Aktuelles - das Bibliotheksblog
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Krieg erzählen
Das Haus der Kulturen der Welt veranstaltet vom 20. bis 22. Februar die Thementage „Krieg erzählen“: „Wie können Texte, Bilder und Filme extreme Erfahrungen im Krieg vermitteln? Zu welchem Preis? Warum misslingen objektivierende Berichte so oft, und warum wählen so viele Berichterstatter subjektive Perspektiven? KRIEG ERZÄHLEN versammelt Kriegsberichterstatterinnen und Fotografen, Redakteure und Wissenschaftlerinnen, Soldaten und Menschenrechtlerinnen, Filmemacher und Zeuginnen aus Kriegs- und Krisengebieten, um in Panels und Zwiegesprächen über jenes „Making-of“ professioneller Berichterstattung zu diskutieren, von dem Nachrichtenkonsumenten in der Regel nichts erfahren. Die Gespräche werden ergänzt durch Lesungen und Dokumentarfilme.“ (aus der Ankündigung auf H|Soz|u|Kult)
Das vollständige Programm gibt es hier.
Medizingeschichte in Dokumenten
Tobias Schwarz meldet bei den Netzpiloten, dass die Wellcome Library, die eine Sammlung zur Dokumentation der Geschichte der Medizin darstellt, mehr als 100.000 Bilder von Manuskripten, Zeichnungen und Fotos aus der eigenen Sammlung unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht. Hier kann man darin stöbern, aber auf der Website der Bibliothek gibt es auch eine Anleitung zur Benutzung der Sammlung.
Open Science
Neu erschienen ist ein Sammelband zum Thema Open Science, herausgegeben von Dr. Sönke Bartling vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und Dr. Sascha Friesike, vom Alexander von Humboldt Institut in Berlin: Opening Science – The Evolving Guide on How the Internet is Changing Research, Collaboration and Scholarly Publishing. Es ist sowohl kostenlos online in verschiedenen Formaten als auch in gedruckter Form für rund 50 Euro erhältlich. Außerdem gibt es eine dynamische Ausgabe, die zur Weiterarbeit einlädt. (die verschiedenen Ausgaben siehe hier)
(Eine Mitteilung aus Inetbib)
Neue Bücher 12.2013
Die Buchzugänge vom Dezember des letzten Jahres sind jetzt hier aufgelistet.
Blumige Prosa
Über die Einwerbung von Drittmitteln und alle damit verbundenen Un- und Sinnhaftigkeiten wird ja immer wieder gern geschrieben, am Montag zum Beispiel von Stefan Kühl in der Taz: Einwerben von Forschungsmitteln : Prämierung guter Pläne
Geist im Buch
„Über das geisteswissenschaftliche Buch wird viel diskutiert und wenig geforscht, ganz im Gegenteil zum naturwissenschaftlichen Buch, dem in jüngerer Zeit das umgekehrte Schicksal zuteil wurde. Diese Situation ist umso erstaunlicher, als die aktuellen Auseinandersetzungen über die Gegenwart und Zukunft des geisteswissenschaftlichen Buches im digitalen Zeitalter von historischen Vorannahmen geleitet sind, die einer genaueren Prüfung harren. Es drängt sich daher auf, die Geschichte des geisteswissenschaftlichen Buches im Rahmen eines dreitägigen internationalen Arbeitsgesprächs an der Humboldt-Universität zu Berlin umfassend in den Blick zu nehmen und damit einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion zu leisten.“
Vom 3. bis 5. April 2014 veranstalten Caspar Hirschi und Carlos Spoerhase im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin eine Konferenz zum Thema „Geist im Buch: Historische Formen und Funktionen des Buchs in den Geisteswissenschaften“. Mehr über den Inhalt und das Tagungsprogramm auf H|Soz|u|Kult oder der Konferenz-Website.
Bücher-Knigge
Das nie endende Bücher-Knigge-Thema: Wie viel vom Buch man lesen muss. Zoe Beck in ihrem Blog Erase and Rewind.
Außerdem: Literatur verändert das Gehirn. Auf alltagsforschung.de
Ein guter Anfang
Zum Beginn des neuen Jahres endlich auch eine Intellektuellen-Initiative zum Schutz der eigenen Daten usw.: Akademiker verfassen Statement gegen Massenüberwachung. Da kann weitere Beteiligung nicht schaden.
Prost Neujahr!
Wie immer sind manche Verlage ihrer Zeit weit voraus und haben das Neue Jahr bereits jetzt eingeläutet. Diesmal ist für uns der erste der Aisthesis-Verlag in Bielefeld mit dem Buch von Yahya Elsaghe „Max Frisch und das zweite Gebot“, das laut Impressum 2014 erschienen ist.
Peinliche Anpassungsgesten?
Ein Artikel von Roland Reuß in der gestrigen FAZ sorgt für intensive Verteidigungsgesten im deutschen Bibliothekswesen: "Sie nennen es Service, dabei ist es Torheit".
Es geht um digitale Bibliotheks-Dienstleistungen und die damit verbundenen Gefahren und Möglichkeiten des Zugriffs auf Nutzerdaten. So verständlich es ist, dass die Forderung von Reuß, Bibliotheken müssten „… ein Bewusstsein von der Labilität der digitalen Infrastruktur entwickeln und auf analoge 'backups' […] für den Notfall (die aufmerksame, unbeobachtete Lektüre) zurückgreifen können“, für viele ironische Bemerkungen sorgt, (denn natürlich wünscht sich kaum jemand, wieder Leihscheine auszufüllen), so bedenkenswert sind doch einige der angesprochenen Probleme, besonders im Lichte von Erfahrungen, die in den USA ja tatsächlich auch in Bibliotheken bereits gemacht wurden. Gerade wurden von der DFG die Weichen in Richtung mehr cloud-basierter bibliothekarischer Infrastrukturen gestellt, da könnte besser aller gutgläubigen Naivität durch ein waches Problembewusstsein begegnet werden.
Update: Es gibt aber auch bereits seit einigen Wochen eine IFLA-Stellungnahme zum Thema, darüber berichtete am 1. November das Blog des Deutschen Bibliotheksverbandes:"IFLA unterzeichnet internationale Erklärung zu Menschenrechten und Kommunikationsüberwachung".
Update: Und jetzt auch eine Reaktion des DBV selbst auf den Artikel von Roland Reuß: "Bibliotheken im Spannungsfeld zwischen Datenschutz und digitalen Services" (PDF)
(Dank für den Hinweis auf den Artikel an Dirk Naguschewski)