Source Sans 3', sans-serif;\"><span style=\"font-weight: 400;\">VORGESCHLAGENE ZITIERWEISE: Claude Haas: Fr\u00f6hliche Wissenschaft\u2013 Traurige Theorie? Lose Bemerkungen zu einem spannungsreichen Verh\u00e4ltnis, in: ZfL BLOG, 5.2.2018, [<a href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2018\/02\/05\/claude-haas-froehliche-wissenschaft-traurige-theorie-lose-bemerkungen-zu-einem-spannungsreichen-verhaeltnis\/\">https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2018\/02\/05\/claude-haas-froehliche-wissenschaft-traurige-theorie-lose-bemerkungen-zu-einem-spannungsreichen-verhaeltnis\/<\/a><\/span><span style=\"font-weight: 400;\">].<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20180205-01\">https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20180205-01<\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p><script type=\"application\/ld+json\">\n{\n  \"@context\": \"http:\/\/schema.org\",\n  \"@type\": \"CreativeWork\",\n  \"@id\": \"https:\/\/doi.org\/10.13151\/zfl-blog\/20180205-01\",\n  \"url\": \"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2018\/02\/05\/claude-haas-froehliche-wissenschaft-traurige-theorie-lose-bemerkungen-zu-einem-spannungsreichen-verhaeltnis\/\",\n  \"additionalType\": \"Blogpost\",\n  \"name\": \"FR\u00d6HLICHE WISSENSCHAFT \u2013 TRAURIGE THEORIE? 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Poetik und Hermeneutik Im R\u00fcckblick auf seine langj\u00e4hrige Teilnahme an den Kolloquien von Poetik und Hermeneutik, der institutionell wie theoretisch in Deutschland sicher erfolgreichsten geisteswissenschaftlichsten Gruppierung nach 1945, kam der bekannte Romanist Karlheinz Stierle j\u00fcngst auf die gemeinsamen Wurzeln der ehemaligen Mitglieder zu sprechen. Gegenteiligen Bekundungen zum Trotz d\u00fcrften solche nicht etwa in <a class=\"read-more-link\" href=\"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/2018\/02\/05\/claude-haas-froehliche-wissenschaft-traurige-theorie-lose-bemerkungen-zu-einem-spannungsreichen-verhaeltnis\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,19],"tags":[138,142,147,141,145,137,144,146,140,136,143,103,139],"class_list":["post-675","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-einblick","category-lektueren","tag-deutsch","tag-friedrich-schiller","tag-hannah-arendt","tag-hermeneutik","tag-karl-heinz-bohrer","tag-karlheinz-stierle","tag-paul-de-man","tag-philipp-felsch","tag-poetik","tag-poetik-und-hermeneutik","tag-sprache","tag-theoriegeschichte","tag-wissenschaftssprache"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=675"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3668,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675\/revisions\/3668"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=675"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=675"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zflprojekte.de\/zfl-blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=675"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}