Wenn von Provenienzforschung die Rede ist, denkt man zumeist entweder an von Nazis geraubte Kunstwerke, an wertvolle Gegenstände aus jüdischem Besitz oder an solche, die im Zuge des Kolonialismus auf problematische Weise aus aller Welt in europäische Museen und Archive gelangt sind. Bücher, deren materieller Wert in der Regel gering ist, spielen in den aktuellen Debatten nur eine untergeordnete Rolle, zumal es sich bei ihnen um Massenware handelt, deren individuelle Herkunft nur schwer zu bestimmen ist. Es sei denn, es gibt deutliche Provenienzmerkmale, die auf jene Vorbesitzer hinweisen, denen sie unrechtmäßig entzogen wurden: handschriftliche Besitzvermerke, Exlibris, Bibliotheksstempel – oder Widmungen. „Dirk Naguschewski: PARISER RAUBGUT. Zur Bedeutung von Widmungsexemplaren für die Provenienzforschung“ weiterlesen