DER FRAGEBOGEN: Wir fragen, Anja Keith antwortet

Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL BLOG entworfen. Hier antwortet jetzt Anja Keith, die seit dem Frühjahr 2020 am ZfL an der von Detlev Schöttker geleiteten »Kommentierten Auswahl-Edition des Briefwechsels zwischen Ernst und Gretha Jünger (1922–1960)« arbeitet.

Meine erste Hausarbeit während des Studiums handelte von …

Elisabeth von Nassau-Saarbrücken, die aufgrund ihrer Übertragungen französischer Heldenepen („chansons de geste“) in frühneuhochdeutsche Prosa nicht nur als Avantgardistin des deutschen Romans, sondern auch als Mittlerin zwischen beiden Kulturen gilt.

Das Schreiben der Dissertation war für mich …

in erster Linie eine unglaubliche Erfahrung, in zweiter Linie ein schmerzhafter Spagat zwischen Arbeitswelt und Universität, weshalb sie unabgeschlossen ist.

 Mein liebstes wissenschaftliches Buch:

die Enzyklopädie.

 Von allen wissenschaftlichen Autor*innen beeindrucken mich am meisten …

die, die in der Lage sind, komplexe Sachverhalte verständlich und anschaulich darzustellen.

 Meine Lieblingsbibliothek …

ist die Exilbibliothek, die zur »Walter A. Berendsohn Forschungsstelle« an der Universität Hamburg gehört und über eine beeindruckende Sammlung von Primärtexten aus den Jahren 1933 bis 1945 verfügt.

Die Universität ist ein Ort …

des Austausches, der Auseinandersetzungen, des Aufbruchs.

Dürfte ich noch einmal von vorne beginnen, würde ich heute Folgendes studieren:

Germanistik und Architektur.

Wäre ich von allen Zwängen frei, würde ich gerne folgender Frage nachgehen:

Was kann ich tun, damit Aharon Appelfelds Werk nicht in Vergessenheit gerät?

 Meine abseitigste Veröffentlichung?

Ist unter einem Pseudonym erschienen.

 Ein*e Wissenschaftler*in benötigt vor allem …

Vertrauen in die Fragen, die sie*ihn umtreiben.

 Forschen bedeutet für mich …

nach dem Neuen suchen, tief graben – besonders in Archiven.

 Mein Motto?

Veritas vincit. (Clan Keith)