DER FRAGEBOGEN. Wir fragen, Barbara Picht antwortet

Der Proust’sche Fragebogen dient traditionell dazu sich kennenzulernen, sei es in einem französischen Salon, wo er einst entstand, sei es auf der letzten Seite eines deutschen Magazins. Wir haben unseren eigenen Fragebogen für den ZfL BLOG entworfen. Hier antwortet jetzt Barbara Picht, die seit Ende 2017 im Forschungsprojekt Theorie und Konzept einer interdisziplinären Begriffsgeschichte arbeitet.

Meine erste Hausarbeit während des Studiums handelte von …

Platons Höhlengleichnis. Es gab keine Vorgaben für den Studienaufbau, und da dachte ich mir, ich fang mal vorne an.

Das Schreiben der Dissertation war für mich …

neben einem Fulltime-Job als Leiterin einer Fachbuchhandlung die eigentliche Herausforderung.

Mein liebstes wissenschaftliches Buch:

… ist eines, das meine Neugierde zugleich stillt und weckt.

Von allen wissenschaftlichen Autor/inn/en beeindruckt mich am meisten …

wer weit über seine Zeit hinausgedacht hat.

Meine Lieblingsbibliothek:

… gibt es leider nicht mehr. Es war die Germanistische Bibliothek der FU Berlin, über Jahrzehnte mit kulturwissenschaftlichem Anspruch aufgebaut von Christian Büttrich (einem Lämmert-Schüler). Sie ist erst kaputtgespart, dann in die heutige Philologische Bibliothek integriert worden und somit verschwunden.

Die Universität ist ein Ort …

den es in seinen oft wunderbaren Möglichkeiten des Forschens, Lehrens und universitätsspezifischen Lernens zu erhalten, in seinen Arbeitsbedingungen unbedingt zu verbessern und vor so manchen Fehlentwicklungen zu schützen gilt.

Dürfte ich noch einmal von vorne beginnen, würde ich heute Folgendes studieren:

Philosophie und Geschichte – immer wieder. Dürfte ich weiterstudieren: Kunstgeschichte und Biologie.

Wäre ich von allen Zwängen frei, würde ich gerne folgender Frage nachgehen:

Einem ganzen Sack voll Fragen: ich würde weiterstudieren.

Meine abseitigste Veröffentlichung?

… liegt noch vor mir. Da bin ich selbst mal gespannt.

Ein Wissenschaftler benötigt vor allem …

wissenschaftlichen Eros, Mut und gute Strategien für den Umgang mit Belohnungsaufschub.

Forschen bedeutet für mich …

Herausfindenwollen, Wissenwollen, Verstehenwollen. Sich durchwühlen. In Frage stellen. Sich ein eigenes Bild machen.

Mein Motto?

»Mache den Raum deiner Hütte weit, und breite aus die Teppiche deiner Wohnung; spare nicht! Dehne deine Seile lang und stecke deine Nägel fest! Denn du wirst ausbrechen zur Rechten und zur Linken« – aber das ist kein Motto.