»Die coolste ›Momfluencerin‹ kommt aus Wien«, titelte kürzlich die österreichische Tageszeitung Die Presse und die Kolumnistin der Wiener Wochenzeitung Falter bestätigte: »Stefanie Sargnagel als Mutter ist genau das, was Frauen 2026 gebraucht haben.«[1] Wer der Wiener Autorin und Satirikerin in den sozialen Medien folgt, hat in der Tat längst mitbekommen, dass Sargnagel[2] Anfang des Jahres Mutter geworden ist. Bereits in der Schwangerschaft postete sie Selfies von sich mit Babybauch; seit das Kind auf der Welt ist, meldet sie sich beinahe täglich in ihren Instagram-Stories zu Wort. Sie lässt ihre Follower:innen teilhaben an ihrem ersten Gang vor die Tür allein mit Baby, der ihr einen immensen Adrenalinschub beschert. Sie präsentiert ausführlich ihre neue Leidenschaft für Rosa- und Pastell-Töne, die das Baby mit seiner Vorliebe für Schwarzweiß-Grafiken völlig durcheinanderbringt. Und sie reflektiert halb ernst, halb ironisch über ihren neuen Alltag mit Säugling: »Höre nur noch Volksmusik und Schlager, weil ich vom Schlafentzug dumm und vom Baby glücklich bin.«[3] Was aber macht Sargnagels Umgang mit ihrer Elternschaft so »cool«? „Pola Groß: MUTTERSCHAFT UND POLITIK BEI STEFANIE SARGNAGEL“ weiterlesen
Schlagwort: Feminismus
Andreas Lipowsky: PERFORMANCE. OPER. FEMINISMUS. Bemerkungen zu »7 Deaths of Maria Callas« von Marina Abramović
Die Prominenz ist anwesend
Auf der Bühne der Deutschen Oper liegt eine Frau in einem Bett.[1] Wir blicken, so ist dem Programmheft zu entnehmen, in die Rekonstruktion eines historischen Schlafzimmers. Maria Anna Sofia Cecilia Kalogeropoulou soll hier gewohnt haben, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Maria Callas. Die Szene beginnt in ihrem Schlafgemach am Morgen ihres Todes. Nach einigen Minuten schlägt die Verstorbene ihre Augen auf, womit die Darstellerin eine immense Körperbeherrschung demonstriert, denn zuvor lag sie so regungslos, dass man nicht sicher sein konnte, ob sich unter der Totenmaske tatsächlich eine Performerin verbarg. Sie muss mehrfach in das direkt auf ihr Gesicht gerichtete Scheinwerferlicht blinzeln, verzieht aber ansonsten keine Miene. Minutenlang ist dieses Blinzeln die einzig wahrnehmbare Bewegung in dem großen Bühnenraum, während uns eine Tonspur mit dem Bewusstseinsstrom der Verstorbenen konfrontiert. „Andreas Lipowsky: PERFORMANCE. OPER. FEMINISMUS. Bemerkungen zu »7 Deaths of Maria Callas« von Marina Abramović“ weiterlesen