DER FRAGEBOGEN: Wir fragen, Claude Haas antwortet

Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL-Blog entworfen. Hier antwortet jetzt Claude Haas, der seit Anfang 2017 das Forschungsprojekt Theoriebildung im Medium von Wissenschaftskritik leitet.

Meine erste Hausarbeit während des Studiums handelte von …

»Schillers Kabale und Liebe als gesellschaftskritisches Werk«. Es ging furchtbar schief.

Das Schreiben der Dissertation war für mich …

eine Mischung aus Selbstüberwindung und Mutprobe, wie jedes spätere Schreiben auch.

Mein liebstes wissenschaftliches Buch:

Die Philologie hat viele fulminante Aufsätze und Buchkapitel hervorgebracht, aber kaum fulminante Bücher.

Von allen wissenschaftlichen Autor/inn/en beeindruckt mich am meisten …

Leo Spitzer.

Meine Lieblingsbibliothek:

die Bibliothek des ZfL, nicht wegen ihrer Bestände, sondern wegen der weltbesten Bibliothekarinnen.

Die Universität ist ein Ort …

an dem die Einheit von Forschung und Lehre hoffentlich überlebt.

Dürfte ich noch einmal von vorne beginnen, würde ich heute Folgendes studieren:

Germanistik und Romanistik, genau wie damals.

Wäre ich von allen Zwängen frei, würde ich gerne folgender Frage nachgehen:

Ich kann fast ausschließlich den Fragen nachgehen, denen ich nachgehen will.

Meine abseitigste Veröffentlichung?

Das kann nicht ich beurteilen, am besten natürlich alle.

Ein Wissenschaftler benötigt vor allem …

Geduld. Und mehr noch: Ungeduld.

Forschen bedeutet für mich …

zu erleben, wie die Dinge ihre Selbstverständlichkeit verlieren. So hat Hans Blumenberg das Denken definiert, und Forschen ist ja eine Art disziplingewordenes Denken.

Mein Motto?

Motti sind was für Spießer.